
so – dann fange ich mal an, damit ich verweisen kann und nicht noch 1.000x im Elternforum alles tippen muß...
(ich hoffe, ich kann es verständlich erklären)
Also: Im 1. Lebensjahr ist der Darm noch löchrig für die Aufnahme der Abwehrstoffe aus der Muttermilch. Spätestens zum 1. Geburtstag ist er ausgereift.
Da durch diese «Löcher» leider auch bestimmte Allergene in den Körper gelangen können, worauf der Körper dann reagieren und Abwehrstoffe bilden kann, die auch erst in 10 Jahren z.B. einen Heuschnupfen entstehen lassen können, soll man im 1. Jahr komplett auf Milchprodukte (auch Stute oder Schaf), Eier, Weizenprodukte (besonders Mehl!), Honig, Nüsse, Fisch, kalt gepreßte Öle (nach dem 1. Jahr sind sie gesund w/ der Schwebestoffe aber im 1. Jahr eben nicht. Daher nur raffinierte – erhitzte – benutzen z.B. Sonnenblumenöl ode Rapsöl, eben, weil die Schwebestoffe zerstört sind durch die Hitze) und Sojaprodukte verzichten.
Und zwar komplett.
Da kann auch «der eine Löffel Sahne von Oma» oder das einmal am Eis lecken zuviel gewesen sein!.
Die beste Ernährung ist daher stillen. Die Milch ist optimal zusammengesetzt und es wird mittlerweile von WHO und Unicef sogar geraten, ein Jahr voll und noch bis mind. zum 2. Geburtstag teilweise zu stillen.
Auch spezielle Babymilch ist nicht allergenfrei!, sondern nur allergenarm! (und auch nur bestimmte), da die Eiweisse der Milch klein gespalten sind.
Damit kann man das Allergierisiko um 50 Prozent senken.
Klar kommt wieder das Argument, daß es gestillte Kinder mit Allergien und nicht gestillte, die alles bekamen, ohne Allergien gibt.
Das ist normal. Aber es ist doch schon gut, wenn ein Kind nur die Hälfte an Allergien bekommt oder eine Allergie nur halb so stark ist und z.B. nicht in Asthma ausartet, oder?
Und so eine Ernährung schadet auch nicht!. Selbst, wenn einige daran zweifeln – falsch macht man damit auf keinen Fall was. Aber man handelt nach der aktuellen Forschung!
Und auch sonst kommt oft «früher... und hat auch nicht geschadet!» Die Umwelt hat sich verändert. Denkt z.B. nur an Sonnenallergie – gab es früher auch nicht. Gemüse war ganz früher eigentlich immer Bio (soll man zumindest im 1./2. Jahr nur benutzen – Möhren enthalten z.B. viel Nitrat. Besser mit Pastinake anfangen – ähnlich Möhre aber weiß, nicht stopfend und gesunder. Nicht zu verwechseln mit Petersilienwurzel. Sehen gleich aus. Pastinake schmeckt aber süßlich.
Vor einigen Jahrzehnten wurde übrigens nicht gestillt, da Muttermilch schwer belastet war. Das ist heute nicht mehr der Fall.
Auch die Beratung war nicht ordentlich (heute übrigens auch. Bitte immer eine gute Stillberaterin z.B. von La Leche Liga suchen, denn normal kann jede! Frau stillen. Es liegt oft an falscher Anlegetechnik, zuwenig Geduld, zuviel Streß oder so und man meint immer wieder, man hätte zuwenig Milch. Daß die Brüste irgendwann kleiner werden und weicher ist normal! Es bildet sich nur das Gewebe zurück – nicht die Milch! und solange ein Kind nicht viel abnimmt, ist es O.K.)
Ich kann auch die Bücher Wir stillen noch (etwas extrem pro stillen geschrieben aber sehr informativ) und Mein Kind will nicht essen nur empfehlen. Die sind sehr aufklärend und Mut machend.
Und keine Sorge!
Das Kind hat keinen Mangel durch nur stillen – es braucht auch keinen Tee oder Wasser solange es voll gestillt wird!
Alles, was man anders dazugibt, produziert die Brust weniger, weil sie denkt, das Kind bräuchte nicht soviel. Wirkstoffe könnt Ihr aufnehmen -z.B. Tee.
So – ich hoffe, das Wichtigste habe ich geschrieben. Achja – der 4-Stunden-Rythmus oder durchschlafen mit Brei oder so sind Märchen. Es gibt auch da alles! Jedes Kind ist anders. Auch stündliches stillen phasenweise ist vollkommen normal. Und oft ist es Zufall, wenn Kinder mit Flasche genau anfangen durchzuschlafen. Das wird 1.000x erzählt aber Kinder, die voll gestillt sind und auch durchschlafen oder Flasche bekommen und nachts aufwachen werden verschwiegen *g*.
Achja – ich mußte! 2,5 Jahre voll stillen, da unsere Tochter nichts aß (ist aber ne andere Geschichte. Nehmt einfach so hin, daß es so war und keiner konnte was dran ändern – auch sämtliche Fachleute nicht. Wir hatten die Wahl: Stillen oder Magensonde!).
Und sie hatte keinen Mangel. Und ich selber bin Vegetarierin und esse nicht! öko *g*.
Bei Zweifeln könnte Ihr immer noch einen Bluttest machen lassen. Achja – und sie ist fitter, als die meisten in ihrem Alter – geistig und körperlich.
Ich konnte es mir früher nie vorstellen, länger als 6 Monate zu stillen und im Geb.vorb.kurs haben wir noch gelästert, wie blöd es sei, wenn ein Kind zur Brust gelaufen kommt.
Aber ich wurde eines Besseren belehrt und bin mittlerweile zwangsweise bestens informiert.
Auch in Babykochkursen habe ich übrigens dasgleiche gelernt.
Und noch als Tipp, wenn Ihr mit Beikost anfangen wollt: Man soll jeden Monat eine Mahlzeit nach und nach ersetzen. Erst mittags Gemüsebrei (später mit Kartoffel – muß nicht viel Abwechslung sein. Ein Gemüse reicht sogar! Ihr könnt z.B. Pastinake nehmen, Biomöhren, Broccoli, Zucchini, Kohlrabi usw.), dann abends Getreidebrei (Achtung – falls jemand trotzdem vor dem 6. Monat anfangen will, was man ja nicht soll – bitte auf glutenfrei achten w/ Zölliakie) mit Wasser oder Muttermilch, dann eine Zwischenmahlzeit (z.B. Reiwaffeln oder/und Obst – Achtung, auch Bananen sind roh und machen manche Babys wund. Man soll erstmal alles kochen und möglichst heimisches Gemüse statt exotisches nehmen), dann die zweite Zwischenmahlzeit und zum Schluß das Frühstück (z.B. Dinkelbrot mit Birnenmus oder so).
Fleisch reicht später einmal-zweimal pro Woche im Gemüsebrei ein Eiswürfel (Schweinefleisch würfeln, kochen, pürrieren, in Eiswürfelbehälter einfrieren. Gemüse kann in Gefrierbeuteln eingefroren werden. Abends dann immer für den nächsten Tag einen in den Kühlschrank zum langsamen Auftauen stellen).
Achja – Muttermilch kann man einfrieren. 24h im Kühlschrank sammeln und in Gefrierbeutel oder Eiswürfelbehälter einfrieren. Ist mehrere Monate haltbar! Auf gefrorene keine frische geben.
Am besten im Kühlschrank auftauen. Ist bei Zimmertemperatur ca. 8h locker haltbar. Aufgewärmt eine Stunde mindestens. Ebenfalls am besten im Kühlschrank auftauen. Oder halt warmes Wasserbad. Mikrowelle geht auch aber da gehen viele Stoffe kaputt.
Muttermilch kann man im Notfall auch mal mit Wasser strecken. z.B. 50:50. Hatte ich mich extra erkundigt.
So – nun reicht es wirklich fürs Erste...
Mir fällt bestimmt nochwas ein, wenn ich was das 1.000.x im Forum tippe.
Und wenn jemand nen Spruch bringt vonwegen früher usw. sagt einfach, daß früher Narkosen auch mit nem Holzhammer gemacht wurden und nicht geschadet haben und es heute ja auch keiner mehr will und Ihr! die Eltern seid und auch das Beste für das Kind wollt (wird ja gerne gesagt). Achja – und «Großeltern dürfen verwöhnen aber nicht verziehen» oder noch schlimmer schaden... Braucht Ihr bestimmt mal den Satz ;-)
Gruß,
Sandra