Für eine erfolgreiche Einnistung eines Embryo´s braucht es eine bestimmte Mindesthöhe der Gebärmutterschleimhaut. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass mindestens 7mm Höhe vorhanden sein müssen. (Es mag in Ausnahmefällen auch bei einer weniger hohen GMS zu einer Schwangerschaft kommen können). Ab einer Höhe von 9mm soll es dann keine weitere Verbesserung der Einnistung mehr geben. Zuviel kann auch schlecht sein: Bei einer Höhe von mehr als 15mm kann ein Schleimhautpolyp dahinterstecken und die Einnistung sogar behindern.
Eine Studie aus dem Jahre 20058 mit dreidimensionalem Ultraschall konnte zeigen, dass die Höhe der Schleimhaut weniger von Bedeutung ist als das Bild im Ultraschall. Sind drei Linien darstellbar wie auf dem Bild, dann sind die Voraussetzungen günstiger als bei einem homogenen Bild, in dem diese Linien nicht darstellbar sind. Auch wurde in dieser Studie darauf hingewiesen, dass nach dem Tag der hCG-Gabe die Höhe der Schleimhaut abnimmt. Ist die Schleimhaut am Tage der Punktion flacher als vor dem Auslösen des Eisprungs, dann ist ist dies den Ergebnissen der Studie zufolge sogar ein positives Zeichen.
Verbesserung der Höhe
Da das Wachstum der GMS von den durch den/die wachsenden Follikeln produzierten Östrogenen verursacht wird, lässt sich dieses durch die Zufuhr von Östrogenen (siehe z. B. Estrifam)von außen auch verbessern. Bei der Eizellspende (in Deutschland bekanntlich verboten!) wird bei den Empfängerinnen (die unter Umständen ja auch nach den Wechseljahren sein können und gar keinen Zyklus / keine Menstruation mehr haben) mit Östrogenen die GMS entsprechend überhaupt erst aufgebaut, um den Embryo aufnehmen zu können. Auch beim Kryo-Zyklus wird, auch wenn ein Kryotransfer im natürlichen Zyklus funktionieren würde, sehr häufig dem Wachstum der GMS nachgeholfen.
Studien zur Verbesserung des Schleimhautaufbaus
Es besteht die Auffassung, daß ein dünnes Endometrium zur Zeit der HCG-Gabe mit einer geringeren Schwangerschaftswahrscheinlichkeit korreliere als ein normal dickes Endometrium. Eine umfangreiche prospektive Studie kann diese Auffassung nicht bestätigen. Vergleichbare Schwangerschaftsraten wurden über eine Endometriumsdicke von 7 bis 11 mm beobachtet. Da diese Ergebnisse1 auf einer sehr großen Anzahl von Untersuchungen beruhen, wird der Aussagekraft vorausgegangener Untersuchungen mit geringerem Zahlenmaterial 2, die z. T. zu divergierenden Ergebnissen kommen, relativiert.
So bestand in einer anderen Studie eine Abhängigkeit der Schwangerschaftsrate von der Endometriumsdicke bei einer IVF-, aber nicht bei einer IVF-ICSI-Behandlung3. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen zur Durchblutung des Endometriums vor und unter Stimulationsbehandlung und der Bedeutung dieses Parameters für die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit. Dort fand man Zusammenhänge, die vermuten lassen, daß eine verbesserte Durchblutung die Einnistung begünstigen kann4. Unter der Vorstellung, daß eine nicht ausreichende Endometriumsdicke auf einer Minderdurchblutung beruhe, wurden zwei therapeutische Strategien eingeschlagen: Die Gabe niedrig dosierten Aspirins und die intravaginale Applikation von Sildenafil (Viagra). In der Viagra-Studie wurden nur Ergebnisse von vier Untersuchungsfällen mitgeteilt5. Eine neuere Studie zu diesem Thema zeigte mit einer größeren zahl von Patientinnen, eine signifkante Verbesserung der Schleimhauthöhe und der Schwangerschaftsrate6 (Mehr hier).
Die Aspirinstudie 7 ergab keine einheitlichen Trends in den Ergebnissen. Therapeutische Empfehlungen können aus diesen Studien nicht abgeleitet werden (weitere Studien zu ASS und Zusammenfassung hier. Dies um so weniger, als auch gezeigt werden konnte1, daß die Endometriumsdicke bei Assistierter Reproduktion kein Indikator für die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ist und durch weitere Untersuchungen auch die gemessene Durchblutung für die Schwangerschaftsrate ohne Bedeutung ist. Ein zu dickes Endometrium (mehr als 14 mm) oder ein solches mit pathologischen Befunden (Endometriumspolypen) wirkt sich allerdings negativ auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit aus.
Tees
Aus den FAQ des Kinderwunsch-Forums:
es wird allgemein angenommen, daß diese beiden Tees den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verbessern können und somit die Einnistung. Es gibt dazu vielfältige Meinungen, die Wirksamkeit ist natürlich auch nicht sicher erwiesen.
Im Kinderwunsch-Forum ist jedoch folgende Vorgehensweise die üblicherweise empfohlene: Bis zur Punktion/Insemination/Eisprung Himbeerblättertee und danach Frauenmanteltee. 2–3 Tassen täglich von jedem.
Literatur
1De Geyterc, Schmitter M, De Geyter M, Nieschlag E, Holzgreve W, Schneider HPG (2000) Prospective evaluation of the ultrasound appearance of the endometrium in a cohort of 1,186 infertile women. Fertil Steril. 73: 106–113
2Weissman A, Golieb L, Caspar RF (1999) The detrimental effect of increased endometrial thickness on implantation and pregnancy rates and outcome in a in vitro fertilization program. Fert. Steril. 71: 147–149
3Rinaldi L, Lisi F, Floccari A, Lisi R, Pepe G, Fishel S (1996) Endometrial thickness as a predictor of pregnancy after in-vitro fertilization but not after intracytoplasmatic sperm injection. Hum Reprod 11: 1538–1541
4Yuval Y, Lipitz S, Dor J, Achiron R (2000) The relationship between endometrial thickness, and blood flow and pregnancy rates in in-vitro fertilization. Hum Reprod. 14: 1067–1071
5Sher G, Fish JD (2000) Vaginal sildenafil (Viagra): a preliminary report on a novel method to improve uterine artery blood flow and endometrial development in patients undergoing IVF
6Effect of vaginal sildenafil on the outcome of in vitro fertilization (IVF) after multiple IVF failures attributed to poor endometrial development
Fertility Sterility Volume 78, Issue 5 November 2002, 1073–1076
7Wada I, Hsu CC, Williams G, Macnamee MC, Brinsden PR (1994) The benefits of low-dose aspirin therapy in women with impaired uterine perfusion during assisted conception. Hum. Reprod. 9:1954-1957
8Jarvela IY, Sladkevicius P, Kelly S, Ojha K, Campbell S, Nargund G.
Evaluation of endometrial receptivity during in-vitro fertilization using three-dimensional power Doppler ultrasound.
Ultrasound Obstet Gynecol. 2005 Nov 4