KiWuWiki : Hormonersatztherapie

Hormonersatztherapie


Die Hormonersatztherapie (HRT= Hormon Replacement Therapy) ersetzt, wie der Name schon sagt, fehlende Hormone. Damit sind vor allem und das Gelbkörperhormon gemeint. Es gibt eine Vielzahl an Präparaten, die beide oder eines dieser beiden Hormongruppen enthalten. Alternativ kommt es vor allem in den Wechseljahren zum Einsatz von Phytoöstrogenen.

Während die HRT bei jungen Frauen mit einem chronischen Östrogenmangel (AnorexiaNervosa, Turner-Syndrom, vorzeitige Wechseljahre) unumstritten ist und der Nutzen die Nebenwirkungen bei weitem überwiegt, ist dies bei Frauen in den Wechseljahren nicht so eindeutig.

WHI-Studie


Bei der sogenannten WHI-Studie (Women Health Initiative) kam es zu einem Abbruch der Studie aufgrund erhöhter kardiovaskulärer Risiken, obwohl die Schlussfolgerung, daß Östrogene zu einem erhöhten Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko führen, sehr unstritten und wohl auch unberechtigt ist: http://www.kup.at/journals/summary/4535.html, Prof Braendle in den «Gynäkologischen Nachrichten und http://www.villarsgyn.ch/hormonstudie2002.htm.

Das Brustkrebsrisiko stieg in dieser Studie bei den mit Östrogenen und Gestagenen behandelten Frauen ab dem 4. Jahr der Einnahme an, weshalb ein Überschreiten dieses Zeitraums bis max. 5 Jahre gegenwärtig nicht zu empfehlen ist. Bei einem Teil der patientinnen in der Studie wurde lediglich mit Östrogenen behandelt, dieser Teil der Studie lief bis 2004 weiter, da ein erhöhtes Brustkrebsrisiko nicht bestand.

Empfehlung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte


  1. Klimakterische Beschwerden
Alle Östrogen-Gestagen-Kombinationen nur bei ausgeprägtem individuellen Leidensdruck, nach Ausschluss von Risikofaktoren (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, venöse thrombembolische Komplikationen, Krebs) sowie nach Aufklärung der Patientinnen über die möglichen Risiken verordnen. Die Anwendungsdauer so kurz wie möglich (z. B. 1–2 Jahre; gegebenenfalls Auslassversuche), die Östrogendosis so niedrig wie möglich wählen. Besteht die HRT schon länger als ein Jahr, bedenken, dass einerseits das Brustkrebsrisiko mit zunehmender Therapiedauer ansteigt und das Schlaganfallrisiko in der WHI-Studie nach einer im zweiten Beobachtungsjahr einsetzenden Erhöhung über mehrere Jahre erhöht blieb, andererseits das Risiko für Herzinfarkt und venöse thrombembolische Komplikationen wahrscheinlich eher sinkt.
  1. Osteoporoseprophylaxe
Bei postmenopausalen Frauen ohne erhöhtes Osteoporoserisiko Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Osteoporoseprophylaxe nicht mehr verordnen und bei Frauen mit erhöhtem Risiko osteoporotischer Frakturen das Spektrum der anderen für die Osteoporoseprophylaxe zur Verfügung stehenden Optionen eingehend als Alternative in Betracht ziehen. Die Indikation zur Fortführung einer bereits seit mehreren Jahren durchgeführten HRT zur Osteoporoseprophylaxe bei Frauen mit erhöhtem Risiko für eine osteoporotische Fraktur in Bezug auf die oben angeführten Aspekte überprüfen.
  1. Rückbildungserscheinungen an den Harn- und Geschlechtsorganen
Zur Vorbeugung und Behandlung von durch Östrogenmangel bedingten Rückbildungserscheinungen an den Harn- und Geschlechtsorganen Präparate zur topischen Applikation in Betracht ziehen.

Eine Behandlung mit Östrogen-Gestagen-Kombinationen zum Zweck der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist aufgrund der aktuellen Datenlage nicht gerechtfertigt. Eine solche Vorbeugung ist bei den in Deutschland sich im Verkehr befindlichen Präparaten aber auch nicht als Anwendungsgebiet zugelassen.

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