KiWuWiki: Das Drama

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Das sogenannte Dramadreieck kommt aus der Transaktionsanalyse und beschreibt unseren unkonstruktiven Umgang mit Konflikten. Hier nehmen Leute psycholgische Positionen bzw Rollen ein.


Im Drama-Dreieck gibt es drei Rollen:


Der Verfolger
Der Retter
Das Opfer


Das Opfer


ist die mächtigste Rolle im Drama-Spiel, denn keine der beiden anderen Rollen kann ohne das Opfer exisistieren.
Das Opfer hat die psychologische Position von 


Ich bin nicht o.k. – Du bist o.k.
und
Ich bin nicht o.k. – Du bis nicht o.k.


Das Opfer sucht sich Verfolger und Retter um seine Rolle spielen zu könen. Es fühlt sich am wohlsten im “Jammern” über “aussichtslose Situationen” und ist nicht bereit Verantwortung zu übernehmen.


Der Verfolger
hat die psychologische Position von 


Ich bin o.k. – Du bist nicht o.k.


Er beschuldigt andere und steigert dadurch seinen Selbstwert. Er achtet darauf was andere falsch machen und stellt sein eigenes Verhalten nicht in Frage.


Der Retter


hat die selbe Position wie der Verfolger


Ich bin o.k. – Du bist nicht o.k.


Obwohl er das ganze natürlich netter verpackt. Er hilft ungefragt und vermittelt das Gefühl, dass das Opfer ohne ihn nicht zurecht kommen kann. Er versteckt sich hinter “ich will ja nur helfen” und macht andere dadurch abhängig. Zudem geht er von der Arroganz aus, dass er weiß, was für andere das beste ist.
Der Retter ist die am schwierigsten zu identifizierende Rolle, da es nach außen so aussieht, als wäre ja alles in Ordnung.


Die meisten von uns haben eine sogenannte Lieblingsrolle. Aber innerhalb eines Konflikts kann man von einer zu anderen Rolle wechseln. Meist spielen wir das Drama-Spiel sehr unbewusst und letztendlich sind wir so darin trainiert, dass wir kaum andere Möglichkeiten zur Hand haben. Wir orientieren uns an unseren alten Verhaltensmustern.


Aber solange wir Drama spielen, sind wir nicht in Beziehung mit den Menschen und wir vergeuden Energien, ohne wirklich voranzukommen.


Mal ein praktisches Beispiel für ein Drama:


Der Mann kommt mal wieder zu spät nach Hause


Das Opfer (schmollend):


Ich wollte dir so was schönes zu Essen machen und jetzt ist alles verkocht und überhaupt bin ich dir gar nicht wert, dass du pünktlich kommst und dabei habe ich den ganzen Tag gewartet und jetzt haben wir es gar nicht schön, weil ich das Essen nicht warm halten kann..........


Der Verfolger:


Jetzt kommst Du schon wieder zu spät. Du bist echt unmöglich. Das machst Du immer, Du bist überhaupt nicht in der Lage, dir einen Plan zu machen. Völlig unfähig, dich an Verabredungen zu halten. Du bist echt das letzte........


Der Retter:


Da kommst Du ja endlich. Ich hab' mir schon solche Sorgen gemacht. Sicher bist Du in einen Stau geaden, Du armer und dabei hast Du dich sicher auf das Essen gefreut. ich mach' es Dir sofort warm, schnell setzt dich hin, es tut mir ja so leid, dass Du so einen Stress hattest.......


Meist spielen wir das Drama-Spiel allerdings mit uns selbst. Dann, wenn wir das Opfer der Umstände sind. Weil es draußen regnet und wir wollten doch unbedingt einen schönen Spaziergang machen und jetzt ist Petrus gegen uns und überhaupt immer wenn wir mal, was wollen, dann......


oder wir verfolgen uns selber, weil wir keine Zeit hatten aufzuräumen, wir bekommen es einfach nicht auf die Reihe, echt wir sind das letzte und überhaupt, wie hält unser Mann es nur mit uns aus.....


oder der Retter, der uns mal eben schnell zum Kühlschrank geht und Schokolade holt, weil es uns ja ganz schlecht geht.....


Wir brauchen keine anderen Menschen um Drama zu spielen.


Es gibt vier Siganallampen, die uns verdeutlichen, dass wir im Drama sind:


1. Wir rechtfertigen uns
2. Wir beschuldigen
3. Wir grollen vor uns hin
4. Wir haben Recht


Wenn wir ehrlich sind, trifft meistens eines der vier Verhaltensmuster auf uns zu.


Es ist prinzipiell auch nichts schlechtes am Drama spielen. Wichtig ist nur, dass wir erkennen, wann wir im Drama sind. In welchen Rollen wir uns am liebsten aufhalten. Damit wir, wenn wir das wollen, raus können aus dem Spiel und irgendetwas anderes versuchen, was ist sicher schwierig hier zu erklären.


Auch hier gibt es vier Richtlinien


1. Drücke Deine Gefühle aus


wobei von vier Grundgefühlen ausgegangen wird:
Trauer, Ärger, Angst, Glück
Wir haben oft ein Gefühlswirrwarr und am Anfang ist es gut, sich auf eines der vier Grundgefühle zu «beschränken», um mehr Klarheit zu haben.


2. Setzte Grenzen


3. Sage, was Du brauchst


4. Sage Ja /Sage Nein


Das klingt alles sehr leicht, ist aber oft sauschwierig. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind: Wie oft sagen wir nicht klar Ja, sondern “na gut”, oder “wenn's sein muss”, oder wir sagen nicht Nein, weil wir nicht verletzen wollen, oder uns nicht trauen oder wir suchen Ausreden.......


Wie auch immer. Bei aller Theorie dürfen wir nicht vergessen, dass wir oft einen Grund haben, Drama zu spielen. Wir vermeiden damit etwas, was die Trasaktionanalyse als “Tief empfundenes Versagen” bezeichnet. Das ist ein tiefer Schmerz, den wir mal erfahren haben und bei dem wir beschlossen haben:
Ich bin nicht o.k.
Also haben wir uns eine Maske aufgesetzt um das zu verbergen.


Ein Buch, in dem das ganze näher beschrieben wird, ist


Ich bin o.k.
Du bist o.k.


von Thmas A. Harri erschienen bei Rowohlt


 

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referenzierende Seiten: GeschichtenAusDemKummerkasten


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