Nestschutz: Schwangere gegen Keuchhusten impfen


Foto von Bob
Nestschutz: Um Kinder vor Keuchhusten zu schützen, ist es wichtig, schon Schwangere gegen die Krankheit zu impfen – und wie eine aktuelle US-Studie belegt, ist das sowohl für die werdende Mutter als auch für das Kind sicher.

Keuchhusten ist für Säuglinge lebensgefährlich. Der namensgebende markante Husten kann sich bei ihnen nämlich weniger auffällig als Atemstillstand äußern, an dem die Kinder sterben können.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deswegen, ab der 9. Lebenswoche mit dem Impfschutz (insgesamt drei Impfungen im ersten Lebensjahr) zu beginnen. Was aber ist mit den zwei Monaten vorher? Hier kann das Neugeborene nur auf einen guten Nestschutz hoffen. Darunter versteht man den Schutz vor Krankheiten, den ein Kind von seiner Mutter erhält – genauer gesagt erhält das Kind die Antikörper der Mutter, entweder vor der Geburt über die Plazenta, oder nach der Geburt durch das Stillen.

Voraussetzung für den Nestschutz ist natürlich, dass die Mutter über Antikörper gegen eine bestimmte Krankheit verfügt. Sie muss also entweder selbst die Krankheit durchgemacht und dagegen Antikörper gebildet haben, oder sie muss dagegen geimpft worden sein. Besserer Schutz vor Keuchhusten ließe sich also durch eine Impfung der Mütter bewerkstelligen.

Dass dies zumindest bisher von der STIKO nicht empfohlen wird, liegt am Impfstoff. Es gibt keinen Monoimpfstoff, also keinen Impfstoff für eine eigene Keuchhusten-Schutzimpfung. Es wird bei uns immer kombiniert geimpft, gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten zusammen. Für Tetanus wird aber zu einem Impf-Intervall von zehn Jahren geraten, um eventuelle negative Reaktionen auf die Impfung zu vermeiden; um den Zehn-Jahres-Abstand einzuhalten werden bereits geimpfte Schwangere also bisher nicht einfach mal so während der Schwangerschaft geimpft.

Studie zur Impfverträglichkeit bei Schwangeren

Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Lakshmi Sukumaran der Centers for Disease Control and Prevention in den USA haben nun Informationen aus sieben Datenbanken zur Impfstoffsicherheit ausgewertet. Die Daten stammten von über 29.000 schwangeren US-Amerikanerinnen. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt, je nachdem, wie lange die vorhergehende Tetanusimpfung zurücklag: weniger als zwei Jahre, zwei bis fünf Jahre, oder mehr als fünf Jahre.

Die Wissenschaftler achteten auf Nebenwirkungen bei den Schwangeren (lokale Reaktionen, Allergie, Fieber) und mögliche Auswirkungen auf die Neugeborenen (Frühgeburt, geringe Größe für das Gestationsalter, geringes Geburtsgewicht). Sie fanden keine Hinweise darauf, dass es auch bei einem kürzeren Impfabstand nicht zu signifikanten Unterschieden bei Nebenwirkungen kam, und zwar weder bei den Müttern noch bei den Neugeborenen.

Foto von Bob


Das könnte Sie auch interessieren