Fett & Zucker: Gefahr für Kinder und Enkel


Die Folgen einer zuckerreichen Ernährung und von Übergewicht werden offenbar an die nächsten Generationen weitergereicht.

Die Kinder übergewichtiger Frauen sind anfälliger für Stoffwechselprobleme– und nicht nur die Kinder dieser Frauen, sondern sogar ihre Enkel und Urenkel. Das haben Wissenschaftler der Washington-Universität in St. Louis herausgefunden. Allerdings ist dieser Effekt bisher nur für Mäuse belegt.

Die Arbeit des Forscherteams zeigt, dass das Übergewicht der Mutter an ihre Nachfahren vererbt werden kann. Schon vor einer Schwangerschaft kann das Übergewicht genetische Anomalitäten verursachen, die dann durch die mitochondriale DNS (https://de.wikipedia.org/wiki/Mitochondriale_DNA) weitergegeben wird. Diese DNS ist schon vor der Befruchtung in den Eizellen vorhanden. Die „Fehlinformationen“ werden von der Mutter an ihre Nachfahren vererbt. Sie führen dazu, dass der Nachwuchs eher zu Übergewicht und den damit verbundenen Krankheiten neigt, beispielsweise Diabetes Typ 2 und Herzkrankheiten.

Studienautorin Dr. Kelle H. Moley berichtet, dass die Daten der Studie belegen, dass (Mäuse-)Mütter, die am metabolischen Syndrom leiden, die fehlerhaften Mitochondrien über die weibliche Linie an bis zu drei folgende Generationen weitervererben. Zudem scheinen die Eizellen Informationen zu enthalten, die die Mitochondrien im gesamten Organismus falsch „programmieren“.

Auch gesunde Ernährung schützt die folgenden Generationen nicht

Im Versuch bekamen weibliche Mäuse in einem Zeitraum von sechs Wochen vor der Befruchtung bis zum Absetzen der Jungen ein Futter, dass 60 % Fett und 20 % Zucker enthielt. Diese Zusammensetzung, so Moley, „entspricht der Ernährung in den westlichen Industrieländern“. Der Mäusenachwuchs wurde mit normalem Nagerfutter versorgt, das viel Eiweiß, aber wenig Fett und Zucker enthält. Trotz ihrer gesunden Ernährung entwickelten die Mäusejungen bis hin zu den Ur-Enkeln eine Insulinresistenz und andere Stoffwechselstörungen. Die Forscher konnten die abnormalen Mitochondrien in Muskel- und Knochengewebe der Mäuse nachweisen.

„Bei Menschen spiegelt die Ernährung der Kinder oft die der Eltern wieder, so dass der Effekt bei Menschen sogar noch größer als bei Mäusen sein kann“, so Dr. Moley.
Sie hofft jetzt auf weitere Forschungen auf diesem Gebiet, so dass vielleicht herausgefunden kann, ob eine gesunde Ernährung mit wenig Fett und Zucker in Kombination mit regelmäßiger Bewegung genetisch bedingte Stoffwechselstörungen „umkehren“ kann.

Foto von cocoinzenl


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