KiWuWiki: Klimakterium

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Allgemeines


Das Klimakterium wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch als “Wechseljahre” bezeichnet. Und wie in dieser Bezeichnung angedeutet, findet hier ein Wechsel im Ablauf der weiblichen Hormonproduktion statt, der gekennzeichet ist durch ein langsames Zurückgehen der Eizell- und Östrogenproduktion. Der Zeitraum, in dem dies stattfindet beginnt meist mit dem 45. Lebensjahr und endet durchschnittlich mit dem 55. Lebensjahr. Im Zusammenhang mit dem Kinderwunsch sind die vorzeitig eintretenden Wechseljahre von Bedeutung, bei denen der Eisprung bereits vor dem 40. Lebensjahr ausbleibt (Klimakterium praecox). Durch den immer seltener auftretenden Eisprung fehlt der Auslöser für die regelmäßige Monatsblutung und es kommt daher irgendwann zum völligen Sistieren der Blutung. Die letzte Blutung wird Menopause genannt und tritt durchschnittlich mit dem 50. Lebensjahr ein. Der Zeitpunkt wird durch genetische Faktoren aber auch durch Gewicht und Fettverteilung bestimmt. Nikotinkonsum führt meist zu einem früheren Eintritt der Menopause.

Hormonelle Umstellungen


Da die Eizellreifung noch stattfindet, aber nicht mehr regelmäßig, kommt es zu verlängerten Zyklen. Die gestörte Eizellreifung führt auch öfters dazu, daß der Eisprung nicht mehr stattfindet und der Östrogenproduktion keine zweite Zyklushälfte mehr folgt, in der normalerweise Gelbkörperhormon gebildet wird. Dies führt zu einer Östrogendominanz? und kann zu Zwischenblutungen und auch zu Polypen? an der Gebärmutterschleimhaut führen. Das FSH steigt an, da die Hypophyse versucht, die niedrigen Östrogenwerte wieder «anzukurbeln. Da die Eierstöcke aber altersbedingt nicht ausreichend darauf reagieren, steigt der FSH-Wert während der Wechseljahre kontinuierlich an. Ebenso, wenn auch in einem geringeren Ausmaß das LH. Die Produktion männlicher Hormone im Eierstock ist jedoch zunächst fast unverändert und setzt sich bis ins hohe Alter fort, weshalb ältere Frauen oft einen Überschuß männlicher Hormone haben, was sich gelegentlich in zunehmender Gesichtsbehaarung äußern kann.


Ab dem Senium? erlischt die Östrogenproduktion der Eierstöcke fast vollständig, dies ist meist mit 65 Jahren der Fall.

Wechseljahresbeschwerden


Klimakterische Beschwerden sind keine Erkrankung, sondern eine häufige und dann normale Folge des Östrogenmangels. Dennoch können diese Beschwerden die Lebensqualität negativ beeinflussen, wobei dies meist in der Phase der hormonellen Umstellung der Fall ist. Später schwächen sich die Symptome ab, da der Körper sich an die neue hormonelle Situation gewöhnt hat. Bei übergewichtigen Frauen werden die weiterhin gebildeten männlichen Hormone im Fettgewebe zu Östrogenen umgewandelt, daher leiden diese relativ gesehen weniger unter diesen Beschwerden.


Die Hitzewallungen sind die “typischsten” Nebenwirkungen des Klimakteriums und oft die unangenehmste für die betroffenen Frauen. Durch den Östrogenmangel kommt es zu einer gestörten Regulation des Wärmezentrums im Gehirn (Hypothalamus). Das sympathischen Nervensystem bewirkt dann eine Weitstellung der Hautgefäße und Schweißausbrüche (58%)*. Die Hitzewallungen treten überfallartig auf und betreffen die oberen Körperpartien, Hals und Gesicht. Die mit Hautrötungen einhergehenden «Anfälle” dauern meist nur wenige Minuten.
Die Blutung kann unregelmäßig werden und es kommen sehr starke (Hypermenorrhoe?) und/oder verlängerte Blutungen (Menorrhagie?) vor. Auch eine ausbleibende Blutung (Amenorrhoe?), verlängerte Zyklen mit mehr als 35 Tagen (Oligomenorrhoe?) und verkürzte Zyklen mit weniger als 25 Tagen (Polymenorrhoe?) können auftreten. Oft kommen diese Blutungsunregelmäßigkeiten im Laufe der Wechseljahre alle vor und der früher regelmäßige Zyklus tritt immer seltener auf.
Auch dies kann ein Symptom der verminderten Östrogenproduktion sein. Diese Kreislaufsymptome können auch von Herzrasen begleitet sein.
Dies wird zwar auch durch die verminderte Hormonproduktion bewirkt, sicherlich aber durch die Umstände in dieser Lebensphase verstärkt. Meist ist die Frau in einem Alter, wo die Kinder gerade ausgezogen sind und der Mann seine Midlifecrisis durchlebt. Ebenfalls genügend Anlass für Depressionen
Wenn der Hormonmangel über einen längeren Zeitraum besteht, dann treten auch entsprechende Spätfolgen auf. Hierbei ist die Osteoporose zu erwähnen und andere hormonmangelbedingte Veränderungen, wie z. B. nachlassende Festigkeit des Bindesgewebes, was nicht nur kosmetisch von Bedeutung ist, sondern im Bereich des Beckenbodens zu einer Erschlaffung führen kann mit der Folge der Urininkontinenz?. Auch die Blutgefäße leiden unter dem Östrogenmangel und so gleicht sich die zunächst niedrige Herzinfarktrate der Frauen im höheren Alter der der Männer an.

Diagnostik


Normalerweise reicht es, die Blutspiegel von FSH, LH und Östradiol zu bestimmen. Wenn die Östrogene niedrig und die beiden Gonadotropine FSH und LH hoch sind, dann kann man mit großer Sicherheit von einer klimakterischen Hormonlage ausgehen. Auf jeden Fall sollte man andere Erkrankungen, die zu solchen Beschwerden führen, ausschließen: Schilddrüsen Überfunktion?, echte Depressionen, Diabetes und andere.


* Die Prozentzahlen geben den Anteil der Frauen an, die von diesen Symptomen zum Zeitpunkt der Menopause betroffen sind (Nach Lauritzen et al. 1987)

Therapie


Wie eingangs schon erwähnt, ist das Klimakterium keine Erkrankung und eine Therapie daher nicht unbedingt notwendig. Sollten allerdings im Rahmen der hormonellen Umstellung die Beschwerden die Lebensqualität nachhaltig negativ beeinflussen, dann ist eine Therapie sicherlich sinnvoll. Die Frage nach einer Therapie der Wechseljahressymptome stellt sich allgemein eigentlich erst seit dem letzten Jahrhundert, in dem die Lebenserwartung der Frauen so anstieg, daß sie oft mehr als ein Drittel ihres Lebens nach Eintritt der Wechseljahre noch vor sich haben.


Als man feststellte, daß die Bescherden in den Wechseljahren hauptsächlich auf einen Östrogenmangel zurückzuführen sind und entsprechende Östrogenpräparate zur Verfügung standen, wurden diese zunächst sehr großzügig eingesetzt:

Hormonersatztherapie (HRT= Hormon-Replacement-Therapy)


Bei dieser Art der Behandlung werden Östrogene gegeben, meist auch in Verbindung mit Gelbkörperhormon. Wie der Name bereits andeutet, werden die fehlenden Hormone somit durch künstliche ersetzt. Nach Einführung dieser Therapieform wurden die Hormone sehr großzügig gegeben und auch schon bei gering ausgeprägten Folgen des Hormonmangels. Aufgrund der Nebenwirkungen dieser Therapie ist diese mittlerweile umstritten und wird nur noch sehr gezielt bei starken Beschwerden und über einen kurzen Zeitraum eingesetzt. Dabei kommen meist Kombinationen aus Östrogenen und Gelbkörperhormonen zum Einsatz, da eine reine Östrogentherapie die Wahrscheinlichkeit für eine bösartige Veränderung der Gebärmutterschleimhaut erhöhen kann. Nur bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, ist eine reine Östrogenbehandlung möglich.

Lokale Östrogengaben


Geht es nur darum, das östrogenmangelbedingte Austrocknen der Scheide zu vermindern, dann sind auch Scheidenzäpfchen oder Salben anwendbar. Gerade auch im Zusammenhang mit der Urininkontinenz, welche durch eine Senkung des Beckenbodens hervorgerufen werden kann, kann eine solche Behandlung hilfreich sein und helfen, einen Operation zu vermeiden

Phytoöstrogene


Phytoöstrogene sind Stoffe, welche östrogen wirken und pflanzlichen Ursprungs sind. Bekannt sind Traubensilberkerze, Soja und bei depressiven Verstimmungen Johanniskraut.


 

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referenzierende Seiten: Hormonersatztherapie
Phytoöstrogene
Wechseljahren


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