Wozu ist eigentlich Aspirin bei der Kinderwunsch-Behandlung gut?
Eine Studie aus dem Jahre 1999 ergab bei Patientinnen in einer IVF-Behandlung eine verbesserte Eizellreifung, Durchblutung der Schleimhaut und Schwangerschaftsrate. Es ist nicht erwiesen, daß diese Studienergebnisse tatsächlich allgemeingültig sind und man darf bei einer IVF-Behandlung auch nicht das erhöhte Blutungsrisko vernachlässigen, was bei der Punktion unter der Einnahme von ASS bestehen könnte. Allerdings bestehen bei der notwendigen niedrigen Dosierung (100 mg/Tag) praktisch keine Nebenwirkungen und für eine evtl. entstehende Schwangerschaft besteht ebenfalls kein Risiko, so daß man die Einnahme fast uneingeschränkt empfehlen kann (allerdings sollte der behandelnde Arzt davon unbedingt in Kenntnis gesetzt werden).
Ein Zusammenhang mit immunologischen Faktoren und der Blutgerinnung scheint ebenfalls zu bestehen. In diesen Fällen konnte auch eine signifikante Verbesserung der Schwangerschaftsrate durch die Gabe von ASS nachgewiesen werden.
Studien aus den News der Kinderwunsch-Seite
Es wird schon seit vielen Jahren versucht, den Nachweis zu erbringen, daß Aspirin die Einnistung verbessern kann, wie dies in einer aktuellen Studie1 ja auch gelang. Eine ältere Übersicht zum Thema finden Sie in unseren News
Aktuelle Studien zum Thema
Eine schwedische Arbeitsgruppe wertete die Ergebnisse von 1380 aufeinanderfolgenden IVF-Zyklen aus1, wobei nach der In-vitro-Fertilisation 75 mg Aspirin oder eine Tablette ohne Wirkstoff (Placebo) pro Tag vom Embryotransfer bis zum Schwangerschaftstest verabreicht wurde. Ergebnis: In der Aspirin-Gruppe betrug die Geburtsrate 27,2 Prozent – verglichen mit 23,2 Prozent in der Placebo-Gruppe, lag laut damit statistisch signifikant höher.
Wie immer ist dies nicht immer unumstritten. Bei Frauen mit Antiphospholipid-Antikörpern, also eine Gruppe von Patientinnen, von der man immer wieder in Studien zu dem Ergebnis kam, daß sie von gerinnungshemmenden Substanzen profitieren würde (Z. B. eben Aspirin oder auch Heparin), kam eine ebenfalls neue Studie2 zu dem Ergebnis, daß die Gabe der Kombination von von Aspirin und Heparin keine Verbesserung der Schwangerschaftsraten mit sich bringt.