So besteht man den Schwangerschaftstest


Sieht eigentlich ganz simpel aus, ist aber so schwierig…

Der Schwangerschaftstest – mit dem richtigen (sprich: erwünschten) Ergebnis ist er der heilige Gral aller, die sich eine Schwangerschaft sehnlichst wünschen, oder die eben auf keinen Fall schwanger sein wollen.

Bei den ersten Anzeichen einer vermuteten Schwangerschaft, oder wenn auch nur die Periode einen Tag zu spät kommt, greifen deswegen viele Frauen direkt zum Schwangerschaftstest. Er ist billig, man bekommt ein schnelles Ergebnis, und einfach geht es ja auch: Draufpinkeln, fertig. Aber wie so oft im medizinischen Randbereich (beispielsweise beim Tabletten einnehmen oder beim richtigen Auftragen von Sonnencreme) muss man mehr beachten, als man normalerweise denkt.

Schwangerschaftsanzeichen?

Es gibt für eine Schwangerschaft erstaunlich wenige wirklich absolut verlässliche Anzeichen. Praktisch kein Bedeutungsspielraum bleibt bei der Geburt des Kindes – ja, hier war zweifellos jemand schwanger – und bei Ultraschallaufnahmen, bei denen man den Fötus sieht, und vielleicht auch noch seinen Herzschlag hört.
Die allseits bekannten Schwangerschaftssymptome wie die ausgebliebene Periode, Gewichtszunahme, geschwollene Brüste, Übelkeit etc. sind für sich genommen kein echter Beweis für eine Schwangerschaft, und sie müssen auch nicht zwangsläufig bei jeder Schwangeren auftreten. Kein Wunder also, dass viele Frauen beim Ausbleiben der Periode zu einem solchen Schwangerschaftstest greifen, um sich Klarheit zu verschaffen. Vor langer Zeit hatten wir hier einmal eine Umfrage zu den häufigsten Schwangerschaftsanzeichen durchgeführt. Die Ergebnisse waren weniger erhellend als belustigend.

So funktioniert ein Schwangerschaftstest

Schwangerschaftstests reagieren auf das im Urin Schwangerer enthaltene humane Choriongonadotropin, kurz hCg, das sogenannte „Schwangerschaftshormon“. Das für den Erhalt der Schwangerschaft wichtige Hormon ist zwar immer vorhanden, wird aber nach der Einnistung der befruchteten Eizelle verstärkt gebildet. Handelsübliche Schwangerschaftstests aus Apotheke oder Drogerie weisen das Vorkommen von hCg im Urin nach; Schwangerschaftstests beim Arzt funktionieren genauso, aber eben mit einer Blutprobe.

Die frei erhältlichen Schwangerschaftstests zeigen das positive Ergebnis, also das Vorhandensein von hCg im Urin, durch Verfärben, mit einem Plus-Zeichen oder der berühmten blauen Linie an; digitale Modelle zeigen im Display „schwanger“ oder „nicht schwanger“ an. Da das Prinzip relativ einfach ist, sind Schwangerschaftstests an sich zuverlässig. Es kommt aber trotzdem immer wieder zu falschen Ergebnissen. Das liegt meist daran, dass der Test falsch durchgeführt wurde; oft zu früh, so dass die hCg-Konzentration noch nicht hoch genug ist und der Test deswegen ein falsch-negatives Ergebnis anzeigt (siehe auch “wann kann ich testen? Das Dilemma des Schwangerschaftstests). Besonders empfindliche Frühtests können laut Herstellerangaben schon mehrere Tage vor dem Ausbleiben der Regel durchgeführt werden, haben aber eine sehr hohe Fehlerquote.

So geht es richtig

Auch wer schon mehrfach Schwangerschaftstests gemacht hat, sollte jedes Mal die Gebrauchsanweisung lesen und sich daran halten. Die Tests unterschiedlicher Hersteller können sich unterscheiden, und sogar bei den Tests eines einzigen Herstellers können durch Weiterentwicklung etc. die Gebrauchsanweisungen anders sein.
Der beste Zeitpunkt für den Schwangerschaftstest ist morgens, da dann die hCg-Konzentration im Urin am höchsten ist. Bei Schichtarbeit ist der Schlafrhythmus gestört, deswegen sollte der Test zumindest nach einer längeren Ruhephase gemacht werden.

Bei manchen Tests muss man den Urin in einem Becher auffangen und den Teststreifen eintauchen, bei anderen wird der Streifen direkt in den Urinstrahl gehalten. Die Kontaktdauer muss dabei genau eingehalten werden. Danach wird der Test auf eine ebene Oberfläche gelegt, bis man nach mehreren Minuten das Ergebnis ablesen kann.
Ein Schwangerschaftstest kann außer einem falsch-negativen Ergebnis (die Schwangerschaft wird nicht erkannt) auch ein falsch-positives Ergebnis haben (ein positives Ergebnis, wo gar keine Schwangerschaft vorliegt). Falsch-negativ kann das Ergebnis beispielsweise sein, wenn der Test zu früh durchgeführt wird oder auch, wenn die Frau vorher sehr viel getrunken hat, so dass der hCg-Spiegel im Blut kurzzeitig gesunken ist. Falsch-positive Ergebnisse lassen sich oft auf unsaubere Gefäße für den Urin zurückführen, auf Krankheiten oder Medikamente.
Sicherer ist der Schwangerschaftstest bei der Ärztin – hier dauert es meist aber einen Tag, bis man ein Ergebnis hat.

Foto von TipsTimesAdmin


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