Weiterführende Artikel:
- Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
- Imprinting diseases and IVF: Danish National IVF cohort study
Externe Links:
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Mit den väterlichen und mütterlichen Chromosomen werden alle Gene doppelt vererbt, aber nur eines davon wird benötigt, das andere wird “abgeschaltet”. Das “imprinting” legt fest, ob das von der Mutter oder das vom Vater geerbte Gen aktiviert wird. Begünstigt durch die Reagenzglasbefruchtung soll es zu Defekten kommen, bei dem in Einzelfällen beide elterlichen Gene aktiviert werden.
Dieser sehr komplexe Ablauf könnte im Reagenzglas Störungen ausgesetzt sein, wenn es zu Asymetrien bei der Programmierung der väterlichen und mütterlichen Gene kommt, welches aufgrund unterschiedlicher Chromatinstrukturen derselben im Reagenzglas der Fall sein könnte. Im Tierexperiment konnten unter IVF-ähnlichen Studienbedingungen solche Probleme beobachtet werden.
Die Überlegungen, daß Imprinting-Defekte auch beim Menschen unter den physiologischeren Bedingungen einer IVF auftreten könnten, kamen durch eine häufigeres Auftreten des Angelmann-Syndroms auf, einer genetisch bedingten Erkrankung, welche auf Imprinting zurückgeführt wird. Das Angelmann-Syndrom tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:15.000 auf, wobei aber lediglich 4% durch Imprinting-Defekte hervorgerufen werden.
Um also das gehäufte Auftreten von Imprintingdefekten bei IVF oder ICSI im Rahmen einer Studie zu beweisen, müsste man mind. 125.000 durch Reagenzglasbefruchtung gezeugte Kinder genetisch untersuchen. Gegenwärtig ist also dieser Beweis nicht führbar.
Aufgrund der Tatsache, daß solche durch Imprinting hervorgerufenen Erkrankungen extrem selten sind, sollte zwar bei einer Aufklärung für IVF oder ICSI der Hinweis erfolgen, dass hier möglicherweise ein erhöhtes Risiko besteht. Im einzelnen auf diese Erkrankungen einzugehen und über diese aufzuklären ist in Anbetracht der Tatsache, dass deren Auftreten nur im niedrigen Promillebereich erfolgt, nicht gerechtfertigt, möchte man nicht unnnötig Ängste bei den Kinderwunsch-Paaren schüren.
[...] Ein allgemein gehaltender Artikel aus dem Theorie-Teil: Risiko bei künstlicher Befruchtung: Imprintingdefekte? [...]