Eine Spermienallergie wird gerne mit einem negativen
Postkoitaltest oder
Spermienantikörpern verwechselt. Es gibt aber auch Frauen, die eine richtige Allergie gegen Bestandteile des
Ejakulats haben. Diese haben dann häufig auch Antikörper gegen Spermien, aber darüber hinaus weitere Allergiesymptome nach dem Verkehr.
Die Symptome reichen von Brennen und Juckreiz in der Scheide und auch außen nach dem Verkehr bis zum allergischen Schock (sehr selten). Die Beschwerden können also sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist immer, ob diese auch bei Verkehr mit Kondom auftreten (dann wahrscheinlich keine Allergie).
Als ersten selbständigen Test kann man Versuchen GV nur mit Kondomen zu machen (ggf. latexfrei). Als zweites kann man dann nach SPAK (Spermienantikörpern) im Blut nachschauen. Es gibt einen kommerziell erhältlichen Test für die Suche nach IgE gegen Sperma (wie bei Heuschnupfen z. B. gegen Birke). Es gibt weiterhin die Möglichkeit, einen (sehr aufwendigen) Allergietest zu machen: nach Ausschluß von Infektionen bei Deinem Partner im Blut und Ejakulat (HIV, Hepatitis-Test obligatorisch, ebenso Ejakulat auf Bakterien etc) macht man einen Kratztest am Unterarm innen mit ungewaschenen/gewaschenen Spermien, mit
Seminalplasma (da schwimmen die Spermis drin) etc., auch Latex sollte getestet werden (im Blut und als Pricktest). Bei einem positivem Test würde der Hautkontakt mit dem Ejakulat eine Quaddel an der Haut auslösen, ebenso wie die Histaminkontrolle.
Meistens ist der Auslöser das PSA im Seminalplasma (kommt aus der Prostata). Es kann aber auch zu solchen Reaktionen kommen, wenn der Mann starker Allergiker ist und die IgE-Antikörper nicht nur im Blut, sondern auch im Ejakulat erhöht sind. Dann können diese an die Mastzellen in der Scheide der Frau binden und die Symptome auslösen (momentan die gängiste Theorie).
Man kann, genau wie gegen normalen Heuschnupfen, hyposensibilisieren, ist aber ebenfalls sehr aufwendig (evtl. an der Vaginalschleimhaut). Es sind erfolgreiche Schwangerschaften danach beschrieben worden. Sonst wäre
IUI eine gute Möglichkeit, da die Spermien hier ja gewaschen werden.
Viel häufiger sind aber Scheideninfektionen (Pilz), oder zu wenig feucht etc.
Literatur:
1. Kohn FM, Ring J. Sperm intolerance. My partner has an allergic reaction to me
MMW Fortschr Med. 2000 Sep 14;142(37):
34–5. German.
2. Vogt HJ Sperm intolerance as a possible cause for infertility?
Hautarzt. 1996 Apr;47(4):
312–3. German.
3. Iwahasi K Successful pregnancy in a woman with a human seminal plasma allergy. A case report.
J Reprod Med. 1999 Apr;44(4):
391–3.
(Beitrag von
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