
Aufbau der Chromosomen
Allgemeines
Bei jeder Zellteilung und Befruchtung erfolgt die Weitergabe der Erbinformation.
Die Zellteilung kernhaltiger Zellen ist mit Kernteilungsprozessen verknüpft.
Während die Erbanlagen in den Plastiden und Mitochondrien nur mehr oder weniger gleichmäßig auf die Tochterzellen verteilt werden, erfolgt die Weitergabe der Erbinformation des Zellkerns mit großer Präzision bei der Kernteilung.
Dabei werden aus dem Chromatin des Zellkerns fädige Strukturen, die Chromosomen, sichtbar.
Nach der Art der Verteilung der Chromosomen wird zwischen der Mitose und der Meiose unterschieden.
Historisches
Durch den Vergleich der Ergebnisse aus Kreuzungsexperimenten und Zellforschung kam man zu der Schlussfolgerung, dass die Chromosomen die Träger der Erbinformation sind (Chromosomentheorie der Vererbung von BOVERI und SUTTON 1905)
Entdeckt waren die Chromosomen bereits um 1850 als gut färbbare Körperchen (Namengebung = Chromosomen; von chroma, griech..: Farbe und soma, griech.: Körper) – innerhalb des Zellkerns von Tieren und Pflanzen während der Zellteilung (Metaphase der Mitose)
Chromosomen
Chromosomen bestehen chemisch aus Eiweißen und Nucleinsäuren (Adenenin, Thymin, Guanin und Cytosin).
Sie enthalten in der DNA (dt. DNS = Desoxyribonucleinsäure) die Gene für die Ausbildung von Merkmalen.
Chromosomen unterliegen einem typischen Formenwechsel.
während der Zellteilung existieren sie als mikroskopisch sichtbare Transportform, die meist klassische Darstellung der Chromosomen als Doppelhelix (ineinander doppelt gewickelte Spiralform),während der Ruhephase des Zellkerns (Interphase) lösen sie ihre Struktur auf, die DNA liegt wieder als nicht sichtbare Funktionsform vor. In ihrer Transportform bestehen die Chromosomen morphologisch aus jeweils zwei Längsstrukturen, den Chromatiden, die am Zentromer zusammengehalten werden.
Chromosomensatz
Der Chromosomensatz ist die Gesamtheit aller Chromosomen in der Zelle.
Anzahl und Form der Chromosomen in jeder Zelle eines Organismus sind artspezifisch. Bei Menschen haben alle Zellen den diploiden (= doppelten) Chromosomensatz von 46; lediglich Keimzellen (Eizellen und Spermien) haben den haploiden (=einfachen) Chromosomensatz von 23 Chromosomen – damit bei der Verschmelzung mütterlicher und väterlicher Erbanlagen eine jeweils neue, individuelle Kombination entstehen kann – das werdende Kind.