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Schilddruese (edit)
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Die **Schilddrüse** - Glandula thyroidea Die **Schilddrüse** ist ein schmetterlingsförmiges Organ, welches am Hals unterhalb des Kehlkopfes gelegen ist. Sie umschließt die Luftröhre vorne und besteht aus zwei Lappen, die in der Mitte verbunden sind. Aufgabe: Die Schilddrüse ist am Stoffwechselprozessen, Wachstums- und Reifungsprozessen sowie am Auf- und Abbau von ((Hormone))n beteiligt. Außerdem sind die Schilddrüsenhormone am ((Cholesterin))spiegel beteiligt, regeln den weiblichen ((Zyklus)) durch die Zusammenarbeit mit der Hypophyse und beeinflussen das Nervensystem. Für einen ungestörten Zyklus der Frau ist eine normale Schilddrüsenfunktion unabdingbar. So kann z. B. bei einer ((Unterfunktion)) eine Erhöhung des ((Prolaktin))spiegels im Blut eintreten, der wiederum die ((Eizellreifung)) stört. Ein unverzichtbarer Bestandteil der Schilddrüsenhormone ((Trijodthyronin)) (T3) und ((Thyroxin)) (T4) ist Jod. Die besondere Aufnahme von Jod gilt jedoch nur für die gesunde Schilddrüse. Bei einigen Schilddrüsenerkrankungen ([[Hashimoto]], Morbus Basedow) wird ausdrücklich von der zusätzlichen Einnahme von Jod abgeraten, um die Schilddrüse nicht zu stimulieren. Die Jodaufnahme in die Schilddrüse und die Bildung von T3 und T4 wird durch das in der Hypophyse gebildete TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon) gefördert. T3 und T4 liegen zunächst noch in gebundener Form vor. Im Körper wirksam sind die freien T Werte fT3 und fT4. Liegt eine **Unterfunktion** vor, so werden erniedrigte fT Werte festgestellt. TSH als Hormon, welches die Schilddrüse anregt, ist dagegen erhöht. Eine kompensierte oder latente Unterfunktion der Schilddrüse liegt vor, wenn die Schilddrüsenhormone noch im Normbereich liegen, der TSH-Wert jedoch bereits erhöht ist. Der Hypophyse gelingt es in diesem Fall nur mit einer vermehrten Ausschüttung des TSH, den Hormonhaushalt zu regulieren. Normalerweise ist ein solcher Befund ohne Bedeutung, bei Kinderwunsch-Patientinnen kann dies jedoch bereits die Eizellreifung stören, nicht zuletzt durch den direkten Einfluss auf den Prolaktinhaushalt. Bei Kinderwunsch sollte ein solcher Grenzbefund also korrigiert werden. Anzustreben sind TSH-Werte unter 2, besser noch um die 1 mU/l. Bei einer **Überfunktion** sind die freien T Werte erhöht, während TSH erniedrigt ist. **Diagnostik** zunächst ist nur der TSH-Wert als Screening zu empfehlen. Liegt dieser Wert über 2mU/l, dann ist die Bestimmung von fT3, fT4 und den Schilddrüsenantikörpern zu empfehlen, da bei einem solchen Wert bereits das Vorliegen einer ((Hashimoto))-Thyreoditis möglich ist. Zumindest ist dies aus Gründen der Praktikabilität und der Kosten die empfohlene Vorgehensweise. Es muß einem allerdings klar sein, daß ein Screening nicht immer alle pathologischen Veränderungen erkennen kann, insbesondere da bei einer länger vorliegenden Schilddrüsenerkrankung wie der ((Hashimoto))-Thyreoditis die Hypothalamus-Hyphophysen-Achse nachhaltig gestört werden kann, so dass in diesem Fall der TSH-Wert überhaupt nicht mehr die SD-Stoffwechsellage getreu widerspiegelt. Allerdings wird auch bei zusätzlicher Bestimmung von fT3 und fT4 nicht alle diese Erkrankungen erfasst, da stabile ((euthyreote)) Stoffwechsellagen bestehen können und sich mit Über- oder Unterfunktion abwechseln können. Erst wenn die Schilddrüse durch die Immunkrankheit "ausgebrannt ist", stellt sich eine klassische Unterfunktion ein, die dann jedoch wieder mit Hilfe des TSH feststellbar ist. Ganz konsequent kann die Diagnostik also nur dann sein, wenn man auch noch die ((Schilddrüsen-Antikörper)) mit bestimmt. Wenn ich jetzt noch erwähne, dass diese bei einer "ausgebrannten" Hashimoto auch nicht mehr immer feststellbar sind, wird klar, dass die Schilddrüsendiagnostik eine schwierige ist und nie 100%ig sein kann. --- Info aus der Ärztezeitung vom 29.07.05: MÜNCHEN (wst). Weitaus häufiger als eine manifeste Hypothyreose ist in der täglichen Praxis eine subklinische Hypothyreose. Auch sie kann die Lebensqualität beeinträchtigen und das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. Manifeste Schilddrüsenunterfunktionen sind eine klare Indikation zur Hormonsubstitution. Bei subklinischer Hypothyreose hängt der Behandlungsbedarf von zusätzlichen Befunden ab. Blutabnahme in einer Hausarztpraxis. Bei einer subklinische Hypothyreose sollte das Serum-TSH regelmäßig kontrolliert werden. Foto: klaro Eine subklinische Hypothyreose ist definiert durch ein erhöhtes Serum-TSH bei noch normalen peripheren Schilddrüsenfunktionswerten. Daran hat Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Klinikum München-Bogenhausen auf einer Veranstaltung von Merck Pharma in München erinnert. Häufigste Ursache von Schilddrüsenunterfunktionen ist die Hashimoto-Autoimmun-Thyreoiditis. In den meisten Lehrbüchern wird als obere Normgrenze ein Serum-TSH-Wert mit 4,0 mU/l angegeben. Doch nach aktuellen Erkenntnissen beginnt eine subklinische Hypothyreose bereits ab 2,5 mU/l, sagte Schumm-Draeger. Eine solche subklinische Hypothyreose dürfte in der täglichen Praxis etwa 50mal so häufig sein wie eine manifeste Hypothyreose. Das kann man etwa aus vorläufigen Ergebnisse der Heinz-Nixdorf RECALL-Studie mit 5000 Menschen im Alter von 45 bis 75 Jahren schließen. Bei 0,1 Prozent der Untersuchten war eine manifeste und bei etwa sechs Prozent eine subklinische Hypothyreose gefunden worden, sagte Schumm-Draeger. In der Studie galt als subklinisch hypothyreot, wer einen TSH unter 3,0 mU/l hatte. Wird bei einer Routine-Laboruntersuchung ein TSH von mehr als 2,5 mU/l festgestellt, empfiehlt Schumm-Draeger einen Therapie-Entscheidungsbaum. Werden zusätzlich Schilddrüsenperoxidase-Antikörper (TPO-AK) gefunden, die auf eine progressive Autoimmun-Thyreoiditis verweisen, sollte eine Substitutionstherapie mit L-Thyroxin (etwa Euthyrox®) verordnet werden. Eine solche Therapie könne möglicherweise auch den Autoimmunprozeß verlangsamen. Die gleiche Therapie-Empfehlung gilt für TPO-AK-negative Patienten, wenn das TSH bei 4 mU/l oder darüber liegt. TPO-AK-negative Patienten mit einem TSH zwischen 2,5 und 4 mU/l sollten eine Substitutions-Therapie erhalten, wenn sie eine Struma haben, ein erhöhtes Gesamt- oder LDL-Cholesterin, andere Autoimmunerkrankungen oder wenn Frauen Zyklusstörungen oder unerfüllten Kinderwunsch haben. Fehlen diese Zusatzkriterien, genügen bei TPO-AK-negativen Patienten mit einem TSH zwischen 2,5 und 4 mU/l jährliche Kontrolluntersuchungen, die frühzeitig eine Verschlechterung der Situation erkennen lassen. Wird eine Schilddrüsenhormon-Substitution verordnet, ist bei subklinischer Hypothyreose ebenso wie bei der manifesten Hypothyreose als Therapieziel ein Serum-TSH zwischen 0,5 und 2,0 mU/l anzustreben, so die Expertin.
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