Klimawandel: Geburtsgewicht nimmt ab.


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Nicht jede Folge des Klimawandels ist so offensichtlich. Die hohen Temperaturen haben auch einen negativen Einfluss auf die Kinder während der Schwangerschaft.

Klimawandel: Gefahr für Kinder

Die Folgen der globalen Erwärmung sind deutlich sichtbar, bisher allerdings oft in Gebieten, die unseren Alltag (noch) nicht unbedingt greifbar berühren: Gletscher schrumpfen, die arktische Eisdecke schmilzt, die Meeresspiegel steigen. Eine unerwartete Folge der Erwärmung hat ein Forscherteam der Universität Utah jetzt aufgedeckt: Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Erderwärmung vermutlich zu einem niedrigeren Geburtsgewicht von Kindern beiträgt.

Die Wissenschaftler werteten unter der Leitung von Professor Kathryn Grace ausführliche Gesundheits- und Klimadaten für mehrere afrikanische Länder aus. Sie erkannten, dass hohe Temperaturen und geringe Niederschlagsmengen während der Schwangerschaft wohl einen so schädlichen Einfluss auf die heranwachsenden Kinder haben, dass diese bei der Geburt ein geringeres Gewicht haben.

Schlechter Start ins Leben

Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation gilt ein Geburtsgewicht von 2.500 Gramm und darunter als „niedrig“. Das niedrige Geburtsgewicht ist einer der wichtigsten Indikatoren dafür, dass während der Schwangerschaft irgendetwas nicht optimal verlaufen ist. Das gilt besonders für Entwicklungsländer, in denen die Schwangerschaftsvorsorge nicht so dichtmaschig durchgeführt wird wie etwa bei uns, und wo deshalb Probleme bei der Entwicklung des Fötus nicht festgestellt werden können.

Babys, die mit einem zu niedrigen Gewicht auf die Welt kommen, werden häufiger krank, ihre Sterblichkeitsrate und das Risiko von Behinderungen sind höher. Sie haben nicht nur einen schlechteren Start in das Leben, auch viel später noch macht sich dieser Nachteil bemerkbar: Untergewichtige Babys erreichen nur selten dasselbe Bildungs- und Einkommensniveau wie Babys mit einem gesunden Gewicht. Das ist natürlich nicht nur für das Kind selbst und für seine Eltern schlimm, es führt auch zu bedeutenden Nachfolgekosten für das Gesundheitssystem.

Daten zu 70.000 Geburten in 19 Ländern

Grace und ihr Team werteten Daten zu knapp 70.000 Geburten in 19 afrikanischen Ländern aus und brachten sie mit den Temperaturen und Niederschlagsmengen während der Schwangerschaft in Zusammenhang, aber auch mit dem Bildungsniveau der Mutter und ihren Lebensbedingungen.

So fanden die Wissenschaftler heraus, dass schon ein einziger Tag mit einer Temperatur von über 100 °F (ca. 37,7 °C) im zweiten Schwangerschaftsdrittel zu einem um 0,9 Gramm niedrigeren Gewicht führte. Dagegen führte ein um nur 10 mm erhöhter Niederschlagspegel in einem Trimester zu einem um 0,3 bis 0,5 Gramm höheren Gewicht.
„Die Ergebnisse hängen vom jeweils betroffenenTrimester und dem Wohnort ab, aber die Daten zeigen deutlich, dass der Klimawandel mit der Kombination höherer Temperaturen mit vermindertem Niederschlag korrelieren“, sagt Professor Grace.

Foto von Shever & Kimmrs


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