Antagonisten-Protokoll

GnRH-Antagonisten bei IVF und ICSI

antagonisten_protokoll.JPGBeim Antagonisten-Protokoll kommen Medikamente zu Einsatz, die genau gegenteilig wie das GnRH wirken (Antagonisten). Diese Substanzen wirken also nicht durch eine Stimulation der Hirnanhangsdrüse, welche dann erst im Nachhinein zu einer Blockierung führt, sondern bewirken an der Hirnanhangsdrüse tatsächlich das genaue Gegenteil des GnRH und blockieren die Funktion der Hirnanhangsdrüse sofort. Man kann sie daher im Verlauf der Stimulation mit FSH oder hMG geben, wenn die Follikel so groß sind, dass ein Eisprung droht. Die Gabe wird gelegentlich zu einem festen Zeitpunkt gegeben (z. B. 7. Tag der Stimulation) oder ab einer bestimmten Follikelgröße, bei der die Wahrscheinlichkeit besteht, dass demnächst ein Eisprung eintritt.

Besonderheiten

Die Stimulation erfolgt bei diesem Protokoll zunächst in einem „natürlichen Zyklus“ also ohne die Nachteile einer Downregulation (z. B. zu starke Unterdrückung der Funktion der Eierstöcke) und der supprimierende Effekt der Downregulation tritt erst ganz zum Schluss und dann schlagartig auf.

Das hat bei zwei Patientengruppen Vorteile: Bei Patientinnen mit einem PCO-Syndrom kommt es durch die späte Downregulation zunächst zu einer unbeeinträchtigten Stimulation der Eierstöcke, man kann also auch sehr niedrige Dosierungen wählen, um Überstimulationen zu vermeiden. Außerdem kommt es gegen Ende der Stimulation zu einer nachhaltigen Unterdrückung der oft erhöhten LH-Werte und zu einem Abbremsen der überschießenden Follikelbildung. Kurzum: die Stimulation ist bei diesen schwierigen Patientinnen besser steuerbar. Eine andere Gruppe sind die „low responder“ also Patientinnen, welche nur sehr schlecht auf die Stimulation reagieren. Diese werden der bremsenden Funktion der Downregulation sehr spät ausgesetzt und die limitierten Eierstocksreserven werden nicht weiter beeinträchtigt und können voll genutzt werden

Zuletzt bearbeitet am: 18. Sep 2010 @ 14:52