Sportlich schwanger


Entgegen früherer Annahmen ist Sport doch gut, und zwar für Mutter UND Kind.
Darf ich eigentlich noch Sport machen?” ist nach “was darf ich eigentlich noch essen?” die häufigste Frage, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist. Nicht, dass es wirklich sehr neu wäre, aber aktuell wird bestätigt, dass Sport sogar hilfreich sein kann.

Sportliche Betätigung während der Schwangerschaft ist gut für Mutter und Kind. Zu diesem Schluss kommt eine Studie amerikanischer Wissenschaftler, die jetzt im Journal of Obstetrics & Gynecology, einem gynäkologischen Fachblatt, veröffentlicht wurde.
Seit langem war mehr oder weniger stark umstritten, wie nützlich oder sicher es ist, wenn schwangere Frauen Sport treiben. Vermutlich wird es auch so bleiben, denn in der Medizin ist nur weniges nicht umstritten. Eine Studie unter der Leitung von Dr. Vincenzo Berghella (Thomas Jefferson University, Philadelphia) hat jetzt aber wohl endgültig belegt, dass Sport während der Schwangerschaft zumindest nicht das Frühgeburtenrisiko erhöht.

2000 Schwangere in 9 Studien

Bei der Studie handelt es sich um eine Meta-Analyse, es war also eine Studie, in deren Rahmen die Forscher die Ergebnisse andere Studien verglichen, zusammenfassten und auswerteten. Die insgesamt neun behandelten Studien befassten sich mit knapp über 2.000 Schwangeren, von denen die Hälfte sich drei bis vier Mal pro Woche 35 bis 90 Minuten lang sportlich betätigte. Die anderen Frauen trieben gar keinen Sport.

Berghella und sein Team stellten fest, dass es bei den sportlichen Schwangeren nicht öfter zu Frühgeburten (definiert als Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche) kam als bei den Frauen, die keinen Sport trieben.

Es schadet nicht nur nicht, es nützt sogar

Die positiven Effekte: Die sportlicheren Frauen brachten ihre Kinder öfter auf natürliche Weise zur Welt (73 % im Vergleich zu 67 % bei den Frauen, die keinen Sport trieben). Bei ihnen kam es auch seltener zu Gestationsdiabetes und Bluthochdruck. Alle Frauen in dieser Studie waren mit einem einzigen Kind schwanger, waren normalgewichtig und hatten keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen, die sie beim Sport hätten einschränken können.

Es gibt viele Gründe, weshalb Schwangere keinen Sport treiben – weil sie sich vielleicht nicht wohl dabei fühlen, weil sie müde oder erschöpft sind. Sport ist aber gut für Mutter und Kind, und erhöht das Risiko einer Frühgeburt nicht, so Berghella.

Wir empfehlen: Das Thema am besten mit Hebamme und/oder Ärztin besprechen, und gegebenenfalls auch Sportprofis (gut ausgebildete Personal Trainer, Yogalehrer etc.) auf das Thema ansprechen und um Rat bitten. Wer schon vor der Geburt Sport treibt, kann zweifellos auch in der Schwangerschaft mehr Leistung vom eigenen Körper fordern als Sport-Beginner. Auf das individuelle Wohlgefühl sollte jetzt sowieso geachtet werden. Tipps zum Sport während der Schwangerschaft gibt es auch bei Frauenärzte im Netz, einer Internetseite des Berufsverbands der Frauenärzte e.V.

Foto von Yachichurova


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