Beckenendlage – was nun?


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Wenn das Kind nicht mit dem Kopf zuerst auf die Welt kommen möchte, kann das zu Problemen bei der Geburt führen. Eine „äußere Wendung“ vor der Geburt kann Abhilfe schaffen.

Idealerweise liegen ungeborene Kinder gegen Ende der Schwangerschaft mit dem Kopf nach unten im Bauch der Mutter. Das ist gut für den Geburtsvorgang, denn wenn der große Kopf erst mal draußen ist, flutscht der Rest einfach nach. Was aber ist mit den Kindern, die in der Beckenendlage liegen, also mit dem Kopf nach oben und dem Po nach unten? Meist wird das Kind dann per Kaiserschnitt zur Welt geholt.

Während der Schwangerschaft „turnen“ die ungeborenen Kinder gerne und oft herum – vor allem nachts, damit die Mutter angemessen würdigen kann, wie bewegungsfreudig der Nachwuchs ist. Im achten Monat wird es zu eng für gymnastische Großleistungen in der Gebärmutter, aber mit den Füßen treten und mit den Ellenbogen rempeln, das geht auch jetzt noch. Obwohl es so eng ist, können sich die meisten Kinder bis etwa vier Wochen vor der Geburt noch in die richtige Position drehen. Sie kommen mit dem Kopf voran zur Welt, was den Geburtskanal weitet, damit der Körper des Kindes problemlos durchkommt.

Beckenendlage – potenziell problematisch

Etwa fünf Prozent aller ungeborenen Kinder machen das aber nicht. Sie würden bei der Geburt mit den Füßen oder dem Po voran in den Geburtskanal gleiten. Bei Spontangeburten kann es in dann zu Komplikationen kommen, zu Knochenbrüchen, Nervenschäden, und Sauerstoffmangel; letzteres vor allem auch dann, wenn es zu einem Nabelschnurvorfall kommt.

Dr. Tanja Groten, Oberärztin in der Geburtshilfe am Universitätsklinikum Jena, versucht betroffenen Schwangeren mit einem Wendungsversuch zu helfen. Wie immer mehr Geburtshelfer ist auch sie der Meinung, dass eine Beckenendlage nicht zwingend zu einem Kaiserschnitt führen muss. Sie versucht, mit gezieltem Druck auf den Bauch der Schwangeren das Baby zum Umkehren zu bewegen.

Erfolgreiche Wendungsversuche

Dr. Groten hat die Daten von über 400 schwangeren Patientinnen der Jenaer Frauenklinik analysiert, deren Kind sich in der Beckenendlage befand. Bei 30 Prozent der Versuche gelang die Drehung des Kindes im Mutterleib; aber auch, wenn das nicht gelang, entbanden die Frauen häufiger auf normalem Weg. Ohne Wendungsversuch wurden 17 Prozent der Kinder spontan geboren, nach einem Wendungsversuch 49 Prozent. „Das ist für uns eine Bestätigung, den Wendungsversuch immer in die Geburtsplanung bei einer Beckenendlage zu integrieren“, so Dr. Groten.

Infoblatt Klinikum Nürnberg zur Entbindung bei Beckenendlage

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