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Spermien-Aufbereitung

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 26.12.2002 | zuletzt geändert am 10.05.2006)

Aufbereitung des Ejakulats zur Kinderwunsch-Behandlung

Wenn Spermien für eine Kinderwunschbehandlung (Insemination: IUI, ITI; Reagenzglasbefruchtung: IVF, ICSI) verwendet werden, dann treffen die Spermien “unvorbereitet” an dem Ort der Behandlung ein. Das Ejakulat besteht ja nicht nur aus Samenfäden, sondern auch aus Sekret der Samenbläschen und der Prostata. Diese Sekrete werden im natürlichen Ablauf der Befruchtung bei der Passage durch den Gebärmutterhals entfernt. Das ist wichtig, weil das Ejakulat einige Substanzen enthält, die sogar schädlich sein können für den Befruchtungsprozeß. Im Vordergrund stehen dabei Substanzen aus der Prostata, welche die Gebärmutter zu Kontraktionen reizen können, so daß das Einspritzen von Ejakulat in die Gebärmutter fast sicher zu Schmerzen, jedoch nicht zu einer Schwangerschaft führt.

“Waschen” der Spermien

waschen.jpgUm die Spermien also auf die Befruchtung bei medizinischen Hilfsmaßnahmen vorzubereiten und zu gewährleisten, daß eine Befruchtung stattfindet, wenn man sie in die Gebärmutterhöhle (intrauterine Insemination), den Eileiter (GIFT oder auch intratubare Insemination) oder direkt auf die Eizellen (IVF) gibt, muß das Seminalplasma von den Spermien getrennt werden, so daß eine reine Lösung von Samenfäden in einem speziellen Kulturmedium übrigbleibt.

Diesen Prozeß nennt man “Waschen”. Das Prinzip ist recht einfach: Man nimmt das Ejakulat nach seiner Verflüssigung und vermischt es mit einem Kulturmedium. Anschließend wird diese Mischung zentrifugiert. Die Spermien setzen sich dabei auf dem Boden des Gefäßes ab, da sie schwerer sind als die übrige Flüssigkeit. Nachdem die Flüssigkeit bis auf die Spermien abgesaugt und erneut in Kulturflüssigkeit aufgelöst wurde, kann diese Lösung für eine Kinderwunschbehandlung, gleich welcher Art verwendet werden.

Aufkonzentrieren der beweglichen Spermien: “Swim-Up”

swimup.jpgFür die meisten Behandlungsmethoden ist es sinnvoll, die beweglichen Samenfäden in einer möglichst hohen Konzentration aufzubereiten. Die gebräuchlichste Methode hierfür ist der sogenannte “Swim-Up” (von englisch: hochschwimmen). Dazu wird entweder das Ejakulat direkt (=direkter Swim Up) oder vorher gewaschene Spermien in Kulturmedium zentrifugiert.

Die Flüssigkeit über den Spermien wird wieder abgesaugt und die Spermien anschließend vorsichtig mit Kulturmedium überschichtet. Die beweglichen Samenfäden schwimmen dann hoch und sind gegen das Licht als weißliche Wolke zu erkennen. Mit einer feinen Kanüle wird dieser Überstand abgesaugt und für die weiteren Maßnahmen (Insemination, IVF etc.) verwendet. Durch diesen Schritt ist es möglich, die gut beweglichen Spermien von den immobilen zu trennen und die Beweglichen aufzukonzentrieren. Es gibt noch einige andere Methoden (Percoll, Glaswoll-Filtration) die in verschiedenen Zentren ebenfalls angewendet werden. wenngleich dabei auch andere Prinzipien der Trennung von beweglichen und unbeweglichen Spermien genutzt werden, ist das Ergebnis letztlich dasselbe: Eine möglichst konzentrierte und gereinigte Spermiensuspension für die Behandlung.

Weitere Indikationen für die Spermienaufbereitung

Eine spezielle Indikation für eine Spermienaufbereitung ergibt sich bei der sogenannten “retrograden Ejakulation”, bei der die Spermien bei der Ejakulation nicht den normalen Weg nach “draußen” finden und in der Harnblase landen. Aus dem Urin können die Samenfäden dann ebenfalls durch die oben beschriebenen Wasch- und Konzentrationsvorgänge gewonnen werden und für eine Inseminationsbehandlung oder Reagenzglasbefruchtung verwendet werden.

Eine weiterer spezieller Grund ist die verlängerte Verflüssigungszeit des Ejakulats, durch welche die Spermien unbeweglich werden können. Dies kann mit speziellen Enzymen behandelt werden, welche das zähe Ejakulat verflüssigen (Chymotrypsin). Die weiteren “Verarbeitungsschritte” sind die gleichen, wie oben beschrieben.

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5 Antworten auf “Spermien-Aufbereitung”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Andrea schreibt:

    Sehr geerte Damen und Herren,

    Ich würde gern wissen über die Mikroskope, die benutzt werden bei der Wahl von Spermien bei eine ICSI.
    Ich habe davon gehört, dass es ein neues Mikroskop gibt, das 4000-6000 fach stärker ist als die, die normaleweise benutzt werden. Und das diese neue Mikroskope die chance von eine Schwangerschaft ungefähr bis zu 65%ehöhen. Stimmt das?? Wird das schon in Deustchland angewendet??Und wo???

    Ich warte auf eine Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Andrea

  2. E. Breitbach schreibt:

    @ Andrea: Es gibt dazu vielversprechende Studien, jedoch noch keine mit einer ausreichend großen Anzahl von Patienten, um wirklich die Überlegenheit der Methode nachweisen zu können. 65% halte ich bei großen Patientenzahlen nicht für haltbar

  3. Dierk schreibt:

    Ich habe zum obigen Text eine Frage:

    In wieweit beeinflusst der Prozess mit Swim-Up oder Waschen die Mobilität bzw. überhaupt die Konstitution von zuvor kryokonserviertem Sperma? Ich könnte mir vorstellen, dass es hier schon allein mechanisch z. B. durch das Absaugen mit Kanülen etc. zu weiteren Beeinträchtigungen der ohnehin durch den Kryoprozess meist bereits negativ beeinflussten Spermien kommt.

    Vielen Dank schon im Voraus für eine Antwort,

    Dierk

  4. Waldemar schreibt:

    Hallo,
    welche Spermaqualität ist eigentlich notwendig zum Aufbereiten für eine IUI (Anzahl, Beweglichkeit usw.)?
    Vielen Dank im Voraus

  5. nea schreibt:

    Hallo,

    ich hatte vor zwei Wochen meine 1.HI bei der ersten Behandlung hatte ich wenig bis keinerlei Beschwerden.Doch bei der darauffolgend Behandlung am nächsten Tag hatte ich schon starke Schmerzen bei der Behandlung selbst!Diese Schmerzen wurden zwar am gleichen Tag noch erträglich aber seitdem habe ich immer ein leichtes Ziehen im Unterleib. Heißdas, dass die Spermien nicht richtig aufbereitet worden sind? Oder was gibt es weiter für Gründe?
    Vielen Dank!
    nea

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