
Fieber ist eine wichtige Reaktion des Körpers auf Bakterien und Viren. Es aktiviert Stoffwechselprozesse, die Abwehrmechanismen laufen auf Hochtouren. Fieber kann bei Babys und Kindern allgemein sehr schnell auf sehr hohe Werte ansteigen, doch Temperaturen von 39 oder 40 Grad Celsius verkraften sie meist besser als Erwachsene. Genauso schnell, wie das Fieber dramatisch ansteigen kann, geht es oft auch wieder zurück.
Bei Kindern sollte die Körpertemperatur rektal, das heißt im Po, oder mit einem der neuen Geräte im Ohr gemessen werden. Verwenden Sie am besten ein digitales Fieberthermometer, diese sind genauer als Quecksilber-Thermometer, und auch die Messzeit ist kürzer.
So messen Sie rasch und problemlos Fieber:
1.) Wenn Sie die Spitze des Thermometers etwas eincremen, ist die Prozedur für das Baby angenehmer.
2.) Legen Sie Ihr Baby auf den Rücken und heben Sie beide Beine mit einer Hand an. Ruhig so fest zupacken, dass das Kleine nicht strampeln kann.
3.) Führen Sie das Thermometer vorsichtig in den After ein. Damit es nicht verrutscht, können Sie es mit einem Finger an der Pobacke des Kindes abstützen.
4.) Ablenkung – ein Liedchen, eine Spieluhr, ein Mobile – hilft, die kurze Zeit zu überbrücken, bis das Thermometer nicht mehr steigt.
Etwa ab 39 Grad Celsius sollten Sie Fieber senken. Fieberzäpfchen, meist mit dem Wirkstoff Paracetamol, werden nach Alter und Gewicht des Kindes gegeben – die Dosis sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Wadenwickel sind ebenfalls geeignet, die Temperatur zu drücken.
Schwitzt das Kind stark, tut eine Erfrischung gut: Reiben Sie mit einem gut ausgewrungenen Waschlappen den ganzen Körper von oben bis unten mit lauwarmem Wasser ab (niemals kühles Wasser verwenden). In das Wasser können Sie einen Schuss Kamillentee geben. Immer nur kleine Teile des Körpers anfeuchten und anschließend gleich abtrocknen, damit das Kind nicht zu frieren beginnt.
Verhindern Sie Durstfieber
Das Wichtigste für ein fieberndes Kind ist ausreichend Flüssigkeit: Tee, verdünnter Fruchtsaft, Mineralwasser mit wenig Kohlensäure.
Schwierig wird es, wenn Ihr Kind auch auf intensives Zureden hin nichts trinken will. Nimmt es zu wenig Flüssigkeit zu sich, kann das Fieber noch stärker ansteigen und das so genannte Durstfieber einsetzen. Im Extremfall muss das Kind dann ins Krankenhaus. Bevor es soweit kommt, versuchen Sie es mit dem etwas gewaltsam anmutenden „Badetuch-Trick“: Wickeln Sie das Kind fest in ein großes Badetuch, sodass die Hände mit eingewickelt sind, und flößen Sie ihm dann mit einem Löffel die Flüssigkeit ein.
Bleibt das Fieber trotz der Fieber senkenden Maßnahmen auf 40 Grad oder steigt es sogar noch und haben Sie den Eindruck, Ihrem Kind geht es schlechter, so sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Droht ein Fieberkrampf oder wirkt Ihr Kind teilnahmslos, sollten Sie nicht zögern, den Arzt auch am Wochenende oder nachts zu verständigen.