
Eltern, die erst nach langem Warten und mit Hilfe repromedizinischer Maßnahmen ein Kind bekommen haben, stellen häufig die Frage, ob Verhütung bei ihnen überhaupt sinnvoll oder notwendig ist. Oft wird auch angeführt, dass die Frau nach diversen Behandlungen keine Hormone (Pille) mehr nehmen möchte, und es wird nach Alternativen gefragt.
Zur Häufigkeit von Spontanschwangerschaften bei eigentlich unfruchtbaren Paaren gibt es wohl keine Statistik (oder kennt jemand eine?). Aber die Erfahrung vieler Paare aus Foren, in denen es um Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin geht, zeigt, dass es diese angeblichen Sechser im Lotto eben doch wesentlich häufiger gibt als es oft dargestellt wird. Die Mediziner in den Kinderwunschkliniken bekommen das sicher oft nicht mit, weil Patienten, bei denen es doch noch auf natürlichem Weg klappt, eben nicht mehr auftauchen. Und selbst wenn sie sich melden, um die freudige Nachricht mitzuteilen, wird darüber wohl keine Statistik geführt.
Niedergelassene Frauenärzte hingegen bekommen es eher mit, wenn eine unfruchtbare Patientin bzw. eine Patientin mit einem unfruchtbaren Mann doch auf natürlichem Wege schwanger wird. Deshalb empfehlen die meisten Frauenärzte auch Paaren, die durch reproduktionsmedizinische Maßnahmen Eltern wurden, eine sichere Verhütung.
Je nachdem, welcher Grund für die Unfruchtbarkeit vorlag, kann die einmal erlebte Schwangerschaft einen Unterschied machen. Oft gibt es aber keine befriedigende Erklärung dafür, warum es plötzlich einfach so klappt. Die Elternschaft dürfte z.B. bei schlechten Spermiogrammen eigentlich keinen Unterschied machen. Trotzdem kommt es gerade bei ICSI-Paaren mit OAT III durchaus nicht selten zu Spontanschwangerschaften.
Von daher sollte auch ein unfruchtbares Elternpaar nur dann ganz auf Verhütung verzichten, wenn ein weiteres Kind auch willkommen wäre.