KiWuWiki : ImmunologieUndEinnistungBeiEndometriose

Endometriose und Einnistungsstörungen




Endometriose und immunologisch bedingtes Einnistungsversagen: eine rationale Basis für die Behandlung bei IVF und begleitender immunmodulierender Therapie

Endometriose ist eine Erkrankung bei der die utereine Auskleidung (Endometrium) auf Strukturen im Becken außerhalb der Gebärmutterhöhle wächst.In frühen Endometriosestadien gibt es gemeinhin wenig, falls überhaupt, sichtbaren Anlaß für eine anatomische Störung bei der Freisetzung einer Eizelle (Eisprung / Ovulation) oder deren Transport vom Ovar durch den Eileiter.

Im Gegensatz zu weiter fortgeschrittender Endometriose, die charakterisiert wird durch das Vorkommen von Verwachsungen / Verklebungen im Beckenbereich, die die normale Anatomie behindern und sich auswirken auf die Befruchtung wie auch auf Ei / Embryo Transportmechanismen.
Es ist naheliegend anzunehmen, daß Frauen mit regelgerechtem Eisprung bei milder bis mittelschwer ausgeprägter Endometriose, keine Empfängnisschwierigkeiten haben sollten falls ihre anatomischen Beeinträchtigungen chirurgisch angegangen wurden oder dass Endometriose bedingte Unfruchtbarkeit nur auf Fälle mit stärkerer anatomischer Ausprägung zutrifft….nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.

Die natürliche Empfängnisrate für gesunde, ovulierende Frauen in ihren frühen 30er Jahren (die keine Endometriose haben) liegt bei 15% / Monat / Empfängnisversuch und bei 70% / Jahr / ernsthafte Empfängnisbemühung.
Im anderen Fall liegt die Empfängnisrate von Frauen im vergleichbaren Alter mit milder bis mittelschwerer Endometriose (keine oder wenige anatomische Einschränkungen) bei 5 – 6%/Monat und bei 40% nach DREI Jahren des Versuchens.

Die reduzierte Empfängnisrate bei Frauen mit Endometriose kann größtenteils erklärt werden durch:

1. Toxine in der peritonealen Flüssigkeit:

Frauen mit Endometriose (unabhängig von der Ausprägung) haben möglicherweise “toxische Faktoren“ in der sich in Bauchraum befindlichen Flüssigkeit. Diese „Toxine“ reduzieren das Empfängnispotential um der Faktor 3 – 4. Nur Techniken der assistieren Reproduktion (wie IVF, GIFT oder ZIFT (?)) welche aufgrund ihrer Anwendung verhindern, dass das Ei in Kontakt zu toxischer peritonealer Flüssigkeit kommt, können diesen Effekt umgehen. Das könnte zumindest erklären, warum normal ovulierende Frauen mit milder bis mittelschwerer Endometriose 3 – 4 mal weniger häufig empfangen, als ihre Kolleginnen ohne Endometriose. Frauen mit milder bis moderater Endometriose sind genauso wahrscheinlich empfängnisbereit, wie Frauen mit chirurgischer Behandlung (Entfernung der Endoherde), oder mit nachfolgender Eisprungauslösung mit oder ohne anschließender IUI. Einfach gesagt….wenn normal ovulierende Frauen mit milder bis moderater Endometriose empfangen nach IUI, chirurgischer Endoentfernung oder nach Gebrauch von Eisprung fördernden Medikamenten, dann eventuell eher trotz dieser, als durch diese Behandlungen.

2. immunologisch bedingte Einnistungsfehler:

Wir haben früher schon berichtet, daß 66% aller Frauen mit Endometriose (egal welchen Schweregrades) Antiphospholipid-Antikörper (im weiteren kurz: APA) in ihrem Blut haben. Ebenfalls, was vielleicht noch bedeutsamer ist, haben wir herausgefunden, dass etwa 30% der Frauen mit Endometriose (egal welchen Schweregrades) Hinweise auf eine erhöhte Aktivität der Killerzellen zeigen (im weiteren kurz: NKa = natural killercell activity) gemessen in ihrem peripheren Blut oder in der Endometriumschleimhaut. In diesen Fällen gibt es eine Wahrscheinlichkeit früher oder späterer immunologisch bedingter Einnistungsfehler. Im Falle der frühen immunologisch bedingten Einnistungsfehler, erfolgt die Abstoßung bevor der Embryo an die Gebärmutterwand andockt, gewöhnlich sogar bevor HCG im Blut nachweisbar ist. Streng genommen leiden diese Frauen nicht an wirklicher Unfruchtbarkeit, sondern haben „Mini-Fehlgeburten“ die so früh erfolgen, dass sie meist nicht einmal wahrgenommen werden, weil eine Schwangerschaft nicht bemerkt wurde. Im Falle eines späteren Einnistungsfehlers mag sich schlechte/fehlerhafte Einnistung in einer Fehlgeburt manifestieren. Es ist nicht gesichert ob die APAs selbst den Einnistungsfehler bewirken. Wir nehmen an, dass es „Marker“ geben könnte, die auf Frauen hinweisen, die diese immunologischen Einnistungsfehler haben könnten.

Selektive Immunmodulation mit Heparin und/oder Immunglobulin G (IVIG) kann oftmals effektiv gegen immunologischbedingte Einnistungsfehler wirken und zu einer erfolgreichen, durch die Anwendung von Techniken der assistieren Reproduktion, herbei gegführten Schwangerschaft führen bei Frauen, die erhöhte zelltoxische APAs und/oder erhöhte Killerzellen haben.
Weniger als ein Dutzend Labore in den USA sind in der Lage die Blutwerte von IgA, IgG und IgM-bedingten APAs zu messen, die sich gegen 6 oder 7 spezifische Phospholipide richten oder sind in der Lage die Killerzellaktivität in Bezug auf die Auswirkung auf K-562 Ziel-/Referenz-Zellen mit der nötigen Sensitivität zu messen. Daraus ergibt sich, dass alle immunologischen Tests in einem der besagten Labore gemacht werden sollten.

Quelle: http://www.haveababy.com/infert/immunomod.asp?site=

Mehr zu