KiWuWiki: GnRH-Antagonisten

Anstatt durch den Einsatz von GnRH-Agonisten bzw. GnRH-Analoga gibt es die Möglichkeit, eine vorzeitige Ovulation auch mit Gn Rh -Antagonisten zu unterdrücken. Diese wirken sofort innerhalb von 24 Stunden als Blockade, so dass die Hypophyse kaum noch FSH und LH freigeben kann. Das entsprechende Protokoll heißt Antagonisten-Protokoll. Der LH-Spiegel sinkt auf 1 bis 2 IU/l. Normalerweise sind auch für die Follikelbildung geringe Mengen an LH notwendig. Die abgesenkten LH-Spiegel reichen aber in der Regel aus, so dass eine LH-freie Stimulation (also ohne Menogon, MenogonHP oder Luveris ) möglich ist, wenn erwünscht. Die Antagonisten müssen gespritzt werden, es gibt alternativ eine einmalige hochdosierte Gabe oder tägliche niedrigdosierte Spritzen. Diese werden entweder standardisiert ab dem 6. Stimulationstag gegeben, aber besser ist es, im Ultraschall zu kontrollieren, wann der Leitfollikel bei 14mm angekommen ist, um die Unterdrückung des Eisprungs erst möglichst spät ab diesem Zeitpunkt anzusetzen.

Vorteile

Der Verbrauch an Medikamenten ist deutlich niedriger (durchschnittlich um 300IE FSH) und die Stimulationsdauer um einige Tage kürzer. Dieses bedingt auch, dass dieses durch die Patientinnen als komfortabler empfunden wird. Zudem ist es durch die spätere Unterdrückung der Hormone möglich, dass die Eierstöcke auch selbst mitarbeiten, was gerade für die LowResponder («Lowies») von Vorteil ist. PCO´ler lassen sich vorsichtiger anstimulieren, um das Entstehen von gar zu vielen Follikeln zu vermeiden.

Nachteile

Die Gn RH -Antagonisten unterdrücken den Eisprung nicht ganz so zuverlässig wie die Gn RH- Agonisten. Zudem soll die Anzahl der Follikel sowie der gefundenen EZ um 1 bis 2 niedriger liegen (ich nehme mal an, das bezieht sich auf die “Durchschnittslegehenne”). Bei mangelnder Erfahrung wenden die Ärzte dieses Protokoll nicht so gerne an.

Substanzen und Handelsnamen

Cetrorelix (Cetrotide 0,25 mg/ 3mg)

Ganirelix (Orgalutran 0,25mg/0,5ml)