Risiken der ICSI?


Die Frage, ob durch eine künstliche Befruchtung gezeugte Kinder später eine normale körperliche und geistige Entwicklung durchleben, stellt sich allen Paaren, die zur Erfüllung ihres Kinderwunschs auf eine IVF oder ICSI angewiesen sind. Nicht zuletzt das soziale Umfeld führt oft zur Verunsicherung, wenn es meist chronisch uninformiert den festen Glauben vertritt, dass die widernatürliche Behandlung auch zwangsläufig auch zu widernatürlicher Entwicklung bei den Kindern führen müsse.

Die Studien sind jedoch beruhigend

Deutsche Studien zeigen, dass die Fehlbildungsraten nach einer künstlichen Befruchtung zwar in der Tat erhöht sind, dies jedoch nicht Folge der Behandlung ist, sondern die eingeschränkte Fruchtbarkeit der Eltern bereits von sich aus ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach sich zieht, also unabhängig vom Zustandekommen der Schwangerschaft. Andere Experten gehen sogar soweit zu sagen, dass die Fehlbildungsraten trotz der schlechteren Voraussetzungen seitens der Eltern relativ geringer seien, da die Diagnostik im Rahmen der Behandlung auch Störungen aufdeckt, die einen negativen Einfluss auf den Schwangerschaftsverlauf haben können.

Weitere Langzeituntersuchungen aus Deutschland bestätigen, dass Unterschiede zu auf normalem Wege gezeugten Kindern keine Folge der Behandlung sind, sondern der Unfruchtbarkeit der Eltern. Sie bleiben trotz dieser Risiken nicht in ihrer mentalen und motorischen Entwicklung hinter spontan gezeugten Kindern zurück, verhalten sich nicht öfter auffällig und erkranken nicht häufiger an Krebs.

Langzeitbeobachtungen der „ICSI-Erfinder“

Nachdem die ICSI-Methode im Jahre 1991 an der Universität in Brüssel erstmals erfolgreich durchgeführt wurde, schlossen sich daran Langzeitbeobachtungen der Kinder an, die in regelmäßigen Abständen publiziert wurden.

Bei der ersten Gruppe von Kindern, die durch diese Behandlung entstanden (150 Kinder) wurde zunächst eine deutlich höhere Fehlbildungsrate festgestellt. 10% der Kinder wiesen Fehlbildungen an Herz, Augen und ableitenden Harnwegen auf. Darüber hinaus fand man Pigmentstörungen der Haut und Leistenbrüche. Ähnliche Fehlbildungen waren auch in einer Kontrollgruppe festzustellen, jedoch nur in 3,3% der Fälle. Eine unabhängige Kontrolle dieser Krankheitsverläufe durch unabhängige australische Wissenschaftler zeigte jedoch eine geringere Fehbildungsquote bei den „ICSI-Kindern“ von 4%, die ursprünglichen Zahlen konnten durch diese unabhängige Begutachtung also mehr als halbiert werden.

Studien zur geistigen Entwicklung von Kindern nach einer ICSI-Behandlung, die ebenfalls von der Brüsseler Arbeitsgruppe veröffentlicht wurden fanden keine Defizite bei den Kindern, aufgrund der möglichen Überprotektion der lange kinderlosen Eltern zeigten sich sogar leichte Vorteile im Vergleich zur auf normalem Wege gezeugten Vergleichsgruppe.

Internationale Studien mit höheren Fallzahlen der gleichen Wissenschaftler konnten ebenfalls keine Unterschiede bezüglich der geistigen Entwicklung in Abhängigkeit von der Art der Zeugung feststellen, wobei hier auch ein Vergleich zwischen IVF und ICSI erfolgte.

Die häufig diskutierten Auswirkungen von Imprintingdefekten konnten in neueren Studien ebenfalls widerlegt werden.


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