Herzfehler beim Kind, weil Mutter raucht


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Wer es noch nicht wusste: Rauchen macht häßlich, krank und ist extrem uncool. Ganz besonders aber in der Schwangerschaft.

Dass Rauchen der Gesundheit nicht förderlich ist, ist bekannt. Dass Rauchen während der Schwangerschaft auch das ungeborene Kind beeinträchtigen kann, ist ebenfalls bekannt. Wissenschaftler des australischen Victor Chang Cardiac Research Institute haben jetzt entdeckt, dass es die Herzentwicklung des ungeborenen Kindes beeinträchtigt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht.

Rauchen bereitet den Boden für Krankheiten

Rauchen während der Schwangerschaft gilt als einer der Risikofaktoren für verschiedene Probleme, die das gesamte Leben des Kindes beeinflussen, nicht nur die Kindheit. Dazu gehört etwa ein geringes Geburtsgewicht, das für Neugeborene ein enormes Gesundheitsrisiko ist. Später im Leben leiden Kinder rauchender Mütter öfter an Lernschwierigkeiten, Hyperaktivität, Übergewicht und Diabetes als Nichtraucher-Kinder. Für Kleinkinder rauchender Mütter ist auch das Risiko des plötzlichen Kindstods deutlich höher. (https://de.wikipedia.org/wiki/Pl%C3%B6tzlicher_Kindstod)
Professor Sally Dunwoodie beschäftigt sich vor allem damit, welche genetischen und Umweltfaktoren bei Babys zu angeborenen Defekten und Krankheiten führen können. Im Rahmen einer Studie für das Victor Chang Cardiac Research Institute stellten sie und ihre Mitarbeiter fest, dass Rauchen während der Schwangerschaft die Sauerstoffversorgung des Kindes drastisch verschlechtert und zu Herzfehlern führen kann.

Sauerstoffmangel stresst die Zellen

Im Versuch mit Mäusen konnten die Forscher beweisen, dass eine verminderte Sauerstoffzufuhr zur Folge hat, dass die Mäusejungen verschiedene Herzfehler entwickelten, die auch besonders oft bei Neugeborenen vorkommen. Sie fanden sogar heraus, wie die schlechte Sauerstoffversorgung zu einem Fehler der Herzentwicklung führen kann: Der Mangel an Sauerstoff löst eine Stressreaktion im Herzen aus. Der Körper reagiert darauf, indem er die Proteinproduktion stoppt. Die Proteine sind aber wichtig für die Entwicklung des Herzens.

Die „zelluläre Stressreaktion“ könnte auch anderen Geburtsfehlern und Missbildungen zugrunde liegen, vermutet Dunwoodie. Sauerstoffmangel ist aber nicht der einzige Faktor, der die Zellen stressen kann; auch Gifte, Infektionen, erhöhte Blutzuckerwerte und Unterernährung können diesen Mechanismus auslösen.

Angeborene Herzfehler

In Deutschland kommen nach Angaben des Kompentenznetzes Angeborene Herzfehler (http://www.kompetenznetz-ahf.de/angeborene-herzfehler/ jährlich rund 6.000 Kinder mit einem Herzfehler zur Welt. Einige dieser Fehler sind fast harmlos und stellen kaum eine Beeinträchtigung dar, andere verlaufen ohne Behandlung tödlich. Durch die Fortschritte in Diagnostik und Behandlung erreichen zwar inzwischen über 90 % der mit einem Herzfehler geborenen Kinder das Erwachsenenalter. Trotzdem sind viele von ihnen chronisch krank.

Studie
http://dev.biologists.org/content/143/14/2561.long
https://www.sciencedaily.com/releases/2016/07/160720105257.htm

Foto von Valentin.Ottone


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