Yoga in der Spätschwangerschaft


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Yoga in der Schwangerschaft: Kein Problem (mit wenigen Ausnahmen)

Yoga in der Schwangerschaft – ja oder nein? Normalerweise ist die Antwort auf solche Frage ja immer ein entschiedenes „Jein“, aber in diesem speziellen Fall scheint jetzt belegt: Yoga ist unschädlich und wohltuend für Schwangere, auch noch gegen Ende der Schwangerschaft.

Yoga ist nicht einfach „nur Gymnastik“, Yoga ist eine jahrhunderdertealte Philosophie, die körperliche und geistige Übungen verbindet. Die Wurzeln dieser Philosophie und Lebensart liegen im Buddhismus und Hinduismus, also in asiatischen Religionen. Inzwischen wird Yoga aber in aller Welt praktiziert, nicht nur in Asien.

Für Schwangere wurden sogar spezielle Yoga-Arten entwickelt, die als Geburtsvorbereitung dienen sollen. Für die letzen Wochen der Schwangerschaft galt allerdings bisher, das leidenschaftliche Yoginis auf bestimmte Übungen verzichten sollten, um sich bzw. ihr Kind nicht zu gefährden. Eine unter der Leitung von Dr. Marlynn Wei am Jersey Shore University Medical Center (US-Bundesstaat New Jersey) durchgeführte Studie lässt jedoch annehmen, dass Yoga auch in der Spätschwangerschaft unschädlich ist, sogar die bisher „verbotenen“ Asanas.

Yoga-Test

Weis berichtet im Harvard Health Blog von ihrer Studie, die 25 gesunde Frauen in der 35. bis 38. Schwangerschaftswoche umfasste. Keine der Frauen hatte gesundheitliche Probleme, auch nicht schwangerschaftsbedingte Komplikationen wie erhöhten Blutdruck oder Schwangerschaftsdiabetes. Zehn von ihnen betrieben regelmäßig Yoga, acht waren zumindest mit einigen Yoga-Posen vertraut, sieben Frauen hatten noch gar keine Yoga-Erfahrungen gemacht.

Unter ärztlicher Aufsicht machten die 25 Frauen 26 Übungen. Währenddessen wurde ihr Blutdruck, ihr Puls, ihre Körpertemperatur, Sauerstofflevel und eventuelle Kontraktionen überwacht, ebenso der Herzschlag des Fötus. Alle Werte blieben bei Müttern und Kindern während der Übungen im normalen Bereich, ein Zeichen dafür, dass es den Frauen und ihren Kindern gut ging.

Überwiegend positives Feedback

Alle Frauen gaben 24 Stunden nach den Übungen an, dass sie sich während der Posen vollkommen sicher fühlten. Bei keiner kam es zu Blutungen oder Wehen. Fast alle Frauen beschrieben die Erfahrung als absolut positiv, bis auf drei Frauen, die über Muskelkater klagten.

Die Wissenschaftler schließen aus diesem Ergebnis, dass Yoga für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder sicher ist – auch die Asanas, die bisher als ungünstig galten. Marlynn Wei betont, dass Schwangere sich vor allem auf solche Übungen konzentrieren sollten, die das Gleichgewichtsgefühl stärken, weniger auf Training von Ausdauer und Beweglichkeit. Während der Schwangerschaft sind Muskeln und Bänder gelockert, daher kann das Verletzungsrisiko steigen, wenn die Schwangere es bei entsprechenden Übungen übertreibt.

Sie warnt auch vor Bikram-Yoga, das in sehr heißen Räumen ausgeübt wird. Zwar gibt es dazu noch keine Studien, aber es ist belegt, dass die hohe Raumtemperatur die Körpertemperatur steigert, was vor allem für das Kind riskant werden kann.

Liste der Übungen:
1. Sukhasana
2. Paschimottanasana
3. Marjarysana
4. Bitlasana
5. Tadasana
6. Virabhadrasana I
7. Uttanasana
8. Virabhadrasana II
9. Utkatasana
10. Utthita Parsvakonasana
11. Utthita Trikonasana
12. Virabhadrasana III
13. Urdhva Hastasana
14. Vrksasana
15. Malasana
16. Garudasana
17. Adho Mukha Svanasana*
18. Balasana *
19. Ardha Chandrasana
20. Baddha Konasana
21. Virasana
22. Ustrasana
23. Viparata Karani
24. Ananda Balasana*
25. Ardha Matsyendrasana
26. Savasna*

*Von den Übungen 17, 18, 24, und 26 wurde Schwangeren bisher abgeraten.

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