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Mit welchen Kosten muß man rechnen?


Für GKV-finanzierte Patienten:


(GKV=gesetzliche Krankenkasse) Eine IVF bei einem 50% GKV-finanzierten Versuch kostet rund 1.500 Euro Eigenanteil, eine ICSI 1.700 Euro Eigenanteil, die IUI je nach Stimulation zwischen 130 und 500 Euro.

Das alles sind Richtwerte, weil der Punktwert in den einzelnen Bundesländern abweichen kann und weil verschiedene Medikamente in verschiedenen Dosen verabreicht werden.

Für die Selbstzahler:


Die Gebühren für Privatpatienten richten sich nach dem GOÄ. Jedoch ist es den einzelnen Praxen überlassen, den wie vielfachen GOÄ-Satz sie abrechnen. In einer Praxis, die den 1,5-fachen GOÄ-Satz abrechnet, entstehen in etwa folgende Kosten:

1. Inseminationszyklus: ca. 225 Euro (+ Medikamente: 30 ? 500 Euro)
2. IVF-Zyklus (incl. Narkose): ca. 1.600 Euro
3. ICSI-Zyklus (incl. Narkose): ca. 2.200 ? 2.800 Euro


– Kostenbeispiel für Kryokonservierung incl. der ersten 6 Monate Lagerung: ca. 420.- Euro,
6 Monate Verlängerung: ca. 100 .- Euro
– Kostenbeispiel für Assisted Hatching: ca. 160.- Euro

Einige Praxen rechnen noch nach dem 1-fachen Satz ab, andere auch nach dem 2,3-fachen Satz. Entsprechend dem Multiplikator ändern sich die Kosten. Denjenigen, die große Schwierigkeiten haben, die Finanzen für die Behandlung zusammen zu bekommen, ist zu raten, sich mehrere Angebote von verschiedenen infrage kommenden Praxen machen zulassen und sich dabei auch den Abrechnungsmultiplikator des GOÄ-Satzes nennen zu lassen. Man muß auch sehr auf die Details einer solchen Rechnung achten. Nur als Beispiel: Wie wird bei einer ICSI die Laborleistung abgerechnet? Und wieviele Eizellen werden abgerechnet? Die komplette Zahl oder eine vorher vereinbahrte Höchstgrenze? Der Unterschied kann einen vierstelligen Euro-Betrag ergeben.

Hinzu kommen die Kosten für die Medikamente. In dem Beispiel für die GKV-Patienten wurde ein Richtwert von 1.600 Euro genannt. Dies ist aber wirklich nur ein grober Richtwert. Es ist ein Unterschied, ob man 10 Tage lang mit je 150 I.E. Menogon stimuliert und dabei für 20 Ampullen ca. 300 Euro bezahlt oder ob man 10 Tage lang 450 I.E. Gonal-F spritzt und für 60 Ampullen dieser Marke ca. 2.700 Euro ausgibt. Hinzu kommt jeweils ein Betrag von rund 400 Euro für das eisprungverhindernde Hormon und für weitere Medikamente.

Sparmöglichkeiten:


Bei den Medikamenten lässt sich viel sparen, indem man sie nicht in einer deutschen Apotheke kauft, sondern in einer Internetapotheke, z.B. dinxper.com, docmorris.com, http://www.paracletos.com/asp2/prijslijivfmed.asp, oder andere. Auch der direkte Einkauf in einem anderen Land, wie z.B. Holland, Italien, Spanien, für den Fall, daß man dort sowieso Urlaub macht, lohnt sich. Auf alle Fälle sollte man immer zuerst die Preise vergleichen. Wer einen Anteil für die Medikamente von der GKV erstattet bekommt, erkundige sich bitte vorher bei seiner Krankenkasse, mit welchen Internetapotheken sie kooperiert.

Weiterhin lässt sich bei den Medikamenten sparen, indem man nicht die teuren gentechnisch hergestellten Präparate wie z.B. Gonal-F oder Puregon nimmt, sondern günstigere Menogon. Die Wirkung dieser Medikamente ist im Prinzip die gleiche. Dennoch verschreiben sehr viele Ärzte bevorzugt Gonal-F. Leider werden die Ärzte von der Pharmaindustrie ziemlich verwöhnt, ich trau ihnen daher nicht immer, wenn sie teurere Medikamente verschreiben. Die Statistik ergab, dass es vom Erfolg her egal ist, was man nimmt: http://www.klein-putz.de/information/print.php?sid=126
Trotzdem kommt es natürlich auch auf den individuellen Einzelfall an. Wenn ein Medikament nicht so gut angeschlagen hat, ist oft ein anderes beim nächsten Versuch erfolgreicher.

Weiterhin lässt sich sparen durch Verzicht auf die Narkose. Oft ist ein leichtes Betäubungsmittel völlig ausreichend. Hier: http://www.klein-putz.de/forum/viewtopic.php?t=18763&start=0 haben bereits verschiedene Frauen ihre Erfahrungen zum Thema PunktionOhneNarkose aufgeschrieben.

Wichtig ist auch die Frage nach den Erfolgsraten in den zur Auswahl stehenden Praxen. Nach dem Deutschen IVF-Register liegen nämlich die Schwangerschaftsraten pro Embryotransfer in den einzelnen Praxen zwischen 6% und 42% (siehe auch den ausführlichen Artikel dazu unter Erfolgsstatistiken. Eine Baby Take Home- Rate pro Embryotransfer von 17% entspricht etwa dem deutschen Durchschnitt, genauso wie eine Schwangerschaftsrate pro Embryonentransfer von ca. 27%. In einer Praxis mit unterdurchschnittlichen Erfolgsaussichten spart man also unter Umständen nicht, auch, wenn nach einem günstigen GOÄ-Satz abgerechnet wird. Daher kann ich nur jedem raten, die Quoten vorher genau abzuchecken! Dabei muß man allerdings sehr aufpassen, weil oft Äpfel mit Birnen verglichen werden. Eine Geburtenrate pro begonnenem Zyklus ist zwangsläufig niedriger als eine pro Punktion oder gar Embryonentransfer. Allgemein werden Schwangerschaftsraten pro Embryonentransfer angegeben, die man dann auch am besten vergleichen sollte. Dabei sollte man auf vergleichbare Altersgruppenstrukturen achten. Über und unter 35 gibt es auch verschiedene Erfolgsaussichten. Ich rate, nach den Quoten getrennt nach über 35-jährigen und unter 35-jährigen zu fragen. Manche Praxen lehnen ältere Patienten häufiger ab, um bessere Quoten präsentieren zu können. Wenn eine Praxis mit Blastozystentransfer arbeitet, sollte man sich auf alle Fälle noch die Anzahl der begonnenen Versuche oder die der Punktionen nennen lassen. Beim Blastotransfer kommt es seltener zum ET, was wiederum die Raten pro ET erhöht.

Informationssammlung zu Auslandsbehandlungen: http://www.klein-putz.de/forum/viewtopic.php?t=1021&start=0

Kosten bei Prof. Zech in Bregenz

In vitro Fertilisierung (Follikelpunktion, Samenaufarbeitung, Zellkultur / inkl. allenfalls ICSI): EUR: 3.850,--

Hodenbiopsie (durch einen Facharzt für Urologie vorgenommen): EUR: 880,--

Narkose zur Hodenbiopsie: EUR: 220,--

Kryokonservierung von Spermatozoen (auch nach MESA bzw. TESE) inklusive Lagerung für ein Jahr: EUR: 330,--

Kryokonservierung von Embryonen: EUR: 330,--

Lagerungskosten kryokonservierter Gameten für 1 Jahr: EUR 165,--

Embryotransfer nach dem Auftauen kryokonservierter Embryonen: EUR: 1.320,--

Assistiertes Hatching: EUR: 165,--

Heterologe Insemination: EUR: 770,--