Bedeutet auf deutsch übersetzt: Reagenzglasbefruchtung. Eizellen und Spermien werden dazu im Reagenzglas zusammengebracht und der nach der Befruchtung entstandene Embryo in die Gebärmutter zurückgegeben. Dieser nistet sich dort im Idealfall ein und es kommt zu einer Schwangerschaft. Zur ersten Geburt nach einr IVF kam es im Jahre 1978 (Luise Brown).
Indikationen
Ursprünglich wurde die IVF bei irreparablen Eileiterschäden eingesetzt. Über die Jahre kamen andere Indikationen hinzu: schlechtes Spermiogramm oder Idiopathische Sterilität. Für eine erfolgreiche Behandlung werden nur 50 000 – 150 000 motile Spermien benötigt. Diese Spermien müssen jedoch gut beweglich sein und es wird vorher eine Spermien Aufbereitung durchgeführt. Daher wird bei deutlich eingeschränkter Spermienqualität (< 5 Mio Spermien pro Milliliter) eine ICSI empfohlen, denn sonst bestünde die Gefahr einer ausbleibenden Befruchtung der Eizellen.
Vorbereitung
Um eine ausreichende Anzahl von Follikel zu bekommen und damit auch Eizellen, muss eine Hormonbehandlung durchgeführt werden. Mit Hilfe des Follikel Stimulierendes Hormon (FSH) oder anderer Gonadotropine (z. B. HMG) werden durch tägliche Injektion in der ersten Zyklushälfte mehrerer Follikel zum Wachstum angeregt. Durch Gabe eines weiteren Hormons (HCG) wird die Eizellreifung ausgelöst. Etwa 36 Stunden später erfolgt dann die Follikelpunktion mit Hilfe einer dünnen Nadel unter Ultraschallkontrolle durch die Vagina. Die Eizellen (Oozyten) werden in ein Reagenzglas gegeben und unter dem Mikroskop qualitativ beurteilt. Danach werden die Eizellen (Oocyten) in ein Kulturmedium gegeben und mit dem aufbereiteten Sperma 15 -20 Stunden «bebrütet» (=inkubiert).
Der Nachweis zweier Vorkerne (Pronuklei) in der Zellflüssigkeit (Zytoplasma) der Eizelle zeigt an, dass eine Befruchtung stattgefunden hat.
Maximal drei solcher Eizellen werden weitere 20 – 24 Stunden zum mehrzelligen Embryonenstadium (2 – 8 Blastomere) weiterkultiviert. Eventuell überzählige Eizellen müssen eingefroren oder verworfen werden. So ist es im Embryonen Schutz Gesetz festgelegt. Embryonen dieser Teilungsstadien werden schließlich mit einer geringen Flüssigkeitsmenge (20µl) mittels eines dünnen Katheters in die Gebärmutter übertragen.
Erfolgsraten
In Behandlungszentren mit großer Erfahrung beträgt die Schwangerschaftsrate nach IVF 30 – 35% – Allerdings ist die Abortrate mit 10 – 20% relativ hoch. Die Erfolgsstatistiken der einzelnen Praxen und Kliniken werden in Deutschland nicht veröffentlicht. Weltweit werden die Schwangerschaftsraten mit ca. 25% pro Transfer angegeben. Die sogenannte Baby Take Home Rate beträgt demzufolge ca. 20% pro Versuch.
Risiken
Durch die Eizellentnahme kann es zu Verletzungen von Gefäßen kommen. Auch der Darm und Nerven sind potentiell gefährdet. Da die Prozedur unter Ultraschallkontrolle erfolgt, sind solche Komplikationen jedoch sehr selten.
Obwohl die Rückgabe der Embryonen direkt in die Gebärmutter erfolgt, ist die Zahl von Eileiterschwangerschaften im Gegensatz zu natürlich eingetretenen Schwangerschaften deutlich erhöht und beträgt ca. 5 %.
Die Zahl der Drillingsschwangerschaften ist naturgemäß ebenfalls erhöht und beträgt zwischen 3 und 4%. Besonders häufig treten sie bei jungen Frauen auf, weshalb man in manchen Zentren dazu übergegangen ist, bei Frauen unter 30 Jahren nur 2 Embryonen zurückzugeben.