Hormone

Verwendung von Hormonen in der Kinderwunsch-Behandlung

Grundsätzlich ist es möglich, jede Kinderwunschbehandlung ohne die Gabe von Hormonen durchzuführen. So entstand die erste IVF-Schwangerschaft 1978 ohne eine Stimulation der Eierstöcke. Demzufolge ist auch eine ICSI oder Insemination ohne eine solche unterstützende Maßnahme möglich. Allerdings ist die Chance auf den Erfolg einer Therapie deutlich erhöht, wenn mehr als eine Eizelle in dem Behandlungszyklus entsteht.

Mehrlingsrisiko vermeiden

Für die Methoden der Reagenzglasbefruchtung und die GIFT -Therapie hat der Gesetzgeber die Rückgabe von drei Embryonen (GIFT: drei Eizellen) erlaubt. Man will durch diese Beschränkung einer allzu großen Risikobereitschaft von Ärzten und Patienten entgegentreten, die mit einer Rückgabe von mehr Embryonen die Gefahr von Mehrlingen deutlich erhöhen. Die Erfahrungen vergangener Tage zeigte, dass diese Beschränkung bei jungen Frauen nur ungenügend ist, da hier die Rate an Drillingsschwangerschaften bei bestimmten Indikationen und Behandlungstechniken bei fast 10% lag. Eine freiwillige Beschränkung auf 1-2 Embryonen resultiert zunehmend aus diesen Erfahrungen.

Individuell behandeln: Die optimale Anzahl von Follikeln gibt es nicht

Welches die ideale Zahl reifer Follikel für eine Behandlung darstellt, ist sehr unterschiedlich. Bei einer Stimulation vor Verkehr oder einer Inseminationbehandlung einer jungen Frau mit einem Partner, dessen Spermiogramm nur mäßig eingeschränkt ist, sollte die Zahl 1-2 nicht überschreiten, während bei einer 35jährigen Frau, dessen Partner eine deutlich verminderte Spermienqualität hat auch 5-6 Eibläschen nicht unbedingt zu viel sind.

Bei einer Reagenzglasbefruchtung (IVF o. ICSI) kann die Zahl dagegen deutlich höher liegen, da die Eizellen dem Körper ja entnommen werden und die Zahl der zurückgegebenen Embryonen sicher zu kontrollieren ist. Da nicht in jedem Eibläschen eine Eizelle gefunden wird und nicht jede Eizelle befruchtet wird, kann die Zahl der Eibläschen durchaus größer 10 sein. Limitierender Faktor ist hierbei die Gefährdung durch das Überstimulationssyndrom

Bis auf wenige Ausnahmen werden Kinderwunschbehandlungen heute ausschließlich unter hormoneller Stimulation durchgeführt. Ganz grundsätzlich kann man dabei folgende Therapiearten unterscheiden:

natürlicher Eisprungmedikamentös ausgelöster EisprungDownregulation
Clomifen (Tabletten)+
Clomifen+
Gonadotropine (Spritzen)+
Gonadotropine+
Gonadotropine++
Verschiedene Stimulationsprotokolle für IVF und ICSI finden Sie hier

Kosten: Wenn die Hormone nur zur Verbesserung der Eizellreifung gegeben werden, dann trägt die Krankenkasse die Kosten für die Behandlung komplett. Werden die Medikamente jedoch in Vorbereitung auf eine IVF oder ICSI gegeben, dann muss die Hälfte der Behandlungskosten vom Paar selbst getragen werden, also auch die der Medikamente. Natürlich ist das willkürlich, niemand behauptet das Gegenteil, höchstens die verantwortlichen Politiker. Aber so ist das Gesetz.

Zuletzt bearbeitet am: 18. Sep 2010 @ 14:49