Hantavirus: Achtung vor Mäusen!


Der Hantavirus ist da – und für Schwangere ist er besonders gefährlich. Anders als andere Infektionskrankheiten gefährden die Erreger das ungeborene Kind nicht direkt, aber wenn eine schwangere Frau sich infiziert und hohes Fieber bekommt, kann das zu vorzeitigen Wehen und einer Frühgeburt führen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) und der Berufsverband der Frauenärzte raten schwangeren Frauen daher dringend, sich vor einer möglichen Infektion mit dem Hantavirus zu schützen.

Symptome der Infektion mit dem Hantavirus

Die Hantaviren sind eine ganze Familie von Viren, die unterschiedliche Erkrankungen auslösen: Lungenerkrankungen, Nierenversagen, und hämorrhagische Fiebererkrankungen, also Fiebererkrankungen, die mit inneren und äußeren Blutungen einhergehen. Die bei uns in Europa vorherrschende Hantavirus-Variante führt zu eben diesen hämorrhagischen Fiebererkrankungen und Nierenschädigungen.

Die Infektion verläuft oft sehr unauffällig und bleibt deswegen unbemerkt. Die grippeähnlichen Symptome stehen am Anfang der Erkrankung, erst später kommt es zu stark abgefallenem Blutdruck und Nierenproblemen. Die dramatischen äußeren Blutungen kommen bei den bei uns üblichen Virentypen nur selten vor.

Übertragung erfolgt durch Nagetiere

Übertragen wird der Virus vor allem über den Kot von erkrankten Mäusen und anderen Nagetieren. Außerdem durch Staub, der mit dem Urin der befallenen Tiere in Kontakt geraten ist; in Europa ist die niedliche  der Hauptüberträger der Viren. Die Erreger werden typischerweise beim Arbeiten in Ställen oder Schuppen, aber auch auf Dachböden oder in Kellern eingeatmet. Schwangere sollten diese Arbeiten also vermeiden oder zumindest einen Atemschutz tragen, so Dr. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte.

Wie kann man Infektionen vermeiden?

Das RKI empfiehlt, vor Arbeiten an diesen Orten mindestens eine halbe Stunde gründlich zu lüften und eine eng anliegende Atemschutzmaske sowie Gummihandschuhe zu tragen. Der Staub sollte nass gewischt, nicht aufgewirbelt und nicht mit dem Staubsauger aufgesaugt werden. Tote Mäuse sollten nicht im Biomüll entsorgt werden, sondern immer in einer Kunststofftüte mit dem Hausmüll.

Dem Robert-Koch-Instituts wurden 2017 bereits 747 Erkrankungen gemeldet, die meisten davon in Baden-Württemberg (Stand: KW 22). Im Vorjahr waren es nur 67 Fälle.

Das RKI beantwortet auf seiner Internetseite die häufigsten Fragen zu Hantaviren


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