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Leider ist der Irrglaube noch immer weit verbreitet, dass ein abrupter Nikotinentzung schädlicher sei als moderates Weiterrauchen. Eine Studie der Berliner Charité zeigt das Gegenteil!
Nichtrauchen schützt Ihr Kind weiter ...
... vor Frühgeburten. Kinder von Raucherinnen kommen durchschnittlich früher zur Welt, die Gefahr einer Frühgeburt ist erhöht: bereits wenn die Mutter höchstens sechs Zigaretten pro Tag raucht, steigt das Risiko um neun Prozent. Raucht sie 15 Zigaretten und mehr, erhöht es sich um 58 Prozent.
Übrigens: Die ärztliche Versorgung von frühgeborenen Kindern, die auf das Rauchen in der Schwangerschaft zurückzuführen sind, verursacht in Deutschland Kosten von jährlich 43 Millionen Euro, und dies müsse sogar noch als untere Grenze angesehen werden. Die wahren Kosten liegen ziemlich sicher viel höher.
... vor Säuglingstod und Totgeburt. Raucht eine Schwangere mehr als 20 Zigaretten am Tag, verdoppelt sich das Risiko einer für das Ungeborene tödlichen Plazentaablösung im Vergleich zu nichtrauchenden Müttern. Das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg schätzt: etwa 25 Prozent aller Totgeburten und 20 Prozent der Säuglingssterblichkeit könnten vermieden werden, wenn rauchende Frauen bis zur 16. Schwangerschaftswoche aus der Sucht aussteigen würden. Werdende Mütter, die während der ersten 13 Wochen das Rauchen aufgeben, haben in etwa das gleiche Risiko für Totgeburt oder Säuglingssterblichkeit wie Mütter, die von Beginn an rauchfrei waren.
Das heißt allerdings nicht, das Rauchen im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht schädlich ist. Besonders in diesen Wochen schaden das Nikotin und die vielen Zusatzstoffe der Organentwicklung.
.. vor Fehlbildungen. Tabakrauch schädigt das Ungeborene viel empfindlicher als Erwachsene. Das liegt daran, dass sich die Organe des Kindes erst noch entwickeln und noch nicht ausgereift sind. Dadurch können sie sich auch weniger schlecht von Schadstoffen entgiften als im erwachsenen Organismus. Denn Enzymsysteme, die zum Entgiften notwendig sind, sind beim Ungeborenen noch nicht voll entwickelt. Muss das Ungeborene Passivrauchen, können daher Fehlbildungen entstehen. rot(Das Risiko für eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte verdoppelt sich, wenn eine Schwangere täglich 1–10 Zigaretten raucht. Und diese entsteht ja bekanntlich ganz am Anfang der Schwangerschaft! )
... vor Wachstumsstörungen. Nikotin verringert den Blutfluss in der Plazenta. Das Gewebe des Ungeborenen wird dadurch weniger durchblutet. Deswegen ist das Wachstum dieser Kinder verzögert und ihr Geburtsgewicht niedriger. Das Längenwachstum ist bei Kindern von Raucherinnen eingeschränkt, der Kopfumfang verkleinert und das Geburtsgewicht durchschnittlich um 200 Gramm geringer. Konkret heißt das: Raucht eine Schwangere täglich 1 – 5 Zigaretten, mindert sich das Geburtsgewicht oft um 150 Gramm. Bei mehr als 20 Zigaretten täglich können es 350 Gramm sein. Eine leichtere Geburt verspricht das niedrigere Geburtsgewicht nicht. Geburtskomplikationen sind sogar häufiger.
... vor Lungenproblemen. Tabakrauch stört die Lungenentwicklung von Ungeborenen: Die Lungenfunktion vermindert sich, wenn Mama raucht – ein Problem, das nach der Geburt oft bestehen bleibt. So bekommen 28 Prozent der betroffenen Ungeborenen im ersten Lebensjahr wenigstens eine asthmatisch Atemwegserkrankung. Sind Ungeborene, Neugeborene und Kleinkinder Tabakrauch ausgesetzt leiden sie häufiger an akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, Asthma, Allergien und Mittelohrentzündung als Kinder nichtrauchender Eltern.
... vor einer späteren Nikotinabhängigkeit. Kinder rauchender Schwangerer bilden vermehrt Nikotinrezeptoren im Gehirn. Das macht sie anfälliger, später selbst zum regelmäßigem Raucher zu werden, wenn sie im Teenageralter die Droge Nikotin aus Neugier mal ausprobieren.
...vor Zellschäden. Viele Schadstoffe im Tabakrauch durchdringen die Plazenta und gelangen in Babys Blutkreislauf. Das gilt beispielsweise für Kohlenmonoxid. Er blockiert den Sauerstofftransport im Blut und gefährdet dadurch die Sauerstoffversorgung des Ungeborenen. Ebenso gelangen krebserregende Substanzen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und tabakspezifische Nitrosamine in den Körper des Kindes.
Sie alle können das Erbgut schädigen. Und weil der Organismus eines Ungeborenen einen höheren Stoffwechsel hat als der von Erwachsenen, macht ihn das zusätzlich anfälliger für die Schadstoffe im Tabakrauch. Dazu kommt, dass Kinder pro Zeiteinheit mehr Atemzüge machen und pro Kilogramm Körpergewicht ein höheres Atemvolumen haben als Erwachsene. Sie atmen daraufhin im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr giftige Substanzen ein.
... vor Allergien. Rauchen fördert Allergien – und das sogar über die Generationen hinweg. Enkel rauchender Großmütter haben ein höheres Risiko für eine Allergie als Kinder ohne solche Rauchbelastung im Stammbaum, wie Professor John Warner von der britischen Universität Southampton auf dem diesjährigen Welt-Allergie-Kongress betonte. Er und seine Kollegen hatten die Eltern von 908 Kindern befragt. Gemäß diesen Analysen waren die Enkel selbst dann belastet, wenn sie zu den rauchenden Großeltern keinen Kontakt hatten. «Wenn eine Schwangere raucht, schädigt sie vermutlich das Erbgut der Eizellen im weiblichen Fötus», sagt Warner. (Und aus diesen beschädigten Eizellen -die in den ersten Wochen der SS angelegt werden-entstehen später die Enkel mit erhöhter Allergiedisposition.)
... vor Entzugssymptomen bei der Geburt. Babys rauchender Mütter erleben ähnliche Entzugssymptome wie Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Kokain oder Heroin eingenommen haben. Das ergab eine Untersuchung der Brown Medical School in New York. Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft sechs Zigaretten täglich geraucht hatten, zeigten 48 Stunden nach der Geburt Symptome, die auf einen Entzug hindeuten: die Babys waren nervös, leicht erregbar, zitterten, litten oft unter Magen-Darm-Störungen und hatten einen zu hohen Blutdruck.
... vor Verhaltensproblemen. Neben den Wirkungen auf die körperliche Entwicklung bewirkt Rauchen vermutlich auch psychische Probleme. Die Mannheimer Zappelphilippstudie, eine prospektive Längsschnittstudie an 362 Kindern, die Ärzte am Institut für seelische Gesundheit in Mannheim machten, ergab: Kinder rauchender Mütter, die von der Geburt bis zum Beginn der Jugend regelmäßig untersucht wurden, erzielten schlechtere Lernleistungen und waren zwei bis dreimal häufiger verhaltensauffällig als Kinder von nichtrauchenden Müttern.
Das Niveau für Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität war bei ihnen ebenfalls höher als bei Kindern nichtrauchender Eltern. Die Mannheimer Ärzte vermuten daher, dass Rauchen in der Schwangerschaft ein Risikofaktor für eine spätere Aufmerksamkeitsstörung des Kindes ist. Möglicherweise schädigt das Nikotin Rezeptoren im sich entwickelnden Gehirn des Föten, was später ADHS auslösen könnte.
(Quelle:
http://www.delfi-uelzen.de/Delfi-Forum/topic.php?id=170&highlight=&s=36b1f8f40c356e8d2b203c6d9ebdacaf)
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