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Diagnostik der Sterilität

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 27.06.2004 | zuletzt geändert am 02.02.2006)

Ziele der Basisdiagnostik

Vor einer weiterführender Diagnostik des unerfüllten Kinderwunsches, die oft einen erheblichen Aufwand bedeutet, wird zunächst eine Basisdiagnostik durchgeführt. Bei den ersten Untersuchungen wird nicht schon im Detail die Ursache der Kinderlosigkeit geklärt werden können. Die Basisdiagnostik dient zunächst einmal zum Ausschluß einfach festzustellender Erkrankungen, welche eine Schwangerschaft verhindern können und basiert auf einfachen Untersuchungen. Darüber hinausgehende und speziellere Untersuchungen werden in den Unterpunkten des Menüs auf der linken Seite beschrieben.

Gespräch mit dem Arzt

Der erste Schritt ist in jedem Fall zunächst ein Gespräch, möglichst mit beiden Partnern, da eine Kinderwunschbehandlung, welcher Art auch immer, beide Partner betrifft. Dabei wird auch immer die Vorgeschichte, bzw. Krankheitsgeschichte des Paares erfaßt. Dazu gehören Innere Erkrankungen, Voroperationen, Infekte, Kinderkrankheiten. Bei der Frau ist ganz wesentlich die Auskunft über den Rhythmus ihres Zyklus. Dabei sind nicht nur die Abstände der Blutungen von Bedeutung, sondern auch die Stärke, die evtl. bestehenden Schmerzen und ob Zwischenblutungen bestehen.

Es wird erfragt werden, ob schon Schwangerschaften (auch unausgetragene, d. h. Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche) bestanden haben. Wichtig ist dabei auch zu erfragen, ob diese Schwangerschaften vom gleichen Partner sind, da es ja ein Nachweis der Zeugungsfähigkeit des Paares ist. Diese Frage ist sicher sehr intim, die Information ist jedoch wichtig. Das gleiche gilt für die Frage nach der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Gelegentlich ergibt sich aus dieser Frage schon ein Behandlungsansatz, wenn Unklarheiten über den günstigsten Zeitpunkt für den Verkehr bestehen. Über den Gebrauch legaler “Drogen” wie Alkohol und Nikotin werden Sie auch befragt werden.

Gynäkologische Untersuchung

Zur Basisdiagnostik gehört auch eine gynäkologische Untersuchung. Bei dieser Untersuchung lassen sich gravierende organische Fehlbildungen des Genitals feststellen, die die Chance auf eine Schwangerschaft mindern könnten. Insbesondere sind dabei Hinweise auf Myome, Endometriose und Fehlbildungen der Gebärmutter zu beachten. Wenn kein aktueller Krebsvorsorsorge-Abstrich vorliegt, dann wird dieser bei dieser Erstuntersuchung bestimmt. In der Mitte des Zyklus kann auch das Zervixsekret beurteilt werden.

Ultraschall

Ergänzt wird diese Untersuchung heutzutage fast immer durch einen Ultraschall. Die Hinweise auf Myome, Fehlbildungen oder Endometriose, die beim Tastbefund erhoben wurden, können mit diesem bildgebenden Verfahren bestätigt werden. Außerdem ist mit dieser Methode eine Aussage über die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut möglich. Wenn der Ultraschall zur Zyklusmitte durchgeführt wird, dann kann man auch Eibläschen am Eierstock erkennen oder ein polyzystisches Ovar anhand seiner Beschaffenheit im Ultraschall feststellen und dadurch auch mögliche Rückschlüsse auf die hormonelle Situation der Patientin ziehen.

Mehrseitiger Artikel
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7 Antworten auf “Diagnostik der Sterilität”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Frederik Christensen schreibt:

    Kann Kinderlosigkeit eine Folge von Clamydia sein?
    Im Voraus danke für die Auskunft.
    Fr. Christensen

  2. E. Breitbach schreibt:

    @ frederik: Ja, die dadurch entstehenden Entzündungen können die Eileiter bzw. die Samenleiter schädigen

  3. Katrin Wolf schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    bei dieser sehr informativen Seite vermisse ich eine Hinweis auf das Asherman-Fritsch-Syndrom.

    Ich habe dieses nach einer verpfuschten Ausschabung wegen einer Fehlgeburt in der 8. SSW bekommen, die eine 2. Ausschabung innerhalb von 14 Tagen nach sich zog.

    Da viele Gynäkologen den Begriff nicht kennen, wurde das Asherman-Syndrom erst nach einer fast 3 Jahre dauernden Odyssee von Frauenarzt zu Frauenarzt diagnostiziert, zunächst falsch operiert. Nachdem ich endlich die Bezeichnung meiner Krankheit erfuhr (Asherman), recherchierte ich im Internet, stieß auf den bisher einzig veröffentlichen Artikel des “Spiegel” und fand endlich den Weg zu einem Asherman-Operateur in Hamburg.

    Asherman lässt sich mit Ultraschall nicht entdecken, die Diagnose ist schwierig.

    _____________________________________

    Hier der Bericht des “Spiegel”:

    Das Asherman-Syndrom - ein kaum bekanntes Risiko
    Der Hamburger Gynäkologe Adolf Gallinat ist Spezialist für das so genannte Asherman-Syndrom - ein Gebärmutterleiden, das selten vorkommt, kaum erkannt und fast immer falsch behandelt wird.

    Schon vor mehr als 100 Jahren warnte ein deutscher Arzt davor, bei einer Ausschabung der Gebärmutter von Frauen im Wochenbett “nicht so energisch zu kratzen”. Dennoch sind die Folgen einer solchen unsachgemäßen Ausschabung den meisten Klinikärzten bis heute nicht bekannt. Das so genannte Asherman-Syndrom (benannt nach Dr. Asherman, der 1948 dieses Syndrom genauer beschrieb) bezeichnet eine durch Verwachsungen geschlossene Gebärmutterhöhle.

    SPIEGEL TV
    Nur wenige Gynäkologen in Deutschland können das Asherman-Syndrom angemessen behandeln
    Verwachsungen und Narbengewebe entstehen dann, wenn die Gebärmutterschleimhaut während eines operativen Eingriffs in ihrer Tiefe verletzt wurde, wenn also zum Beispiel statt eines stumpfen Instruments ein scharfes benutzt wurde. Kurz nach einer Schwangerschaft ist die Gebärmutterwand sehr empfindlich, weshalb besonders viele Fälle des Asherman-Sydroms als Folge von Ausschabungen im Wochenbett bekannt sind. Aber auch andere gynäkologische Operationen wie die Entfernung von Myomen oder einer Spirale können in seltenen Fällen zu diesem Syndrom führen.

    Eine Patientin mit komplettem Asherman Syndrom - man spricht auch von intrauterinen Adhäsionen - ist unfruchtbar und hat keine Regelblutung mehr. Es gibt allerdings auch viele Frauen, deren Gebärmutterhöhle nicht ganz, sondern nur zum Teil verwachsen ist. Ihre Regelblutung wird dann entweder nur geringer oder bleibt nur deshalb aus, weil lediglich der Gebärmutterkanal durch Narben verschlossen ist. In diesem Fall spricht man von einem milden oder partiellen Asherman-Syndrom.

    Grundsätzlich gilt das Asherman-Syndrom als selten. Es gibt nur sehr wenige Gynäkologen, die überhaupt die Bezeichnung kennen. Spezialisten gehen hingegen davon aus, dass dieses Syndrom viel verbreiteter ist als angenommen. Erst die relativ neuen Techniken der minimal invasiven gynäkologischen Chirurgie offenbaren, dass das Asherman-Syndrom mindestens eine von 100 Patientinnen nach einer Ausschabung betrifft. Bislang wird dennoch kaum eine Frau vor einer Ausschabung über dieses Risiko informiert.

    Da diese Verwachsungen per Ultraschall nicht erkennbar sind, ist das Asherman-Syndrom am besten mit einer Gebärmutterspiegelung zu diagnostizieren. Dies kann heute als kleiner Eingriff in einer Tagesklinik - teils sogar unter örtlicher Narkose - geschehen.

    GS
    Mit Ultraschall-untersuchungen sind die Verwachsungen nicht zu entdecken!

    Die Beseitigung der Verwachsungen gestaltet sich dagegen weitaus schwieriger: Der Operateur braucht Erfahrung in der Rekonstruktion einer Gebärmutterhöhle, bei unsachgemäßer Behandlung kann er sonst den Zustand verschlimmern.

    Die Verwachsungen werden während einer Gebärmutterspiegelung - also unter Sicht mit Hilfe eines Endoskops - mit Spezialinstrumenten entfernt. Im günstigen Fall ist noch gesunde Schleimhaut in der Gebärmutter vorhanden, die sich anschließend ausbreiten und erneute Verwachsungen verhindern kann. Die Patientin hat dann wieder eine Chance, schwanger zu werden, wenngleich Folgeschwangerschaften als Risikoschwangerschaften gelten.

    Ist die Gebärmutterwand so stark verletzt worden, dass keine Schleimhautreste verblieben sind, entstehen nach der Entfernung der Verwachsungen sofort neue. Dies betrifft besonders jene Frauen, bei denen das Asherman-Syndrom nach einer Ausschabung wegen einer Fehlgeburt entstanden ist. Sie haben dann nicht nur ihr Kind, sondern auch ihre Fruchtbarkeit verloren.

    In Deutschland gibt es nur wenige Ärzte, die in der Lage sind, ein Asherman-Syndrom zu beseitigen. Bei komplettem Schwund der Gebärmutterhöhle sind es weltweit sogar nur eine Handvoll Mediziner, die über ausreichend Erfahrung für eine angemessene Behandlung verfügen.
    Es bleibt zu hoffen, dass immer mehr Ärzte und immer mehr Frauen sich dieses Risikos bewusst werden und dass Mediziner mit ihren Patientinnen Alternativen zu einer Ausschabung diskutieren und diese generell vorsichtiger ausführen. Bei Ausbleiben der Regelblutung nach einer Ausschabung sollte allgemein schneller die Möglichkeit des Asherman-Syndroms in Betracht gezogen werden.
    Seit drei Jahren besteht eine englischsprachige Selbsthilfegruppe mit zurzeit über 300 Mitgliedern im Internet. Unter http://www.ashermans.org kann man diese Gruppe kontaktieren und weitere Informationen zum Asherman-Syndrom erhalten.

    Corinna Maria Dartenne
    Leiterin der Deutschen Asherman-Selbsthilfegruppe
    _________________________

    Es wäre gut und wichtig, wenn Sie das Asherman-Syndrom mit aufführen könnten.

    Freundliche Grüße
    Katrin Wolf

  4. Bix schreibt:

    Hallo
    Ich hab nurmehr einen Eierstock… Versuche seit über einem Jahr schwanger zu werden, wie lange dauert das noch??? Stehn die chancen wirklich so schlecht? lg DANKE bix

  5. Ukatz Manuela schreibt:

    Wo finde ich eine KIWU-Praxis in meiner Nähe?

  6. E. Breitbach schreibt:

    @ Bix: Die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ist kaum reduziert, wenn nur ein Eierstock vorhanden ist, denn dieser übernimmt die Arbeit des fehlenden Eierstocks. Vielleicht liegen noch andere Gründe für die Kinderlosigkeit vor.

    @ Manuela: Oben unter “Zentren”

  7. E. Breitbach schreibt:

    Test

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