Weiterführende Artikel:
|
Der nächste Schritt, der noch zur Basisdiagnostik zählt, manchmal aber auch schon mit einem erhöhten Aufwand betrieben wird, ist der Nachweis eines Eisprungs. Die einfachste Untersuchung für einen Ovulationsnachweis ist das Messen der Basaltemperaturkurve. Dabei wird die Körpertemperatur morgens vor dem Aufstehen gemessen. Ein bis zwei Tage nach der Ovulation steigt die durchschnittliche Temperatur um ca. 0,5 °C an (genauer wird dies im Kapitel zur “natürlichen Familienplanung” beschrieben).
Diese Untersuchung ist lediglich orientierend, hat aber den großen Vorteil, dass sie schon vor der eigentlichen Therapie mit geringem Aufwand und auch selbstständig durchgeführt werden kann. Es muss aber unbedingt darauf hingewiesen werden, dass Frauen auch einen regelmäßigen Eisprung haben können, ohne dass die Temperatur nach der Ovulation ansteigt. Auch die Bestimmung des Zervixfaktors kann wertvolle Hinweise auf den Hormonhaushalt und den Ovulationszeitpunkt geben. Eine Bestimmung des Gelbkörperhormons in der zweiten Zyklushälfte rundet die Diagnostik ab, da nach erfolgtem Eisprung das Gelbkörperhormon zuverlässig ansteigt.
Wesentlich genauer lässt sich der Vorgang des Eisprungs mit einem sogenannten Zyklusmonitoring überprüfen. Dabei ergänzen sich im wesentlichen zwei Untersuchungen: der Ultraschall und die Bestimmung des Östradiols, also des Hormons, welches ausschließlich vom wachsenden Follikel gebildet wird und daher eine sehr präzise Aussage über seine Reife zulässt(Siehe: “Hormonelle Steuerung“). Meist beginnt das Zyklusmonitoring am 7.-10. Tag nach der Regelblutung, in Abhängigkeit von der Länge des Zyklus. Es werden 2-3 Ultraschalle (Follikel, Gebärmutterschleimhaut ) in einem Abstand von ca. 2 Tagen durchgeführt. An diesen Tagen wird dann auch jeweils Blut abgenommen und das Östradiol und evtl. auch das eisprungauslösende Hormon (LH) bestimmt. Dadurch bekommt man einen sehr guten Überblick über die Dynamik der Follikelentwicklung und die Reife der Eibläschen. Wenn man dann auch noch das Gelbkörperhormon ca. 1 Woche nach erfolgtem Eisprung kontrolliert, dann kann man die Entwicklung der Eibläschen und des Gelbkörpers gut beurteilen und Störungen derselben gut erkennen.
Weitere Infos zu “Diagnostik der Sterilität” aus unseren News
Kommentare
Sehr geehrte Damen und Herren,
bei dieser sehr informativen Seite vermisse ich eine Hinweis auf das Asherman-Fritsch-Syndrom.
Ich habe dieses nach einer verpfuschten Ausschabung wegen einer Fehlgeburt in der 8. SSW bekommen, die eine 2. Ausschabung innerhalb von 14 Tagen nach sich zog.
Da viele Gynäkologen den Begriff nicht kennen, wurde das Asherman-Syndrom erst nach einer fast 3 Jahre dauernden Odyssee von Frauenarzt zu Frauenarzt diagnostiziert, zunächst falsch operiert. Nachdem ich endlich die Bezeichnung meiner Krankheit erfuhr (Asherman), recherchierte ich im Internet, stieß auf den bisher einzig veröffentlichen Artikel des “Spiegel” und fand endlich den Weg zu einem Asherman-Operateur in Hamburg.
Asherman lässt sich mit Ultraschall nicht entdecken, die Diagnose ist schwierig.
_____________________________________
Hier der Bericht des “Spiegel”:
Das Asherman-Syndrom - ein kaum bekanntes Risiko
Der Hamburger Gynäkologe Adolf Gallinat ist Spezialist für das so genannte Asherman-Syndrom - ein Gebärmutterleiden, das selten vorkommt, kaum erkannt und fast immer falsch behandelt wird.
Schon vor mehr als 100 Jahren warnte ein deutscher Arzt davor, bei einer Ausschabung der Gebärmutter von Frauen im Wochenbett “nicht so energisch zu kratzen”. Dennoch sind die Folgen einer solchen unsachgemäßen Ausschabung den meisten Klinikärzten bis heute nicht bekannt. Das so genannte Asherman-Syndrom (benannt nach Dr. Asherman, der 1948 dieses Syndrom genauer beschrieb) bezeichnet eine durch Verwachsungen geschlossene Gebärmutterhöhle.
SPIEGEL TV
Nur wenige Gynäkologen in Deutschland können das Asherman-Syndrom angemessen behandeln
Verwachsungen und Narbengewebe entstehen dann, wenn die Gebärmutterschleimhaut während eines operativen Eingriffs in ihrer Tiefe verletzt wurde, wenn also zum Beispiel statt eines stumpfen Instruments ein scharfes benutzt wurde. Kurz nach einer Schwangerschaft ist die Gebärmutterwand sehr empfindlich, weshalb besonders viele Fälle des Asherman-Sydroms als Folge von Ausschabungen im Wochenbett bekannt sind. Aber auch andere gynäkologische Operationen wie die Entfernung von Myomen oder einer Spirale können in seltenen Fällen zu diesem Syndrom führen.
Eine Patientin mit komplettem Asherman Syndrom - man spricht auch von intrauterinen Adhäsionen - ist unfruchtbar und hat keine Regelblutung mehr. Es gibt allerdings auch viele Frauen, deren Gebärmutterhöhle nicht ganz, sondern nur zum Teil verwachsen ist. Ihre Regelblutung wird dann entweder nur geringer oder bleibt nur deshalb aus, weil lediglich der Gebärmutterkanal durch Narben verschlossen ist. In diesem Fall spricht man von einem milden oder partiellen Asherman-Syndrom.
Grundsätzlich gilt das Asherman-Syndrom als selten. Es gibt nur sehr wenige Gynäkologen, die überhaupt die Bezeichnung kennen. Spezialisten gehen hingegen davon aus, dass dieses Syndrom viel verbreiteter ist als angenommen. Erst die relativ neuen Techniken der minimal invasiven gynäkologischen Chirurgie offenbaren, dass das Asherman-Syndrom mindestens eine von 100 Patientinnen nach einer Ausschabung betrifft. Bislang wird dennoch kaum eine Frau vor einer Ausschabung über dieses Risiko informiert.
Da diese Verwachsungen per Ultraschall nicht erkennbar sind, ist das Asherman-Syndrom am besten mit einer Gebärmutterspiegelung zu diagnostizieren. Dies kann heute als kleiner Eingriff in einer Tagesklinik - teils sogar unter örtlicher Narkose - geschehen.
GS
Mit Ultraschall-untersuchungen sind die Verwachsungen nicht zu entdecken!
Die Beseitigung der Verwachsungen gestaltet sich dagegen weitaus schwieriger: Der Operateur braucht Erfahrung in der Rekonstruktion einer Gebärmutterhöhle, bei unsachgemäßer Behandlung kann er sonst den Zustand verschlimmern.
Die Verwachsungen werden während einer Gebärmutterspiegelung - also unter Sicht mit Hilfe eines Endoskops - mit Spezialinstrumenten entfernt. Im günstigen Fall ist noch gesunde Schleimhaut in der Gebärmutter vorhanden, die sich anschließend ausbreiten und erneute Verwachsungen verhindern kann. Die Patientin hat dann wieder eine Chance, schwanger zu werden, wenngleich Folgeschwangerschaften als Risikoschwangerschaften gelten.
Ist die Gebärmutterwand so stark verletzt worden, dass keine Schleimhautreste verblieben sind, entstehen nach der Entfernung der Verwachsungen sofort neue. Dies betrifft besonders jene Frauen, bei denen das Asherman-Syndrom nach einer Ausschabung wegen einer Fehlgeburt entstanden ist. Sie haben dann nicht nur ihr Kind, sondern auch ihre Fruchtbarkeit verloren.
In Deutschland gibt es nur wenige Ärzte, die in der Lage sind, ein Asherman-Syndrom zu beseitigen. Bei komplettem Schwund der Gebärmutterhöhle sind es weltweit sogar nur eine Handvoll Mediziner, die über ausreichend Erfahrung für eine angemessene Behandlung verfügen.
Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Ärzte und immer mehr Frauen sich dieses Risikos bewusst werden und dass Mediziner mit ihren Patientinnen Alternativen zu einer Ausschabung diskutieren und diese generell vorsichtiger ausführen. Bei Ausbleiben der Regelblutung nach einer Ausschabung sollte allgemein schneller die Möglichkeit des Asherman-Syndroms in Betracht gezogen werden.
Seit drei Jahren besteht eine englischsprachige Selbsthilfegruppe mit zurzeit über 300 Mitgliedern im Internet. Unter http://www.ashermans.org kann man diese Gruppe kontaktieren und weitere Informationen zum Asherman-Syndrom erhalten.
Corinna Maria Dartenne
Leiterin der Deutschen Asherman-Selbsthilfegruppe
_________________________
Es wäre gut und wichtig, wenn Sie das Asherman-Syndrom mit aufführen könnten.
Freundliche Grüße
Katrin Wolf
Schreiben Sie einen Kommentar
Bitte nur allgemeine Fragen zum Artikel “Diagnostik der Sterilität”! Eine individuelle Beratung ist nicht möglich! Gehen Sie dazu bitte in unser Forum!