Der/die User/in KT hat folgenden Artikel zu Assisted Hatching ins KiWu-Forum gestellt:
Assisted Hatching
One key component of a successful attempt at in vitro fertilization is implantation of the embryo in the uterus. Although the exact steps in implantation are poorly understood, one critical component is thought to be the normal rupture of the surrounding zona pellucida with escape of the developing embryo, termed Hatching. It is hypothesized that during the in vitro component of the IVF, the zona pellucida becomes hardened, thus impairing the Hatching process. Alternatively, some embryos may have some inherent inability to induce thinning of the zona pellucida before Hatching. In either case, mechanical disruption of the zona pellucida has been proposed as a mechanism to improve implantation rates. Schoolcraft and colleagues reported that in patients over the age of 40 or who have failed prior attempts at implantation or when embryos had a thick zona pellucida, assisted Hatching was associated with a clinical pregnancy rate per transferred embryo of 33% compared to 6.5% in a control group. (7) There is no evidence that assisted Hatching should be routinely performed as part of IVF procedures. (8,9) Edi-Osagie and colleagues conducted a systematic review of randomized controlled trials involving assisted Hatching and concluded that although assisted Hatching probably enhances clinical pregnancy, it had no effect on the live birth rate. (10)
(
http://www.regence.com/trgmedpol/medicine/med52.html )
(
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12923134&dopt=Abstract )
Am ineressantesten sind wohl die Ergebnisse von Edi-Osagie, er kam zu der Schlussfolgerung das AH zwar zu einer erhoehten SS-Rate fuehrt aber keinen Einfluss auf die Anzahl der Lebendgeburten hat.
Es steigt also die Wahrscheinlichkeit einer FG.
Aber auch die Studie ist natuerlich nicht der Weisheit letzter Schluss."
Übersetzung aus dem Englischen:
Einnistungsunterstützender Eingriff an der Eihülle des Embryos (assisted hatching)
Eine Schlüsselstelle in einem erfolgreichen IVF/ICSI Versuch ist die Einnistung des Embryos in den Uterus. Obwohl die genauen Schritte des Einnistungsprozeßes bisher nur wenig verstanden sind, denkt man daß eine kritische Komponente das normale Aufbrechen der Zona pellucida (Eihülle) und das Verlassen der sich entwicklenden embryonalen Zellen ist, genannt Hatching (wörtlich: Ausschlüpfen). Es wird angenommen, daß im Verlauf des IVF/ICSI Prozesses, die Eihülle verhärtet wird und den Schlüpfungsvorgang erschwert. Eine andere Annahme ist, daß einige Embryonen eine vererbte Unfähigkeit haben die Eihülle dünner werden zu lassen vor der Ausschlüpfphase. In beiden Fällen hat sich ein mechanisches Aufbrechen der Eihülle als ein probates Mittel vorgestellt um die Einnistungsraten zu verbessern. Anwender dieser Methode haben berichtet, daß bei Patientinnen über 40, oder jene bei denen es nie zur Einnistung gekommen ist oder bei Embryonen mit zu dicker Eihülle es zu einer klinischen SS-Rate pro transferiertem Embryo unter Hatching die SS-Rate 33% war, in der ungehatchten Kontrollgruppe bei 6,5%.
Es gibt keinen Hinweis darauf, daß Hatching routinemäßig bei IVF/ICSI Behandlungen angewendet werden sollte.
Edi-Osagie und seine Kollegen haben in einer weiteren Studie (systematische Kontrolle willkürlich ausgewählter Versuche) herausgefunden, daß die Technik Assisted Hatching zwar die Rate der klinisch feststellbaren Schwangerschaften erhöht, es aber keinen Effekt auf die Rate der Lebendgeburten hat.
Bitte falls bekannt weitere Infos in diese Wikki einfügen:
a) Gibt es festgelegte Standards nach denen sich Hatching-Anwender in D orientieren müssen (Richtlinien/rechtliche Vorschriften)?
b) Gibt es Erkenntnisse über die ?genetischen?/umgebungsspezifischen Bedingungen, die zu einer Verdickten Embryonalen Eihülle führen?
c) Gibt es Studien/Erkenntnisse über das Auftreten von verdickten Eihüllen in Abhängigkeit zum Kulturmedium (Substanz in der der Embryo sich bis zum Retransfer befindet)?
d) Werden deutsche Praxen in Bezug auf die Anwendung von assisted hatching zur Veröffentlichung der Ergebnisse angehalten oder geht diese Anzahl der so erzielten SS mit auf in der allgemeinen Quote einer Praxis/Klinik?
e) Welche Auswirkungen kann die Kryokonservierung auf die Eihülle haben, bei Embryonen, die sich nach dem Auftauvorgang normgerecht teilen?
Zu d) kann ich was schreiben. Mir ist keine Veröffentlichung einer (deutschen) Praxis zu den Ergebnissen bei? Assisted Hatching? bekannt, obwohl ich mich hier ständig umfassend informiere. Sehr viele Repro-Docs wenden ? das kann man in vielen Postings hier lesen ? diese Methode routinemäßig an. Es werden bessere Ergebnisse versprochen.
Selbstverständlich geht die Anzahl der so erzielten Schwangerschaften mit in die allgemeine Quote der Praxis ein, die dem
D.I.R. gemeldet wird. Im D.I.R. gibt es keinen Vergleich zwischen Versuchen, bei denen AH angewendet wurde oder nicht.
Rebella
Zu a) Im Hinblick auf die Methodik selbstverständlich, aber die Indikationsstellung ist weiterhin unklar, ebenso wie die Erfolge es sind. Feste Vorschriften existieren nicht
Zu d) Die Praxen haben ihre interne Statistik, aber die Erfolge/Misserfolge gehen in den allgemeinen Ergebnissen des D.I.R unter. Es wäre sicherlich interessant, diesbezüglich auch eine bundesdeutsche Statistik zu haben (mit all den Fehlern einer sammelstatistik natürlich aber besser als gar keine Informationen über grosse Patientengruppen.