ElternWiki: Stillen

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Eva Hermann, «Vom Glück des Stillens», Körpernähe und Zärtlichkeit zwischen Mutter und Kind, Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2003, ISBN 3–455–09405–8


(empfohlen von “Stillfreundliches Krankenhaus” – eine Initiative der WHO und UNICEF)
www.eva-hermann.de


S.24 ff.
Eine ausreichende taktile Befriedigung während der Säuglingszeit und auch noch in der Zeit danach ist die Grundlage für eine gesunde psychische Entwicklung des Menschen.
Folgen durch Mangel an Hautkontakt: Verhaltensauffälligkeiten und Defizite besonders in der Entwicklung all der Funktionen, die für die Wahrnehmung von Zusammenhängen wichtig sind. Außerdem sind das Kontakt- und Sozialverhalten gestört, das menschliche Miteinander also.
In Studien über Säuglinge, die in Institutionen aufwachsen zeigte sich, daß Babys, die keine ausreichend liebevolle Betreuung erhalten haben, eine hohe Sterblichkeitsrate aufweisen. Und diejenigen, die lebten, waren in fast allen Entwicklungsstadien zurück geblieben.
Im späteren Leben können laut WHO diese Kinder enorme Persönlichkeitsstörungen aufweisen, u.a. die Unfähigkeit entwickeln, lang andauernde tiefe Bindungen einzugehen.
Eine weitere Untersuchung belegt, daß zu wenig Körperberührung Ursache für ein gewalttätiges Verhalten sein kann.
Die amerikanische Verhaltensforscherin Jean Liedloff vertritt die Ansicht, daß jeder Säugling einen Anspruch auf das Beding-In hat, also im Bett der Mutter schlafen sollte, dicht an ihren Körper, beschützt in jeder Situation. Darüber hinaus sollte das Kind möglichst ununterbrochen getragen werden.


S.32
Wenn man sich vor Augen führt, daß in dem Bestseller? Jedes Kind kann schlafen lernen? von Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth die Maßnahme empfohlen wird, ein Kind schreien und weinen zu lassen, bis es endlich einschläft, kann man eine Ahnung davon bekommen, wie viel Unglück sich in den Kinderzimmern in unserem Kulturkreis abspielt.


S.35
Die Bindungstheorie geht von einen bewusst aufeinander abgestimmten Beziehungsaufbau zwischen Kind und Eltern aus, das behutsam in die vom Kind selbst initiierte Selbständigkeit führt. Bindung schafft Sicherheit.


S.37
Zu wenig Mutterbindung nach der Geburt und ein Mangel an Sicherheit führt zu Angst. Und Angst ist auch die Hauptursache für Gewalttätigkeit.
Die Trennung von der Mutter oder fehlende Zärtlichkeit und Zuwendung kann dazu führen, daß ein Mensch ein ganzes Leben lang von dem Gefühl beherrscht wird, er müsste alleine und getrennt sein, um überleben zu können.
Es gibt immer mehr Untersuchungen, die das Fehlen positiver Bindungen mit Sucht, selbstzerstörerischem Verhalten, Angst vor Intimität und Angst auch vor Elternschaft in Verbindung bringen. Die Sehnsucht nach Sicherheit und Selbstwertgefühl kehrt offensichtlich häufig auch als Jagd nach Reichtum und materiellen Werten wieder.


S.40
Die Haut von Kindern mit Mangel an körperlicher Zuwendung wäre blass, schlaff und oft mit den verschiedensten Leiden behaftet (z.B. Neurodermitis).
Körperlicher Kräfteverfall, der Marasmus, tritt häufig in sozial abgesicherten Familien auf. Dort liegen die Kinder aufgrund vorherrschender körper- und berührungsfeindlicher Erziehungsmethoden häufig allein in ihrem Bettchen und leiden an einem Mangel an Ansprache und körperlicher Berührung.


S.43
Die Anpassung des Kindes an die elterlichen Bedürfnisse führt beim Kind oft zur Entwicklung der? Als-ob-Persönlichkeit?.? Das wahre Selbst kann sich nicht entwickeln, weil es nicht gelebt werden kann. Diese Menschen klagen später über Gefühle der Leere, Sinnlosigkeit, Heimatlosigkeit, denn diese Leere ist real.


S.44
Je mehr die Eltern ihre Instinkte deuten und durchsetzen können, entgegen dem, was andere empfehlen und raten, umso größer ist die Chance, daß sie eine glückliche Verbindung zu ihrem Kind aufbauen können.


S.55
Bei Untersuchungen an frühgeborenen Kindern zeigten sich im Alter von etwa acht Jahren signifikant höhere Werte in Intelligenztests bei den mit Muttermilch ernährten.? Dasselbe gilt für Konfliktverhalten des Kindes und die Entwicklung der allgemeinen, sozialen Kompetenz.
Man vermutet, daß die Muttermilch verschiedene Bestandteile hat, die die Entwicklung des Nervensystems, das Hirnwachstum sowie die Hirnreifung begünstigen.


S.60
Das Stillen ist die naturgemäße Ernährung des Säuglings:
– Es steigert seine Abwehrkräfte,
– Ist eine anerkannte Prophylaxe gegen Allergien,
– Die Muttermilch ist in bezug auf Energie- und Nährstoffbedarf optimal zusammengesetzt
– Und direkt an die Nieren- und Darmfunktion eines Säuglings angepasst.


S.63
Saugflasche fördert späteres Suchtverhalten.
Die leichte Handhabung der Flasche verleitet dazu, auf den Unterschied zwischen Hunger und Erregung nicht mehr zu achten. Sie stellt recht zuverlässig das Schreien und Weinen ab. Sie verleitet aber auch dazu, nicht mehr genau hinzuhören.
Das Kind macht die Erfahrung: Unangenehme Gefühle, Unruhe und Erregung gehen mit der Flasche weg. Sie hilft mir über schwierige Zeiten hinweg. Ich muß gar nichts tun, nur Flasche trinken. Etwas läuft mir die Kehle herunter, und schon wird es mir besser, ich werde ruhiger.


S.79
Der Schnuller
In einer Studie wurde herausgefunden, daß 65% der Babys, die im Alter von einem Monat einen Beruhigungssauger erhielten, mit 6 Monaten abgestillt waren. Die Babys, die keinen Beruhigungssauger erhielten, waren nach 6 Monaten nur zu 24% abgestillt.
Eine andere Studie stellt außerdem fest, daß das Risiko frühzeitigen Abstillens um so höher ist, je häufiger der Schnuller eingesetzt wird.
Babys mit Schnuller benutzen diesen oft als Trostspender. Dort, wo das Stillen die Regel ist, wird die Brust erstrangig als Trostspender angesehen.
? Die Verwendung des Schnullers aber hat direkte Konsequenzen. Zum Beispiel ist damit auch eine langsamere Gewichtszunahme beim Säugling verbunden, denn durch das ständige Saugen hat das zufriedene Baby kein Verlangen nach der Brust und trinkt weniger.
Außerdem können Beruhigungssauger zu Soorinfektionen führen.


S.81
Betrachtet man die Motorik eines Säuglings, so wird deutlich, daß die Mundregion in der Großhirnrinde stark repräsentiert ist. Durch die monotonen Reize des Schnullers wird die Wachsamkeit des Zentralnervensystems herabgesetzt. Lernerfahrungen finden nicht statt!? Der Schnuller leistet einen ersten Beitrag zur Verödung unserer aktiven Sinne.


S.88 ff.
Stillen und Gesundheit
In vielen unterentwickelten Ländern aber ist Muttermilchnahrung heute noch von entscheidender Bedeutung dafür, ob ein Neugeborenes das erste Jahr überlebt.
Gestillte Kinder erkranken seltener an Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, der Luftwege, des Mittelohrs, der Harnwege und der Hirnhäute, stellt die BZgA fest.
Der Schutzeffekt der Muttermilch ist sogar noch zwischen dem 9. und 12. Lebensmonat des Kindes nachweisbar.


Zahlen des BZgA: Im ersten Vierteljahr ihres Lebens erkranken 3% der gestillten Kinder, jedoch 16% der nicht gestillten Kinder an Magen-Darm-Infektionen. Im letzten Quartal erkranken7% der gestellten und 23% der nicht grstillten Kinder. Bei Luftweginfektionen gibt es verschiedene Ergebnisse: 26% der gestillten Kinder waren im ersten Vierteljahr betroffen, während die nicht gestillten mit 37% deutlich darüber lagen. Im ersten Vierteljahr waren 53% nicht gestillte Kinder von Luftwegsinfektionen betroffen, von den gestillten nur 44%. Eine Nachuntersuchung dieser Kinder im Alter von 7 Jahren zeigte, daß der schützende Effekt gegenüber Luftwegsinfektionen durch mindestens 15 Wochen Stillen immer noch nachweisbar war.


Stillen ist auch eine gute Vorbeugung gegen Karies.
Die gesamte Gaumen-, Gebiß- und Gesichtslinienentwicklung ist bei Kindern, die länger als 3 Monate gestillt wurden, besser ausgeprägt als bei denen, die weniger als 3 Monate oder gar nicht gestillt wurden.
Beim Trinken an der Brust ist die Kieferbewegung deutlich intensiver und völlig anders, und die Zunge übernimmt eine größere Aufgabe als bei der Flaschennahrung. Das hat auch auf die Atmung eine reguliende Auswirkung und somit auf den Körpertonus, den Spannungszustand des Gewebes, was sich positiv für das weitere Leben auswirkt.
Viele Kinder bräuchten heute keine Kieferspangen zur Regulierung ihres Gebisses, wenn sie gestillt worden wären.


Die Kinder bekommen deutlich weniger Mittelohrerkrankungen: Das große Bäuerchen am Schluß führt dazu, daß die Röhrchen im Hörgang ein wenig geöffnet werden. Während des Stillvorgangs wird immer mal ein Schuß Milch durch diese Röhrchen geführt.
Die Atmungsorgane werden vor Infektionen geschützt, weil der respiratorische Trakt, also der gesamte Bereich, der mit der Atmung verbunden ist, die Lunge, die Bronchien, Atmungsorgane usw. durch das Stillen geschont werden.
Das Immunsystem wird insgesamt gestärkt. Es ist erwiesen, daß Kinder, die lange gestillt werden, auch noch in der Spätphase, in der sie eigentlich nicht mehr so viel Milch bekommen, eine bessere Immunantwort auf Impfungen haben.
Kinder, die am Anfang ausschließlich gestillt wurden, scheinen nach kanadischen und finnischen Untersuchungen weniger häufig zuckerkrank zu werden als mit Kuhmilch ernährte.
Auch die Schilddrüse, die für den Stoffwechsel aller Zellen verantwortlich ist, für das Wachstum und die Reifung des Körpers und die Regulation des Kalziumhaushalts, entwickelt sich bei voll gestillten Kindern besser als bei Flaschenkindern.
Unter den zwei- bis dereitausend Kindern, die jährlich am plötzlichen Kindstod sterben, sind kaum voll gestillte Säuglinge. Atemprobleme sind die häufigsten Auslöser für den schrecklichen Krippentod. Diese können durch das Einatmen giftiger Gase (u.a. durch Ammoniakbildung im Urin nach der Fütterung mit künstlicher Nahrung) entstehen bei geringer oder fehlender Luftbewegung um das Baby herum. Dies wird begünstigt, wenn das Kind allein im Raum schläft.
Ein Bericht von 1999 weist darauf hin, daß das kindliche Leukämierisiko unter verlängertem Stillen absinkt. Weitere Studien aus den Jahren 1993 und 1998 im Zusammenhang mit dem Auftreten von kindlichen Krebserkrankungen, wie etwa den Lymphomen, weisen auf positive Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit dieser malignen Erkrankungen und dem Langzeitstillen hin.


Gestillte Erwachsene werden seltener krank.
Sie haben deutlich gesündere Herzen. Ihre Cholesterinwerte sind messbar niedriger.
Auch auf die Möglichkeit, an Brustkrebs zu erkranken, wirkt sich das Stillen aus. Es gibt Studien, die beweisen, daß Frauen, die als Kind gestillt wurden, später in die Wechseljahre kommen.
Je jünger sie bei der Geburt ihrer Babys sind und je mehr Kinder sie bekommen, desto höher ist ihr natürlicher Schutz vor Brustkrebs. Das Risiko, vor der Menopause an Brustkrebs zu erkranken, wird durch mindestens 1 Jahr Stillen um 45 ? 70% gesenkt. Das Risiko, nach dem Ausbleiben der Regelblutung zu erkranken, wird mindestens um 20%, wenn nicht sogar um 45% gesenkt (unterschiedliche Untersuchungen).
Dr. Tongzhang Zheng, Professor für Epidemiologie und Gesundheitswesen an der Yale School of Medicine, hat eine Studie in China durchgeführt, die ergab eine 50%-ige Senkung des Brustkrebsrisikos unter den Frauen, die länger als 24 Monate gestillt hatten, verglichen mit denen, die weniger als 12 Monate gestillt hatten.
Dr. Abou-Dakn bereitet zusammen mit internationalen Kollegen eine Untersuchung vor, die die Zunahme der Zahl autistischer und verhaltensgestörtet Kinder analysieren soll. Die Wissenschaftler vermuten, daß der Rückgang der Stillquote etwas mit den Erkrankungen zu tun haben könnte.? Zumindest ist anzunehmen, daß eine Bindungsfähigkeit und entsprechende Emotionalität mit der Bereitschaft zu stillen zusammenhängt.?


Bei bestimmten Erkrankungen ist der langfristige Schutz umso besser, je länger das Stillen gedauert hat. Bei anderen Tritt der Schutz erst auf, wenn eine Mindestzeit gestillt wurde. Beisiel einer dosisabhängigen Wirkung: Die Verhütung der kindlichen Fettleibigkeit.


S.101
Gestillte Babys senken Kosten im Gesundheitswesen
In New York sind die Kosten für die Krankenhausbehandlung flaschengefütterter Säuglinge während der ersten 4 Lebensmonate ungefähr 15mal so hoch wie die Kosten, die bei der Behandlung gestillter Babys entstehen. Für jedes nicht gestollte Kind entstehen im ersten Lebensjahr auf diese Weise zusätzliche Kosten von rund 300 ? 450 Euro.
Allein in den ersten4 Monaten des Lebens kostet der Krankenhausaufenthalt für 1.000 mit Flaschenmilch ernährte Kinder 68.684 Dollar. Und für 1.000 gestollte Kinder 4.460 Dollar. (andere Untersuchung)
Ein gestillter Sägling spart in den ersten 6 Monaten pro Monat mindestens 90 Euro.


S.141
Die Machenschaften der Industrie
In vielen Teilen der Welt hat das Stillen stark abgenommen (z.B. Chile: 1950: 95% aller 1-jährigen wurden gestillt, 1970 nur noch 20%./ Jamaika: 90% der Mütter stellen vor Ende des 6. Monat auf Flaschennahrung um./ Nigeria: 70% der Mütter stellen vor Ende des 4. Monat auf Flaschennahrung um./)
Werbung der Milchmultis:? Wenn Sie nichjt genug Muttermilch haben ??
Medizinisches Personal rät zur Flaschenmilch:? Die körperliche Entwicklung des Kindes wird beschleunigt?.
? Da die Konsumideale für Slumbewohner unerreichbar sind, wird die symbolische Teilnahme an der Konsumwelt umso wichtiger.?
1991 schätzte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, daß an künstlicher Babynahrung aufgrund unsachgemäßer Zubereitung jedes Jahr etwa 1 Mio. Säuglinge weltweit starben. Heute werden 50% mehr von WHO und UNICEF geschätzt.
Aus Geldmangel strecken die Mütter das Pulver mit mehr Wasser? Unterernährung, Tod. Babyflaschen werden nicht sterilisiert.
Werbeplakate: Sympathische Mütter füttern ihre fröhlichen, gesund aussehenden Babys mit künstlicher Nahrung! Für den Nachwuchs nur das Beste!


Internationale Vereinbarungen werden von der Babynahrungsindustrie missachtet.
Angesichts der verantwortungslosen Marketingstrategien der multinationalen Babynahrungshersteller verabschiedete die Weltgesundheitsversammlung 1981 den? Internationalen Kodex für die Vermarktung der Muttermilchersatznahrung?, der allerdings für die Mitglieder der WHO nur empfehlenden Charakter hat.
Ziel des Kodex ist es, die Werbung für Milchpulver drastisch einzuschränken und Mütter sachgerecht über die Ernährung ihrer Babys zu informieren.
So ist es laut Kodex verboten, Werbung für Säuglingsnahrung zu betreiben, die keinen deutlich sichtbaren und als ?wichtig? bezeichneten Hinweis auf die Überlegenheit des Stillens enthält, mit der Empfehlung, die Nahrung nur auf den Rat von Fachleuten hin zu verwenden. Ebenso ist es verboten, die Verbraucher durch Verteilung von Proben, Abgabe kostenloser oder verbilligter Erzeugnisse oder durch andere zusätzliche Kaufanreize zum Kauf anzuregen. Gleichzeitig darf Informationsmaterial nur verteilt werden, wenn es klaren Auskünfte gibt über mögliche negative Auswirkungen der Flaschwennahrung auf das Stillen und die Schwierigkeit, den Entschluß, nicht zu stillen, rückgängig zu machen.
Teilweise sind die Vorgaben des Kodex in das deutsche Säuglingsnahrungswerbegesetz eingegangen. Umso mehr verwundert es, mit welcher Selbstverständlichkeit Babynahrungshersteller in Drogeriemärkten, Elternzeitschriften, arztpraxen usw. weiterhin für ihre Produkte werben.?.. Verschiedene aktuelle nationale und internationale Studien beweisen: Die Vereinbarungen werden von der Babynahrungsindustrie in vielen Fällen missachtet. 33% der befragten Mütter gaben an, daß sie im Krankenhaus ein oder mehrere? Geschenk-Sets? erhielten. 66% bekamen kostenlose Proben. Gutscheine und Bestellsets für Produkte der Babynahrungsindustrie wurden ebenfalls großzügig verteilt. Die Geschenk-Sets enthielten Produktproben, die gegen den Kodex verstoßen: Broschüren mit Produktwerbung, Beratungshotline für Fragen zur Säuglingsernährung über die Hersteller, Anforderungsscheine für weitere Infos und Produktproben, Autoaufkleber, Babypaß,? Stillinformationen waren unzureichend enthalten. Das Personal von Wochenstationen wurde ebenfalls großzügig bedacht mit Geschenken der Hersteller. In Kinderarztpraxen liegen Informationsmaterialien aus, wie z.B. Hinweise auf die? Beratungshotlines? der Unternehmen. In Supermärkten stehen Sondertische mit bunten Beikostgläschen oder Milchpulverpackungen. Zusätzlich werden Werbezettel verteilt.
? Negativbotschaften? (Aussagen, die Frauen vom Stillen abhalten könnten) sollen nach WHO-Kodex von Müttern fern gehalten werden. Aber in den Krankenhäusern werden Broschüren von Babynahrungsherstellern verteilt, in der das schrittweise Abstillen erläutert wird. Von Krankenschwestern werden Gratis-Proben mit Milchpulver verteilt ?falls das Stillen nicht klappt.? Webematerial wie Magazine, Faltblätter und Broschüren, die den Müttern über Geschäfte, Gesundheitseinrichtungen oder Postsendungen zugänglich gemacht werden, enthalten häufig unter dem Vorwand, das Stillen fördern zu wollen, durchgängig falsche Informationen über das Stillen und unzutreffende Bilder, sorgfältig entworfen, um Zweifel in den Müttern gegenüber ihrer Fähigkeit, stillen zu können, zu säen. Mindestens 7 Hersteller von Babynahrung benutzen Baby-Clubs als eine Art Strategie, um mit Müttern in Kontakt zu kommen und ihre Produkte zu verbreiten.
In Taiwan bestehen Verträge mit Krankenhäusern, denen von Babynahrungsherstellern 25 ? 30 US-$ für jeden gefütterten Säugling gezahlt werden.
Wissenschaftler stellten fest, daß Frauen, die der Werbung der Babynahrungshersteller ausgesetz waren, ihre Kinder häufiger mit der Flasche fütterten als andere Mütter.
600-Millionen-Euro-Markt für Babyfertignahrung. (Deutschland), Weltmarkt: 11 Mrd. DU-$ im Jahr 2000 (S.164)
Die Firma NUK verteilt pro Jahr 600 000 Schnuller gratis.
Mit strahlenden Kindern wird für künstliche Flaschennahrung geworben. Die Abbildung von lachenden Kindern im Zusammenhang mit Werbung für Milchpulver ist aber verboten. Nicht immer weisen die Hersteller in ihrer Werbung auf die Vorteile des Stillens hin.
Laut Säuglingsnahrungswerbegesetz können Verstöße gegen das Gesetz bei den zuständigen Lebensmittel-Überwachungsbehörden gemeldet werden. Die Behörden sind gehalten, den Fall zu verfolgen.


Die TV-Doku-Sendung? Schnulleralarm? (RTL2) zeigte in jeder Folge minutenlang junge Mütter, die ihre Kinder mit dem Fläschchen füttern. Selten gab es kurze Sequenzen, in denen eine stillende Mutter zu sehen ist.


S.157
Mit hypoallergenem Muttermilchersatz, so genannter HA-Nahrung, wollen die Hersteller jenen Müttern den Wechsel zur Flasche erleichtern, die unter Allergien leiden. Dabei ist die Empfehlung, Kinder aus allergisch vorbelasteten Familien mindestens 6 Monate voll zu stillen, unter Experten unumstritten.? In einer Untersuchung von ökotest war allerdings die effektive Vorbeugung gegen Allergien nur bei 6 von 16 getesteten Produkten mit umfangreichen Studien der Hersteller belegt worden.? Zudem berge die HA-Nahrung das Risiko, an Diabetis des Typs I zu erkranken. Ein Teil des Kuhmilcheiweißes sei in seiner Oberflächenstruktur identisch mit einem Eiweißbestandteil in der Bachspeicheldrüse, die das lebenswichtige Insulin bildet.
Auch für Babys aus Familien mit Neurodermitis-Risiko ist längst nicht jede hypoallergene Nahrung geeignet?..
?.


S.160 ff.
Legenden über das Stillen (Ammenmärchen)
z.B. Die Mutter solle nicht als Schnuller für das Baby dienen. Das Baby würde alle Milch, die es braucht, innerhalb der ersten 5 ? 10 Minuten erhalten. Füttern nach Bedarf würde nicht helfen, die Bindung der Mutter zu ihrem Kind zu vertiefen. Eine Mutter bräuchte nur 4 ? 6-mal am Tag stillen, um eine reichliche Milchmege gleich bleibend zu erhalten.?. Und vieles mehr!
Viele dieser Ammenmärchen begünstigen, wenn die Mütter sich darauf verlassen, ein frühzeitiges Abstillen.


S.172ff.
Mutter und Kind heute: Getrennt von Brust und Bett


Während in traditionellen Kulturen die Säuglinge nahezu durchgehend am Körper der Mutter oder eines Familienmitgliedes gehalten werden und auch das Nachtlager grundsätzlich mit der Mutter teilen, sind sie in den Industrieländern doch sehr oft allein. Die Kinder in westlichen Kulturen müssen so früh wie möglich lernen, eine Nacht durchzuschlafen, am besten von ihren Eltern getrennt im eigenen Zimmer. Das sogenannte Co-Sleeping wird als kulturell nicht angebracht eingestuft. Diese Überzeugung ist von der Angst geprägt, das Baby könnte in der Nacht von den Eltern erdrückt werden. ?
Zur Verbannung der Kinder aus dem Bett der Eltern schreibt der Diplom-Kinderpsychologe Stephan Valentin:? In europa führt körperliche Sistanz der Eltern zum Säugling zurück bis ins Mittelalter. Schon damals predigte die Kirche, daß die Kinder nicht im elternbett schlafen sollten, wegen der hohen Sterberate der Kinder durch Ersticken und Erdrücken im Elternbett. Eine Ausrede, die auch von der Gesellschaft akzeptiert wurde. Die Kinder starben nicht unbedingt aus Versehen, sondern sie wurden von ihren Eltern umgebracht. Und für die Kirche war es eine Möglichkeit, jeglichen Körperkontakt zwischen Eltern und ihren Kindern zu verhindern. Dieses tabu wurde von der Medizin aufgegriffen, als Louis Pasteur auf die Ansteckungsgefahr durch Mikroben hinwies. Ein eigenes Knderzimmer wurde als wichtig für die Gesundheit des Säuglings angesehen.?
? Im mittelalterlichen Europa also kam es zu einer Verbannung der Säuglinge in die Wiege und somit zur Trennung des ursprünglichen engen Körperkontaktes zwischen Mutter und Kind. ?.
Co-Sleeping ist also nicht, wie vielfach behauptet, gefährlich für das Baby. Im Gegenteil, es kann in manchen Fällen auch lebensrettend sin. Die Untersuchung einer Australierin, die sich mit einem gemeinsamen Schlafen von Mutter und Kind in einem Bett beschäftigte, förderte erstaunliche Ergebnisse zutage. Mit Nachtkameras filmte sie die Mütter und Kinder, führte Temperaturmessungen durch und leitete EKGs ab. Festgestellt wurde, daß die Mutter im Schlaf bemerkte, wenn das Kind zu warm wurde, ein Umstand der häufig im Zusammenhang mit plötzlichem Kindstod auftritt. Unbewußt stupste die Mutter das Kind an und veränderte damit die Luftzirkulation. Was im Fall der Fälle lebensrettend sein kann. In Kulturen, in denen die Kinder im Bett der Eltern schlafen, ist die Rate des plötzlichen Kindstodes nicht zufällig viel niedriger als bei uns.


S.177
Körpernähe beim Einschlafen verhindert Ängste beim Kind
In Indien, Japan und Taiwan werden die Kinder von ihren Eltern im Arm gehalten, bis sie eingeschlafen sind. Teddys und andere Stofftiere werden überflüssig, wenn Mutter oder Vater so lange beim Kind bleiben, bis es eingeschlafen ist. In den meisten Hochkulturen wird das Baby in der hoch sensiblen ersten Lebenszeit von dem beruhigenden Körperkontakt mit der Mutter getrennt: Eine frühkindliche Angst, die sich damit im Kind festsetzt, bildet also die Grundlage jeder weiteren Entwicklung.
In anderen Ländern dienen häufig Wiegenlieder als Einschlafhilfe, während bei uns Spieluhren laufen. Sehr beliebt ist auch das Vorlesen einer Geschiche. Aber das Ritual dauert nicht bis zum Einschlafen des Kindes. 86% der Eltern hierzulande denken, daß es nicht nötig ist, beim Kind zu bleiben, bis es eingeschlafen ist.
Durchschnittlich bleiben Mütter in Deutschland 30 Sekunden bei ihrem Baby und auf jeden Fall nicht länger als eine Minute, um es ins Bett zu bringen. Und alleine gelassen wälzen sich 51% der Babys noch bis zu 15 Minuten in ihrem Bettchen, um in den Schlaf zu finden. Schlafgegenstände, ein Tuch (31%), der Schnuller (57%) oder ein Teddy (71%) sind in unserer Zeit von größter Bedeutung. Nicht unbedingt für das Kind, aber für seine Eltern, die ohne Schuldgefühle ihren Nachwuchs der Nacht überlassen können. ?
Es wird jedoch selten darüber nachgedacht, ob diese Ersatzmittel auf längere Sicht eine günstige Wirkung haben. Hauptsache, sie funktionieren. ?
Hilfsmittel, die eine Attrappenfunktion haben, sollten nicht unbedacht angewandt werden. Ein Kind, das allein im Bett schreit, braucht weder Schmerz- noch Beruhigungsmittel, sondern den direkten Körperkontakt mit den Eltern.


S.193
Langzeitstillen heute
Für Menschenbabys müsste eine Stilldauer von mindestens 2,5 Jahren angenommen werden, drei bis 4 Jahre wären völlig normal.
Im Vergleich zu Tieren könnte als Faustregel gelten, daß das Abstillalter von Kindern dann erreicht ist, wenn sie ihr Geburtsgewicht vervierfacht haben oder sechs Mal so lange gelebt haben wie die Schwangerschaft dauerte.


S. 195
Engagierte Ärzte, Stillberaterinnen, WHO, UNICEF, La Leche Liga, Nationale Stillkommission ringen darum, daß in Deutschland mindestens ein halbes Jahr ausschließlich gestillt wird. Danach sollte mit dem Zufüttern fester Nahrung begonnen werden und mindestens zwei Jahre lang weiter gestillt werden.
Wenn man die durchschnittliche Stilldauer weltweit damit vergleicht, ist auch das noch wenig: Sie beträgt 4,2 Jahre.


S. 244
Vorteile des Stillens
– Muttermilch enthält nachweislich über 200 verschiedene Bestandteile und Inhaltsstoffe
– 1 Tropfen Muttermilch enthält 4.000 lebende Zellen.
– Muttermilch ist immer verfügbar, keimarm und richtig temperiert.
– Die Fettreserven, die während der Schwangerschaft eingelagert wurden, werden durch das Stillen abgebaut. Viele Frauen erreichen so schneller ihr Vorschwangerschaftsgewicht.
– Stillen beeinflusst die Rückbildung der Gebärmutter und rediziert den nachgeburtlichen Blutverlust der Mutter.
– Stillende Frauen sind durch Stillhormone entspannter und ausgeglichener.
– Die geistige und motorische Entwicklung wird durch die Art der frühen Ernährung beeinflusst.
– Die erste Milch, das Kolostrum, ist ein wesentlicher Infektionsschutz für Ihr Kind.
– Muttermilch enthält Schutzstoffe gegen Bakterienwachstum.
– Stillen fördert die Entwicklung des Kindes.
– Frühes und häufiges Stillen sowie die einzigartige Zusammensetzung der Muttermilch beugt Neugeborenengelbsucht vor.
– Muttermilch schützt vor Mittelohrentzündung.
– Muttermilch schützt vor Herzerkrankungen.
– Ausschließliches Stillen schützt vor Diabetes.
– Muttermilch mindert das Allergierisiko des Babys, z.B. durch das arteigene Eiweiß.
– Muttermilch passt sich dem augenblicklichen Bedarf des Kindes an.
– Der Nährwert der Muttermilch reicht normalerweise für die ersten 6 Lebensmonate aus.
– Durch das Stillen erfährt das Baby sehr häufig Hautkontakt ? etwa 600 Stunden im ersten halben Jahr. Dies unterstützt die seelische Entwicklung des Babys.
– Stillen verschafft der Mutter mehr Zeit für ihr Baby.
– Stillen unterstützt das optimale Wachstum von Kindern.
– Stillen fördert die Sprachentwicklung durch eine gesunde Entwicklung der Kiefer und der Zahnstellung, der Zungen- und Gesichtsmuskulatur.
– Gestillte Kinder weinen weniger.
– Stillen ermöglicht der Mutter auch in angespannten, hektischen Zeiten kleine Erholungspausen.
– Stillen bietet die optimalen Bedingungen für einen guten Blickkontakt zwischen Mutter und Kind.
– Muttermilch schützt gegen häusliche Keine. Das ist besonders vorteilhaft, wenn das Baby anfängt zu krabbeln und alles in den Mund nimmt.
– Gestillte Kinder haben ein besseres Sehvermögen.
– Ein Stillkind kann ohne großen Aufwand mitgenommen werden.
– Stillen sekt die Säuglingssterblichkeit.
– Stillen mindert die Chance, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken.
– Volles Stillen nach Bedarf verzögert das Wiedereinsetzen der Fruchtbarkeit.
– Stillen bietet Müttern Schutz vor Osteoporose. (+verbesserte Remineralisierung des Skeletts)
– Stillen erspart den Eltern und dem Baby Arztbesuche.
– Stillen belastet die Umwelt nicht, weil die energie- und rohstoffintensive Herstellung, der Transport und die Verpackung der künstlichen Nahrung wegfallen.
– Ausgaben für Milchpulver, Flaschen und Sauger sind überflüssig. Sie sparen viel Geld!
– Gestillte Kinder sind seltener krank. Sie benötigen weniger Medikamente und müssen während ihres ersten Lebensjahres 10-mal weniger stationär behandelt werden.
– Durch Stillen spart unser Gesundheitswesen Kosten.
– Stillen macht Frauen stark. Es stärkt das Selbstbewusstsein.
– Nach Auffassung der American Academy of Pediatrics (1997) führt Muttermilchernährung auch in entwickelten Ländern bei zahlreichen Krankheiten zu einer signifikanten Minderung des Risikos, so z.B. bei Diarrhöen (Durchfallerkrankungen), bronchopulmunalen Infektionen (Entzündungen der Bronchied und der Lunge), Mittelohrentzündungen, Sepsis (Blutvergiftung), bekterieller Hirnhautentzündung, Botulismus (bakterielle Lebensmittelvergiftung), Harnwegsinfekten und schwersten Darmentzündungen. Schutzeffekte der Muttermilchernährung werden auch gegen nichtinfektiöse Krankheiten diskutiert, wie plötzlicher Kindstod, Diabetes Mellitus Typ 1 (insulinpflichtige Blutzuckererhöhung), Morbus Crohn (entzündliche Dünndarmerkrankung), Colitis ulcerosa (entzündliche Dickdarmerkrankung), Lymphome und Allergien. Ferner werden fördernde Einflüsse der Muttermilchernährung auf die kognitive Entwicklung behauptet.
– ?


S.247 ff.
Ausführliche Zusammenfassung der Su Se? (Stillen und Säuglingsernährung)-Studie


– In den untersuchten Kliniken erhielten die zur Entbindung kommenden Mütter die Information zum Stillen am häufigsten beim Geburtsvorbereitungskurs (86,9%) und / oder bei einem Stillgespräch nach der Geburt (78,9%).
– Schriftliches Informationsmaterial zum Stillen lag für die Mütter in 78,3% der Kliniken aus.
– Bei Stillfragen nach der Entbindung standen in den Kliniken meist Hebammen (75,9%) und oder Stillschwestern (57,6%) zur Verfügung.
– Laktationsberaterinnen und /oder Stillgruppen gab es dagegen in nur 23,4% der Klliniken.
– In 93,7% der untersuchten Kliniken wurde das erste Anlegen des Neugeborenen innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt ermöglicht.
– In allen Kliniken war eine Anleitung der Mütter beim ersten Anlegen vorgesehen. Aber nur bei 54,3% aller Kliniken war eine Dokumentation der erfolgreichen Anleitung in der Patientenakte vorgesehen.
– 99,4% der Kliniken gaben als Stillregelung an, daß das Anlegen nach den Bedürfnissen des Kindes und der Mutter erfolge.
– In 66,7% der Kliniken war ein Voll-Rooming-in möglich, d.h., das Kind konnte auf Wunsch der Mutter Tag und Nacht bei ihr sein. Die Möglichkeit wurde nach Einschätzung des Klinikpersonals aber nur von 10% der Mütter wahrgenommen.
– In 78,1% der untersuchten Kliniken waren Richtlinien für die Zufütterung von Flüssigkeit und Säuglingsanfangsnahrung in den ersten 3 Lebenstagen bei gesunden, gestillten Neugeborenen vorhanden.
– In 58,9% der Kliniken wurde nicht routinemäßig zugefüttert, sondern nur bei speziellen Indikationen.
– Als Ergänzung zur Muttermilch in den ersten 3 Tagen standen in 73,1% der Kliniken Flüssigkeiten mit Kohlenhydratzusatz (z.B. Instant-Tee, gezuckerter Tee, Maltodextrin-Glukose-Lösungen) an erster Stelle,
– In 24,4% der Kliniken Flüssigkeiten ohne Kohlenhydratzusatz (z.B. ungezuckerter Tee, Wasser).
– Nur in 2,5% der Kliniken wurde Säuglingsanfangsnahrung (z.B. Pre- oder HA-Nahrungen) gegeben.
– Die Entscheidung über das ? relativ selten vorkommende? Zufüttern einer Säuglingsanfangsnahrung in den ersten 3 Lebenstagen wurde ? entgegen den Empfehlungen ? meist aufgrund des Wunsces der Mutter (70,3%) getroffen, seltener aufgrund einer Anordnung des behandelnden Arztes (33,3%) oder der betreuenden Schwester (30,4%).
– Die Neugeborenen wurden in 66,3% der Kliniken routinemäßig einmal täglich gewogen, in 33,7% der Kliniken häufiger bzw. vor und nach dem Stillen.


Beurteilung der Stillfördermaßnahmen in den Geburtskliniken
– Weniger als 4 von 12 Punkten erreichten 10,8% der Kliniken,
– 4 ? 6 Punkte: 56,4% der Kliniken
– 7 ? 9 Punkte: 29,4% der Kliniken
– mehr als 10 Punkte: 3,4% der Kliniken
– 2 ? 6 Punkte: 67,2% der Kliniken
– 7 ? 12 Punkte: 32,8% der Kliniken
– Während der Schwangerschaft hatten sich 54,1% der Mütter über Säuglingsernährung informiert, 12,4% hatten sich nicht informiert.


– Von den Müttern, die sich vor der Geburt über Säuglingsernährung informiert hatten, hatten sich 80,9% speziell über das Stillen informiert.
– Bücher und Zeitschriften sowie der Geburtsvorbereitungskurs waren die wichtigsten Informationsquellen zum Stillen.
– Von den Müttern, die sich über das Stillen informiert hatten, waren 66,0% mit der Information über das Stillen voll zufrieden, 31,3% teilweise zufrieden und 2,5% nicht zufrieden.
– 64,0% der Mütter wollten ihr Kind bis zu 6 Monate voll stillen.
– 88,3% der Väter hatten eine positive Einstellung zum Stillen.
– Innerhalb der ersten Stunde wurden 65,4% der Neugeborenen stillwilliger Mütter erstmals an die Brust gelegt.
– 72,3% der Mütter wurden beim Stillen angeleitet, in der Mehrzahl von der Schwrster (81,6%), in selteneren Fällen von einer Hebamme (16,4%) oder einer Stillberaterin (2,0%).
– Den Müttern, die beim Stillen angeleitet wurden, wurden in 65,0% der Fälle verschiedene Stillpositionen gezeigt.
– Mit der Stillbetreuung in der Klinik waren 76,2% der Mütter voll zufrieden, 20,4% teilweise und 3,4% nicht.
– Nach der Entbindung hatten 90,8% der Mütter versucht zu stillen.
– Zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Geburtsklinik lag der Anteil ausschließlich gestillter Säuglinge bei 72,8%.
– Schließlich ging der Anteil an ausschließlich gestillten Kindern von 60% 14 Tage nach der Geburt über 41,7% am Ende des zweiten Monats zurück.
– 9,8% waren es noch am Ende des 6. Monats.


Von den Müttern genannte Gründe für primäres Nichtstillen und für das Abstillen:
– Überbeanspruchung durch die Familie
– Keine Zeit
– Rauchen
– Probleme mit der Brust/ den Brustwarzen
– Frühere Probleme beim Stillen
– Keine Lust zum Stillen
– Bevorstehende Erwerbstätigkeit


Häufigste Still- und Ernährungsprobleme im 1. Lebensjahr (von den Müttern genannt)
– wunde Brustwarzen (33,9%)
– zu wenig Muttermilch (27,2%)
– Milchstau (18,3%)
– Schwierigkeiten des Kindes beim Trinken (17,6%)
– Brustentzündung (10,5%)


In der Su Se- Studie? entsprechen die primären Stillquoten sowie Stillquoten im Verlauf der 1. Lebensmonate etwa der Stillsituation in anderen mitteleuropäischen Ländern, z.B. Schweiz, bleiben aber insbesondere nach den ersten 4 Lebensmonaten hinter den Stillquoten in Skandinavischen Ländern weit zurück. So werden z.B. in Schweden im Alter von 6 Monaten noch etwa 75% der Säuglinge teilgestillt.


S.258
Studie über das Vivantes Humboldt Klinikum Berlin


Natürlich steht in dem Buch noch sehr viel Wissenswertes mehr.


Gruß von Rebella, die froh über ihre Intuition ist und entgegen dem Rat von Schwiegermutter und Co. ihre Kinder im Ehebett schlafen ließ/ läßt und ihre Kinder jeweils mehr als 2 Jahre gestillt hat (Nr.2 hängt immer noch an der Brust)


 

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