ElternWiki : Gründungsüberlegungen

Mit folgenden Fragen sollte man sich beschäftigen, wenn man den Gedanken trägt, eine Krabbelgruppe zu gründen.

Was sind die Grundvoraussetzungen?
Die wichtigsten Voraussetzungen zur Gründung ist eine- besser noch zwei Freundinnen oder Bekannte, mit denen du die Gruppe leiten möchtest. Allein ist es sehr schwer, man muss sich Verbündete suchen.
Klare Arbeitsteilung ist eine weitere Voraussetzung. Jeder aus dem Team sollte seine Zuständigkeiten kennen und gut vorbereiten.

Was soll das Ziel unserer Krabbelgruppe sein?
Will ich neue Leute kennen lernen?
Möchte ich dadurch meinem Kind Umgang mit anderen Kindern ermöglichen?
Sollen dadurch Fremde in Kontakt kommen?
Soll die Gruppe etwas mit meiner Gemeinde / Kirche zu tun haben?

Wie sieht die Zielgruppe aus?
Frauen mit ihren Kindern aus der Gemeinde, Eltern mit Kleinkindern, Väter und Mütter mit ihren Babys, Mütter mit ihren Kindern bis 4 Jahren?

Wem wollen wir etwas anbieten?
Nur den Müttern, nur den Kindern, erst den Kindern und danach den Müttern?

Wie informiere ich die Zielgruppen?
Am besten mancht man gezielt Werbung: im Gemeindeblatt, in der Zeitung, in Geburtshäusern, in Krankenhäusern (Wöchnerinnenstation), beim Kinderarzt. Die beste Werbung passiert aber durch Mund-zu-Mund Propaganda und durch gute liebevolle Gestaltung. Meist spricht sich Qualität schnell rum.

Welcher Zeitabstand ist der Richtige?
Wöchentlich ist zwar schön, aber können wir uns das leisten? Vierzehntägig ist zu empfehlen. Bei diesem Rhythmus hat man die Möglichkeit in den Wochen dazwischen, sich zu Nach- und Vorbereitungen im Team zu treffen.

Wo soll das Treffen stattfinden?
Möglichst in einem Raum, der kindgerecht eingerichtet ist. Mit Teppich, Sitzkissen, Spielsachen, die anfangs noch verstaut sind. In Privaträumen ist solch ein Treffen auch möglich, aber eher problematisch, weil bei Krankheit oder Urlaub die Gruppe ausfallen muss. Für manche könnte es auch eine Hemmschwelle sein.

Wie lange soll ein Treffen dauern?
Ein pünktlicher Anfang und ein klares Ende – am besten mit einem Begrüßungs- und Abschiedslied sind sehr hilfreich. Veranstaltungen mit „open end“ stellen sich oft als schwierig heraus, weil die Mütter nicht gehen (vor allem wenn die Krabbelgruppe in Privaträumen stattfindet). Andere scheuen sich zu gehen, weil sie denken, es kommt noch was.

Wie bestreite ich die Kosten?
Das Treffen sollte im Einverständnis mit dem Eigentümern des Raumes stattfinden und keine Mietkosten verursachen. Für alle anderen Ausgaben gibt es die Möglichkeit, bei den jeweiligen Bastelstunden, die angefallenen Kosten für Material zu begleichen, oder aber pauschal einen Teilnehmerbetrag vorab einzusammeln.

Welchen Namen soll unsere Gruppe haben?
Es wäre gut, wenn schon am Namen zu erkennen ist, wen wir im Blick haben: beim „Zwergentreff“ stehen die Kids im Mittelpunkt, beim „Mini-Max-Club“ werden sowohl die Kleinen als auch die Eltern angesprochen. Die „Gemeindemäuse“ gehören zu einer Gemeinde usw.

Weitere Ideen für Namen: Teppichratten, …

Wie finde ich Nachfolgerinnen?
Wer von Anfang an ein klares Ziel vor Augen hat und im Team vor- und nachbereitet, hat große Chancen, dass solch eine Gruppe mehrere Kindergenerationen lang lebt und nicht mit dem Herauswachsen des eigenen Kindes endet. Deshalb ist es wichtig, immer potenzielle Mitarbeiter im Blick zu haben und Mütter auf eine mögliche Mitarbeit anzusprechen. Es ist leichter für eine bestimmte Zeit mitzuarbeiten, als sich für „ewig“ verpflichtet zu fühlen.

(aus: family2/2004)