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PKD


Polkörperdiagnostik

Die Problematik der genetischen Untersuchung am Embryo (in Deutschland)

Wenn es darum geht, genetische Auffälligkeiten eines Embryos im Rahmen der Reagenzglasbefruchtung auszuschließen, dann ergeben sich rasch Fragen bezüglich einer sinnvollen Grenzziehung zwischen Eugenik und berechtigter Anwendung. Ist z. B. ein erhöhtes genetisch bedingtes Risiko für Brustkrebs oder andere bösartige Erkrankungen ein ausreichender Grund, einem Embryo die Chance auf ein Weiterleben zu verwehren? In Deutschland sind genetische Untersuchungen am Embryo nicht erlaubt, jedoch stellt sich auch hier die Frage, wie ein Diskussionspapier der Bundesärztekammer zu diesem Thema zeigt. Das Embryonenschutzgesetz verbietet jedoch nicht die Untersuchung der befruchteten Eizelle, also zum Zeitpunkt des Vorkernstadiums. In diese Lücke stößdie Untersuchung der Polkörperchen einer Eizelle, welche ebenfalls genetisches Material enthält und Aufschluß über die chromosomale Ausstattung des zukünftigen Embryos zulässt.

Warum kann eine Polkörperchendiagnostik sinnvoll sein?

Es ist bekannt, daß nur ein geringer Teil der Embryonen sich einnisten. Neben anderen Faktoren geht man davon aus, daß genetische Veränderungen des Embryos eine wesentliche Ursache für die noch immer schlechte Erfolgsrate bei IVF und ICSI sind. Außerdem ist bekannt, daß ca. 70% aller Fehlgeburten genetische Ursachen haben. Des weiteren weiß man, daß diese genetischen Fehler hauptsächlich durch die Gameten (Spermien und Eizellen) bedingt sind, in der späteren Entwicklung kommt es nur selten zu weiteren Erbschäden. Spermien sind selten die Ursache, nur ca. 3% aller Spermien weisen Chromosomenveränderungen auf, jedoch werden in ca. 40% der Eizellen genetische Auffälligkeiten gefunden, die eine Einnistung verhindern können oder zu Fehlgeburten führen. Des weiteren ist bekannt, daß dieser Anteil bei älteren Frauen bis zu 70% betragen kann. Aufgrund dieser Informationen scheint es auszureichend, die chromosomale Ausstattung der Eizelle zu kennen, um einen recht zuverlässige Aussage auch über die sich daraus entwickelnden Embryonen machen zu können.

Die Polkörperchenanalyse kann folgenden Zweck haben:

  • bei älteren Frauen die “richtigen Eizellen” auszuwählen und die Chancen einer Einnistung zu erhöhen und die belastende Schwangerschaft auf “Probe” zu vermeiden, welche bei älteren Frauen bis zum unauffälligen Befund der Fruchtwasseranalyse dauern kann
  • bei jüngeren Frauen die “richtigen Eizellen” auszuwählen, um dadurch die Zahl der transferierten Embryonen reduzieren zu können (Traumziel: 1-Embro-Transfer mit unverändert hoher Schwangerschafterate) mit dem geringeren Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft
  • Bei Frauen mit Erbkrankheiten bzw. bei Trägerinnen einer solchen die Eizellen auszuwählen, welche dieses Gen nicht tragen.

Wer kann durch die Polkörperanalyse Vorteile haben?

Da die Methode noch nicht sehr etabliert ist, sollte die Indikation streng gestellt werden. Mögliche Kandidaten sind:

  • Ältere Frauen (> 39?)
  • Frauen, die Träger einer genetischen Erkrankung sind
  • Frauen, die wiederholt keine Schwangerschaft hatten, trotz optimaler Voraussetzungen
  • Frauen, deren Eizellen sich nicht befruchten ließen trotz guter Voraussetzungen

Was ist überhaupt ein Polkörperchen?

polkoerper.jpgPolkörperchen entstehen bei der sogenannten Reifeteilung einer Eizelle. Da nach der Verschmelzung von Samenfaden und Eizelle ein Mensch mit 46 Chromosomen entstehen soll (Chromosomen 1 bis 22 jeweils doppelt und zwei Geschlechtschromosomen, also XX oder XY) müssen die Eizellen den halben Chromosomensatz aufweisen, also 23. Die Reduktion auf den halben Chromosomenatz passiert in der ersten und zweiten Reifeteilung. Die erste Reifeteilung beginnt unmittelbar vor dem Eisprung und dabei wird das erste Polkörperchen ausgeschleust, welches die überschüssigen Chromosomen enthält. Es ist dann unter dem Mikroskop als kleine Kugel in dem Spalt zwischen Eizelle und Eizellhülle erkennbar (Siehe Bild). Erst nach der Befruchtung durch den Samenfaden wird die zweite Reifeteilung angeschlossen und das zweite Polkörperchen ausgeschleust.

Wie werden die Polkörperchen entnommen?

polkoerperchen.jpgDas Polkörperchen wird mit einer Glaspipette abgesaugt und für die Untersuchung weiterverwendet. Dazu muß allerdings die Eizellhülle eröffnet werden. Dies geschieht analog zu den Methoden, die beim Hatching verwendet werden:

  • Mit einem Laser. Diese Technik ist die sicherste, da der Defekt, der in der Glashaut erzeugt wird, sehr gezielt gesetzt werden kann und auch die Größe und Tiefe des Defekts ist exakt einstellbar. Verletzungen des Embryos sind damit praktisch ausgeschlossen. Der Embryo wird dazu mit einer Haltepipette fixiert (wie bei der ICSI) und mit dem Laserstrahl gezielt “beschossen”
  • Mit einer Glasnadel. Bei der “partiellen Zonadissektion” wird die Hülle mit einer Nadel angeritzt. Die Ergebnisse sind sehr von der Geschicklichkeit des Arztes abhängig und die Verletzungsgefahr des Embryos wesentlich höher als mit einem Laser.

Was wird bei der Polkörperchenanalyse untersucht?

fish_trisomie_18.jpgIm Vordergrund steht die Untersuchung auf Aneuplodien, das heißes wird nachgeschaut, ob von jedem Chromosom eines vorhanden ist. Limitierender Faktor ist dabei die Zeit, denn bis zur Verschmelzung der Zellkerne muß die Untersuchung abgeschlossen sein, da dann die Embryonen nicht mehr verworfen werden dürfen. Alternativ steht natürlich die Möglichkeit der Kryokonservierung der Eizellen zu Verfügung, womit das Zeitfenster beliebig erweiterbar ist. Um den zeitlichen Ablauf sicher steuern zu können, muss die Befruchtung zu einem genau vorhersehbaren Zeitpunkt stattfinden, was nur durch die gleichzeitige Anwendung der ICSI möglich ist.

Eine bewährte und schnelle Methode ist die Fluoreszenz-in situ-Hybridisierung (FISH). Hierbei werden unter dem Mikroskop erkennbare Leuchtfarbstoffe mit sogenannten Sonden versehen, welche bestimmte Chromosomen markieren. Auf dem Bild ist eine diploide Zelle zu sehen mit einer Trisomie eines der untersuchten Chromosomen (grün markiert). Bei der Polkörperchenanalyse würde man in diesem Fall einen gelben und zwei grüne Punkte sehen, wenn eine Fehlverteilung der Chromosomen vorliegt.

Mit der Polymerase Chain Reaction (PCR) lassen sich auch einzelne Gene testen, so daß nach bestimmten Erbkrankheiten gefahndet werden kann. Auch Marker für bestimmte Chromosomen lassen sich dabei untersuchen, so dass man auch hierbei einzelne Chromosomen auf ihre numerische Verteilung hin untersuchen kann. Mit der PCR ist es theoretisch möglich, dies bei allen 23 Chromosomen zu tun, während die FISH-Methode meist nur die Untersuchung von 5-6 Erbgutträgern zulässt

Ergebnisse

Nachteilig ist, daß mit der FISH-Diagnostik nur bis zu 10 Chromosomen untersucht werden können, so daß auch nach einer Polkörperchendiagnostik (PKD) immer noch viel Spielraum für genetische Fehlbildungen besteht, da man sich nur auf die häufigsten Trisomien konzentrieren kann. Eine deutliche Verbesserung der Schwangerschaftsraten lässt sich mit dieser Methode nicht erzielen, jedoch ist es möglich, die Rate der Fehlgeburten zu vermindern.

Wenn beide Polkörperchen entnommen werden (was zur Verbesserung der Aussagefähigkeit anzustreben ist, dann kann der sogenannte “Spindelapparat” der Eizelle geschädigt werden, der die Chromosomen in der Eizelle bei der Befruchtung ordnet und ausrichtet. Schlimmstenfalls werden mit den Polkörpern die in der Eizelle befindlichen Chromosomen mit entfernt.



Weitere Infos zu “PKD” aus unseren News

  1. Polkörperdiagnostik: Was bringt sie wirklich? | PID | Aktuelles zum Thema Kinderwunsch am 1. Juli 2009

    [...] Polkörperdiagnostik ist eine Methode, mit der man sich erhofft, das Erbgut der Eizelle feststellen zu können und [...]


  2. Mal wieder was Neues? Nahinfrarot-Spektroskopie | Dies und das, IVF und ICSI | Aktuelles zum Thema Kinderwunsch am 21. März 2011

    [...] Grundsätzlich gibt es zwar verschiedene Methoden (Polarisationsmikroskopie, Polkörperdiagnostik, PID), jedoch ist die Aussagekraft dieser Methoden limitiert oder sie sind nur bei bestimmten [...]


Kommentare

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  1. Guten Tag.

    Ich habe eine Frage:
    Bei mir wurden gestern 10 Eizellen entnommen von denen konnte man allerdings nur 6 befruchten.Von den 6 waren allerdings bei der Polkörperdiagnostik 6 genetisch nicht inordung und 2 haben kein signal gegeben.Meine Frage:Was bedeutet es wenn es kein Signal gegeben hat bei den 2 Eizellen?Bedeutet es das sie auch nicht inordung sind?
    Ich bedanke mich im Voraus.


    Geschrieben von Larissa am 23. Mai 2006 um 19:37
  2. Zunächst muss man sagen, dass man mit den Aussagen bei Ergebnissen dieser Diagnostik vorsichtig sein muss. “Fehlende Signale” bedeutet nichts anderes, als dass die Färbung der untersuchten Zielchromosomen nicht in ausreichendem Maße gelang. Die Schlussfolgerung, dass die Chromosomen nun sämtlich nicht im Polkörper vorhanden sind und daher in der Eizelle doppelt, ist so nicht zulässig. Sie können da sein, aber methodisch bedingt nicht “zu sehen”.

    Es ist bei der PKD immer nur eine ungefähre Einschätzung der chromosomalen Eizellqualität möglich, keine absoluten Aussagen, auch wenn das gelegentlich so dargestellt wird.

    Die Eizellen können also durchaus in Ordnung gewesen sein, denn für die methodischen Limitierungen können sie wenig :-)


    Geschrieben von E. Breitbach am 23. Mai 2006 um 21:09
  3. guten tag,

    ich bin 38 und stehe vor der entscheidung zur HIVF oder auch HICSI. meine ärztin hält es für den ersten versuch nicht für notwendig, PKD durchzuführen. ich habe eh angst vor diesen behandlungsformen (wird das kind keine folgen davon tragen?), trotzdem möchte ich alles so optimal wie möglich durchführen lassen. die entscheidungsfindung fällt mir sehr schwer. sollte man wirklich beim ersten versuch die PKD nicht durchführen und ertsmal sehen, ob es so klappt?

    lg sorscha


    Geschrieben von sorscha am 24. Mai 2006 um 12:00
  4. Das Risiko für ein Kind, welches mit einer IVF gezeugt wird, ist hinsichtlich der Risiken nicht stärker belastet als wenn Sie in Ihrem Alter auf normalem Wege schwanger würden. So gesehen ist Ihr Alter wirklich das größte Risiko und in dieser Hinsicht unterscheiden Sie sich nicht von anderen Gleichaltrigen. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass 100%ige Aussagen mit dieser Methode nicht möglich sind (siehe meine vorige Antwort), dann muss man sagen, dass eine Polkörperchendiagnostik in Ihrem Falle wirklich zweifelhaft ist und wahrscheinlich nicht notwendig. Schon gar nicht beim ersten Versuch.


    Geschrieben von E. Breitbach am 24. Mai 2006 um 13:17
  5. hallo,
    habe eine Robertonische Translokation und hatte 4 FG, nun stehen wir vor der Möglichkeit PKD zu machen, mir sind nur die Erfolgschancen überhaupt nicht klar, gibt es Statistiken?
    Kirstin


    Geschrieben von kirstin am 28. Mai 2006 um 11:15
  6. Sicherlich ist ein guter Ansatz, die Eizellen zu eliminieren, welche eine chromosomale Fehverteilung aufweisen. Ich kann Ihnen die Frage jedoch auch nicht beantworten, wie zuverlässig man diese Elimination durchführen kann. Es ist technisch mit einer PCR gut möglich, eine Translokation festzustellen und vermutlich ist es daher auch möglich, wirklich nur “gesunde” Eizellen zu verwenden. Gelingt dies, können Sie mit einer normalen altersentsprechenden Fehlgeburtsrate rechnen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man die Wahrscheinlchkeit für eine Fehlgeburt nicht auf 0% drücken kann. Statistiken sind mir nicht bekannt.


    Geschrieben von E. Breitbach am 28. Mai 2006 um 11:58
  7. Guten Abend!

    Ich hatte in den vergangenen 9 Jahren 5 Fehlgeburten in der 9. bis 12 SSW. Drei der Embryonen wurden genetisch untersucht und immer kam eine Trisomie 16 dabei heraus. Alle SSW verliefen gleich, keines der Embryonen hatte einen sichtbaren Herzschlag, bis auf ein Mal einen kaum zu erkennenden. Dann hörte das Wachstum auf und der Embryo ist abgestorben. Ich bin nun 39 Jahre alt geworden und will auf keinen Fall noch einmal unter normalen Umständen schwanger werden. Macht die Polkörperdiagnostik Sinn - oder ist davon auszugehen, das all meine Eier diesen Defkt in sich tragen? Ich war zwei Mal in meiner Jugend schwanger und diese SSW liefen bis zur 9. Woche vorbildlich bevor ich sie abbrach. Bis wann ist die künstlichen Befruchtung erlaubt und muss man immer noch dafür verheiratet sein? Ich Danek Ihnen sehr für die Antwort.


    Geschrieben von Enaria am 25. Juni 2006 um 20:19
  8. Normalerweise besteht keine erhöhte Wahrscheinlichkeit, eine weitere Trisomie zu entwickeln, wenn vorher eine Schwangerschaft wegen einer solchen beendet werden musste oder in einem Abort endete. Die Trisomien entstehen zufällig nud mit zunehmendem Alter häufiger. Daher ist es mehr als ungewöhnlich, dass dies in drei Schwangerschaften hintereinander auftrat. Unter solchen Umständen sollte man auf jeden fall eine humangenetische Beratung durchführen lassen.

    Wie ich bereits oben segte, ist die PKD nicht so zuverlässig, wie man sich das wünschen würde, nicht zuletzt auch weil man nicht alle Chromosomen untersuchen kann.

    Die im Ausland mögliche Präimplantationsdiagnostik wäre da zuverlässiger, dies aber auch nur relativ, denn auch hier gibt es Fehldiagnosen.

    für eine IVF muss man verheiratet sein. Damit die Kasse einen teil der Kosten übernimmt muss die Frau jünger als 40 und der Mann < 50 sein. Wenn man die Kosten selbst trägt, kann man die Behandlung natürlich auch noch später durchführen lassen.


    Geschrieben von E. Breitbach am 14. Juli 2006 um 19:28
  9. Guten Abend,

    ich bin 42 Jahre und kann leider auf “normalen” Wege nicht schwanger werden.Ich habe Eileiterverschluss.Aber die Hormonwerte sind absolut normal.
    Schweren Herzens habe ich mich jetzt für die IVF entschieden.
    Mir wurde die PDA mit ISCI nahegelegt.Macht dies Sinn oder will das
    Labor nur verdienen?
    Wird die Eizelle durch die Diagnostik nicht noch geschädig?
    Wäre eine “normale”IVF nicht besser als die ISCI?
    Herzlichen Dank mi freundlichen Grüßen

    Cornelia Genthe


    Geschrieben von Cornelia Genthe am 15. August 2006 um 16:35
  10. guten tag

    ich habe eine frage zu den polkörperchen selbst und wünsche mir eine möglichst schnelle antwort =)

    was sind dir funktionen von polkörperchen und welchen genauen zusammenhang haben sie mit den chromosomen (und warum sind diese so wichtig). ich muss zugeben,das das für mich in diesem äußerst komplexen text nicht hervorgegangen ist. haben die polkörperchen nur kurz vor dem eisprung ihre funktion als träger der überflüssigen chromosome?
    also, es wäre sehr lieb wenn sie mir meine fragen noch einmal genau erläutern könnten =)
    mit freundlichen grüßen


    Geschrieben von anika am 26. August 2006 um 14:47
  11. @ Cornelia Genthe,
    Diese Methode aufgrund einer reinen Altersindikation durchzuführen ist umstritten. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigt dadurch vermutlich nicht. Jedoch kann die Gefahr einer Fehlgeburt geringer sein. Eine normale IVF ist bei Ihnen sicherlich auch eine fast ebenso gute Option, wenn es wirklcih nur um Ihr Alter geht.

    @ Anika,
    Die Funktion der Polkörperchen ist im Artikel erklärt. Ja, sie sind nur die Träger der überflüssigen Chromosomen.


    Geschrieben von E. Breitbach am 27. August 2006 um 17:11
  12. Hallo,
    meine Frau ist 41J. bisher keine Kinder und wir beabsichtigen IVF zu machen, da wir seit Jahren auf natürlichem Wege nicht schwanger werden (liegt diagnostisch an mangelnder Spermienqualität und zusätzlich ist ein Eileiter verklebt).Uns wurde von der Ärztin die PKD empfohlen, und wir sind uns unsicher (u.a. wg.Kosten). Ist PKD angezeigt? Um wieviel größer ist die Chance kein behindertes Kind zu bekommen? Gibt es da Zahlen?
    Herzlichen Dankl für eine Antwort!


    Geschrieben von Helmut Jünger am 8. April 2007 um 13:25
  13. Hallo,
    kann man die PKD auch bei Kyro Embryos durchführen oder geht das nur bei frischen Versuchen?
    Vielen Dank und
    Liebe Grüße


    Geschrieben von Patricia am 18. April 2007 um 15:26
  14. Hallo,
    bei der letzten ICSI (3. Versuch) wurden die Eizellen mit der PKD untersucht.leider blieb nur 1 Eizelle von 12 übrig die in Ordnung gewesen ist. Jetzt habe ich angst, dass mir nur noch eine Eizellspende zum Babyglück verhelfen kann.
    Ich bin übrigens 30 Jahre alt und würde gerne nochmal eine ICSI mit meinen Eizellen probieren. Sehen Sie noch Chancen für uns?
    Danke
    Viele Grüße
    Mia


    Geschrieben von Mima am 9. Mai 2007 um 13:39
  15. Hallo Herr Dr. Breitbach,

    ich habe gelesen, dass man PKD untersuchte Eizellen nicht kryokonservieren kann. Stimmt das?
    An anderer Stelle habe ich gelesen, dass aufgetaute Kryos, bei denen PKD durchgeführt worden ist (als sie noch frisch waren) anders aussehen als frische. Stimmt das? Alles sehr verwirrend.

    Vielen Dank und Gruß
    Else


    Geschrieben von Else am 2. Juli 2007 um 16:09
  16. Sehr geehrter Herr Dr.Breitbach,

    ich habe jetzt den 3.IVF Versuch hinter mir leider negativ.Ich habe durch eine Blindarm OP beide Eileiter verschlossen
    Jedesmal wurden 10 Eizellen entnommen und 3 Embryonen mit A Qualität und 8 Zeller zurückgegeben.Warum kam es nicht zur Einnistung?
    Wäre ein weiterer Versuch sinnvoll?Ich bin 43 Jahre alt.

    Herzlichen dank
    Sabine


    Geschrieben von Sabine am 3. August 2007 um 07:34
  17. @ Helmut Jünger: Nein, es gibt leider keine exakten Zahlen, inwiefern enie Behinderung der Kinder geringer ausfällt nach PKD. Es ist noch nicht einmal eindeutig geklärt, ob es zu einer Verminderung der Risiken kommt

    @ Patricia: Man kann es aufgrund des engen Zeitfensters, das man hat, nur bei frischen Embryonen durchführen und nur mit einer ICSI

    @ Mia: das Problem ist, dass man nicht sicher sagen kann, ob aus Eizellen , die als fehlerhaft aussortiert wurden, nicht trotzdem normale Embryonen entstehen können. Das ist möglich, da einerseits die Methodik nicht zuverlässig genug ist,um exakte Aussagen zuzulassen und zum anderen, weil die Embryonen oft genetische Auffälligkeiten selbst im Laufe ihrer weiteren Entwicklung korrigieren

    @ Else: die Erfahrungen sind noch nicht ausreichend. Es ist davon auszugehen, dass der Defekt, den man mit Entnahme der Polkörperchen setzt, Schäden beim Einfrieren wahrscheinlicher werden lässt. Und andererseits das Zeitfenster zu eng ist, um die Embryonen noch zum optimalen Zeitpunkt einfrieren zu können. mal abgesehen davon, dass nur selten ausreichend Eizellen übrig bleiben.

    @ Sabine: Die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Schwangerschaft ist in Ihrem Alter leider sehr gering. Auch durch Verwendung der PKD ist hier keine deutliche Steigerung zu erwarten, auch wenn Sie erfreulich viele Eizellen bilden und offenbar auch von guter Qualität


    Geschrieben von E. Breitbach am 6. August 2007 um 13:49
  18. Sehr geehrter Herr Dr. Breitbach,
    meine Frage (Nr. 22), auf die ich leider keine Antwort erhielt, hat sich teilweise erübrigt, da ich 1. inzwischen weiß, daß das PK da war, nur zu spät und 2. ist leider nichts draus geworden.
    Trotzdem würde ich gerne wissen, ob es eine Zahl gibt, wie hoch die Fehlerquote bei der PKD ist. Sie weisen ja selbst darauf hin, daß diese Methode nicht 100%ig ist, oder hat sich da inzwischen etwas geändert?
    Wie häufig kommt es denn vor, das sich die PK nicht rechtzeitig zeigen?
    Zu Nr. 23: ich kann jetzt alle Kommentare auf dem Bildschirm sehen.
    Vielen Dank im voraus für eine Antwort und noch einen schönen Sonntag
    Mit freundlichen Grüßen
    Maria


    Geschrieben von Maria am 31. August 2008 um 12:19
  19. @Maria: Daran hat sich immer noch nichts geändert,wobei ich jedoch über die Zahlen nicht so viel sagen kann. das Problem ist halt zu einen, dass man nur eine begrenzte Anzahl von Chromosomen untersuchen kann und es daher durchaus möglich ist, dass die untersuchten Chromosomen stimmen, jedoch eines der nicht untersuchten zahlenmäßig nicht korrekt ist.

    Zum anderen kann man aus den Polkörpern nciht unbedingt immer schließen, wie die Eizelle wirklich beschaffen ist. Das kann pasieren, weil man nciht beide Polkörper bekommen hat und einem wichtige Informationen fehlen. Außerdem verteilen sich die Chromosoemen offenbar nicht immer lehrbuchmäßig und auffällige Polkörper lassen nicht immer den Schluss zu, dass die Eizelle nicht in Ordnung ist.

    Außerdem geibt es in vielen Embryonen Mosaike. das bedeutet, dass nicht jede Zelle den gleichen Chromosomensatz beinhaltet. das sind Erfahrungen, die man aus der PID hat. Das bedeutet, dass fehlverteilte Chromosomen nicht jede Zelle des Embryos betreffen müssen und ein genetisch völlig normaler Embryo entsteht, weil sich nur die gesunden Zellen weiter teilen.

    Hinzu kommen weiterhin unzuverlässige Bestimmungsmethoden bei der PKD-Untersuchung, wobei es unerheblich ist, ob es eine FISH oder Chip-Untersuchung ist. Die Ergebnisse können immer nur Näherungswerte sein und 100%ige Aussagen sind nicht möglich.


    Geschrieben von E. Breitbach am 4. September 2008 um 21:46
  20. Sehr geehrter Herr Dr. Breitbach,
    eigentlich wollte ich Sie nicht weiter nerven, aber da Sie so ein nettes Smilie dazugesetzt haben, haben Sie vermutlich gute Laune und ich hake einfach nochmal nach: da ist noch die Sache mit dem zu spät aufgetauchten Polkörper. Es war eine MII-Zelle, d.h. wohl, daß sie etwas unreif war. Liegt es daran, daß das/die PK erst später aufgetaucht sind, als man sie offenbar nicht mehr untersuchen konnte?? Oder kommt das einfach ab und zu mal vor?
    Würde mich freuen, wenn Sie dazu noch mal etwas sagen könnten. Herzlichen Dank schon mal im voraus.


    Geschrieben von Maria am 5. September 2008 um 11:36
  21. @Maria: Dass man nur einen Polkörper analysieren kann, hat oftmals eher technische Gründe, da dies schwieriger ist und man Gefahr läuft die Spindel zu zerstören. Das ist relativ häufig der Fall und mindert natürlich auch die Aussagefähigkeit der Untersuchung, da man nur den Zustand nach der ersten Reifeteilung beurteilen kann. Nur ein Polkörper ist natürlich auch dann vorhanden, wenn die zweite Reifeteilung nicht ausgelöst wurde, was durch die Befruchtung der Fall ist.


    Geschrieben von E. Breitbach am 7. September 2008 um 20:02
  22. Sehr geehrter Herr Dr. Breitbach,
    nach zweimaliger Nachfrage bei meinem Arzt hier nun die Erklärung, was es mit dem fehlenden PK auf sich hatte:
    Es war eine MI-Zelle (!), es wurde auch bei dieser Zelle ICSI durchgeführt und zu dem Zeitpunkt, als bei allen Zellen die PK bioptiert wurden, war in dieser Zelle noch kein PK gebildet, aber offenbar später, als keiner mehr nach den PK geguckt hat, denn die Zelle hatte sich ja weiterentwickelt.
    Ist es allgemein üblich, nur zur einer best. Zeit, in meinem Fall 3h nach ICSI die PK zu bioptieren und dann nicht mehr nachzusehen, ob noch mehr entstanden sind?
    Ich würde mich über eine Antwort von Ihnen nochmal sehr freuen.
    Im Übrigen/übrigen(?) wünsche ich gutes Gelingen für die Veranstaltung am 20.9..
    Viele Grüße
    Maria


    Geschrieben von Maria am 10. September 2008 um 22:28
  23. @Maria: Ja, das ist üblich, da man ein relativ Enges Zeitfenster hat nud man die PK ja auch noch untersuchen muss, was auch seine Zeit beansprucht. Da man innerhalb von 24 Entscheiden muss (Embryonenschutzgesetz), ist das anders nicht machbar. Es stellt sich jedoch die Frage, ob eine ICSI bei einer MI-Zelle aufgrund mangelnder Reife sinnvoll ist.

    Ich weiß auch nicht, ob man im Übrigen groß oder klein schreibt. Aber: danke.


    Geschrieben von E. Breitbach am 14. September 2008 um 12:45
  24. Hallo Doc Breitbach,
    wenn bei Frauen über dreißig so grob jede zweite Eizelle einen genetischen Defekt hat, der die Implantation verhindert oder zu einem Abort führt, wieso ist dann die Schwangerschaftsrate (und baby-take-home-Rate) nach PKD nicht verbessert? Verstehen Sie das?
    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort!
    Viele Grüße
    Lightfoot


    Geschrieben von Lightfoot am 8. Januar 2009 um 16:40
  25. @Lightfoot: Weil ganz offensichtlich die genetischen Gründe nur einen Teil der Erklärung für eine ausbleibende Einnistung liefern können. Welche das im einzelnen sind, ist leider nicht so gut erforscht als dass ich Ihnen da wirklich eine sinnvolle Antwort geben könnte


    Geschrieben von E. Breitbach am 15. Januar 2009 um 01:29
  26. Hallo,

    leide seit, etwa 8 Jahren an Morbus Stargardt. Meine Freundin hat sich deshalb ebenfalls humangenetisch unteruschen lassen und es wurde ebenfalls eine Mutation festgestellt. Wobei nicht klar ist, ob diese für Morbus Stargardt verantwortlich sein kann. Nund die Frage da sie ienen normalen chromosomensatz hat und einen mit der mutation ist die Frage ob bei einer PKD nachgeschaut werden kann ob eben genau das defekte Chromosom im Polkörperchen ist oder eben nicht. sodass eine Trägerschaft des Kindes/ Embryos ausgeschlossen werden kann. Mir wurde dies zumindest so von einem Humangenetiker erklärt.


    Geschrieben von MB am 19. Januar 2009 um 18:29
  27. @MB: Ja, das ist möglich, wenn das verursachende Gen genau bekannt ist.


    Geschrieben von E. Breitbach am 21. Januar 2009 um 00:07
  28. Hallo,

    Es steht fest, dass das Kind auf jeden Fall träger sein wird, jedoch nur von einem meiner Beiden defekten Gene, Ihres wurde bestimmt, jedoch konnte nicht festgestellt werden ob es krankheitserregend ist oder nicht.

    Würde eine Gesetzliche Krankenversicherung eine solche PKD finanzieren oder eher nicht Und wie hoch wären die Erfolgschancen bei ansonsten Körperlich gesunden Menschen im besten Alter ?


    Geschrieben von MB am 27. Januar 2009 um 18:32
  29. @MB: Die Krankenkasse würde die Kosten nicht übernehmen, das ist leider sicher. “Im besten Alter” ist eine etwas ungenaue Beschreibung. Bezieht man die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft auf das Alter, dann finden Sie diesen Zusammenhang hier erläutert.


    Geschrieben von E. Breitbach am 29. Januar 2009 um 12:19
  30. Hallo,
    ich bin 40 Jahre alt und hatte in den letzten 2 Jahren 3 verhaltene FG (11.SSW, 10.SSW, 12.SSW). Ich bin jedes Mal innerhalb von ein paar Monaten spontan schwanger geworden. Nach den ersten beiden FG wurden mein Mann und ich in einer Kiwu-Klinik untersucht - es wurden aber keine Auffälligkeiten entdeckt. Nach der letzten FG (7.10.09) wurde eine Probe untersucht und es wurde eine Trisomie 21 festgestellt (die ersten beiden Male wurde keine Untersuchung durchgeführt). Nun meine Frage: Wenn ich Sie richtig verstehe, gäbe es für uns die Möglichkeit, dass wir eine künstliche Befruchtung, mit vorheriger PKD der entnommenen Eizellen, durchführen lassen könnten. Wird dieses Verfahren in allen Kiwu-Kliniken in Deutschland durchgeführt und wie hoch sind die Kosten? Vielen Dank im Voraus.


    Geschrieben von Nina am 4. Dezember 2009 um 18:05
  31. Aktuell ist die PKD noch nicht zuvwerlässig genug, um eine Trisomie effektiv ausschließen zu können. Über die Preise kann ich Ihnen leider nichts sagen, zumal sie in den Zentren sehr unterschieldich berechnet werden. Aufgrund der bedauerlich geringen Aussagekraft der PKD wird sie nur in wenigen Zentren zum Aneuploidie-Screening verwendet


    Geschrieben von E. Breitbach am 18. Dezember 2009 um 02:30