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Die heterologe Insemination ist eine Insemination mit Spendersamen. Sie wird meist angewendet, wenn bei einem Mann gar keine Spermien mehr vorhanden sind (Azoospermie). Manche Paare entscheiden sich auch dafür weil mehrere IVF/ICSI-Versuche erfolglos blieben und der Grund dafür beim Mann gesehen wird oder weil sie bei einer männlichen Fruchtbarkeitsstörung keine IVF durchführen lassen möchten. Wiederum andere Paare lassen eine HI durchführen, um Erbkrankheiten nicht weiterzugeben oder weil auf Grund einer genetischen Erkrankung immer wieder Fehlgeburt?en auftreten. Eine weitere Gruppe sind homosexuelle Frauen oder auch alleinstehende Frauen, die sich trotz fehlenden Partners ihren Kinderwunsch mittels HI erfüllen wollen. Für die beiden letztgenannten Gruppen kann es auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland jedoch recht schwierig sein, professionelle Unterstützung zu finden. Im folgenden werde ich häufig vom (heterosexuellen) Paar sprechen. Ich bitte Singlefrauen und lesbische Pärchen sich bitte mitgemeint zu fühlen, sonst wird es mit den Formulierungen komplett unübersichtlich.
Allererste Vorausetzung ist natürlich, dass sich das Paar für eine HI entschieden hat. In den meisten Fällen braucht mindestens einer der beiden Partner eine ganze Weile um sich mit dem Gedanken anzufreunden. Da helfen dann nur Zeit lassen, viele Informationen sammeln und immer wieder darüber sprechen. Sehr empfehlenswert sind für sich in der Entscheidungsphase befindliche Paare auch die Seminare von Petra Thorn
http://www.pthorn.de zum Thema HI. Sollten sich nicht beide Partner dafür entscheiden können, ist die HI sicherlich nicht der richtige Weg.
Einige, aber nicht alle Praxen verlangen für die HI einen Trauschein. Dies liegt daran, dass nur bei verheirateten Paaren der Gesetzgeber zunächst automatisch den Ehemann als Vater des Kindes anerkennt und Spender und Arzt vor Unterhaltsansprüchen geschützt sind.
Weiterhin verlangen viele Praxen einen notariellen Vertrag. Wenn dokumentiert ist, dass beide Elternteile der Befruchtung zugestimmt haben, tritt der Vater mit allen Rechten und Pflichten an die Stelle des Spenders. Selbst wenn die Praxen diesen Vertrag nicht verlangen oder selbst Vertragsvordrucke bereit stellen, empfiehlt sich unbedingt eine notarielle Beglaubigung. Nur so sind alle Parteien, Kind, Vater und Mutter vor allen Eventualitäten geschützt. Und da Scheidungen etc. auch vor HI-Eltern nicht Halt machen sollte man an dieser Stelle besser nicht sparen. Eine Notarsliste findet Ihr im HI-Forum.
Manche Praxen verlangen außerdem ein psychologes Vorgespräch. Die meisten Paare, die zwangsweise an einem solchen Gespräch teilnehmen mussten, haben sich hinterher recht positiv darüber geäußert. In den allermeisten Fällen findet wohl eher eine psychosoziale Beratung statt, als dass wie befürchtet, die potentiellen HI-Eltern auf ihre Eignung überprüft werden.
Auf Grund neuer EU-Gesetze müssen außerdem beide potentiellen Elternteile HIV-negativ sein.
In manchen Praxen werden die Paare auch zu einer genetischen Beratung geschickt.
Die HI ist vom Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen. Die Kosten für die Behandlung, Medikamente, die Spendersamen, Laborkosten etc. müssen also alle selbst getragen werden.
Wieviel eine HI kostet lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Neben den unterschiedlichen Preisen, die bei den verschiedenen Praxen und Banken anfallen, kommt es auch sehr darauf an, wie das Zyklusmonitoring durchgeführt wird und welche und wieviele Medikamente benötigt werden.
Ob die Kosten für die HI steuerlich abgesetzt werden können ist strittig. Es lohnt sich in jedem Fall, sich vom Kinderwunschzentrum eine Rechnung auf der die HI nicht erwähnt wird schreiben zu lassen und diese mit allen weiteren Quittungen (Medikamente etc.) beim Finanzamt einzureichen. Häufig werden die Kosten dann anerkannt.
Als Selbstzahler ist man immer Privatpatient, d.h. die Preise werden nach GOÄ berechnet. Für Selbstzahler setzen viele Praxen die Preise allerdings unter dem sonst gültigen Steigerungssatz (2,3–2,5fach) an. Man sollte also durchaus die Preise verschiedener Samenbanken und Praxen vergleichen und daher mehrere Angebote einholen. Wünschenswert wären Steigerungssätze bis maximal 1,8fach. Unter dem einfachen Satz darf der Arzt die Leistung allerdings nicht anbieten. Man sollte sich auch erkundigen, ob diese Steigerungssätze auch für Ultraschall und Labor gelten. Manche Praxen bieten auch Festpreise an. Hier gilt es sich genau zu erkundigen was diese Festpreise beinhalten und welche Form des Zyklusmonitoring? (ggf. auch Spermien) damit verbunden ist. In einigen Fällen rechnen die Praxen auch bestimmte Leistungen wie die anfallenden Beratungen oder teilweise sogar das Zyklusmonitoring mit der Krankenkasse ab. Dies ist insbesondere auch dann häufig der Fall, wenn das Zyklusmonitoring beim Haus-Gynäkologen durchgeführt wird. Eine Praxisliste mit Angaben zu den Kosten findet sich im HI-Forum.
Bei den Samenbanken gibt es ebenfalls preislich recht deutliche Unterschiede. Fast alle Banken nehmen eine Grundgebühr für die Spenderuntersuchung und das „Matching“ in der u.U. auch die Spermien für eine gewisse Anzahl von Versuchen enthalten sind. Andere rechnen pro Probe ab. Je nachdem wie schnell man Erfolg hat, ist das eine oder andere billiger. Zu achten ist auch auf zusätzlich anfallende Kosten wie Transportkosten, Aufbewahrungskosten, Reservierungen für ein Geschwisterchen etc. Manche Banken berechnen auch unterschiedliche Kosten, je nachdem ob das Paar verheiratet ist oder nicht und ob ein Yes-Spender gewünscht wird.
Sollte man Medikamente für die Stimulation? benötigen, so lohnt es sich hier ebenfalls Preise, zu vergleichen. Wenn man in der Stammapotheke kauft, so sollte man darum bitten, das Präparat des günstigsten Herstellers zu erhalten oder falls noch günstiger einen Re-Import. Im Ausland kosten die gleichen Medikamente häufig nur einen Bruchteil dessen, was man in deutschen Apotheken zahlt. Es gibt inzwischen auch Auslandsapotheken, die unkompliziert nach Deutschland versenden. Eine weitere Möglichkeit Geld zu sparen ist die Weitergabe von Medikamenten durch Kinderwunschpaare, die diese nicht mehr brauchen. Der Weiterverkauf von Medikamenten ist in Deutschland grundsätzlich zwar verboten, das Weitergeben an sich jedoch nicht. In einigen Internetforen findet man daher immer mal wieder den Hinweis „Medikamente abzugeben“. Hier ist allerdings auf einen geeigneten Versand zu achten – manche Medikamente sollten gekühlt werden. Das Verfallsdatum sollte natürlich möglichst auch nicht überschritten sein.
Mit der Kinderwunschpraxis ist es wie mit allen Ärzten: die Chemie sollte stimmen. Und da es sich hier um eine recht intime Angelegenheit handelt und man – falls es nicht gleich klappt – dort womöglich viel Zeit verbringen wird, ist es doppelt wichtig, sich gut aufgehoben zu fühlen. Und nicht jede Praxis passt zu jedem Kinderwunschpaar. In einem Erstgespräch kann man die Praxis kennenlernen. Hierbei sollte man auf folgende Dinge achten:
Das Bauchgefühl ist mit eines der wichtigesten Kriterien. Man sollte darauf achten, dass die HI in der Praxis nicht nur ein ungeliebtes Stiefkind ist. An Inseminationen wird nicht so viel verdient, wie an IVFs. Der Arzt sollte sich jedoch genauso intensiv um ein gutes Behandlungsschema bemühen und möglichst nicht nach 3 erfolglosen Inseminationen bereits empfehlen auf eine HIVF umzuschwenken (es sei denn natürlich es liegen medizinische Gründe dafür vor). Überhaupt sollte man das Gefühl haben, zwar gut beraten zu werden, die wichtigen Entscheidungen jedoch letztlich selber treffen zu dürfen. Weiterhin sollte die Praxis von sich aus versuchen den Mann mit einzubeziehen. Manche Praxen lassen z.B. auf Wunsch den Mann bei der Insemination assistieren (z.B. die Spritze mit den Spermien „abdrücken“). Fragen sollten verständlich beantwortet und nicht abgetan werden. Sonderwünsche sollten zumindest angehört werden. Weiterhin sollte ein gewisses Maß an Intimsphäre gewahrt werden. Gespräche sollten am Schreibtisch stattfinden und nicht nebenher während einer Behandlung oder Untersuchung auf dem Gynstuhl. Und da eine Kinderwunschbehandlung manchmal sehr belastend werden kann, ist es schön wenn auch ein wenig Empathie gezeigt wird. Manche Praxen bieten auch psychosoziale Beratungen an.
Bisher hat sich häufig gezeigt, dass User, die bereits zu Anfang ein schlechtes Gefühl bezüglich einer Praxis hatten, dort auch wenig Erfolg hatten. Es lohnt sich also, so lange zu suchen, bis man etwas findet, was zu einem passt.
Zum Thema Kosten siehe auch weiter oben. In seriösen Praxen wird das Thema Kosten im Erstgespräch angesprochen und Kostenvoranschläge, häufig in schriftlicher Form erstellt. Gute Praxen informieren von sich aus, welche Kosten man selber tragen muss und welche Kosten die Krankenkasse übernimmt. Manche Praxen bieten außerdem Ratenzahlungen für finanzschwache Paare an.
Für die Wahl des richtigen Kinderwunschzentrums? ist außerdem auch das Thema Samenbank wichtig. Nicht jedes Kinderwunschzentrum akzeptiert alle Samenbanken. Passt eine der Banken, mit denen mein Kinderwunschzentrum zusammenarbeitet zu meinen Wünschen? Lässt mir meine Praxis da freie Wahl? Weiterhin sollte man klären, wie die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Samenbank funktioniert. Um welche Dinge muss ich mich selber kümmern?
Die medizinische Kompetenz ist für den Laien häufig schwer zu beurteilen! Man kann aber nach den Erfolgsquoten der Praxis und dem Ranking im IVF-Register fragen. Hierbei sollte man fragen, wieviele Schwangerschaften eintreten und wieviele Paare pro angefangenen Zyklus letztlich mit einem Kind nach Hause gehen. Eine ausführliche Vorgeschichte (Anamnese) sollte erhoben werden und evtl. vorliegende Vorbefunde gesichtet werden. Gibt es ein 0–8-15-Schema, oder wird ein individuell auf mich zugeschnittenes Behandlungsschema erstellt? Überlegt sich die Praxis nach mehreren Fehlversuchen ein neues Konzept? Schaut sie auch nach nicht rein gynäkologischen Gründen für Fehlschläge (Schilddrüse etc.)?
Für die HI ungeheuer wichtig ist eine gute Praxis-Organisation. Eisprünge richten sich nicht nach Öffnungszeiten oder Wochentagen. Die meisten Frauen sind außerdem berufstätig und müssen die Termine (durchaus 2–3 pro Zyklus und das womöglich über mehrere Monate hinweg) irgendwie in ihren Berufsalltag einpassen. Starre Zeiten zu denen Ultraschalle und Inseminationen stattfinden können dabei zum großen Hindernis werden, denn man wird sich nicht immer für alle Behandlungen so kurzfristig Urlaub nehmen können. Schön ist daher, wenn die Untersuchungen und Behandlungen auch nach Feierabend, in der Mittagspause und an Wochenenden möglich (u.U. sehr wichtiger Punkt!) sind. Wenigstens am Samstag sollte eine Insemination möglich sein. Schön ist es auch, wenn es einen mir zugeordneten Arzt gibt und man nicht immer wieder alles von vorne erzählen muss. Ist dies nicht der Fall, kann man ruhig mal fragen, wie die Kommunikation zwischen den Ärzten sichergestellt wird. Die ganze Akte werden die Kollegen wohl kaum jedes Mal lesen wollen. Außerdem sollten Telefonkontakte möglich sein, wenn dringende Fragen auftreten („Ich hab erst übermorgen Termin, aber mein LH-Test ist heute schon positiv, was tun?“). Wie flexibel ist die Terminvergabe? Kann ggf. auch mein Haus-Gyn das Zyklusmonitoring übernehmen, falls der Fahrtweg weit ist oder ich das möchte?
Schließlich gibt es noch Extras die bei der Entscheidung für eine Praxis auch eine Rolle spielen können: Manche Praxen bieten begleitende Angebote wie Akupunktur? oder bestimmte Naturheilverfahren? an oder sind besonders gut auf endokrinologische (z.B. Schilddrüse) oder immunologische (Einnistungsstörungen) Sonderfälle eingerichtet. Inzwischen gibt es auch in vielen Praxis eine Kooperation mit psychosozialen Beratern. Man sollte ruhig danach fragen, wenn man mitten in der Behandlung das Gefühl hat, dass einem alles über den Kopf wächst.
Nicht zuletzt kann man im Forum nach Erfahrungen mit speziellen Kinderwunschzentren fragen.
Seit der letzten Gesundheitsreform, d.h. zeitgleich mit der Einführung der Praxisgebühr (10 Euro) sind Fachärzte verpflichtet, an die überweisenden Ärzte einen Arztbrief mit allen wichtigen Informationen zu schicken (Die Idee dabei war, dass man die Lotsenfunktion der Hausärzte stärken wollte und sicherstellen wollte, dass alle medizinischen Informationen irgendwo zusammenlaufen). Dabei dürfen sie Details wie z.B. HI auch nicht einfach weglassen. Schreiben die Ärzte keinen Arztbrief an den überweisenden Arzt, dürfen sie ihre erbrachten Leistungen nicht abrechnen. Da die meisten von uns Kassenpatienten sind, brauchen sie eine Überweisung fürs Kinderwunschzentrum, wenn sie nicht nochmal extra 10 Euro zahlen wollen, d.h. Hausarzt und evtl. auch Gynäkologe bekommen einen Brief in dem der Verlauf der Versuche beschrieben wird. Viele Kinderwunschzentren haben auch nur beschränkte Kassenzulassungen und brauchen dann zwingend gynäkologische Überweisungen.
Die wichtige Information ist jetzt, dass man dem als Patient widersprechen kann. Viele Kinderwunschzentren haben bereits vorformulierte Bögen, auf denen man nur ankreuzen muss, dass man keine Information der überweisenden Ärzte wünscht. Jeder, der also nicht möchte, dass es einer der anderen behandelnden Ärzte ohne Euer ausdrückliches Einverständnis erfährt, sollte von sich aus – am besten gleich zu Beginn der Behandlung – schriftlich Widerspruch gegen solche Arztbriefe einlegen.
Die verschiedenen Samenbanken z.T. mit ihren Homepages findet man unter
http://www2.donogene-insemination.de/members.cgi?cmd=map&type=bank
Beispiele für ausländische Banken sind Cryos International
http://dk.cryosinternational.com/home.aspx oder die California Cryobank
http://www.cryobank.com.
Sehr lesenswert sind auch die Richtlinien des Arbeitskreises donogene Insemination
http://www2.donogene-insemination.de/downloads/Richtl_Druckfassung.pdf
User fragen im Forum oft nach der besten Samenbank. Das ist natürlich so nicht zu beantworten, da für jeden ganz unterschiedliche Kriterien wichtig sein können.
Im folgenden sind einige Merkmale aufgelistet, nach denen die Samenbanken beurteilt werden können:
Kosten: Gibt es eine Grundgebühr und eine Kostenpauschale für eine gewisse Probenanzahl oder rechnet die Bank pro Probe ab? Je nachdem, wie schnell man Erfolg hat, kann natürlich das eine oder das andere günstiger sein. Kostenpauschalen haben außerdem den Nachteil, dass man die Bank bei Unzufriedenheit nicht mehr so einfach wechseln kann, da man bereits recht viel Geld investiert hat.
Wenn pro Probe bezahlt wird sollte man darauf achten, ob das Ejakulat auf Straws aufgezogen ist. Für eine Insemination benötigt man 4–5 solcher Straws. Andere Banken füllen die Probe aufziehfertig ab.
Ist ein Spenderwechsel problemlos möglich, falls es nicht klappen sollte?
Gibt es andere versteckte Kosten wie beispielsweise Transportkosten? Verbilligte Kosten für eine zweite Insemination im gleichen Zyklus? Anrecht auf bzw. Reservierungskosten für ein Geschwisterchen? Zusatzbeitrag für Unverheiratete?
Auswahlkriterien: Nach welchen Kriterien wird ein passender Spender gesucht? Habe/möchte ich ein Mitspracherecht? Gängige Kriterien in Deutschland sind Haar- und Augenfarbe, Größe, Statur, Bildungsstand, Blutgruppe, ggf. auch Hobbies / Interessen?. Die Auswahl der Spender nach der passenden Blutgruppe soll bei Paaren, die nicht aufklären, verhindern, dass das Kind seiner Herkunft gewahr werden kann. Da aber hier nur das ABO-Rhesus-System berücksichtigt wird, bereits in Blutspenderausweisen jedoch auch die anderen Blutgruppen-Systeme wie Kell und Duffy stehen, ist das meines Erachtens allerdings ein Vorgaukeln falscher Sicherheit.
Ausländische Banken bieten häufig wesentlich umfangreichere Informationen und überlassen einem die Auswahl.
Datenpolitik: Wieviel erfahren wir über den Spender? Wie lange werden die Daten aufgehoben? Wie ist der Ablauf, wenn das Kind einmal die Idendität des Spenders erfahren möchte (Yes-Spender)? Hier sollte man sehr konkret nachfragen, wie die einzelne Bank das geregelt hat. Muss das Kind die Information einklagen?
Bieten die Banken zusätzliche Services, wie die Registrierung von Halbgeschwistern an?
Kinderwunschzentrum: Hat das Kinderwunschzentrum womöglich eine eigene Samenbank? Das verringert häufig die Kosten, allerdings ist man dann auf diese Bank meist angewiesen. Außerdem kennen die behandelnden Ärzte dann sowohl das Kinderwunschpaar, als auch den Spender häufig persönlich und können daher besonders gezielt aussuchen.
Die meisten Kinderwunschzentren arbeiten nur mit bestimmten Banken zusammen, wenige lassen einen selbst aus allen Banken, auch ausländischen, wählen.
Sicherheit: alle Banken, die Mitglied im Arbeitskreis donogene Insemination sind, lagern die Spermien 180 Tage ein und geben die Proben erst frei, wenn ein erneuter AIDS- und Hepatitis-Test des Spenders negativ war. Außerdem werden sexuell übertragbare Krankheiten getestet und die Familienanamnese erhoben. Genetische Screenings, z.B. auf Mukoviscidose? finden in Deutschland nicht statt. Die Wunschelternpaare können zwar um bestimmte geentische Screenings bitten, insbesondere wenn bei der Mutter ebenfalls eine Veranlagung besteht, müssen die Kosten dafür dann allerdings auch selbst tragen.
Sonstiges: Ist die Bank bereit auf alle meine Fragen Auskunft zu geben oder bekomme ich nur kommentarlos einen Vertrag zugeschickt? Solltet Ihr Sonderwünsche haben, lohnt es sich zumindest danach zu fragen. Vielleicht haben ja andere Paare ebenfalls diesen Wunsch und die Bank überlegt dann langfristig, diesen Wunsch zu berücksichtigen.
Lt Richtlinien des Arbeitskreises donogene Insemination kommen als Spender in Deutschland Männer zwischen 18 und 40 Jahren in Betracht. Diese werden von einem Arzt daraufhin untersucht, ob sie frei von übertragbaren Krankheiten sind, sowie körperlich und geistig gesund. Die Familienanamnese wird erhoben und muss frei von Erbkrankheiten sowie chronischen Erkrankungen sein. Personengruppen mit einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Erkrankungen wie Homosexuelle sind von der Spende ausgeschlossen. Es werden Männer, die psychosozial angepasst sind und einen höheren Bildungsabschluss haben bevorzugt. Bei den oben genannten ausländischen Banken gibt es Onlinekataloge, aus denen man die Spender selbst aussuchen kann. Vielleicht kann man sich an Hand dieser Kataloge ebenfalls ein Bild machen, wer sich als Spender zur Verfügung stellt.
Die Spender erhalten in Deutschland Entschädigungen zwischen 25 und 150 Euro je nach Qualität der Samenproben. Die Bezahlung nach Qualität soll die Spender dazu anhalten die entsprechende Karenz einzuhalten und gesund zu leben. Spender mit seltenen Merkmalen erhalten z.T. etwas mehr Geld. Die volle Summe gibt es erst, wenn der Spender einen Spendezyklus zuverlässig beendet hat.
Selbstverständlich sollte der Mann vorher umfassend untersucht worden sein. Dazu gehören mindestens zwei Spermiogramme (nach WHO-Standard) in ausreichendem Abstand, eine genetische Untersuchung und die Bestimmung der entsprechenden Hormone. Die Möglichkeit einer TESE sollte angeboten worden sein. Spezialist hierfür ist Prof. Schulze in Hamburg. Außerdem sollte das Paar über Alternativen beraten worden sein.
Bei der Frau wird neben der ausführlichen Anamnese vor einer HI meist eine gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall durchgeführt, um eventuelle Fehlbildungen zu erkennen. Außerdem erfolgt eine Blutabnahme mit der Bestimmung von Hepatitis und HIV-Antikörpern. Häufig wird auch gleichzeitig eine Hormonanalyse durchgeführt (meist 3.-5. Zyklustag und dann nochmal in der 2. Zyklushälfte). Manche Praxen empfehlen auch, vor der HI zu klären, ob die Eileiter frei sind, andere tun dies erst nach etwa 3–5 erfolglosen HIs. Die Abklärung kann entweder per Echovist? oder als Bauchspiegelung erfolgen. Wichtig: die Abklärung von Fertilitätsstörungen darf auf Kosten der Krankenkasse erfolgen. (Weist im Zweifel Eure Ärzte darauf hin, die Laborausnahmeziffer einzutragen, z.B. wenn Ihr beim Hausarzt Schilddrüsenwerte bestimmen lasst.) Manche Praxen verlangen auch eine unauffällige gynäkologische Vorsorgeuntersuchung.
Zu überlegen ist auch, ob man bereits frühzeitig abklären lässt, dass keine Schilddrüsenstörungen (TSH, FT3, FT4, TRAK) vorliegen und die Gerinnung in Ordnung ist (Protein C, Protein S, Antiphospholipidsyndrom, Faktor V etc.), um nicht unnötig aussichtslose Versuche durchzuführen.
Frische Spermien können bis zu 5 Tage im Genitaltrakt einer Frau überleben und befruchtungsfähig bleiben. Für Kryospermien werden dagegen häufig nur 24h angegeben. Die Eizelle bleibt nach dem Eisprung etwa 12 Stunden lang befruchtungsfähig. Der Zeitraum, in dem die Befruchtung stattfinden sollte, ist also zeitlich recht eng gefasst. Kurz gesagt: die Spermien müssen kurz vor oder mit dem Eisprung inseminiert werden. Es ist also sehr wichtig, den Eisprung möglichst genau zu bestimmen. Hierzu gibt es unterschiedliche Methoden. Am besten kombiniert man mehrere davon.
Die Methoden der natürlichen FamilienplanungNFP: das Führen einer Temperaturkurve, Untersuchen des Zervikalschleimes usw. Nachteil ist, daß man den Eisprung zwar relativ genau eingrenzen kann, jedoch erst nachdem er stattgefunden hat. Außerdem ist immer wieder zu beobachten, daß durch die Aufregung um die ersten HIs erst einmal der Zyklus völlig durcheinander gerät.
LH-Sticks: kann man einzeln in Drogerien kaufen (nicht ganz billig) oder man verwendet LH-Sticks aus dem Ärzteversand. Personastäbchen gehen auch. Die LH-Sticks zeigen den Anstieg des LH kurz vor dem Eisprung. Unter einer Stimulation sind sie jedoch meist nicht zu verwerten.Und nach einer Auslösespritze sind sie gar nicht mehr zu verwerten, da das ßHCG dem LH so ähnlich ist, daß der Test kreuzreagiert. (deswegen kann man so schön gegen Ende der Wartechleife mit Persona orakeln, wenn man sich gerne noch verrückter machen möchte)
Ultraschall: Die Größe des Eibläschens wird per Ultraschall bestimmt. Ab einer Größe von etwa 18mm gilt der Follikel als reif und „auslösbar“. Bei einigen Frauen erreichen die Follikel aber im Naturzyklus auch wesentlich größere Größen. Per Ultraschall kann man außerdem kontrollieren ob der Follikel tatsächlich gesprungen ist. Außerdem kann die Dicke und Struktur der Gebärmutterschleimhaut beurteilt werden (hierbei sind mehr als 6mm wünschenswert).
Labor: Die Hormone Östrogen und LH werden im Blut bestimmt. Je nach Höhe der Werte kann der Eisprung abgeschätzt werden. Es bedarf jedoch einiger Erfahrung um dies richtig bestimmen zu können, insbesondere wenn gleichzeitig stimuliert wird.
Auslösespritze: Die Spritze enthält ßHCG, welches dem LH so ähnlich ist, daß damit der Eisprung ausgelöst werden kann. Der Follikel springt ziemlich genau 36h nach der Spritze. Vorsicht: das ßHCG braucht teilweise bis zu 10 Tage um sich abzubauen und kann vorher zu falsch positiven SS-Tests? führen.
Die Insemination kann dann entweder ins hintere Scheidengewölbe, in den Muttermund (intracervikal) oder in die Gebärmutter hinein (intrauterin) erfolgen.
Die größten Erfolgschancen hat dabei die intrauterine Insemination. Die Spermien werden mit einer Spritze aufgezogen und in einen dünnen Katheter eingefüllt. Mit diesem Katheter wird dann der Muttermund sondiert bis die Katheterspitze in der Gebärmutter liegt (das sollte am besten per Ultraschall kontrolliert werden). Auf den Katheter wird dann eine luftgefüllte Spritze aufgesetzt und die Spermien dann damit einge“blasen“. In den allermeisten Fällen ist das schmerzlos, also in etwa so unangenehm wie eine Vorsorgeuntersuchung.
Man kann die Spermien natürlich auch selbst inseminieren. Entweder bringt man die Spermien mit einem dünnen kurzen Katheter (zB Frauenurinkatheter) in das hintere Scheidengewölbe ein. Oder man bringt die Spermaprobe auf eine Portiokappe auf und setzt diese vor den Muttermund. Mit Hilfe einer zweiten Person kann man natürlich auch den Muttermund vorsichtig sondieren und die Spermien in den Muttermundkanal einbringen (hierfür dann Spekulum und Inseminationskatheter verwenden). Wenn nicht gerade anatomische Besonderheiten bestehen kann man auch die intrauterine Insemination erlernen (hier unterrichten einen wohl häufiger mal die Ärztinnen von pro familia). Intrauterin sollte jedoch NIE frisches ungewaschenes Sperma verwendet werden, da die enthaltenen Prostaglandine? zu üblen Krämpfen führen können.
Die Selbstinsemination (nichtintrauterin) hat wenn Kryospermien verwendet werden leider relativ schlechte Erfolgsquoten (wohl um die 5%). Die Selbstinsemination mit Frischsperma dagegen ist wohl nur unwesentlich weniger erfolgreich als die Natur, wenn das Sperma nicht zu lange „an der frischen Luft bleibt“ (halbe Stunde, körperwarm). Allerdings besteht hier natürlich das große Problem der Ansteckungsgefahr.
Und nach der Insemination? Die meistens Zentren empfehlen genauso weiterzuleben wie bisher. Ob man auf Alkohol verzichtet muß jede selbst entscheiden. In diesem frühen Stadium gilt noch „alles oder nichts“, d.h. eine Alkoholembryopathie kann hier noch nicht entstehen. Sex scheint die Einnistung sogar zu begünstigen. Mäßiger Sport ist erlaubt (etwa 3x ½ Stunde pro Woche). Und ganz wichtig: Streß, Kummer und Sorgen scheinen keinen Einfluß auf eine eventuelle Einnistung zu haben. Ihr dürft die Aufs und Abs einer Warteschleife also getrost voll auskosten!!
Die HI kann durchaus im Naturzyklus erfolgen, wenn dieser stabil ist. Viele Kinderwunschzentren stimulieren aber mild mit Tabletten Clomifen oder Spritzen (Gonadotropine zB Menogon, Gonal? etc.) oder einer Kombination.
Insbesondere wenn Spritzen verwendet werden ist die Dosierung jedoch sehr viel geringer als bei einer IVF. Dennoch können mehrere Follikel heranreifen. Dies sollte vor einer Insemination unbedingt per Ultraschall überprüft werden.
Nach der Auslösespritze (ßHCG) empfehlen viele Zentren die Gabe von Gestagenen wie Utogest?. Entgegen der Packungsbeilage soll man dies tatsächlich vaginal einführen (bis zu 3x2 Kps. täglich). Dadurch wird einem Gelbkörperhormonmangel in der zweiten Zyklushälfte vorgebeugt.
Die Chancen auf natürlichem Wege schwanger zu werden liegen bei etwa 30% pro Zyklus wenn beide Partner uneingeschränkt zeugungsfähig sind. Natürlich kann die HI ohne Stimulation nicht besser sein als die Natur. Die Chancen liegen daher etwa bei 10–15% pro Versuch (für Nichtmathematiker :-) ungefähr so, als sollte man eine 6 würfeln) bei intrauteriner Insemination. Anders gesagt, im Schnitt werden die Frauen nach 6–7 Versuchen schwanger.
Natürlich gibt es Frauen, die bereits bei der ersten HI schwanger werden. Im Forum gab es auch schon den Fall, daß eine Frau in ihrem 23. Versuchszyklus schwanger wurde.
Die im Vergleich zur Natur schlechteren Chancen liegen u.a. daran, daß Kryospermien nicht mehr so lange überlebensfähig sind und der Eisprung daher sehr genau getroffen werden muß. Einfluss hat natürlich auch das Alter der Frau, evtl. Erkrankungen der Frau (Eileiterdurchgängigkeit, PCO, Endometriose etc.) die Qualität des Spermas nach dem Auftauen und die Zahl der Follikel.
Eine Stimulation kann daher die Erfolgschancen verbessern. Ein gesunder Lebenswandel natürlich auch. Insbesondere Rauchen und Passivrauchen verschlechtern die Chancen deutlich. Erhebliches Übergewicht sollte man auch reduzieren.
Bei Chancen von 10–15% pro Versuch kann es natürlich dauern, bis man schwanger wird. Das ist hart, insbesondere da man eine Menge Geld, Zeit und Nerven in die Behandlung steckt. Andauernde Mißerfolge können die Seele, den Geldbeutel und die Partnerschaft ganz schön belasten. Also, was tun wenn mehrere Versuche trotz guter Bedingungen erfolglos blieben?
Nach etwa 5 erfolglosen Versuchen sollte spätestens abgeklärt werden ob die Eileiter frei sind und ob es womöglich auf Seiten der Frau andere Faktoren gibt (PCO, Endometriose), die eine Empfängnis negativ beeinflussen. Zu diesem Zeitpunkt sollte auch ausgeschlossen werden dass Gerinnungs- oder Schilddrüsenstörungen vorliegen (s.o., unbedingt durch kinderwunscherfahrenen Endokrinologen beurteilen lassen und die neuesten Normwerte berücksichtigen) und ggf. ein Karyogramm (Chromosomendarstellung) angefertigt werden. Eine Sprue sollte auch ausgeschlossen werden.
Gerinnungsstörungen können häufig recht einfach mit ASS oder Heparin behandelt werden. Heparin wird manchmal auch ganz ohne Gerinnungsstörung zur Verbesserung der Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut ab dem 3. ZT gegeben. Schilddrüsenerkrankungen können mit Schilddrüsenhormonen, bei Hashimoto auch mit Selen und ggf. Cortison behandelt werden.
Weiterhin kann man versuchen durch das Nachspritzen von ßHCG und/oder Decapeptyl eine Einnistung zu begünstigen.
Sollte der Erfolg weiter auf sich warten lassen oder kommt es immer wieder zu ungeklärten Fehlgeburten, sollte ebenfalls eine immunologische Abklärung erfolgen. Fr. Dr. Reichel bietet eine umfangreiche Abklärung aller möglichen im Blut messbaren Fertilitätsstörungen an
http://www.immu-baby.de. Auch bei HIs ist übrigens eine aktive Partnerimmunisierung möglich. Weitere Möglichkeiten einer immunologischen Therapie sind Cortison, Granocyte? und Leukonorm, sowie IVIG?. Siehe auch ImmuntherapienBeiEinnistungsstörungen.
Eine HIVF/HICSI? hat natürlich wesentlich höhere Erfolgschancen (lt. Literatur bis zu 40% Geburtenraten pro Embryotransfer), ist aber auch mit größeren Belastungen und wesentlich höheren Kosten verbunden. Jedes Paar muß daher selbst entscheiden wann der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man das Verfahren wechselt.
Wenn es nicht klappt steigt natürlich auch die psychische Belastung. Dies hat zwar nachgewiesenermaßen keinen Einfluß auf den Erfolg, kann einem aber das Leben sehr schwer machen. Viele Frauen berichten, daß Pausen in denen man den Kinderwunsch außen vor gelassen hat gut geholfen haben. Viele nehmen auch psychosoziale Beratungen (Psychotherapeutenliste der Krankenkasse, BKID-Liste
http://www.bkid.de/,
http://www.pthorn.de, Pro Familia etc.) in Anspruch. Hilfreich ist es auch häufig einen Plan B zu entwickeln, sich also damit zu beschäftigen was Alternativen sein könnten. Für manche sind das Projekte ganz außerhalb einer Familienbildung (neuer Beruf, Umzug, Weiterbildung etc.), andere beschäftigen sich mit Adoption oder Embryonenspende (siehe Liste Alternativen nach HI/HICSI).
Häufig braucht es eine Phase der Entscheidungsfindung, die länger (Jahre) oder kürzer ausfallen kann. Häufig ist hierbei einer der beiden Partner schneller als der andere. Hier helfen nur viele Gespräche und warten, bis beide Partner soweit sind. Steht nur einer der Partner hinter der HI, ist es sicher nicht der richtige Weg. Ist die Entscheidung jedoch einmal gefallen, ist es ein sehr guter Weg, eine gemeinsame Familie zu gründen – auch für die Männer.
Schwierigkeiten kann es damit geben, daß die Männer während der Behandlung das Gefühl bekommen können, völlig überflüssig zu sein. Während der Behandlung sollten die Männer daher nach Möglichkeit soweit wie möglich mit einbezogen werden. Dies kann beispielsweise darin bestehen daß er nach günstigen Medikamenten recherchiert, die Spritzen gibt, bei der Insemination die Spritze abdrückt und die Frau davon abhält zu früh zu testen. Manche Männer interessieren sich dabei für jeden kleinen Behandlungsschritt und jedes mögliche Schwangerschafts-Zeichen, andere wiederum nicht so. Ansonsten treten die selben Probleme wie bei homologen Therapien auf: viele Männer schweigen und erscheinen desinteressiert. Häufig liegt dem jedoch lediglich ein anderes, eher verdrängendes Verarbeitungsmuster zu Grunde. Schwierig ist auch für manche Männer, daß ihre Frauen viel für eine SS auf sich nehmen müssen und sie aus ihrer Sicht nur wenig zum Erfolg beitragen können. Manche Männer rechnen auch so fest mit einem raschen Erfolg, daß die Behandlung für sie nur noch eine uninteressante Formsache ist. Hier kann es zu Partnerschaftskonflikten kommen. Wie so häufig hilft hier nur reden, reden, reden. Und sich ggf. auch mal Unterstützung woanders, zB im Freundeskreis holen. Steht man die Konflikte durch, kann man sich hinterher aber über eine stabilere Partnerschaft freuen.
Ist die Frau schließlich schwanger ist die Freude meist auf beiden Seiten groß. Beide sind erleichtert, daß es (endlich?) geklappt hat. Ich habe noch nie gelesen, daß ein Mann das Kind nicht akzeptiert hätte. Ab diesem Zeitpunkt verhalten sich die Männer meistens wie andere Väter auch. Die Schwangerschaft wird gemeinsam und eher intensiver erlebt. Es ist IHR Kind und im Alltag wird allen Beteiligten die HI meist wenig bewußt. HI-Väter stehen meist mehr hinter ihren Kindern als Väter, die ihre Kinder weniger bewußt gezeugt haben.
Bekommt ein Paar ein Kind auf natürlichem Wege oder auch durch Methoden der Kinderwunschbehandlung, bei denen die Eizelle von der späteren Mutter und der Samen vom späteren Vater stammt, haben beide Partner die gleichen Voraussetzungen, denn sie sind beide auch genetisch die Eltern. Bei einem adoptierten Kind haben beide Partner ebenfalls die gleichen Voraussetzungen, denn sie sind beide mit dem Kind genetisch nicht verwandt. Die Partner bewegen sich genetisch gesehen immer auf einer Ebene, was die Beziehung zum Kind betrifft (es geht hier um Gene, nicht um Liebe, nicht mißverstehen). Bei der HI ist es anders: Die Mutter ist genetisch mit dem Kind verwandt, während der Vater genetisch nicht verwandt ist. Die Beziehung der Eltern zu dem Kind ist also asymmetrisch und wird es auch immer bleiben, auch wenn der Vater das Kind noch so sehr liebt (und umgekehrt). Kinder sagen Sachen wie “Du bist gar nicht meine Mutter” oder “Du bist gar nicht mein Vater”, wenn sie sich über ihre Eltern ärgern, das ist ganz normal. Auch HI-Kinder sagen so etwas. Bei ihnen kann das für die Eltern aber eine ganz andere Bedeutung bekommen und sehr verletzend sein, grade wenn die Problematik einer HI nicht verarbeitet, sondern totgeschwiegen wurde. Es reicht daher nicht zu sagen: «Wir wollten beide das Kind und es ist unser beider Kind und wir lieben es, als wäre es genetisch unser beider Kind.” Das stimmt zwar. Aber trotzdem wird es immer irgendwie präsent sein, daß der Mann nicht auch genetisch der Vater des Kindes ist. Um eine Auseinandersetzung kommt man daher nicht herum, denn tut man das nicht, schwelt immer etwas im Unterbewusstsein und führt auf Dauer zu Konflikten. Studien zeigen jedoch, daß Familien die einen guten Umgang damit gefunden haben häufig sehr stabil und glücklich sind. Es gibt auf HI spezialisierte Psychologen, die Beratungen anbieten.
http://www.bkid.de/
Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Meinungen
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Argumente dagegen:
Argumente dafür:
Insgesamt ist es so, daß die Fachleute, die sich mit den Aufklärungsfragen beschäftigt haben (Psychologen, Sozialarbeiter, Therapeuten) dazu raten aufzuklären. Ärzte und Leiter von Samenbanken sehen sich selbst übrigens häufig auch als Experten zum Thema Aufklärung. Man sollte jedoch nicht vergessen daß diese schon allein deswegen häufig raten nicht aufzuklären, um sich selbst Probleme mit der wackeligen Rechtslage in Deutschland zu ersparen.
Wenn man sich gegen Aufklärung entscheidet sollte man sich die Möglichkeit sich umzuentscheiden lassen und trotzdem eine Bank wählen, die die Spenderdaten offen legt. Die Erfahrungen im Forum zeigen, daß sich viele Paare für zugunsten einer Aufklärung umentscheiden wenn das Kind erst einmal da ist.
Bei Regenbogenfamilien und alleinstehenden Frauen stellt sich die Frage OB man aufklärt meist nicht, da dem Kind das Fehlen eines männlichen Partners irgendwann auffällt. Hier wird von Expertenseite meist empfohlen die Möglichkeit zu schaffen männliche Bezugspersonen zu haben, wenn zum Spender kein Kontakt besteht.
Analog zur Aufklärung bei der Adoption raten die Experten das Kind am besten so aufzuklären, daß es sich an keinen Zeitpunkt erinnern kann an dem es nicht um seine Herkunftsgeschichte wußte (ein Unterschied zur Adoption ist übrigens, daß sich nicht eine Mutter und ggf ein Vater gegen das Kind entschieden haben, sondern im Fall der HI waren (mindestens) drei Erwachsene dafür, daß es entsteht). Es wird geraten, das Kind auf jeden Fall vor Beginn der Pubertät aufzuklären.
Ein Weg ist, dem Kind immer wenn es fragt immer so viel zu sagen, wie es verstehen kann. Anfangs also nur, daß man froh ist daß es da ist, weil es nicht so einfach war und der Doktor und ein netter Mann helfen mußten. Und wenn es nach äußerlichen Ähnlichkeiten mit dem Papa fragt sagt man ihm daß das nicht ererbt sein kann.
Nachdem es bisher nur englische Kinderbücher (Let me explain: A story about donor insemination) zum Thema gab, gibt es jetzt lobenswerterweise auch ein deutsches Aufklärungskinderbuch: Petra Thorn, Die Geschichte unserer Familie, Fam Art Verlag?,
http://www.famart.de Viele Familien lesen es den Kindern immer wieder vor und nehmen es als Grundlage für weitere Gespräche.
Vermieden werden sollte jedenfalls ein „offizielles Aufklärungsgespräch“ nach dem Motto „Du, wir müssen Dir etwas sagen“ für ein fast erwachsenes Kind. Ist das Kind bereits erwachsen und man entscheidet sich für eine Aufklärung sollte man sich hinsichtlich des Zeitpunktes und der Art und Weise gut beraten lassen (nicht in Krisensituationen, zB kurz nach dem Tof des Vaters).
Weiterhin wird empfohlen die Begrifflichkeiten klar zu trennen: der Vater ist der Mann, der die Vaterrolle tatsächlich übernimmt und vom Kind auch als Vater gesehen wird. Der Spender ist der Spender oder auch Erzeuger. Begriffe wie „biologischer Vater“ oder gar „richtiger Vater“ (was ist ein richtiger und was ein falscher Vater?) sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Die Erfahrungen mit der Aufklärung im HI-Forum sind bisher durchweg positiv. Da es zum Thema Aufklärung immer wieder Kontroversen gibt, gibt es nun ein extra HI-Aufklärungsforum in dem diese Fragen diskutiert werden können.
Lt den Richtlinien des Arbeitskreises für donogene Insemination besteht bei homosexuellen Frauenpaaren eine „relative Indikation“ zur DI. Da hier die Rechtslage jedoch noch ungeklärter ist, weigern sich viele Ärzte die Behandlung vorzunehmen oder auch nur Unterstützung mittels Zyklusmonitoring zu geben.
Offiziell wird meist gesagt, daß die Praxen keine lesbischen Paare behandeln, unter der Hand tun es einige, wie beispielsweise die Praxis Bloechle
http://www.kinderwunsch-berlin.de und das Fertility Center
http://www.fertilitycenterberlin.de dann wohl doch. Es lohnt sich also immer, in einem Erstgespräch persönlich nachzufragen und sich nicht mit der Auskunft der Sprechstundenhilfe zufrieden zu geben.
Als deutsche Samenbank ist die Samenbank Andreeßen
http://www.berliner-samenbank.de bereit Sperma an homosexuelle Paare abzugeben. Der Spender muß sich jedoch vorher ausdrücklich zur Weitergabe seiner Spermien an lesbische Paare einverstanden erklären. Und natürlich muß man wie heterosexuelle Paare auch einen Notarvertrag abschließen, der besagt, daß die Partnerin die Mutter finanziell unterstützt.
Viele ausländische Samenbanken verschicken jedoch problemlos an lesbische Paare. Allerdings sind Erfolgsquoten bei der Selbstinsemination mit Kryosperma recht gering (s.o.).
Da nun nicht alle lesbischen Paare zur Behandlung nach Berlin fahren können und Unterstützung wie auch Informationen rar sind, entscheiden sich viele Paare für einen privaten Spender. Manche Frauen entscheiden sich für den Bruder der Partnerin, falls vorhanden. Andere finden ihren Spender entweder im Bekanntenkreis oder auch über Vermittlungen wie
http://www.spermaspender.de. Wie die Spende im einzelnen abläuft, ob der Spender ein Honorar verlangt oder nur Fahrtkosten ersetzt haben möchte muß man dann mit dem Spender direkt klären. Ebenso ob er bereit ist später Kontakt mit dem Kind zu halten. Einige Spender bestehen wohl darauf mit der Frau tatsächlich zu schlafen, andere springen kurz vor dem vereinbarten Termin ab. Es wird absolut davon abgeraten sich mit dem Spender alleine zB in der eigenen Wohnung zu treffen. Es kam leider schon zu halben oder ganzen Vergewaltigungen. Selbst bei seriösen Spendern ist es häufig sehr schwierig zu organisieren, daß der Spender zum Zeitpunkt des Eisprungs tatsächlich bereit steht.
Leider ist das Thema Sicherheit bei einer privaten Spende häufig nur unbefriedigend zu klären. Man sollte zumindest einen HIV-und Hepatitis-Test und ein Spermiogramm vom Spender verlangen, kann sich aber natürlich nie ganz sicher sein ob der Befund nicht gefälscht wurde. Eine Möglichkeit wäre hier, sich mit dem Spender gemeinsam bei einem Arzt Eures Vertrauens vorzustellen. Natürlich kann man auch mit dem Spender in eine Kinderwunschpraxis gehen und um Unterstützung bitten, falls der Spender hierzu bereit ist. Manche Frauen geben auch einfach den Spender als Partner aus und werden dann relativ problemlos in Kinderwunschpraxen behandelt.
In Kopenhagen gibt es außerdem die Storkklinik
http://www.storkklinik.dk, die alleinstehende Frauen und lesbische Paare behandelt.
In Berlin gibt es außerdem eine Gruppe die sich Queerfamily
http://www.queerfamily.de nennt. Dort treffen sich Lesben und Schwule bei Kaffee und Kuchen um gemeinsam Familie zu gründen.
Infos gibt es auch bei ILSE (Initiative lesbischer und schwuler Eltern) unter
http://www.regenbogenfamilien.de
Lt den Richtlinien des Arbeitskreises für donogene Insemination besteht bei Singlefrauen mit Kinderwunsch ebenfalls eine relative Indikation zur HI. Der Spender muß ebenfalls ausdrücklich damit einverstanden sein und darüber aufgeklärt, daß uU rechtliche Ansprüche an ihn entstehen können. In der Realität sind den allermeisten Praxen und Samenbanken die Risiken jedoch zu hoch und sie sind noch weniger bereit Singlefrauen zu behandeln als lesbische Paare.
Was für Möglichkeiten gibt es also:
leider ist vieles bisher nur auf Englisch erhältlich (zB über Amazon)
es wäre außerdem nett wenn ihr die Bücher über den Forums-Amazon-Link bestellt, denn damit unterstützt ihr das Forum finanziell
1. Carol frost, Heidi Moss, Robert Moss; Helping the stork; ISBN 0–02–861917-X
2. Susan Lewis, Ellen Sarasohn; Choosing assisted Reproduction; ISBN 0–944934-19–6
3. Petra Thorn, Familiengründung mit Samenspende Kohlhammer Verlag
4. Ken Daniels Building a family with the help of donor insemination
5. Tanja Fredersdorff Johanna und Olivia Verlag Hartmut Becker
6. Martin Spiewak Wie weit gehen wir für ein Kind Eichborn Verlag
7. Alan Beer Is my body babyfriendly ISBN 0–9785078-0–0
Herzlichen Dank an Rebella für die folgenden Literaturhinweise:
3 – 6 J.
Petra Thorn (2006): Die Geschichte unserer Familie, Fam ART? Verlag; ISBN-10: 3–9811–4100–8; ISBN-13: 978–9811–4100-9
DC Network (1991) My Story. DC Network. Nottingham. (
http://www.dcnetwork.org)
Thorn P, Herrmann-Green L: Die Geschichte unserer Familie. Ein Buch für lesbische Familien mit Wunschkindern durch Samenspende. Mörfelden: Fam ART? Verlag, 2009.
8 – 10 J.
Gordon, E. (1992) Mommy, did I grow in your tummy? Where some babies come from, E.M. Greenberry Press, Santa Monica, CA.
Jane T. Schnitter (1995): „Let Me Explain“, Perspectives Press; ISBN: 0–944934-12–9 (Das Buch wird leider nicht mehr verlegt, wird aber unter Umständen noch second Hand angeboten.)
http://www.spendersamenkinder.de
Internetseite einer Elterngruppe mit Kindern nach donogener Insemination in Deutschland, die sich in regelmäßigen Abständen trifft, um Erfahrungen auszutauschen und ihren Kindern die Möglichkeit zu geben, andere Kinder mit gleicher Entstehungsgeschichte kennen zu lernen.
http://www.donor-conception-network.org/
Ein Selbsthilfe-Netzwerk von mehr als 1.000 Familien, die aus einer Samen-, Eizell- oder Embryonenspende hervor gegangen sind. (englisch) Adresse: PO Box 7471, Nottingham NG3 6ZR; Telefon: (44) 0208 245 4369
http://www.pthorn.de
Internetseite der Sozialarbeiterin und Familientherapeutin Petra Thorn, die Betroffene umfassend berät, Seminare zum Thema „Donogene Insemination“ durchführt und auch verschiedenes Informationsmaterial heraus gegeben hat.
http://www.donogene-insemination.de
Internetseite des Arbeitskreises Donogene Insemination, in dem insbesondere viele deutsche Ärzte zusammen geschlossen sind, die donogene Befruchtungen durchführen. Auch die wichtigsten Samenbanken haben sich diesem Arbeitskreis angeschlossen.
http://www.wunschkinder.net und
http://www.klein-putz.de
Internetseiten, auf denen sich Betroffene in einem geschützten Forum austauschen können.
http://www.donors.ch/gesetz.html
Schweizer Fortpflanzungsmedizingesetz
Thomas Katzorke: Die Entstehung und Entwicklung der Spendersamenbehandlung in Deutschland, Blickpunkt III/05, S. 3
Thorn,P. & Daniels,K. (2000). Psychosoziale Fragestellungen, die bei der Familienbildung mit donogener Insemination entstehen. Reproduktionsmedizin, 16, S. 203f.
Thorn,P. & Daniels, K. (2000). Die Praxis der donogenen Insemination in Deutschland. Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 60, 630 – 637.
Thorn,P. Familienbildung mit donogener Insemination – Zusammenfassung des gleichnamigen Vortrages für das medizinisch – wissemschaftliche Seminar für Ärztinnen von Pro Familia, 15.11.2003.
Brewaeys, A. (1996). Donor insemination, the impact on family and child development. Journal of Psychosomatic Obstetrics and Gynaecology, 17, 1–13.
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Heterologe Insemination- die rechtliche Stellung des Samenspenders – Lösungssätze zur rechtlichen Handhabung... Von Eva Maria K. Rütz; 2008 Springer Verlag Berlin Heidelberg.
Dokumente lesbisch-schwuler Emanzipation Nr. 16, „Lesben und Schwule mit Kindern – Kinder homosexueller Eltern“, Lela Lähnemann, herausgegeben von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport, Fachbereich für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, 1996, Berlin-Kreuzberg
Brewaeys, Dufour und Kentenich (2005): Sind Bedenken hinsichtlich der Kinderwunschbehandlung lesbischer und alleinstehender Frauen berechtigt?, Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie; 2(1), S.35–40
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