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Insemination

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 26.12.2002 | zuletzt geändert am 22.03.2008)

Insemination. Einbringen der Spermien in den weiblichen Genitaltrakt

Das Prinzip der Insemination besteht in dem künstlichen Einbringen des männlichen Samens in den Genitaltrakt der Frau. Abhängig vom Ort der Deponierung der Spermien unterscheidet man verschiedenen Formen dieser Therapie.

Kappeninsemination

kappe.jpgBei der Kappeninsemination werden die Spermien mit einer speziellen Kappe direkt vor dem Muttermund plaziert. Dies soll zu einer besseren Aufnahme in die Gebärmutter führen und die Spermien vor dem möglicherweise ungünstigen Milieu der Scheide schützen. Die Spermien werden bei dieser Methode nach der Verflüssigung des Ejakulats in eine Kappe gegeben, welche meist durch Erzeugung eines Unterdrucks an dem Gebärmutterhals fixiert wird. Nach 1-2 Stunden wird die Kappe von der Frau selbständig entfernt.

Bei der Intrazervikalen Insemination (ICI) werden die Spermien in den Gebärmutterhals eingespritzt (Zervix=Gebärmutterhals). Auch hierbei wird das Ejakulat nach der Verflüssigung verwendet. Man erhofft sich durch die Abkürzung des Weges, den die Spermien zurücklegen müssen, eine verbesserte Befruchtungsrate.

Beide Techniken sind jedoch zunehmend verlassen worden, da die Erfolgsraten die etwas umständliche Prozedur in den meisten Fällen nicht rechtfertigen und die unten aufgeführten Methoden bessere Erfolgsraten aufweisen. Da aber eine Vorbehandlung des Ejakulats nicht erfolgen muß, sind Kappeninsemination und ICI auch in einer nichtspezialisierten- Frauenarztpraxis anwendbar und haben dort bei bestimmten Störungen auch weiterhin ihr Einsatzgebiet. Insbesondere bei sogenannten Spermiendeponierungsstörungen (bei Vaginismus der Frau oder bei Männern, die zu einem normalen Geschlechtsverkehr nicht in der Lage sind, aber Ejakulat durch Masturbation gewinnen können) ist bei normaler Qualität der Spermien die Erfolgchance einer solchen Therapie gut. Eine weitere Indikation ergibt sich in der heterologen Insemination (Spendersamen).

Indikationen

Die anderen Störungen, die mit einer Inseminationstherapie behandelt werden können, sind folgende: eine geringgradige Einschränkung der Samenqualität, ein negatives Ergebnis des sogenannten Postkoitaltests, eine idiopathische Sterilität (also ohne eine eine diagnostisch faßbare Erklärung für die Kinderlosigkeit), die retrograde Ejakulation und die eben schon erwähnten Spermiendeponierungsstörungen. Eine besondere Indikation besteht bei Paaren, bei denen der Mann eine fehlende Ejakulation aufweist. Hier kann eine Insemination mit Spermien durchgeführt werden, die mit Hilfe einer Vibrator- oder Elektrostimulation gewonnen wurden. Diese genannten Störungen sind mit der Technik der Kappen- oder intrazervikalen Insemination nicht ausreichend behandelbar, es wird daher eine in den folgenden Abschnitten beschriebenen Techniken angewendet.

Intrauterine lnsemination (IUI)

iui.jpgBei dieser Technik werden die Spermien direkt in die Gebärmutter eingespritzt. Dazu müssen die Spermien speziell aufbereitet werden. Dieser Vorgang wird in einem anderen Kapitel ausführlich beschrieben. Sinn dieser Aufbereitung, soviel sei hier kurz erwähnt, ist das Aufkonzentrieren der beweglichen Spermien und die Beseitigung von Substanzen aus dem Ejakulat, die zu Krämpfen der Gebärmutter oder gar zu Infektionen führen könnten. Außerdem wird eine Insemination in die Gebärmutter fast immer in Kombination mit einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke durchgeführt, um die Chancen auf einen Therapierfolg zu erhöhen

Der Ablauf dieser Behandlung ist üblicherweise wie folgt: Wenn bei der Überwachung der hormonellen Stimulation der Eierstöcke die Zahl der Eibläschen, deren Größe und die Hormonwerte die gewünschten Ergebnisse aufweisen, dann wird der Eisprung mit einem speziellen Medikament (hCG) ausgelöst.

Da der Eisprung meist frühestens 36 Stunden nach dieser Injektion stattfindet, wird das Paar je nach Uhrzeit der hCG-Gabe für den nächsten oder übernächsten Tag wieder einbestellt. Zunächst muß das Ejakulat abgegeben werden, um anschließend aufbereitet zu werden (Dauer der Aufbereitung: ca. 1-2 Stunden). Erst dann wird die eigentliche Insemination durchgeführt. Der Ablauf unterscheidet sich nur unwesentlich von der Abnahme eines Abstrichs zur Krebsfrüherkennung. Auf einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl wird mit einem Spekulum der Gebärmutterhals so eingestellt, daß man die Öffnung des Zervikalkanals gut einsehen kann. Nach sterilem Abtupfen des Eingangs zur Gebärmutterhöhle wird durch den Kanal des Gebärmutterhalses ein weicher, flexibler Katheter (Schlauch) in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Davon ist meist nichts zu spüren. Am Ende dieses Katheters wird eine kleine Spritze aufgesetzt, welche die aufbereiteten Spermien enthält. Diese werden langsam in die Gebärmutterhöhle eingespritzt. Anschließend wird der Katheter zurückgezogen und die Patientin bleibt noch einige Minuten liegen. Letztlich ist diese Behandlung zwar technisch aufwendiger als eine der beiden oben beschriebenen Methoden, jedoch für die behandelte Frau ergibt sich eine zusätzliche Belastung lediglich durch die evtl. durchgeführte hormonelle Stimulation, da der Eingriff selbst meist ohne Probleme/Mißempfindungen abläuft.

Erfolgsraten: Die Chancen, mit einer Insemination eine Schwangerschaft zu erreichen, hängt sehr stark von den Gründen ab, die zu dieser Therapie führten. Bei einem eingeschränkten Spermiogramm wird der Erfolg maßgeblich von der Anzahl der Spermien beeinflußt, die in die Gebärmutter gespritzt wurden. Eine Sichtung der Literatur zu diesem Thema bringt sehr unterschiedliche Ergebnisse. Pro Zyklus ist eine Erfolgsrate von 5-15% anzunehmen. Dabei sei noch einmal darauf hingewiesen, daß unter optimalen Voraussetzungen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nicht größer als 30% ist. Man erreicht also Werte, die bei ca. 20-50% der maximalen Erfolgswahrscheinlichkeit liegen.

Risiken: Hierbei ist das Überstimulationssyndrom zu nennen und die Gefahr von Mehrlingen. Ein prozentuales Risiko kann hier nicht angegeben werden, da die Art der Hormonbehandlung und die Zahl der Follikel hierbei eine maßgebliche Rolle spielt. Sehr selten kommt es zu Infektionen der Gebärmutterhöhle.

Intratubare Insemination (ITI)

iti.jpgBei dieser Technik werden die aufbereiteten Spermien nicht in die Gebärmutter, sondern direkt in den Eileiter gespritzt. Die hormonelle Vorbereitung und die Untersuchungen im Vorfeld sind die gleichen wie bei der intrauterinen Insemination. Die Spermien werden unter Verwendung eines speziellen Katheters direkt in den Eileiter eingespritzt. Das Vorschieben des Katheters in den Eileiter kann etwas schmerzhafter sein als die Insemination in die Gebärmutter. Man erhofft sich durch eine weitere Verkürzung des Weges, den die Spermien bis zu Eizelle zurücklegen müssen eine höhere Befruchtungs- und Schwangerschaftsrate.

Es gibt nur zwei Studien, die diese Methode direkt mit der IUI verglichen. In der einen wurde keine Verbesserung der Schwangerschaftsraten festgestellt und in der anderen nur bei eingeschränkter Spermienqualität. Wenn die Sterilität durch eine geringe Spermienzahl bedingt ist, kann die ITI eine gute Alternative zu eine konventionellen IUI sein. Die Risiken sind die gleichen, wie bei der IUI, obwohl man nicht sicher sagen kann, ob nicht eine geringgradig höhere Wahrscheinlichkeit für eine Verletzung oder Entzündung der Eileiter besteht.

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24 Antworten auf “Insemination”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. DanaWeinand schreibt:

    Welche Leistungen übernehmen die Krankenkassen bei einer insemination und wie oft tun sie dies bei ausbleibender schwangerschaft

  2. E. Breitbach schreibt:

    Danke für die Frage. Sie hat mich daran erinnert, dazu auch etwas hier in den Theorie-Teil zu schreiben. Das neue Kapitel finden Sie hier.

  3. mavis schreibt:

    am 2.11 wurde zum ersten mal eine insemination durchgeführt,vor der insemination habe ich puregon und perdalon gespritzt.
    meine fragen wenn man puregon spritzt ist es auch wie bei der pille das der zyklus immer gleich ist oder kann es mal 25 tage oder 34 tage dauern

  4. E. Breitbach schreibt:

    @ Mavis,
    es kommt darauf an, wann Sie Ihren Eisprung hatten. Die Blutung sollte frühestens 14 Tage nach der Insemination eintreten, unabhängig vom Zyklustag der Insemination

  5. Sina Schaudin schreibt:

    Sehr geehrter Herr Breitenbach,
    ich würde Ihnen gerne noch eine Frage stellen. Kurz meine Vorgeschichte: Ich war im Juni letzten Jahres schwanger, hatte leider eine Missed Abortion im 3. Monat. Nun versuchen wir wieder ein Kind zu bekommen. Bei meinem Mann wurde eingeschränkte Fertilität (zu langsam, viele pathologische Spermien) festgestellt, bei mir ist soweit alles in Ordnung. Wir haben nun 2 Inseminationen durchgeführt, die nicht erfolgreich waren. Würden Sie zu einer künstlichen Befruchtung raten ? Bitte beantworten Sie mir noch eine weitere Frage, denn ich finde im Netz keine Antwort. Meine Eizellreifung wurde bisher am 5ten Tag des Zyklus mit Tamoxifen unterstützt. Dieses Medikament wird laut Netz zur Krebsbehandlung eingesetzt.. Ist es überhaupt geeignet…? Was ich so gefunden habe klang nicht so. Vielen Dank für Ihre Antwort

  6. E. Breitbach schreibt:

    @ Sina: Um Ihnen zu einer künstlichen Befruchtung zu raten, fehlen mir die notwendigen Informationen, auch wenn Sie Ihre Vorgeschichte hier ausführlich beschrieben haben.

    Clomifen und Tamoxifen wirken ähnlich ud können durchaus alternativ eingesetzt werden.

  7. Svita schreibt:

    Ich hate am 27.01.07 eine ITI Behandlung, am 29.01.07 bekamm ich leichte Blutungen. in Praxis mir worde gesagt, das könnte eine Verletzung der Schleimhaut der Gebärmuter sein
    Stimmt das? Was muss ich dagegen machen? kann der Erfolg der Befruchtung daran scheiten?

  8. Johannes schreibt:

    Sehr geehrter Herr Breitenbach,

    können Katheter für die Intrauterine Insemination
    auch vom nicht medizinischen Personal für eigene Zwecke bestellt werden?

    Mit freundlichen Grüßen.

  9. E. Breitbach schreibt:

    @ svita: Ja, das kann sein und es hat nichts mit dem erfolg der Therapie zu tun.

    @ Johannes: Wenn dieses medizinische Personal die Möglichkeit hat, die Spermien aufzubereiten und intrauterin einzuspritzen, dann ja, sonst macht es wenig Sinn, denn das Ejakulat ohne Aufbereitung in die Gebärmutter zu spritzen ist wenig erfolgversprechend und nebenwirkungsreich

  10. Anna schreibt:

    Sehr geehrter Herr Breitenbach,
    mein Mann und ich versuchen seit fast 4Jahren ein Kind zu bekommen.
    Anfang März das erste mal Inseminiert ohne hormonbehandlung,das zweite mal
    mit Gonal f und hcg,leider erfolglos,meine frage wie oft kann man das Insenminieren wiederholen?

  11. hasan arslan schreibt:

    sehr geehrte herr breitenbach,
    ist es die wahrscheinlichkeit kleiner wenn eine partnerin 1,65 groß und 86 kilo wiegt.ist es bei dieser größe und gewicht die chancen kleiner??

  12. E. Breitbach schreibt:

    @ Anna: Sinnvoll ist es, bis zu 4 Inseminationen durchzuführen. Ab dann arbeitet die Statistik gegen einen.

    @ hasan: Übergewicht ist nicht immer ein negativer Faktor. Aber statistisch gesehen vermindert es die Fruchtbarkeit. Bei Mann und Frau.

  13. Antje Schladitz schreibt:

    Wie liegen ca. die Kosten einer ITI?

  14. E. Breitbach schreibt:

    @ Antje: Es kann sein, dass eine spezielle Aufbereitung der Spermien notwendig ist und gesondert bezahlt werden muss. Ansonsten erhöhen sich die Kosten gegenüber einer normalen IUI nicht

  15. bineH schreibt:

    Hallo,
    also ich habe hier in dem Artikel gelesen, dass eine Insemination am übernächsten Tag nach der Injektion von Hcg durchgeführt wird. Meine Insemination wurde aber schon am nächsten Tag morgens durchgeführt (d.h. nachdem ich mir morgens Predoln gespritzt hatte also ca. nach 24 Stunden. War das dann zu früh?

  16. Koch schreibt:

    Guten Tag

    Ich möchte nicht mit meinem Mann Schlafen aber ich möchte gern ein Kind haben, meine frage ist kann ich die Spermin von meinem Mann einfach hinein spritzen?

    Wenn ja wo bekomme ich so eine Spritze?

    Vielen dank für ihre Antwort
    M.Koch

  17. E. Breitbach schreibt:

    @ BineH: Auch die Insemination nach 24 Stunden wird häufig durchgeführt, es kommt dabei auch auf die Tageszeit an, an der die Spritze verabreicht wurde. Ich habe das in dem Artikel jetzt geändert. Danke für den Hinweis.

    @ M. Koch: Wenn Sie mit Ihrem Mann nicht schlafen möchten, dann wäre das ein Fall für eine psychologische Beratung oder Eheberatung, nicht jedoch für eine (Selbst-)insemination.

  18. Merle schreibt:

    Hallo,
    sie schreiben im Artikel, dass, wenn alles optimal läuft, die Chancen bei einer Insemination um 30% liegen. Gilt das auch für heterologe Insemination, also auch wenn zb, schon mal eine Frau mit dem gleichen Spendersamen schwanger geworden ist?

  19. E. Breitbach schreibt:

    @Merle: Es hängt immer auch von der Spermienqualität ab. da die Spermien eingefroren waren, sind die Chancen meist niedriger zu beziffern. Abgesehen davon gibt es keine Unterschiede zu anderen Inseminationen mit guter Spermienqualität.

  20. Merle schreibt:

    Mal eine ganz allgemeine Frage: Darf der Arzt ablehnen, die Kinderwunsch-Therapie durchzuführen aus nicht-medizinischen Gründen? Weil er z.B. das Paar für ungeeignet hält, ein Kind aufzuziehen?

  21. E. Breitbach schreibt:

    @Merle: Es kommt auf die Gründe an. Die Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten.

  22. Riccola2002 schreibt:

    Dr. Breitbach!
    Ich habe die 2.erfolglose HIUI hinter mir, und frage mich, wie oft man das wiederholen soll, bis man zur IVF/ICSI geht? ( Ich war schon 2mal schwanger nach ICSI mit Partnersperma, jedoch sind beide Kinder (36.+22.SSW ) aufgrund einer Erbkrankheit verstorben, wie sich im Nachhinein herausstellte)
    Deshalb ist mein Nervenkostum sehr dünn und ich bin mittlerweile auch schon 33 Jahre alt.
    Ich hatte vor 4 Jahren ein BS die absolut O.K. war.
    Die HIUIs waren beide MenogonHP stimuliert und Predalonausgelöst, jedoch war ich mir letztes Mal wegen des Inseminationszeitpunktes etwas unsicher ( 9 Uhr auslösen mit Predalon und 2 Std. später war die HIUI.)
    Bitte um Ihre Hilfe
    Viele sonnige Grüße
    Riccola20021

  23. E. Breitbach schreibt:

    @Riccola2002: Das wäre auch eine Frage für das Forum gewesen, da es sich ja nicht direkt auf den Text bezieht.

    Üblicherweise ist davon auszugehen, dass 4 Versuche durchaus sinnvoll sind und auch in etwas gleich gute Chancen aufwiesen. Wenn´s wirklich pressiert kann man auch mal bereits nach 3 Versuchen darüber reden, ob man auf eine IVF wechselt. Wenn jedoch zwei Inseminationen nicht funktioniert haben, dann besteht kein Anlass, am Gelingen eines dritten zu zweifeln, denn die zwei Vorbehandlungen verschelchtern die Prognose nicht.

    manchmal gibt es Schwierigkeiten mit dem Timing, wenn z. B. ein Follikel schon sehr groß ist. Da man vor dem Eisprung inseminieren möchte, kannn das manchmal auch recht schnell gehen

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