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Erhöhtes Risiko für Krebs durch Hormonbehandlung?
Erhöhtes Risiko für Eierstockskrebs: In einer Analyse (A. Whittemore, American Journal of Epidemiology 1992, Nov 15;136(10):1184–203) von insgesamt 12 Fallkontroll-Studien, die im Zeitraum von 1956–1986 mit weißen amerikanischen Frauen erfolgten, wurde das Risiko, an Eierstockskrebs zu erkranken, für Frauen, die eine Stimulation der Eierstöcke erhielten mit 4,5% angegeben im Vergleich zu 1,5% ohne eine solche Behandlung. Wenn eine Frau schwanger wurde unter einer solchen Thrapie, dann sank das Risiko unter das durchschnittliche Risiko. Es ist unklar, ob das erhöhte Risiko für ein Ovarialkarzinom durch bestimmte Eigenschaften bedingt ist, die bei Sterilitätspatientinnen häufig auftreten (z. B. fehlender Eisprung) oder durch die Behandlung selbst. Letzlich gibt es keine eindeutigen Hinweise für ein erhöhtes Karzinomrisiko, so haben spätere Untersuchungen die Ergebnisse der Whittemore-Studie nicht bestätigen können. Man nimmt an, daß die Ergebnisse duch die Auswahl der Frauen bedingt war, da kinderlose Frauen häufig unterschiedliche Grunderkrankungen aufweisen und sie dadurch per se bereits ein erhöhtes Risiko aufweisen.
Das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, ist also grundsätzlich für Frauen ohne Kinder gegenüber Frauen mit Kindern erhöht, und zwar unabhängig von einer KiWu-Behandlung. Das würde auch erklären, wie es bei der o. g. Studie zu dem Ergebnis kam, dass das Risiko nur für die erfolglosen KiWu-Frauen erhöht war. Sobald eine Schwangerschaft eintrat, sank das Risiko sogar unter die der Durchschnittsbevölkerung.
Hier der Link zum Abstract der Studie:
Whittemore 1992
Eine sehr umfangreiche Übersicht über mögliche Zusammenhänge zwischen Hormontherapie und möglichen Krebserkrankungen ist im Jahre 2004 veröffentlicht worden. Hier der Link:
Grundwald 2004
(von
Sina_S):Soweit ich weiß, handelt es sich bei Brust- und Eierstockkrebs um hormonell beeinflusste Erkrankungen. Ich denke daher, falls eine Frau bereits entartete Zellen hat (die man aber medizinisch noch gar nicht nachweisen könnte), würden diese möglicherweise durch eine hormonelle Behandlung entfacht und das Wachstum beschleunigt werden. Es dauert ja sehr lange, bis Krebs entsteht. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass man eine IVF durchführen lässt und 1 – 2 Jahre später als Folge Krebs entwickelt. Interessant ist auch, dass die Einnahme der Pille wiederum das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, deutlich senkt, nämlich um bis zu 60 % (dafür ist wohl das Brustkrebsrisiko erhöht).
TKWS /04.05.2004 22:27/ : das Wachstum hormonabhängiger Tumoren kann durch eine Hormonersatztherapie gefördert werden, so geht es zumindest aus aktuellen großen Studien zur Hormonbehandlung in den Wechseljahren hervor. Wenn keine Risiken bestehen, dann ist eine Therapie bis zu 5 Jahren Dauer jedoch nicht in der Lage, die Zahl der bösartigen Neuerkrankungen sigifikant zu erhöhen. Bei der Kinderwunschbehandlung werden die Hormone erstens über sehr viel kürzere Zeiträume verabreicht und außerdem sind es völlig andere Präparate, die dort verabreicht werden.
Uni Hamburg: Die genaue Ursache, weshalb eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt, ist in 95 Prozent der Fälle nicht erklärbar. Bestimmte Risikofaktoren sind das Lebensalter und Umwelt- und Ernährungsfaktoren. Die Häufigkeit von Eierstockkrebs steigt mit dem Lebensalter an. Bei fleisch- und fetthaltiger Ernährung scheint das Risiko für Eierstockkrebs erhöht. Einen schützenden Effekt haben hingegen häufige Schwangerschaften und die Einnahme der Pille. Studien konnten zeigen, dass bei langzeitiger Einnahme der Pille das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, um 60 Prozent gesenkt werden kann.
MWW: Brustkrebsrisiko steigt durch viel Fett, Fleisch und Alkohol Frauen können ihr persönliches Risiko durch die richtige Ernährung erheblich beeinflussen.
Krebshilfe: Eindeutige Risikofaktoren für den Eierstockkrebs sind nicht bekannt. Etwas häufiger erkranken jedoch kinderlose Frauen. Auch bei Frauen, die eine Operation wegen Brustkrebs, Darmkrebs oder Gebärmutterkörperkrebs hinter sich haben, ist das Risiko für die Entstehung eines Eierstockkrebses etwas erhöht. In großen Statistiken wurde weiters ein gewisses, familiär gehäuftes Auftreten all dieser Krebsformen nachgewiesen. Bei Frauen mit genetischen Mutationen des BRCA 1 Gen (siehe oben) ist auch das Eierstockkrebs Erkrankungsrisiko mit 40 % wesentlich höher als in der durchschnittlichen Bevölkerung.
(zusammengetragen von
Sina_S)
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