KiWuWiki : Schilddrüsenfehlfunktionen

Wie funktioniert das mit den Schilddrüsenhormonen?


Unser ganzer Körper wird von Hormonen gesteuert, die Bauchspeicheldrüse bildet das Hormon Insulin, das für den Zuckerstoffwechsel nötig ist, das Kortison der Nebennieren (im Übrigen auch Drüsen), und die Schilddrüse bildet T3 und T4, mit denen sie den Zellstoffwechsel unseres Körpers steuert (deshalb spielt alles verrückt, wenn die Schilddrüsenwerte nicht passen).

Fangen wir also mal ganz vorne an. Der Hypothalamus reagiert auf einen niedrigen T3/T4 – Spiegel im Körper und beginnt mit der Ausschüttung von TRH (auch ein Hormon), dieses TRH bemerkt die Hypophyse und diese signalisiert mit dem TSH (Hormon – ist wohl auch wichtig für andere Organe) der Schilddrüse, sie solle mehr T3/T4 produzieren, wenn nun der Hypothalamus genügend freie Hormone registriert, fährt er die Ausschüttung des TRH runter.

Das ist natürlich ganz vereinfacht dargestellt. (Es erklärt aber einiges)

Wie kommt es zu einer Fehlfunktion?


Das ist meist ein schleichender Vorgang und kann viele Ursachen haben.
Diese können sein: Jodmangel, Autoimmunthyreopathien (Hashimoto, Morbus Basedow), zuviel Jod u.v.a.

Wenn nun aber der Hypothalamus zuwenig oder zuviel T3/T4 registriert steuert er gegen somit sinkt der TSH und die Schilddrüsenhormone sollten (beim gesunden Menschen) auch angepasst werden.
Da die Schilddrüse ein guter Jodspeicher ist kann sie aber evtl. nicht aufhören zu produzieren -> Überfunktion -> erniedrigter TSH
Einige Schilddrüsen können aber Jod z.B. schlecht verarbeiten oder bekommen zu wenig Jod und schaffen es daher nicht eine passende Menge Hormone zu bilden -> Unterfunktion -> erhöhter TSH

Autoimmunthyreopathien


Die 2 Arten die ich kenne und wohl auch wichtigsten sind Hashimoto-Thyreoditis und Morbus Basedow. Das Autoimmunkrankheiten, das heißt, das Immunsystem attackiert, aus bisher unbekannten Gründen Teile des Körpers (in diesem Fall die Schilddrüse).

Hashimoto-Thyreodits:


Die Hashimoto hat ihre ganz eigenen Symptome haben wobei aber das bekannteste, die Schilddrüsenunterfunktion (die macht natürlich auch Symptome) ist. Allerdings gibt es bei dieser Krankheit auch Phasen der Überfunktion, die durch die autoimmunen Schübe ausgelöst werden. Dabei wird das SD-Gewebe durch Antikörper (meist TPO-AK oder TAK, seronegative Varianten möglich) zerstört, nach einem solchen Schub, muss ein an Hashi erkrankter in der Regel sein L-Thyroxin (künstliches T4) ein bisschen höher dosieren. Viele Informationen findet man auf [www.hashimotothyreoiditis.de]

Morbus Basedow:


Auch Morbus Basedow ist eine eigene Krankheit mit eigenen Symptomen zu denen Die Schilddrüsenüberfunktion zählt. Diese wird auch durch Antikörper (TRAK) hervorgerufen die dem TSH sehr ähneln und damit der SD signalisieren, sie solle doch mehr T3/T4 produzieren -> zuviel T3/T4 im Blut -> erniedrigter TSH, weil die Hypophyse gegensteuert. Informationen unter [www.morbusbasedow.de]


Das Lied mit dem TSH


Wenn ihr euch mit dem Lesen schon bis hier her durchgerungen habt, könnte euch aufgefallen sein, warum der TSH eigentlich nur ein Richtwert sein kann, wie es der Schilddrüse geht. Nur um es hier erwähnt zu haben, die Hypophyse reagiert sehr langsam auf Veränderungen womit der TSH nicht unbedingt aussagekräftig genug ist um eine eventuelle Dosierung der Hormone anzuzeigen. Deshalb sollten eigentlich gerade während der Einstellungsphase immer Die beiden freien Hormone mitbestimmt werden (FT4 / FT3).
Weiterhin sollte ein TSH niemals isoliert betrachtet werden, sondern immer das Gesamtbild ergibt eine Diagnose, damit meine ich Befinden des Patienten zuzüglich zu den Blutwerten!
Das heißt im Umkehrzug für euch liebe Mit-Unterfunktionierende (die Überfunktionierenden natürlich auch), dass ihr lernen müsst auf euren Körper zu hören um pünktlich gegenzusteuern
!
Über die Höhe des TSH lasse ich mich hier bewusst nicht aus, nur soviel:

0 – 0,4 uU/ml = Unterfunktion, Ausnahmen bei T3-Gabe möglich
0,4 – 2 uU /ml = Normalbereich (auch hier können Symptome Auftreten, der Mensch ist keine Maschine!!)
2 – 4,2 uU/ml = Graubereich / latente Unterfunktion

Ich weise aber noch mal darauf hin, dass man selbst bei einem TSH von 1,0 einen gestörten Zyklus haben kann, weil die freien Werte zum Beispiel nicht stimmen, deshalb müssen die immer mitbestimmt werden. Im Übrigen fühlt sich nicht jeder bei einem freien Levothyroxin-Wert (T4) in Höhe von 50% oder 60% wohl vielmehr hat jeder Mensch seinen eigenen Wohlfühlbereich. Nur in dem eigenen Wohlfühlbereich ist es auch den meisten gegeben durch gesunde Ernährung und Sport abzunehmen

Einstellung auf das Medikament


Das Medikament wie auch immer es heißen mag enthält künstliches T4 (einige auch T3) und muss eingeschlichen werden um keine künstliche Überfunktion zu erzeugen. D.h. man fängt mit 25 ug an und wenn diese gut vertragen werden kann man nach 2 Wochen noch mal steigern auf 50 müg. Diese werden 4–6 Wochen gehalten und dann erfolgt eine erneute Blutabnahme / Gespräch übers Befinden. Wenn die Blutabnahme zeigt, dass alle Werte (TSH, FT3 und FT4) und das Befinden, Steigerungsbedarf zeigen, dann wird gesteigert, ansonsten nicht. So geht’s immer weiter bis es dem Patienten gut geht und nicht bis der Arzt meint die Laborwerte passen!!!

Nur noch soviel: Die freien Werte sollten immer recht eng beieinander liegen, man rechnet diese im prozentualen Verhältnis zum Referenzbereich um. Sie sollten eigentlich immer über der Hälfte liegen, die meisten Hashis fühlen sich sogar erst im oberen Drittel wohl!

Wie ist das bei Morbus Basedow? Bin leider ein Hashi und habe deshalb wenig darüber gelesen, sorry.

*Nochmal als Beispiel wie man Blutwerte in % umrechnet, damit ihr mich auch versteht smile

Laborwerte kommen meist so daher:

TSH 2 (1 – 3 uU/ml) 50% Das berechnet man folgendermaßen: 3–1=2 ; 2–1=1 ; 1:2*100=50%