Fötus-DNA beeinflusst Präeklampsie-Risiko

Schwangerschaftsvergiftung als Abwehrreaktion auf das Erbgut des Kindes ?


Die Präeklampsie ist eine gefürchtete Schwangerschaftserkrankung, die unerkannt und unbehandelt bis zum Tod führen kann. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Diabetes, Übergewicht und auch Bluthochdruck.

Eine internationale Studie unter der Leitung von Dr. Linda Morgan von der Universität Nottingham konnte jetzt einen neuen Risikofaktor isolieren: das Erbgut des ungeborenen Kindes.

Präeklampsie eine Abwehrreaktion auf das Kind?

Es wurde bereits vermutet, dass die Plazenta beim Entstehen der Präeklampsie eine Rolle spielt. Eine eventuelle Entwicklungsstörung, die zur Entzündung der Blutgefäße in der Plazenta führt, oder eine Art Abwehrreaktion des Körpers auf die Schwangerschaft wurden als mögliche Ursachen genannt. Die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung tritt auch gehäuft in manchen Familien auf, ein erblicher Faktor schien also wahrscheinlich.

Im Rahmen der InterPregGen-Studie, die die genetischen Ursachen der Präeklampsie erforscht, hat Morgans Team sich die Gene der Föten angesehen. Sie entdeckten tatsächlich eine Genvariante, die das Risiko einer Erkrankung um 21 Prozent erhöht. Das passt gut zu der „Plazenta-Theorie“; schließlich besteht diese hauptsächlich aus fötalem Gewebe.

4.000 Kinder aus Schwangerschaften mit Eklampsie

Für ihre Studie verglichen die Wissenschaftler die Gene von über 4.000 Säuglingen aus Großbritannien und Island, deren Mütter während der Schwangerschaft an Präeklampsie erkrankt waren mit den Genen von über 300.000 Säuglingen gesunder Mütter.

Die Forscher hatten zunächst die Gene von 4.380 Säuglingen aus Großbritannien und Island, deren Mütter in der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickelt hatten, an 7,5 Millionen Stellen mit den Genen von über 300.000 gesunden Kontrollen verglichen. Die Ergebnisse wurden später an zwei Kohorten aus Norwegen und Finnland überprüft. Verglichen wurden siebeneinhalb Millionen Stellen im Erbgut.

Ein Gen auf dem Chromosom 13 scheint verantwortlich zu sein

Morgan und ihre Kollegen fanden zwei Genvarianten auf dem Chromosom 13, in der Nähe des FLT1-Gens, das an der Entwicklung von Blutgefäßen in der Plazenta beteiligt ist. Das Gen ist auch für die Herstellung des Proteins sFLT-1 verantwortlich, das in Screening-Tests zur Früherkennung von Präeklampsie dient.

Pressemitteilung der Universität Nottingham: „Babies‘ DNA affects mothers‘ risk of pre-eclampsia in pregnancy, study finds“


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