26.09.08

Endstation Schrottplatz…

geschrieben in Allgemein um 11:39 vormittags von Rabies

Nun ist es weg, mein altes Auto. Und ich bin ein bisschen traurig. Mein treuer und doch schon so altersschwacher Seat Ibiza war quasi der letzte Rest aus meinem Junggesellinnenleben und noch dazu mein erstes eigenes Auto. Lange habe ich meinen alten Ibi gefahren, viel Geld habe ich in ihn investiert, denn Frauen sind auch dann sentimental, wenn es um Autos geht. 

Aber jetzt hat er seinen letzten Weg angetreten. Schrottplatz. Mit Kind geht so ein alter Ibiza einfach nicht mehr. Und nach so vielen Jahren wurde es auch langsam absehbar, dass der TüV uns bald scheiden würde. Vielleicht kann der Wagen anderen jetzt noch als Ersatzteillager dienen. 

Wer hätte gedacht, dass es so schwer sein kann, ein Auto abzugeben. Aber mir tuts richtig weh. Endstation Schrottplatz. Tschüss Ibi!

13.09.08

Acht Wochen später…

geschrieben in Allgemein, Psycho um 12:28 nachmittags von Rabies

Jetzt lebe ich seit einigen Wochen mit der Diagnose Postpartale Depression. Wenn ich in mich hineinschauen und einschätzen sollte, wie es mir geht, ich könnte gar nichts sagen. Besser geht es mir nicht. Eigentlich habe ich sogar das Gefühl, ich trete auf der Stelle. Ich habe eine medikamentöse Therapie begonnen, bin nun auch schon das eine oder andere Mal bei einer Gesprächstherapie gewesen. Ich bekomme nun, da meine jetzige Psychiaterin mich nur übergangsweise betreuen kann, eine neue Therapeutin. Die medikamentöse Behandlung der Erkrankung übernimmt allerdings weiterhin die “alte” Psychiaterin.

Ich versuche gerade, von Mirtazapin auf Cipralex umzusteigen. Cipralex hat im ersten Anlauf meine Ängste eher verstärkt, was dazu geführt hat, dass ich jetzt erst dann umstellen werde, wenn mein Mann Urlaub hat und mir zur Not unter die Arme greifen kann, wenn es mal wieder nicht geht.

Ich führe nun ein Angsttagebuch und muss mich - auch mit Hilfe der Therapeutin - immer wieder meinen Ängsten stellen. Es liegt in der Natur der Sache, dass das nicht einfach ist. Nach wie vor ist es für mich schwer (mal mehr, mal weniger) allein mit dem Baby zu sein. Ich merke jedoch, dass es auch immer schwieriger wird, nach draußen zu gehen. Sei es die Angst, draußen einfach umzukippen oder sonst irgendwie die Kontrolle zu verlieren oder die Angst, jemand könnte mir mein Kind wegnehmen oder es könnte ihm etwas passieren. Ich hatte sogar schon die Sorge, ich könnte mein Kind irgendwo aus Versehen vergessen. Wie unberechtigt die Ängst und die Sorgen sind, ist mir sehr wohl bewusst. Ich weiß, dass nichts von dem, wovor ich mich fürchte, eintreten wird. Aber ich bin trotzdem in mir selbst gefangen. Ich schaue manchmal auf mich herab und denke: Das bist nicht Du! Du hast dich irgendwann verloren. Die Person, die da steht, ist eine andere.

Mein Mann findet mich traurig und in mich gekehrt. Er hat recht. Ich soll mir nun - das verordnete meine Therapeutin - jeden Tag etwas Gutes tun. Leichter gesagt, als getan… Ich fühle mich von meinem Mann nicht genug unterstützt, aber ich weiß nicht, wie ich es ihm sagen soll, denn ich möchte ihm in der momentanen Situation kein schlechtes Gewissen machen. Er kümmert sich gut um uns.

Vielleicht erwarte ich zu viel. Nach acht Wochen kann man nicht wieder gesund sein. Ich muss Geduld haben. Allein ich habe keine.  Ich will wieder Ich sein. Ich will meine Mutterschaft genießen können und keine Angst davor haben, mich um mein Baby zu kümmern. Ich will wieder fröhlich sein. Ich will, dass die Medikamente endlich das bewirken, was sie bewirken sollen.

Noch ist´s ein weiter Weg…

21.08.08

Kryo die Vierte…

geschrieben in Allgemein, Doctorhopping, Maria um 9:00 vormittags von Rabies

Da denkt man, man hat´s mit einem Termin hinter sich und dann rennt man doch viermal. Das Blutschwämmchen, bei dem der Kinderarzt zur Vereisung geraten hat, ist immer noch Gesprächsthema. Zwar ist mittlerweile nicht mehr viel zu sehen, aber wenn ich bedenke, dass sowohl unser Kinderarzt als auch der Arzt in der Klinik davon ausgingen, dass ich maximal zweimal mit meiner Tochter erscheinen muss, zieht sich das Ganze mittlerweile echt in die Länge.

Gestern hatten wir nun schon den vierten Termin. Immer noch sind an der Stelle am Rücken kleine Punkte zu sehen. Und spätestens seit dem zweiten Kryothermin sehe ich persönlich auch nicht wirklich eine Verkleinerung des Areals. Gestern gab es nun den vierten Stempel, ein Gespräch über platte Hinterköpfe und dieses Mal keinen Termin zur Folgebehandlung. Dieses Mal ist sich der Arzt ganz sicher, dass ich nicht noch einmal vorstellig werden muss.

Hoffen wir´s.

18.08.08

Schnellsprecher mit Vertrag…

geschrieben in Allgemein um 10:29 vormittags von Rabies

Schon mal eine nette Telekom-Mitarbeiterin an der Strippe gehabt? Ja? Hat Ihre dann auch so schnell gesprochen, als bekäme sie Mengenrabatt beim Reden? Bei uns hat letztens so eine Dame angerufen. Erst wusste ich gar nicht, was sie von mir wollte. Dann kam heraus, sie wollte eigentlich was von meinem Mann. Und zwar seine Unterschrift unter einen Handyvertrag. Weil er so ein guter Kunde und nicht zur Konkurrenz gewechselt ist. Ich habe, ganz brave Ehefrau und auch weil die Dame mich sonst totgequasselt hätte, erstmal wissen wollen, ob wir das ganze nicht auch schriftlich haben können. Ich schließe nämlich ungern stellvertretend für meinen Gatten Verträge bei einer Schnellsprecherin ab, die Handys mit Vertrag loswerden will. Ja, das Ganze ginge schriftlich an uns, so habe ich es verstanden.

Schön. Eigentlich bis hier kein Problem. Wenn nicht heute der UPS-Mann vor der Tür gestanden und meinen Mann verlangt hätte. Auf meine Frage, was er denn von dem wolle, meinte er nur, er braucht nur Unterschrift und Personalausweis. Da ich meinen Mann gerade nicht zu Hand hatte, der UPS-Mann aber auch etwas von Handyvertrag flüsterte, ließ ich das Päckchen sicherheitsweise gleich mal an den Absender T-Mobile zurückschicken. Annahme verweigert. Bei dubiosen Handyvertragspäckchen von denen mit dem großen T sei das dem UPS-Mann übrigens schon öfter passiert. Anscheinend quatscht die Schnellsprecherin auch anderen Leuten Ohren ab und verwirrt sie. Ich für meinen Teil muss nun scharf nachgrübeln: Hat die Schnellsprecherin von der Telekom wirklich gesagt sie schickt mir gleich einen kompletten Vertrag samt Handy? Wo ich doch nur ein Angebot wollte? Na sowas…

Um das Problem aufzuklären, reicht normalerweise ein Anruf beim Verursacher - in dem Fall T-Mobile selbst. Gesagt, ge… machen wir es kurz: Ich bin nicht durchgekommen. Nach 10 Minuten traurigen Wartens mit einem noch traurigerem “Hello, Hello”-Jingle im Ohr wird man freundlich aber resolut aus der Leitung geworfen. Da kann man es drei- oder gleich achtmal probieren. Kein Durchkommen. Wahrscheinlich haben die bei T-Mobile nur 3 Leute im Kundendienst sitzen. Oder gar keinen.

Ich gehe ohnehin davon aus, dass die Schnellsprecherin oder einer ihrer Kollegen in Kürze erneut bei uns anrufen werden. Spätestens, wenn ihr Handy mit Vertrag ohne Unterschrift meines Gatten wieder bei ihnen aufschlägt. Bei der Gelegenheit darf ich dann nicht vergessen, darum zu bitten, dass man unsere Nummer aus der Kartei des Telefonmarketings löscht…

14.08.08

Sie ist weg und sie gehen weg…

geschrieben in Allgemein um 9:40 vormittags von Rabies

Sie ist weg, die Milch. Nachdem ich ja von einem Tag auf den anderen abstillen musste, ist die Milch nun endgültig weg und ich habe wieder mein Vorschwangerschafts-Dekolleté. Nun fallen mir auch keine Brotkrümel mehr in den Ausschnitt. Ein bisschen wehmütig bin ich ja schon. Aber es sollte eben nicht anders sein.

Die praktischen Aspekte einer wieder kleinen Brust sollte man allerdings nicht außer Acht lassen. Brotkrümel fallen, wie schon erwähnt, nicht mehr in den Ausschnitt sondern daneben. Ich kann wieder auf dem Bauch schlafen ohne das Gefühl zu haben, ich liege auf zwei gefüllten Wärmflaschen. Ich kann wieder ohne Stilleinlagen auf die Straße, denn fremdes oder eigenes Babygeschrei löst keinen Milchspendereflex mehr aus. Ich schlafe die Nacht wieder durch, ohne morgens mit zwei steinharten Fußbällen aufzuwachen. Und nicht zuletzt: Auch Sex ist ohne Milchen netter, denn nun mag auch mein Mann sich wieder eingehender mit den Goldstückchen befassen.

Seit dem Abstillen und einhergehendem Hormonwirrwarr habe ich nun allerdings ganz massiven Haarausfall. Das finde ich nun ziemlich anstrengend und jedes Waschen und Kämmen führt seit einigen Tagen bei mir zu schweren Gesichtsentgleisungen. Bei meiner Langhaarfrisur werde ich demnächst wohl endgültig entweder auf einen mamafreundlichen Kurzhaarschnitt oder einen Zopf umsteigen müssen. Offen tragen ist nicht mehr. Jeder Kopfschüttler lässt die Fusseln rieseln. Und wenn Baby an den Loden zieht, geht die Haarpracht gleich büschelweise flöten. Ich hoffe auf Besserung mit Regulierung der Hormonwerte.

Oder ich kaufe mir einen Hut.

01.08.08

Angeb**st…

geschrieben in Allgemein um 8:16 vormittags von Rabies

Bringen wir es hinter uns: Ich habe das nicht mehr ganz so neue Auto zerstört. Ausgerechnet mit einem Einkaufswagen. Ausgerechnet auf dem Aldi-Parkplatz. Eigentlich war es ja unser Kind, denn das saß im Wagen. Und wer in dem Gefährt sitzt, das den Unfall verursacht, hat normalerweise schuld… Aber da Eltern für ihre Kinder haften, muss ich die Schuld wohl doch auf mich nehmen. Ja, ich bin für den ersten Kratzer verantwortlich. Und die erste Beule. Zwei in eins sozusagen. Man soll ja keine halben Sachen machen.

Wenn man es genau nimmt, ist vielleicht sogar mein Mann schuld. Der hat nämlich, als es nach dem Aldi-Besuch regnete, das Auto vor die Einkaufswagenrückgabe geparkt, damit Frau und Kind trockenen Fußes einsteigen können. Bei der Gelegenheit ließ Frau natürlich den Einkaufswagen los, der samt Kind prompt losrollte und den bis dahin makellosen Lack des Neuwagens entjungferte.

So, jetzt ist es raus. Ausgerechnet ich. Ausgerechnet auf dem Aldi-Parkplatz. Kratzer und Beule. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es mein Mann ist, der normalerweise unsere Autos schrottet. Aber ich will nicht vom Thema ablenken…

22.07.08

Auto? Nicht unter Drogen…

geschrieben in Allgemein, Psycho um 11:13 vormittags von Rabies

Auch das noch: Ich darf nicht Auto fahren. So lange ich noch auf die Medikamente eingestellt werde, darf ich mich nicht hinter das Steuer eines Autos setzen. Kinderwagen schieben geht gerade noch so. Aber mit allem anderen, was Räder hat, ist erstmal Sense.

Das hebt meine ohnehin bombastische Laune natürlich ins Unermessliche. Ich bin amputiert. Alle Wege, sei es zur U4 nächste Woche, zur dritten Kryotherapie wegen Marias Blutschwämmchen ebenfalls nächste Woche, zur Psychiaterin diese und nächste Woche, zum Einkaufen, alle Wege darf ich nun in die Hände der Bahn oder eines Taxifahrers geben. Oder…. ja, oder ich gehe zu Fuß.

Für jemanden, der ohnehin schon den ganzen Tag entweder heult oder Angst hat oder an sich zweifelt, ist so ein medizinisch induzierter Führerscheinentzug natürlich besonders ermutigend. Da fühlt man sich gleich noch ein bisschen verrückter.

21.07.08

Postpartale Depression…

geschrieben in Allgemein, Psycho um 8:51 vormittags von Rabies

Am Freitag ging gar nichts mehr.

Nichts…

Nachdem ich die halbe Nacht mit Panikattacken neben dem Bett unseres Babys gesessen hatte und am Morgen nur noch heulen konnte, fuhr mein Mann mich in die psychiatrische Ambulanz des Krankenhauses. Während ich heulend auf meinem Stühlchen saß, das weinende Baby auf dem Arm, meinen verzweifelten Mann hinter mir, redete ich mir alles von der Seele, was seit vier Wochen in mir vor geht. Und nun habe ich meine Diagnose. Nach einer Stunde Gespräch stellte die Ärztin die Diagnose Postpartale Depression. Ich leide unter etwas, das gar nicht so selten vorkommt und von dem man davon ausgehen kann, dass bis zu 20% der Mütter nach der Geburt ihrer Kinder davon befallen werden. Postpartale Depression.

Bereits in der Ambulanz verschrieb man mir Mirtazapin gegen die Depression und Tavor als Akuthilfe gegen die Angstattacken. Die Tavor sollte ich sofort nehmen. Mirtazapin nehme ich nun täglich zur Nacht ein, Tavor 2x am Tag jeweils morgens und abends.

Ich habe nun das Wochenende hinter mich gebracht. Das Antidepressivum braucht, wie die Ärztin mir mitteilte, 1-2 Wochen, ehe es ihre Wirkung zeigt. Tavor wirkt dafür quasi sofort. Das Wochenende selbst war relativ ruhig. Wenn mein Mann da ist, geht es mir immer gut. Ich muss nun also erstmal sehen, wie ich mich ohne meinen Mann anstelle, wenn er jetzt wieder untertags arbeiten geht. Und Ende der Woche wird er beruflich zwei Tage und Nächte nicht daheim sein - wie es mir dann geht, wird sich erst noch zeigen müssen.

Na ja, die letzten drei Tagen waren nun gefühlstechnisch… wie soll ich sagen… recht ok. Die Angst wird fühlbar gedämpft. Ich weiß, sie ist noch da, aber sie ist mir, wenn das Tavor wirkt, ziemlich egal. Ich fühle mich einigermaßen sediert, was allerdings nicht unangenehm ist. Der Schlaf war am Wochenende endlich wieder einigermaßen erholsam, der Umgang mit dem Baby weniger von Sorge und Angst geprägt.

Morgen muss ich nun noch einmal in die Psychiatrie. Einerseits um zu klären, wie es mir geht. Andererseits, um die nächsten Schritte zu besprechen. Da besonders Tavor ein Mittel ist, das innerhalb kurzer Zeit abhängig macht, gehe ich nicht davon aus, dass man es mir länger verschreiben wird. Da muss ein Behandlungsplan her.

Aber fürs Erste stehe ich wieder auf den Beinen und kann ein wenig durchatmen.

Was mich allerdings erschreckt: Mit der Medikamentengabe hat sich auch das Thema Stillen erledigt. Das ist etwas, an dem ich tatsächlich schwer zu kauen habe. Mein Baby bekommt nun Flaschennahrung und ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass ich da eine ganz blöde egoistische Wahl getroffen habe. Mein Wohl gegen das Wohl des Babys sozusagen. Ich weiß, die Flaschennahrung heutzutage ist wunderbar und gibt dem Baby alles, was es braucht. Und immerhin habe ich mein Baby drei Monate lang gestillt. Aber das schlechte Gewissen, jetzt abstillen zu müssen, ist trotzdem riesengroß.

Andererseits: Ich will nie wieder Angst davor haben, mit dem Baby allein zu sein. Will keine Panikattacken mehr haben oder den ganzen Tag weinen müssen. Ich will, dass es mir wieder gut geht.

Ich will wieder ich sein.

17.07.08

Nun doch: Raus damit…

geschrieben in Allgemein, Psycho um 12:14 nachmittags von Rabies

Jetzt doch mal etwas ganz anderes. Etwas, von dem ich lange überlegen musste, ob ich darüber erzählen soll oder nicht. Aber wahrscheinlich ist “runterschreiben” eine ganz gute Möglichkeit, mir selbst auch mal darüber klar zu werden, was eigentlich im Moment los ist.

Seit einigen Wochen geht es mir schlecht. Psychisch und physisch mies. Ungeachtet der fröhlichen Blog-Beiträge der letzten Zeit plage ich mich seit der Geburt unseres Kindes mit allerlei Erscheinungen herum, die mir extreme Ängste und Sorgen verursachen. Ich wache morgens auf und habe Angst vor dem Tag, sogar Angst vor meinem Kind. Ich habe massive Angstzustände, Verlustängste, depressive Phasen, Heulkrämpfe, körperliche Missempfindungen wie Schwindel und Übelkeit. Ich schlafe schlecht, ich esse schlecht. Und ich mache mir wegen all dem große Vorwürfe. Vor allen Dingen befürchte ich, das Baby spürt, wie es mir zur Zeit geht. Ich habe Angst davor, dass ich mich nicht so um das Baby kümmern kann, wie es vielleicht angebracht ist. Ich habe Angst davor, dem Baby nicht gerecht werden zu können.

Wer sich nun Sorgen um das Kind macht: Dem geht es bestens. Es wächst und gedeiht, es lernt jeden Tag dazu und ist ein richtiger kleiner Sonnenschein. Mein Mann weiß von meinem momentanen Zustand und hat mich quasi unter Beobachtung. Mein Hausarzt weiß, wie es mir geht und hat mich prompt zum Psychiater überwiesen. Nun sind bei dem die Termine knapp und so sitze ich nun seit 4 Wochen hier herum und versuche, mich selbst wieder auf die Reihe zu bringen. In 4 Wochen habe ich erst den Termin beim Psychiater. 4 Wochen, so lang.

Ich habe seit Jahren immer wieder mit akuten Angstzeiten zu kämpfen. Manche von ihnen dauerten nur wenige Wochen an, einige begleiteten mich Jahre. Immer habe ich wieder zu mir selbst zurückgefunden. Es waren teilweise lange Wege, aber irgendwann war es durchgestanden. Ohne ärztliche Hilfe, denn mit Angstzuständen wird man vom Arzt gern wieder nach Hause geschickt.

Und nun habe ich mein Baby, stehe da mit dem Verdacht auf Postpartale Depression, und wieder einmal schlagen die Wellen über meinem Kopf zusammen. Ich habe doch jetzt ein Kind, um das ich mich kümmern muss! Ich kann jetzt nicht einfach die Tür hinter mir zumachen und mich ins Bett legen. Ich muss mich kümmern! Seit das Baby da ist, habe ich mit ganz neuen Ängsten zu kämpfen, die mir in all den Jahren noch nie begegnet sind. Ich wache morgens auf und bereits am Morgen ist mir schlecht. Bereits am Morgen habe ich Angst vor dem Tag. Wenn nachts das Baby ruft, kann ich oft lange nicht mehr einschlafen. Dementsprechend erschlagen fühle ich mich. Ich sitze mit Heulkrämpfen neben dem Kinderbett und bin mir selbst sehr fremd geworden. Ich erkenne mich nicht wieder.

Ja, ich bekomme meinen Tag geregelt. Auch wenn viele Dinge eher mechanisch ablaufen. Tagsüber bessern sich die Symptome in der Regel und ich habe auch gute Tage, an denen es einigermaßen geht. Aber sicher fühle ich mich seit einiger Zeit eigentlich nicht mehr.

Unser Baby ist ein Wunschkind, auf das wir vier Jahre lang sehnlichst gewartet haben. Ich liebe dieses Kind über alles. Es ist so völlig unlogisch, was zur Zeit mit mir los ist. Ich müsste doch eigentlich den ganzen Tag grinsen. Ich fühle mich um die schönste Zeit meines Lebens betrogen.

11.07.08

Schnarchnase…

geschrieben in Allgemein, Maria um 7:02 vormittags von Rabies

Püppi hat durchgeschlafen. Zehn Stunden am Stück einfach so durchgepennt. Mutter und Vater sind einigermaßen verdutzt, freuen sich aber wie Dreijährige zu Karneval. Maria hat vor einer Stunde dann mal kurz die Augen aufgemacht, wollte was zu futtern und schläft nun wieder.

Mal sehen, ob wir von jetzt an weniger oft Nachtschichten schieben müssen. Und wenns nur eine Ausnahme war: Was solls. Aber jetzt wissen wir ganz egoistisch auch selbst mal wieder, wie sich bei uns durchschlafen anfühlt.

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