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Nabelschnurblut

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 3.9.2007 | zuletzt geändert am -)

Geschäft mit der Angst?
Es gibt zahlreiche kommerzielle Blutbanken, die damit werben, dass die Aufbewahrung des Nabelschnurblutes für das Kind praktisch unverzichtbar ist: das Blut enthält Stammzellen, die noch nicht differenziert sind und aus denen man später einmal Gewebe züchten könne. Diabetes, Parkinson und Krebs sind damit möglicherweise einmal heilbar. Nervengewebe lasse sich nachzüchten und bei Querschnittslähmungen einsetzen. Die nicht spezialisierten Zellen können später ganz unterschiedliche Zellen des Körpers ersetzen.

Nur im Nebensatz wird dabei erwähnt, dass dies gegenwärtig reine Zukunftsmusik ist und niemand wirklich absehen kann, ob diese Zukunftsvisionen irgendwann einmal Wirklichkeit werden.

Gutes Geschäft
Mit der Angst der werdenen Eltern wird gut verdient: Bereits 50.000 Elternpaare haben Nabelschnurblut einfrieren lassen, weltweit sind es etwa 1,3 Millionen. Für das Einfrieren werden vierstellige Summen verlangt, gefolgt von relativ niedrigen Lagergebühren.

Es gibt bereits Stammzelltherapien
Die größte Angst heben junge Eltern vor bösartigen Erkrankungen, wobei Blutkrebs (Leukämie) in der Kindheit am häufigsten vorkommt. Eine Therapie mit Stammzellen ist in solchen Fällen bereits etabliert. Jedoch werden dazu ausnahmslos gespendete Stammzellen verwendet, denn das Risiko, dass das eigene Blut den zur Erkrankung führenden Defekt bereits beinhaltet, ist zu groß.

Erkrankt ein Kind etwa an Leukämie, so können ihm also die eigenen Stammzellen nicht helfen, da sie oft bereits die Information für Leukämie enthalten. Zellen aus gespendetem Nabelschnurblut dagegen werden heute bereits tausendfach erfolgreich transplantiert. Eingesetzt werden sie bei Leukämie, Erkrankungen des blutbildenden Systems oder Stoffwechselerkrankungen.

Die Alternative: öffentliche Blutbanken
Die größte öffentliche Blutbank, die auch Nabelschnurblut einlagert, befindet sich in der Universitätsklinik Düsseldorf. Dort lagern bereits 11.000 Nabelschnurblutkonserven, mit mehreren hundert davon wurde bereits enie Transplantation durchgeführt. Die Eltern können das nabelschnurblut ihrer Kinder bei diesen Blutbanken kostenlos spenden (www.nabelschnurblut.de).

Damit besteht dann die Chance, dass ein anderes Kind mit dieser Blutspende geheilt werden kann. Oder das eigene mit der Spende eines anderen Kindes.

Anmerkung: Auf diesen Seiten wird kontextbezogene Werbung geschaltet und daher in diesem Fall auch vermutlich Anzeigen kommerzieller Blutbanken, was sich technisch leider nicht verhindern lässt. Wir empfehlen, diese zu ignorieren.

3 Kommentare Fragen und Kommentare abgeben

  1. [...] raten, Nabelschnurblut einfrieren zu lassen. Ich habe hier schon einmal einen Artikel über Sinn und Zweck der Nabelschnublut-Einlagerung [...]

    Pingback von Nabelschnurblut: Geschäft mit der Angst | Schwangerschaft | Aktuelles zum Thema Kinderwunsch — 21. Januar 2008 @ 17:35

  2. “Organe nachzüchten…” - *LOL*

    Wenn die Wissenschaft tatsächlich mal so weit sein sollte, daß das möglich ist, wird sie längst auch andere Möglichkeiten entwickelt haben, Stammzellen zu gewinnen.

    Mein Mann und ich haben den Unfug auch nicht mitgemacht. Aus genau den Gründen, die in dem TAZ-Artikel erwähnt wurden. Ich hatte mal kurz darüber nachgedacht, das Blut zu spenden; es wäre aber wohl für die Klinik ein ziemlicher Aufwand gewesen, sagte man mir. Also habe ich es gelassen.

    Kommentar von Ute — 21. Januar 2008 @ 20:49

  3. [...] geht der Kinderwunsch Blog in seinem Artikel “Geschäft mit der Angst” ins Gericht. AUf ähnliche Verquickungen der Wirtschaft und der Effektivität des Verfahrens [...]

    Pingback von Nabelschnurblut - Nabelschnur Einlagerung oder Spende? : Kinderwunsch Kinder-und-Babys.de — 4. August 2008 @ 00:24

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