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Immunisierung

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 28.12.2002 | zuletzt geändert am 16.03.2006)

Immunisierung bei wiederholten Fehlgeburten und Einnistungsstörungen bei IVF/ICSI

Das grundsätzliche Problem bei einer Schwangerschaft und der körpereigenen Abwehr stellt der väterliche Anteil an dem Embryo dar. Da die Hälfte des kindlichen Genmaterials vom Vater des Kindes stammt, ist die Schwangerschaft potentiell genauso gefährdet, durch das Immunsystem angegriffen zu werden wie z. B. ein transplantiertes Organ. Bei einer Transplantation wird einerseits darauf geachtet, daß das Gewebe von Spender und Empfänger möglichst ähnlich sind und andererseits wird eine Abstoßungsreaktion vermieden durch die Gabe spezieller Medikamente.

Da die Auswahl eines Partners selten in Hinsicht auf seine Histokompatibilität erfolgt, müssen andere Mechanismen die Schwangerschaft vor den Angriffen des weiblichen Immunsystems schützen. Bekannte Faktoren sind bestimmte Antikörper, welche die Schwangerschaft schützen. Es erscheint zunächst unlogisch, daß Antikörper (als Bestandteil des Immunsystems) die Schwangerschaft vor den Attacken des Immunsystems schützen. Man erklärt sich dies durch eine Blockierung von bestimmten Immunzellen, die dadurch in ihrer Funktion beeinträchtigt werden.

Das Immunsystem muß dazu den Embryo als fremd erkennen, ist dann aber durch diese speziellen Antikörper (Fc-blockierende Antikörper) auf diesen “Fremdkörper “vorbereitet und kann eine Schutzreaktion in Gang setzen, also eine Abstoßung vermeiden. Es ist also nicht das Problem, daß das Immunsystem “zu stark” ist oder übersensibel, sondern es ist zu schwach und daher durch unzureichende Auseinandersetzung mit Fremdeiweiß in der Vorgeschichte nicht in der Lage, die Schwangerschaft zuzulassen

Wie wird das Immunsystem auf die Schwangerschaft vorbereitet?

In verschiedenen Studien fiel den Wissenschaftlern auf, daß bestimmte Oberflächenbeschaffenheiten der Körperzellen (HLA-Antigene) bei Paaren mit wiederholten Fehlgeburten überzufällig häufig übereinstimmen (HLA-sharing). Man nimmt an, daß die Ähnlichkeit zwischen den Partnern dazu führt, daß auf Seiten der Frau das Immunsystem nicht ausreichend aktiviert wird und die Entwicklung schützender Antikörper ausbleibt. Gleiches scheint auch für den HLA-Unterschied zwischen Mutter und Embryo zu gelten

Führt die HLA-Ähnlichkeit immer zu Fehlgeburten?

Nein. Es gibt viele Paare, bei denen ebenfalls eine hohe Übereinstimmung der HLA-Merkmale besteht und dadurch die schützenden Antikörper bei der Frau fehlen, die aber nicht von wiederholten Fehlgeburten betroffen sind. Einen zwangsläufigen Zusammenhang kan man nicht sicher erkennen.

Was kann man tun?

Eine der bekanntesten Maßnahmen ist die sogenannte “aktive Immunisierung“. Voraussetzung für eine solche Therapie ist eine Untersuchung des Blutes von beiden Partnern in einem spezialisierten immunologischen Labor. Dabei wird eine HLA-Typisierung durchgeführt (s. o.) und die Bestimmung der “schützenden Antikörper”. Während früher die HLA-Typisierung ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchung war und große Übereinstimmungen zwischen den Partnern als Hinweis auf eine immunologische Ursache der Fehlgeburten angesehen wurde, ist dies mittlerweile nebensächlich geworden. Das Fehlen Fc-blockierender Antikörper führt zur Indikationsstellung für die aktive Immunisierung, die HLA-Typisierung wird im Wesentlichen durchgeführt, um festzustellen, ob der Mann ein geeigneter Blutspender für die Immunisierung seiner Partnerin ist.

Das Prinzip der aktiven Immmunisierung besteht darin, daß dem Immunsystem der Frau durch Gabe von Spenderlyphozyten (Lymphozyten sind eine besondere Form der weißen Blutkörperchen) ein Anreiz gegeben wird, “schützende Antikörper” zu produzieren, das Immunsystem wird also aktiviert (s. o.). Erstmals wurde eine solche Therapie im Jahre 1981 durchgeführt, damals noch mit Infusionen mit weißen Blutkörperchen von Spendern. In allen drei Fällen kam es zu einer problemlosen Schwangerschaft.

Ab 1985 wurden verschiedene kontrollierte Studien durchgeführt (= ein Teil der Frauen erhielt Lyphozyten eines Spenders, die Kontrollgruppe ein Placebo, also Eiweißinfusionen oder Eigenblut. Der Verlauf der folgenden Schwangerschaften wies in den meisten Studien keine signifikanten Unterschiede zwischen den behandelten Frauen und der Kontrollgruppe auf. Die Ethikkommission der amerikanischen Gesellschaft für Fortpflanzungs-Immunologie veranlasste aufgrund der unklaren Datenlage eine Studie, welche den Sinn der aktiven Immunisierung klären sollte. Für Frauen mit primären habituellen Aborten (also ohne ausgetragene Schwangerschaft in der Vorgeschichte) war die Rate ausgetragener Schwangerschaften in der Therapiegruppe gegenüber der Kontrollgruppe signifikant erhöht (“Recurrent Miscarriage Immunotherapy Trialists Group (1994) Worldwide collaborative observational study and meta-analysis on allogenic leucocyte immunotherapy for recurrent spontaneous abortion.” Am. J. Reprod. Immunol. 32 (1994) 55 - 72).

In dem Zentrum mit der meisten Erfahrung auf diesem Gebiet, dem Institut für Immunologie an der Universität Kiel wird bei der Immunisierung wie folgt vorgegangen: Für die Immunisierung werden vom Spender (meist der Partner) ca. 100 ml Blut entnommen und daraus die Lymphozyten mit Dichtegradienten isoliert. Das verbleibende Volumen mit dem Lymphozytenkonzentrat beträgt nach der Aufbereitung ca. 1ml und wird meist in die Haut gespritzt (intracutan), in mehreren Quaddeln. Anschließend wird in einem 4-wöchigen Abstand ein einem EIA-(Erythrozyten-Agglutinations-Inhibitions-)Test geprüft, ob ausreichend “schützende Antikörper” gebildet wurden. Je nach Reaktion des Immunsystems kann dann ein Zeitraum angegeben werden, für den der immunologischeSchutz einer Schwangerschaft gilt.

Passive Immunisierung“: Bei Nierentransplantierten stellte man fest, daß Abstoßungsreaktionen gegenüber dem Transplantat seltener waren, wenn Infusionen mit Immunglobulinen gegeben wurden. Dieser Erkenntnis folgend, versuchte man die Abstoßung einer Schwangerschaft durch die gleiche Maßnahme zu unterdrücken. Auch hier kamen die Wissenschaftler in Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen, in den USA wurde die Behandlung wiederholter Fehlgeburten mit Immunglobulinen inzwischen verboten, da man annimmt, daß die möglichen Risiken den Nutzen überwiegen.

Leukozytenultrafiltrat: Ein aus Spenderleukozyten hergestelltes Medikament (Handelsname: “Leukonorm ®“) ist für die Behandlung der habituellen Aborte zugelasssen und soll ähnliche Mechanismen im Immunsystem auslösen wie die “aktive Immunisierung”. Das Präparat wird in wöchentlichen Injektionen verabreicht.

Für wen ist diese Therapie geeignet?

Es gibt leider keinen Test, der schon früh (möglichst vor der ersten Schwangerschaft) anzeigt, ob eine Frau abortgefährdet ist oder ob eine Einnistungsstörung bei einer IVF zu erwarten ist. Erst nach mind. 2 Fehlgeburten ist davon auszugehen, daß den Fehlgeburten ein grundsätzliches Problem zugrunde liegen könnte und nicht nur eine zufällige Ursache ohne erhöhte Wiederholungswahrscheinlichkeit. Vorher sind die Ergebnisse der entsprechenden Untersuchungen nicht ausreichend spezifisch.

Wichtig ist, daß alle anderen möglichen Ursachen für Fehlgeburten im Vorfeld ausgeschlossen wurden, also eine umfassende Abortdiagnostik erfolgte.

Bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen (Rheuma, Multiple Sklerose, Autoimmunthyreoditis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) wird eine Immunisierung nicht durchgeführt, da man befürchtet, die Erkrankung damit zu verschlimmern.

Immunbehandlung bei künstlicher Befruchtung

Man nimmt an, daß Frauen, welche wiederholt trotz guter Voraussetzungen bei einer Reagenzglasbefruchtung nicht schwanger wurden, möglicherweise ebenfalls immunologische Gründe dafür haben. Die Überlegung dabei ist, daß bei diesen Patientinnen zwar eine Einnistung stattfindet, diese Schwangerschaften aber extrem früh abgestoßen werden, also noch vor dem Schwangerschaftstest. Demzufolge müssten die gleichen Therapien wie bei der Behandlung wiederholter Fehlgeburten erfolgreich sein.

Dies ist jedoch nicht annähernd so gut belegt wie bei der Therapie wiederholter Fehlgeburten. Auch hier sind die meisten Erfahrungen an der Universität Kiel gesammelt worden unter Anwendung der aktiven Immunisierung, welche 2002 in einer Übersicht publiziert wurden. Hier konnte herausgefunden werden, daß eine Steigerung der Schwangerschaftsrate bis zu 10% möglich zu sein scheint, bei Patientinnen < 39 Jahren, guter Embryonenqualität in mind. 3 IVF-Therapien.

Auch die Unterstützung der Einnistung von Embryonen mit Hilfe von Leukonorm ® wurde untersucht. Hier kam es bei allerdings kleinen Fallzahlen in mehreren Studien zu einer Verbesserung der Einnistung. Diese Daten sind zwar interessant, können aber nicht beweisend sein für den Nutzen dieser Behandlung, weshalb die Kostenübernahme durch die Krankenkassen schwierig ist, wenn nicht Fehlgeburten in der Vorgeschichte vorhanden sind.

Risiken

Es handelt sich bei der aktiven und auch der passiven Immunisierung um eine Übertragung von Blutbestandteilen, im weitesten Sinne einer Transfusion entsprechend. Demzufolge sind theoretisch auch alle Komplikationen möglich, die bei einer Transfusion auftreten können: Anaphylaktische (allergische) Reaktionen und Übertragung von Infektionskrankheiten. Außerdem können durch versehentliches Einbringen von roten Blutkörperchen oder Blutplättchen (für die Gerinnung zuständig) Antikörper gegen diese Blutbestandteile gebildet werden.

Zusammenfassung

Zur Behandlung immunologischer Gründe von Fehlgeburten stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, welche allesamt keine Standardtherapien sind. Am bewährtesten und besten untersucht ist die aktive Immunisierung. Zur Verbesserung der Einnistung bei einer IVF- oder ICSI-Therapie sind diese Methoden ebenfalls anwendbar. Kleinere Studien weisen ermutigende Ergebnisse auf, jedoch kann man auch hier nicht von etablierten Methoden sprechen.

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29 Antworten auf “Immunisierung”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Rukie schreibt:

    Hallo Dr. Breitbach, ich habe diesen Bericht mit grossem Interesse gelesen und frage mich nun, ob die aktive Immunisierung für mich in Frage kommt. Ich bin 42 Jahre alt und habe 6 negative IVF-Versuche gemacht; bis zur Zellteilung verlief alles ohne Probleme, nur hat sich nicht eine einzige Eizelle eingenistet. Bei einer Untersuchung wurde jetzt herausgefunden, dass der Wert nukleärer Antigenen erhöht ist (als normal wurde 1:80 aufgeführt, ich habe 1:160). Ich hätte gerne Ihre Meinung dazu, kann der erhöhte Wert die Ursache dafür sein, dass die Eizellen sich nicht einnisten und kann durch eine aktive Immunisierung die Chancen auf eine Einnistung erhöht werden.
    Vielen Dank.
    Mit freundlichem Gruss,
    Rukie

  2. E. Breitbach schreibt:

    In dem Artikel wurde ja auf die Studie aus Kiel hingewiesen. Die Frauen, die am meisten von der Immunisierung profitierten, sind jünger als 39. Ab 40 aufwärts sind andere Gründe für eine ausbleibende Einnistung wahrscheinlicher, vor allem sind ist da die altersbedingt verminderte Eizellqualität zu nennen.

    Ob man dann auch beim Nachweis antinukleärer Antikörper auf eine Immunisierung verzichten muss, ist schwer zu beantworten, zumal es hier auch andere Therapieoptionen gibt (Prednisolon, Heparin, ASS), die möglicherweise ebenso effektiv wie die Immunisierung sein können. Da es in diesem Zusammenhang leider keine beweisfähigen Studien gibt (neudeutsch: evidenzbasiert), ist eine pauschale Antwort leider nicht möglich, ebenso wenig wie ein Rat bei Ihrer konkreten Frage

  3. jv schreibt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Breitbach,

    ich bin 33 Jahre alt und seit 1 1/2 Jahren in einer Kinderwunschbehandlung, da die Spermienqualität meines Mannes für eine Zeugung auf natürlichem Wege nicht ausreicht. Obwohl die durch ICSI gewonnenen Embryonen von sehr guter Qualität waren haben sie sich in 2 Versuchen nicht einnisten wollen. Nun empfiehlt mir mein Arzt eine aktive Immunisierung. Da die Kosten dafür hoch sind und eine Übernahme durch die KV unsicher ist, wollte ich mich im Vorfeld informieren, ob diese Methode als sinnvolle Therapie anzusehen ist. Was halten Sie davon?

    Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen
    jv

  4. E. Breitbach schreibt:

    Die Datenlage ist nicht sicher, das bedeutet, es gibt keinen Beweis dafür, dass die Immunisierung wirkt, jedoch zeigen die Ergebnisse der o. g. Studien, dass diese Behandlung hilfreich sein könnte.

    Nun sind aber zwei ICSI-Behandlungen ohne Erfolg ein Ereignis, welches eine recht hohe statistische Wahrscheinlichkeit besitzt. Mit anderen Worten: es kann auch einfach Pech gewesen sein.

    Es ist sicherlich sinnvoll, auch andere Einnistungsstörungen abzuklären (Blutgerinnung, Genetik etc., Gebärmutterspiegelung). Ob man nach zwei erfolglosen Behandlungen jedoch gleich eine aktive Immunisierungdurchführen sollte, möchte ich bezweifeln, obwohl ich nach wie vor unter bestimmten Voraussetzungen durchaus einiges von dieser Methode halte

  5. T.N schreibt:

    Hallo Dr Breitenbach!

    Ich bin 32 Jahre alt und habe einen 7-jährigen Sohn.Nach 3 Fehlgeburten hintereinander habe ich mich gründlich untersuchen lassen und bisher waren alle Ergebnisse unauffällig(Genetik,Blutgerinnung,Bauchspiegelung).Nun habe ich von dem jeweiligen Arzt eine passive Immuntherapie vorgeschlagen bekommen.Meine Frage:Ist eine solch kostenintensive lobulTherapie immer ratsam?Bestehen sehr viele unterschiedliche Immunglobuline,dass es auf die Zusammensetzung ankommt?
    Oder besteht eine ‘einheitliche’ Immuntherapie für Frauen,deren Untersuchungen nichts konkretes herausgefunden wurde?

    Wie denken Sie darrüber?

    MFG
    T.N

  6. E. Breitbach schreibt:

    @ T.N.
    bei drei aufeinanderfolgenden Fehlgeburten ist eine solche Therapie sicherlich gerechtfertigt, wenn man keine konkrete Diagnose stellen kann. Die zur Verfügung stehenden IgG-infusionen weisen ähnliche Zusamensetzungen auf. “Immer ratsam” ist eine solche Therapie nicht, da ihre Wirksamkeit nicht bewiesen ist, das muss im Einzelfall abgewogen werden.

  7. Pummy schreibt:

    Hallo Dr. Breitenbach,

    aufgrund von 4 FG bekam ich in der 5. Schwangerschaft eine Leukonormbehandlung bis zur 21. SSW. Alles lief glatt und ich brachte einen gesunden Jungen zur Welt. Das ist jetzt 2 Jahre her. Nun wünschen wir uns ein weiteres Kind. Besteht nun die Chance, dass mein Körper sich durch die erste erfolgreiche Schwangerschaft dahingehend verändert hat, dass ich eventuell kein Leukonorm mehr brauche?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

    Pummy

  8. E. Breitbach schreibt:

    @ Pummy,
    schwer zu sagen, ich weiß es nicht. bei einer Immunisierung würde man in der Tat davon ausgehen können, dass eine problemlose Schwangerschaft die immunologische Situation dahingehend ändert, dass weiter Immunisierungen nicht notwendig sind. Vermutlich gilt das gleiche für Leukonorm, aber sicher kann ich ds leider nicht beantworten

  9. SB schreibt:

    Guten Tag Dr. Breitenbach!
    Sehe ich es richtig das sich durch die aktivimmunisierung das Ergebnis einer Einnistungswahrscheinlichkeit um nur 10% verbessert? Mir wurde nach 7 erfolglosen Transfers bei einer eingetretenen Eileiterschwangerschaft nach ICSI diese Therapie empfolen.
    Wie agressiv ist denn das vorgehen, bzw. wie groß sind die Auswirkungen der eigenen Immunreaktion im allgemeinen lokal durch die Immunisierung?
    Mit freundlichem Gruß SB

  10. E. Breitbach schreibt:

    @ SB,
    “Nur” ist relativ. Wenn die Steigerung von 20 auf 30% erfolgt, dann ist das nicht unbedingt schlecht. Das gilt aber nur für jüngere Frauen, unter 37 wenn ich mich recht entsinne. Ich kann das nur pauschal beantworten: ich habe bei meinen Patientinnen, die sich dieser Therapie unterzogen noch keine schwerwiegenden Nebenwirkungen feststellen können. hier mehr

  11. Casta schreibt:

    Guten Tag Dr. Breitbach,
    vor einigen Tagen hatte ich in der 9. SSW eine missed abortion und musste ausgeschabt werden. Das Kind war durch IVF (2. Versuch) entstanden. Am Anfang der Kinderwunschbehandlung wurde beim Postkoitaltest festgestellt, dass sehr viele weiße Blutkörperchen aber kaum noch Spermien (die Spermienqualität meines Mannes ist durchgängig als sehr gut eingestuft worden) vorhanden waren. Der Arzt sagte mir, dass mein Immunsystem wohl überreagiert, daraufhin wurden Inseminationen durchgeführt, die aber erfolglos blieben. Bei diesem IVF Versuch konnte eine Gemini-Gravidität festgestellt werden, eine Fruchthülle war aber leer (Windei?), die andere sah toll aus, bis das Herz aufhörte zu schlagen. Die Ergebnisse der Untersuchung stehen noch aus.
    Denken Sie, dass mir eine aktive Immunisierung helfen könnte? Ich bin jetzt 35 Jahre alt und versuche seit 2,5 Jahren ein Kind zu bekommen - so langsam nagt das doch sehr an mir.
    Danke für Ihre Hilfe!
    Casta

  12. E. Breitbach schreibt:

    @ casta,
    As Ergebnis des Postkoitaltests hat sicherlich nichts mit dem Abort zu tun. Das ist eine lokale Reaktion auf die Spermien und kein Hinweis auf ein überreagierendes Immunsystem. Es ist sehr bedauerlich, dass die Schwangerschaft nicht weitergegangen ist. Aber Sie sind beim zweiten Versuch schwanger geworden und hatten nun eine Fehlgeburt. So bedauerlich das ist, so normal ist das leider auch (knapp 20% aller Schwangerschaften nach IVF enden so). Den Blick nach vorne richtend, bedeutet es vor allem, dass Sie gute Chancen haben, mit einer IVF schwanger zu werden und wahrscheinlich auch gute Chancen, dass diese bei einer weiteren Schwangerschaft auch dauerhaft der der Fall ist. Eine Indiaktion für eine Immunisierung sehe ich nicht.

  13. aniko schreibt:

    Hallo Herr Dr Breitbach,

    ich bin 32 und mein Mann ist ebefalls 32 Jahre alt
    Kinderwunsch besteht nun seit fast 7 Jahren!!!
    es wurden durchgeführt 6 IUI eine ICSI und ein Kryo alles negativ. Bei mir wurde vor 2 Jahren folgendes festgestellt heterozygotisches Factor V-Leiden (ICSI und Kryo wurden mit Heparingabe begleitet) und HEterozygotsche MTHFR 677T/1298C ( hier nehme ich 5mg Folsäure täglich).
    Mein Mann hat Blutgruppe RH0+ und ich RH0-
    bei meinem missed abort vor 6 Jahren (in der ca6 SSW)bekam ich eine Rhesogam 0×1,15 ml Spritze gekriegt

    würden Sie bei dieser “vorgeschichte” eine immunisierung als notwenig sehen oder eher davon abraten (wegen den Gendefekten)

    über eine antwort würden wir uns ehr freuen

    beste Grüße
    AB

  14. E. Breitbach schreibt:

    @ aniko: Zumindest wäre die Abklärung, ob eine Immunisierung sinnvoll ist, zu besprechen. Dass diese methode nicht ganz unumstritten ist, dürfte aus dem Artikel ja hervorgehen. Aber schaden kann es eigentlich nicht udn mit Ihren genetischen Problemen (die ja auch nicht selten sind) hat das nichts zu tun

  15. kleimann schreibt:

    Hallo Dr. Breitbach
    vor kurzem hatte ich meine erste icsi und zwei kryos. bei ivf hatte keine befruchtung stattgefunden. auffällig bei der icsi erschien mir, dass ich jedesmal nach zwei tagen dieser behandlungen kleine rote bluthautklümpchen im slip hatte. bei der ersten behandlung bei drei eingesetzten eizellen 3 klümpchen, bei der zweiten und zwei eingesetzten eizellen zwei blutklümpchen….
    kann da ein zusammenhang bestehen? wird die eizelle so schnell abgestoßen? wäre eine immuniesierung hilfreich? bestünde auch ein zusammenhang zwischen immunisierung und ivf?
    bei mir waren nämlich alle werte bestens, nur die beweglichkeit und die köpfchen des samens waren nicht optimal.(bin 38 jahre)
    danke im voraus für ihren rat

  16. Marion schreibt:

    Hallo,

    mein Kinderwunsch besteht seit 3 Jahren, habe 8 x IUI und
    meine 1. IVF hinter mir; die Embryonen waren von sehr guter Qualität, hat trotzdem nicht geklappt; der Arzt meinte zu Beginn dass es wahrscheinlich an meinem Imunsystem liegt; habe Morbus Crohn und nehme Azatioprin. Wäre hier trotzdem eine Imunisierung möglich? Könnte das Absetzen des Medikamentes mein Imunsystem stabilisieren?

    Da die KK nur noch 3 Behandlungen zahlt stellt sich mir die Frage ab wann eine Imunisierung durchgeführt wird.
    Hatte keine Kryos!!!

    Vielen Dank für Ihre Hilfe

  17. E. Breitbach schreibt:

    @ kleimann: Was Sie da gesehen haben, waren sicherlich nicht die Embryonen, denn diese kann man mit bloßem Auge nicht sehen. Nach einer “frischen ICSI” und zwei Kryotransfers ist eine Immunisierung eigentlich noch nicht indiziert, da die Kryotransfers gerinegre Chancen haben als die “frischen”.

    @ Marion: Wenn wirklich 8 Inseminationen unter optimalen Voraussetzungen nicht zu Erfolg führten, dann kann das Immunsystem schon ein Grund dafür sein in Anbetracht Ihrer Begleiterkrankungen. Ob eine Immunisierung angezeigt ist, kann man nur mit einem Immunologen abklären lassen, der auch klären muss, ob Ihre Grunderkrankung dadurch nicht sogar noch schlimmer werden könnte

  18. Sandra schreibt:

    Guten Tag,

    ich habe bereits zwei ICSI und eine IVM hinter mir. Grund hierfür war eigentlich das Spermiogramm meines Mannes. Trotz erfolgreicher Befruchtung (vor allem bei der IVm!) kam es nie zur Einnistung. Ich bin 38 Jahre alt. Würden SIe zu einer Immunisierung raten? Danke für eine Info, freundliche Grüße
    Sandra S.

  19. michaela schreibt:

    Ich bin im Dezember zur Immunisierung gewesen und wollte eigentlich im März mit der ICSI starten dann kam dazwischen das mein Röteltiter nicht ausreichend hoch war und ich wurde geimpft und heute habe ich das Ergebniss bekommen das ich die Impfung wohl nicht angenommen habe und ich evtl. eine zweite brauche. Jetzt meine Frage wenn ich jetzt nochmals geimpft werden soll dann muss ich ja wieder 3 Monate warten ich hatte im Januar einen Schutz von der Immunisierung von 12 Monaten ist das schlimm wenn ich vielleicht erst im September mit der ICSI starte? Baut sich die Immunisierung immer mehr ab oder bleibt sie die 12 Moante immer gleich ? Vielen Dank für die Antwort

  20. SP schreibt:

    Hallo Herr Dr. Breitbach,
    ich bin 42 Jahre alt und habe bereits aus meiner ersten Ehe drei Kinder im Alter von 11-14 Jahren. Mit meinem zweiten Mann besteht seit 2 Jahren Kinderwunsch. Wir hatten diverse Inseminationen und dann die 1. IVF. Ich hatte 21 Eizellen, davon wurden 13 befruchtet und dann immer zwei eingesetzt (manchmal jedoch 3 aufgetaut und davon die 2 besten eingesetzt) und nun steht der letzte, 5. KryoTransfer vor uns. Immer sind wohl die “besten” Voraussetzungen, sehr gut aufgebaute Schleimhaut, gutes Sperma alles wunderbar - ABER leider nisten sich keine Eizellen ein!? (die biologische Uhr tickt leider)
    Ist für mich eine Immunisierung angeraten?
    Vorab bedanke ich mich schon von Herzen.
    Beste Grüße
    S.

  21. SP schreibt:

    Herr Dr. Breitbach, bei meiner vorigen Mail habe ich vergessen, dass ich im Nov. 2005 eine Fehlgeburt hatte - wurde auf natürlichem Weg schwanger und musste in der 7. Woche ausgeschabt werden.
    Vielen vielen DANK u Grüße, S.

  22. Marion schreibt:

    Sehr geehrter Herr Doktor!

    Könnten Sie mir auch eine Frage über Immunglobuline beantworten?

    NK CD3-,CD16/56+ Dieser Wert wurde 3 x getestet:
    2 x lag er bei 21% und 1 x bei 17%!

    Kinderwunsch seit 8 Jahren!

    Sind Immunglobuline für mich empfehlenswert?

    Vielen Dank!
    Mit freundlichen Grüßen!
    Marion

  23. Sabine schreibt:

    Hallo Dr. Breitenbach, ich bin seit 2 Jahren in Kinderwunschbehandlung. Wir haben am Anfang einen Postcoitaltest gemacht und festgestellt, dass nur ungefaehr 10 Spermien und gaaanz viele weiße Blutkoerperchen sichtbar waren. Mein Doktor meinte, dass ich eine Scheidenentzuendung habe und hat mir Zaepfchen verschrieben. Anschließend haben wir den PCT nochmals gemacht. Ergebniss war wie beim ersten Mal.
    Spermiogramm meines Mannes ist aber 1a!
    Dann haben wir 2 Inseminationen gemacht, erfolglos.
    1 IVF, 2 ICSI, ebenfalls erfolglos.
    Nun sind wir Selbstzahler, da wir unsere 3 Behandlungen schon ausgeschoepft haben.
    Ist eine Behandlung mit Leukonorm empfehlenswert? Oder was kann der Grund sein?

    Vielen Dank.

  24. Barbara schreibt:

    Hallo Dr. Breitbach !
    Bitte um Ihre Meinung, da ich nicht weiß, was ich machen soll !?!
    Meine Diagnose : Vorzeit.Wechseljahre + Hashimoto !
    SD - Werte o.k., jedoch hohe SD-Antikörper,
    NK - Zellen = 17,3 %,Blutgerinnung o.k. !
    Therapie: keine SD-Hormone, Selen, Zink

    Mein Plan: EZS im Ausland im Oktober ‘07 !

    1. Frau Dr. Reichel, Labor Frey/Huesgen, hat mir folgenden
    Behandlungsplan vorgeschlagen:
    4 Wochen vor TF : 7,5 mg Prednisolon + Ass 100 tägl.
    ab TF Prednisolon verdoppeln auf 15 (!)mg + Ass + Heparin!

    2. Mein Klinik-Arzt hat vorgeschlagen:
    2 Wochen vor TF Prednisolon 5 mg + Ass 100

    3. Meine begleitenden Ärzte(Gynäkologe/ Endokrinologe)
    halten es für unverantwortlich, mir solch hohe Dosen Prednisolon (15 mg) zu verabreichen ! Auch die gabe von Heparin können sie nicht unterstützen. Sie stellen mir aus diesen Gründen kein Rezept aus.

    Es geht mir nicht um die “Beschaffung” des Prednisolon’s,
    (…ich komme auch ohne Rezept dran), sondern nur um die Frage, was ich nach nunmehr nach 3 verschiedenen Aussagen optimalerweise machen soll ?
    Ich habe viel zum Thema:Hashimoto + SS + Immunologie
    gelesen, bin geneigt, der Empfehlung von Frau Dr. Reichel zu folgen.
    Andererseits: Ich habe noch nie Cortison-Medikamente eingenommen, genauso wenig Heparin, und bin durch die Aussage meines Endokrinologen, dass er es “nicht verantworten kann, mir diese hohe Dosis Prednisolon zu verschreiben” geneigt, es gänzlich wegzulassen, bzw. der Empfehlung des Klink-Arztes (Predni, 5 mg) zu folgen.
    Jedoch sagte mir eine Mitarbeiterin von Frau Dr. Reichel vorab (sie selbst ist z.Zt.nicht da), dass in meinem Fall Predni. 5 mg viel zu wenig wäre !
    Lieber Dr. Breitbach, ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir einmal Ihre Sicht der Dinge mitteilen könnten !
    Ich habe einen sehr lieben & hilfsbereiten Hausarzt, aber leider ist das Thema sehr speziell, es haben leider nur wenige Ärzte Wissen zu diesem Thema !
    Ich weiß nicht, wen ich sonst fragen könnte …

    Vielen lieben Dank, dass ich Ihr Wissen anzapfen darf !
    Ihre Barbara

  25. Claudia schreibt:

    Hallo Herr Dr. Breitbach,
    ich habe vor 3 Jahren eine unkomplizierte Schwangerschaft ausgetragen und eine gesunde Tochter zur Welt gebracht. Seit unserem Wunsch, ein zweites Kind zu bekommen, habe ich in einem Jahr drei Frühaborte, jeweils zur gleichen Zeit (in der 5. Woche) erlitten.
    Können jetzt immunologische Faktoren eine Rolle spielen, wenn bereits eine Schwangerschaft ausgetragen wurde?

    Mit freundlichen Grüßen

    CB

  26. Walburga schreibt:

    Hallo Herr Dr. Breitbach,
    ich habe 2005 nach nur einer ICSI Behandlung und nach einer völlig unkomplizierten normalen Schwangerschaft einen Sohn zur Welt gebracht.
    Wir haben den Wunsch ein zweites Kind zu bekommen. Leider hatte ich in diesem Jahr (jeweils nach der 2. bzw. 3.ICSI-Behandlung) in der 8.SSW eine Fehlgeburt (missed abortion). Beidemale wurden Chromosomendefekte ausgeschlossen.

    Können jetzt immunologische Faktoren eine Rolle spielen, wenn bereits eine Schwangerschaft ausgetragen wurde?

    Mit freundlichen Grüßen
    W.Z.

  27. Doreen Yirenkyi schreibt:

    Hallo Herr Dr. Breitbach,

    ich bin nun 39 Jahre alt und habe schon 6 Fehlgeburten gehabt. Das Problem ist, dass sich das befruchtete Ei nicht weiterentwickelt und jedesmal abstirbt. Mir wurde nun empfohlen eine aktive Immunisierung durchzuführen. Wie hoch sind die Chancen, dass es danach zu einer intakten Schwangerschaft kommt? Wie kann ich mich an die Uniklinik in Kiel wenden? Kann der Spender der eigene Partner sein?

    Mit freundlichen Grüßen
    D. Yirenkyi

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