Natürliche Familienplanung im Theorie-Teil
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Kinderwunsch
Bei
Kinderwunsch ist es wichtig, Geschlechtsverkehr zum richtigen Zeitpunk des weiblichen
Zyklus zu haben. Die fruchtbare Phase beginnt 2–3 Tage vor der
Ovulation und endet wenige Stunden danach. Der
Eisprung findet in der Regel 12–16 Tage vor der folgenden
Menstruation statt und ist also bei einem 28-tägigen Zyklus zwischen dem 12. bis 16. Tag zu erwarten, bei einem längeren oder kürzeren Zyklus entsprechend später oder früher. Zur genaueren Eingrenzung des Ovulationstermins gibt es folgende Methoden:
- Messung des Anstiegs des Luteinisierenden Hormons (LH) mittels eines Schnelltests mit Farbumschlag.
- Bestimmung der Zervixschleimbildung: Ein klarer, Faden ziehender Schleim zeigt den Zeitpunkt des Follikelsprungs an.
Empfängnisverhütung
Unter NFP zur Verhütung wird meist die als äußerst sicher beworbene symptothermale Methode verstanden, bei der Ansätze der Kalender-, Temperatur- und Ovulations-(Billings-)methode kombiniert und weiterentwickelt wurden. Von der Sicherheit ist die NFP zwischen Pille und Hormonspirale einzuordnen (Pearl-Index 0,3 Methodensicherheit, 2,2 Gebrauchssicherheit). Hierbei wird auch die Messung der
Basaltemperatur ergänzend hinzugenommen. Diese
Temperaturkurve vermittelt retrospektiv Informationen über den Zeitpunkt des Eisprungs.
Als Methode, die viel Übung erfordert und viel Raum für Fehler bietet, wird sie von der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zusammen mit der Portiokappe (Pearl-Index von 6) nur als Relativ Sicher eingestuft. Bei dem publizierten sehr niedrigen Pearl-Index handelt es sich um Ergebnisse einer fortlaufende prospektive Studie über 26894 Zyklen von 1382 Frauen (Raith et al., 1999). Auf den Zyklusblättern werden vor Beginn der aktuellen Aufzeichnungen Angaben zum Kinderwunsch gemacht («prae conceptionem).
NFP im weiteren Sinne
Obwohl es zur Konvention geworden ist, mit NFP die symptothermale Methode im Sinne der AG NFP zu bezeichnen, wird der Name auch für natürliche Methoden allgemein verwendet. Dies kann zu Missverständnissen führen, da somit Methoden sehr unterschiedlicher Sicherheit unter einer Bezeichnung zusammengefasst werden. Neben den genannten einzelnen Komponenten der symptothermalen Methode (Kalender-, Temperatur-, Ovulationsmethode) können beispielsweise auch wenig zu empfehlende Methoden wie Coitus interruptus dazugezählt werden.
Verschiedene Verhütungscomputer stützen sich je nach Modell auf die Basaltemperatur oder auf hormonelle Messungen im Morgenurin. Daneben gibt es auch symptothermal auswertende Computer, bei denen die Eingabe des Zervikalschleims möglich ist. Studien der Universität Düsseldorf haben jedoch gezeigt, dass die Handauswertung mit Thermometer und Zyklusblatt den Verhütungscomputern nach wie vor überlegen ist.