
Ablauf bei Pflegekindern
- Bis zu Abholung des Kindes läuft es zuerst fast gleich ab wie bei einer Adoption, wobei es bei der Vorstellung des Kindes mehr darum geht wie die rechtliche Situation des Kindes aussieht, welche Kontakte zu den leiblichen Eltern bestehen sollen und ob das Kind später zu der Herkunftsfamilie zurück soll oder nicht.
- Wenn das Kind bei seiner Pflegefamilie ist, finden regelmäßig Gespräche mit dem Jugendamt statt in dem die Situation des Kindes aktuell besprochen wird ( klappt es mit dem Umgang mit den leiblichen Eltern, hat sich die rechtliche Lage geändert, gibt es Auffälligkeiten beim Kind usw. )
- Das Sorgerecht verbleibt bei einem Pflegekind entweder noch bei den leiblichen Eltern oder das Jugendamt ist der Vormund des Kindes ( meistens ) d.h. für einige Sachen braucht man das Einverständnis des Sorgeberechtigten ( z.B. bei Auslandsurlaub, Schulwechsel, OP´s die nicht unter „Notfall“ fallen, da kann man selber entscheiden ) Die Pflegeeltern bekommen in vielen Städten ein extra Ausweis in dem es steht, dass man das Kind in Pflege hat ( braucht man bei sehr vielen Gelegenheiten wie z.B. bei Grenzkontrollen )
- Als Pflegeeltern hat man zu Zeit keinen Anspruch auf Erziehungsgeld und Kindergeld (auf Erziehungsurlaub bei jüngeren Kindern aber schon!), stattdessen bekommt man monatlich „Pflegegeld“ vom JA gezahlt. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Ater des Kindes ( fängt bei ca. 600€ an ) Das Kindergeld wird meistens schon mit dem Pflegegeld verrechnet. Zur Zeit gibt es rechtliche Unklarheiten ob das Kindergeld den Pflegeeltern zusteht oder nicht. Aktuelle Entwicklungen kann man den entsprechenden Internetseiten entnehmen ) Zusätzlich kann man Sonderaufwendungen beantragen wie z.B. Erstausstattung, Einschulung, Weihnachten u.ä.
- Soll das Kind bei den Pflegeeltern auf Dauer verbleiben gibt es noch später, meistens kurz vor der Einschulung, die Möglichkeit gerichtlich die Änderung des Nachnamens zu beantragen. Sofern es dem Wohl des Kindes dient ( ist leider eine Auslegungssache wann es gut ist für das Kind und wann nicht ! )