Die Kinderwunsch-Seite
Home Theorie News Zentren Bücher Interaktiv FAQ Links Forum



Sie sind hier: Kinderwunsch-Seite > Theorie > Diagnostik der sterilitaet > Bauchspiegelung


Print This Page
Bauchspiegelung

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 07.11.2003 | zuletzt geändert am 27.02.2006)

Die Laparoskopie als wichtige Untersuchung bei Kinderwunsch

lapskinorm.jpgDie Bauchspiegelung (=Laparoskopie) ist die wichtigste Methode zur Untersuchung der Eileiter und der anderen Organe des weiblichen Genitals. Sie wird bei der Überprüfung der Eileiter als Routineeingriff eingesetzt und ist wesentlich aussagekräftiger als andere Methoden, da man die Organe direkt betrachten kann und nicht nur die Eileiter, sondern auch Gebärmutter, Eierstöcke und den gesamten übrigen Bauchraum. So können auch Verwachsungen, Myome, Endometriose und andere Veränderungen erkannt werden, die sich anderen diagnostischen Verfahren entziehen.

Auf dem Bild links sieht man, wie sich ein normaler Organbefund darstellen kann. In der Mitte sieht man die kugelige Gebärmutter. Oben ist die Bauchdecke der Patientin, nach unten der Rücken. Rechts und links sieht man zwei schmale “Bänder” von der Gebärmutter abgehen, jeweils eines ist der Eileiter, nach oben ziehen die Mutterbänder (Lig. rotundum) zum Leistenkanal. Die Eierstöcke stellen sich weißlich dar. Links mit kleinen Endometriosezysten. Nach unten erkenn man bogenförmig die Sakralbänder (lig. sacrouterinum) zum Kreuzbein ziehen. Sie dienen zusammen mit den Mutterbändern der Befestigung der Gebärmutter (Halteapparat).

Wie sich das Bild bei pathologischen Veränderungen darstellt sehen Sie in den entsprechenden Kapiteln zur Diagnostik der einzelnen organischen Störungen.

Vorgehensweise

Über einen kleinen Schnitt im Nabel wird zunächst eine spezielle Nadel in den Bauchraum eingeführt (Verres-Nadel). Die Nadel ist mit einem Sicherheitsmechanismus versehen, um Verletzungen des Darms auszuschließen. Über die Nadel wird der Bauchraum mit Kohlendioxyd-Lapski.jpg Gas “aufgeblasen”. Dies ist notwendig, da sonst der Darm die Organe im Unterbauch zudeckt. Anschließend wird ein Sichtgerät durch den Schnitt in den Bauch eingeführt. Durch dieses lassen sich dann alle wichtigen Organe beurteilen. Meist wird an diese “Optik” eine Kamera angeschlossen, so dass man sich das Ganze auf einem Monitor betrachten kann und evtl. auch über Video aufzeichnen. Über einen weiteren kleinen Schnitt im Schamhaarbereich wird ein Stab eingeführt, mit dem man die Organe abtasten und auch ihre Beweglichkeit überprüfen kann.

In der Scheide wird vor diesem Eingriff eine spezielle Spritze an dem Gebärmutterhals angebracht (oftmals bei der gleichzeitig durchgeführten Gebärmutterspiegelung), mit der dann ein harmloser blauer Farbstoff in die Gebärmutter gespritzt wird. Über das Sichtgerät kann man bei durchgängigen Eileitern den Farbstoff dann in den Bauchraum austreten sehen.

Wie eingangs bereits erwähnt, können Verwachsungen, Endometriose, Myome und Fehlbildungen oft nur sicher mit der Bauchspiegelung erkannt werden. Mit Hilfe der operativen Laparoskopie die Beseitigung von Myomen und Endometrioseherden in der gleichen Narkose möglich. Dabei werden über weitere kleine Schnitte im Schamhaarbereich (2-3 insgesamt) feine Instrumente eingeführt, mit denen dann die Operation unter Sicht über den Monitor möglich ist.

Nach Beendigung der Diagnostik wird das Gas aus dem Bauch abgelassen und die Hautschnitte zugenäht. Meist sind diese nach Abheilen nicht mehr zu erkennen.

Die Bauchspiegelung wird häufig ambulant durchgeführt, eine Krankschreibung ist meist nur für wenige Tage notwendig.

Risiken

Die Komplikationsrate ist mit 1% gering. Die häufigsten Komplikationen sind die Verletzung des Darmes und Blutungen im Bereich der Bauchwand (letztlich meist nur zu einem Bluterguß führend). Weitere Komplikationen sind Entzündungen, Thrombosen und Nachblutungen, also Risiken, die theoretisch bei jedem operativen Eingriff auftreten und nie 100%ig ausgeschlossen werden können, aber sehr selten sind.

Aussagekraft

Wie eingangs bereits erwähnt, bietet die Bauchspiegelung den umfassensten Eindruck über die weiblichen Organe und deren Funktionsfähigkeit. Bei den Eileitern wird nicht nur die Durchgängigkeit, sondern auch die Beweglichkeit geprüft und eine ganze Reihe von pathologischen Veränderungen ist nur mit dieser Technik erkennbar. Jedoch ist im Hinblick auf die Eileiterüberprüfung festzustellen, dass die Ergebnisse auch mit dieser aufwendigen Technik nicht immer zuverlässig sind.

Durch Muskelkontraktionen oder Ventileffekte kann es passieren, dass der Farbstoff die Eileiter nicht passieren kann, obwohl diese eigentlich durchgängig sind und funktionstüchtig. Sind die Eileiter frei von Verwachsungen und sehen auch sonst unauffällig aus und tritt der Farbstoff dennoch nicht ein, dann muß man die Diagnose “verschlossene Eileiter” zumindest mit großer Vorsicht stellen. Noch besser ist es, die Durchgängigkeit zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mit einer Ultraschalluntersuchung zu überprüfen, um nicht z. B. fälschlicherweise eine Reagenzglasbefruchtung durchzuführen, welche eigentlich nicht notwendig ist.

Weiterführende Links:

17 Kommentare Fragen und Kommentare abgeben



17 Antworten auf “Bauchspiegelung”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Spingo80 schreibt:

    Wird es unter Vollnarkose gemacht?

  2. Anonymous schreibt:

    Kann man bei einer Bauchspielgelung immer auch eine Zyte z.B. am Eierstock entfernen?
    Wenn bei einer Laparaskopie auch eine Zystenentfernung am Eierstock durchgeführt wird, wie viele Schnitte gibt es dann meistens, in welchem Bereich befinden sie sich und sind sie dann viel größer?
    Wie lange darf man nicht arbeiten, wenn die Arbeit körperlich belastend ist, z.B. im pflegerischen Bereich?

    Ich hoffe es sind nicht zuviele Fragen, aber das interessiert mich sehr. Danke schon mal im Voraus.

  3. E. Breitbach schreibt:

    @ Spingo: ja, das geht nur unter Vollnarkose

    @ Anonyma: Ja, eie Zyste kann man in den meisten Fällen ohne Schwierigkeiten entfernen. Meist über drei Schnitte: Einen ca. 1-2 cm langen im Nabelbereich und zwei weitere, die weniger als einen Zentimeter groß sind über dem Schambein. Eine Woche AU sollte man einplanen

  4. kerstin koenig schreibt:

    hallo, ich hatte 2001 eine bauchspiegelung, wo verwachsungen im bereich des ul, blidarm und beider adnexe waren, wurden entfernt.
    Beide Tuben sind cystisch aufgetrieben, im bericht stand nichts davon das diese entfernt wurden.
    Es wurden neue ostien gebildet aus denen sich dann auch die Flüssigkeit wieder entleert hat.
    Jetzt meine Frage seit 1 Jahr ist der Kinderwunsch wieder da, und ich würde gerne die bauchspiegelung nochmal machen lassen um alle verwachsungen zu entfernen um es danach noch 1-3 monate so zu versuchen bevor man den gedanken hegen muss das es nicht klappt. Ist dieses möglich oder wird die op nur 1mal gemacht????

  5. beatrix schreibt:

    Hallo,
    wann genau macht man die Bauchspiegelung? Einige Tage vor dem errechneten Eisprung??

  6. sabine schreibt:

    Hallo,
    kann seid längerer Zeit nicht schwanger werden,der Arzt hat eine Bauchspiegelung vorgeschlagen.Die Kosten dafür muss ich selbst tragen(750 €), ist das richtig??? Übernimmt solche Kosten nicht die Krankenkasse??? Wo kann ich mich darüber informieren ???

  7. Lia schreibt:

    Hallo,

    bei mir soll eine Bauchspiegelung durchgefürht werden, meine Fragen: Mit Voll- oder Teilnarkose? Übernimmt die Krankenkasse die OP?

    Vielen Dank für die Antwort

    Gruß Lia

  8. E. Breitbach schreibt:

    @ Lia und sabine: Die Untersuchung wird von der Krankenkasse vollständig übernommen.

    @ Beatrix: Auf jeden Fall vor dem Eisprung und nach Beendigung der Blutung

    @ kerstin: Leider ist es meist wenig sinnvoll, solche Operationen mehrfach auszuführen

  9. Nadine Reich schreibt:

    Hallo,

    1992 hatte ich eine Laparoskopie. Dort wurde festgestellt das meine Eileiter verhärtet und vernarbt sind. In den Narben sind Flüssigkeitsansammlungen. Mein Arzt sagte mir damals das man nichts machen könne, nur die Eileiter entfernen, doch damals war ich mit 30 noch zu jung. Seit dem kämpfte ich immer mit Schmerzen, als stechen mich Stricknadeln.
    Jetzt sagte die Ärztin das erneut eine Laparoskopie durchgeführt werden sollte und dabei die Eileiter entfernt werden sollten. Je nachdem evtl. auch die Eierstöcke.
    Mir persönlich macht das nichts aus, da ich keinen Kinderwunsch mehr habe.
    Meine Frage: Wie lange dauert denn ein Krankenhausaufenthalt und wie lange ist man danach Krankgeschrieben? Muss ich dann Hormone schlucken?

    vielen Dank für eine Antwort

  10. E. Breitbach schreibt:

    Nein, Sie müssen keine Hormone schlucken, da ja die Eileiter und nicht die Eierstöcke entfernet werden sollen. Man kann einen solchen Eingriff auch ambulant durchführen, ein stationärer Aufenthalt sollte dementsprechend sehr kurz ausfallen

  11. engel schreibt:

    hallo

    hatte vor einer woche einen bauchschnitt da eine größere zyste entfernt wurde wann kann ich wieder mit einer IVF beginnen ?????

    liebe grüsse

  12. E. Breitbach schreibt:

    @engel: Das kommt auf das Ausmaß der Operation an. Normalerweise sollten mehr als 2-3 Monate Wartezeit nicht notwendig sein, wenn es sich um eine normale Zyste handelte

  13. ABY schreibt:

    Versuche seit c.3 Jahren nach einer Abtreibung wieder Schwanger zu werden hb jetzt ein Termin zur Bauchspiegelung. Wenn die EIleiter durch eine ENtzündung verschloßen sind ist es dann wirklich nicht mehr möglich schwanger zu werden oder kann man da was machen? Wenn ja auch direkt bei der Bauchspiegelung?

  14. E. Breitbach schreibt:

    @ABY: Danke für die Frage. Ich habe jetzt direkt den Link zu den Behandlungsmöglichkeiten bei verschlossenen Eileitern unter diesem Artikel eingebaut. Für Sie nochmal: hier klicken

  15. Jule schreibt:

    Ich hatte am 04.04. (8. Zyklustag) eine Bauchspiegelung und habe diese ohne größere Beschwerden überstanden. Es wurden 2 kleine Endometrioseherde, 1 Eierstockzyste und eine Darmverwachsung entfernt.
    Jetz warte ich seit einer Woche auf meine Regelblutung.
    Kann der Eingriff hier den Zyklus etwas durcheinander gebracht haben? Ich nehme keinerlei Hormone, die hierfür verantwortlich sein könntenund habe direkt nach der OP auch noch keine weiteren Versuche unternommen, schwanger zu werden.

  16. E. Breitbach schreibt:

    @Jule: Das kann sein. Gerade, wenn die Eierstöcke bei der Operation mitoperiert wurden, kann es zu Zyklusverschiebungen und Hormonschwankungen kommen. Das ist dann aber vorübergehend.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Dies ist eine No-nofollow-Seite.
Eingegebene Links werden von Suchmaschinen verfolgt.
Spam wird gelöscht.