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  Diagnose - Ehemann ist unfruchtbar - und jetzt?
   Manuela84
schrieb am 01.06.2017 15:17
Hallo,
das ist mein erster Beitrag in einem Forum. Ich bin 33 Jahre alt und mein Mann wird 39.
Wir sind im August seit 2 Jahren verheiratet, seit ca. 11 Jahren bereits ein Paar.
Der akute Kinderwunsch fing vor ca 2,5 Jahren an. Seit letztes Jahr im Mai haben wir uns verschiedenen Untersuchungen unterzogen. Bei mir wurde festgestellt dass ich keinen Eisprung habe, woran es liegt kann mir meine Frauenärztin nicht sagen. Bei meinem Mann wurde eine Azoospermie festgestellt.
Die Diagnose von meinem Mann kam im letzten Oktober. Damit waren wir ehrlich gesagt ziemlich überfordert und haben erstmal unser Leben ganz normal weitergeführt. Ganz nach dem Motto es wird schon gehen und wenn das neue Jahr erstmal da ist wird das Leben auch wieder besser. Daß ging bei mir ziemlich nach hinten los. Seit letztem jahr in ich viel am weinen, habe Nervenzusammenbrüche (zeitgleich geht mein einer Bruder ins insolvenzverfahren und bei meinem anderen Bruder zieht seinen Frau mit den Kindern aus/ meine Mutter ist schizophren und depressiv und daher auch keine hilfe) und ziehe mich immer mehr zurück. Seit Mitte April schaffe ich es nicht mehr zur arbeit zu gehen und bin krank geschrieben. Ich merke immer mehr das ich es unter anderen Menschen nicht aushalte und das mir schnell alles zu viel wird.
Seit Mitte März bin ich einmal wöchentlich bei einer psychologen, das tut mir auch sehr gut.
Ich weiß aber einfach nicht weiter. Bei meinen Freundinnen habe ich das Gefühl die verstehen mich nicht und ich habe mich in meinem leben noch nie so einsam gefühlt. In den letzten Wochen hatte ich auch immer mehr das Gefühl das ich mein Leben komplett ändern muss, davon hat mich meine Psychologen zum Glück abgehalten (sonst hätte ich gekündigt, und den Kontakt zu meiner Familie abgebrochen).
Mein Mann ist gegen eine künstl. Befruchtung und ich bin davon auch nicht wirklich überzeugt. Auf Anraten meiner psychologen haben wir einen Termin in einer kiwu vereinbart, damit die uns unsere Diagnose genauer erklären können und uns aufzeigen welche Möglichkeit wir eventuell haben. Ich denke es wird aber bei den einen Termin bleiben.

Im Moment nutze ich meine Zeit um mich in das Thema Adoption einzulesen.
Aber ich habe schwierigkeiten eine Entscheidung zu treffen egal in welche Richtung.
Habt ihr ähnliches erlebt oder einen Ratschlag für mich?
Mir wurde durch diese Diagnose der Boden unter den Füßen weggerissen.


  Re: Diagnose - Ehemann ist unfruchtbar - und jetzt?
   veroma
schrieb am 02.06.2017 16:00
Hallo Manuela,
ich kann dich sehr sehr gut verstehen und mitfühlen wie es dir geht, denn wir haben genau die gleiche Diagnose erhalten und es war für mich auch ganz schwer auszuhalten. Mein Mann war zu dieser Zeit auch noch beruflich die ganze Woche unterwegs und ich hab mich mit meinen Sorgen und Problemen komplett allein gelassen gefühlt. Freunde haben mich/uns zwar sehr unterstützt, dennoch gab es bei niemandem ähnliche Probleme und die Kinder "flatterten" nur so ins Haus.
Mein Mann und ich sind dann in Urlaub gefahren, um zu entscheiden, wie es für uns weitergeht um unserem gemeinsamen Kinderwunsch näher zu kommen. Wir hatten viel Infomaterial zu künstlicher Befruchtung aber auch Adoption mitgenommen und uns in diesem Urlaub für den Weg einer Adoption entschieden. Als wir wieder zu Hause waren, habe ich sofort Nägel mit Köpfen gemacht und bei unserem zuständigen Jugendamt angerufen.......
Mittlerweile sind 6 Jahre vergangen und ich bin Mama von zwei besonderen Jungs, die uns anvertraut wurden.
Ich bin sehr froh, dass wir uns für diesen Weg entschieden haben. Er war auch nicht leicht und es gehörte Mut, Ausdauer und vor allem Geduld! dazu aber ich habe diesen Schritt in kleinster Weise bereut. Er hat mir schließlich meine Jungs beschert, die ich nie wieder missen nöchte.
Ich habe mir in der Trauerphase nach der Diagnose immer gesagt, es gibt zwei Möglichkeiten dein Leben weiterzuleben. Entweder du lässt dich hängen und bläst Trübsal und es ändert sich nichts an deiner Situation oder du stehst auf, blickst nach vorne und genießt das Leben und es ändert sich auch nichts an deiner Situation, du lebst aber ein wesentlich entspannteres, fröhlicheres Leben. Das gelang natürlich nicht immer, hat mir aber, je häufiger ich mir das selber vorgesagt habe, zu einer positiven Einstellung verholfen.
Dann war es mir ganz wichtig, eine Entscheidung zu treffen und zu dieser auch zu stehen. Die Entscheidung für eine Adoption hat mir im wahrsten Sinne des Wortes Flügel verliehen und ich hab mich sehr gefreut, ein neues Ziel zu haben.
Daher mein Tipp für dich: Setz dich mit deinem Mann zusammen und überlegt gemeinsam was für euch in Frage kommt. Wenn ihr eine Entscheidung getroffen habt, versorg dich mit Infomaterial und macht euch auf den Weg ( wie auch immer er aussehen mag), eurem Ziel näher zu kommen.
Ich wünsche dir/ euch ganz viel Kraft, Mut und Ausdauer und auch Glück, dass ihr eurem Wunschkind näher kommt.
Du kannst mir auch gerne über PN schreiben.
Ganz liebe Grüße von Veroma.


  Re: Diagnose - Ehemann ist unfruchtbar - und jetzt?
   RoteBeete
schrieb am 02.06.2017 17:55
Liebe Manuela,

Ich möchte hier künstliche Befruchtung nicht schönreden. Es ist anstrengend und führt leider nicht immer zum Erfolg bzw. der Erfolg hängt sehr stark von individuellen Gegebenheiten ab.

Darf ich fragen, weshalb dein Mann gegen künstliche Befruchtung ist? Ich konnte mir am Anfang auch nicht vorstellen, dass wir eine künstliche Befruchtung machen....Dachte, wenn es von der Natur "nicht vorgesehen" ist, dann wird es schon seinen Grund haben.

Jetzt, wo ich mich besser mit der Materie auskenne, sehe ich, wieviele Mythen kursieren und das sämtliche Überzeugungen einfach Vorurteile waren ohne jegliches Hintergrundwissen. Die Menschen ohne Fruchtbarkeitsprobleme halten sich für Experten auf diesem Gebiet. Experten sind in Wahrheit wir, die nicht einfach so Kinder kriegen können.

Wenn Adoption Euer Weg ist, dann geht ihn! Es muss nicht jedes Paar alles medizinisch mögliche machen. Was aus der Gefühlsebene gegen eine KB spricht ist: solange man das macht, kann man keinen Abschied nehmen und muss mit dieser Ungewissheit ob man doch Mutter eines leiblichen Kindes wird, leben. Für mich ist das trotzdem der richtige Weg.

Du bist nicht alleine! Mein Mann (41) und ich (33) sind auch schon seit 13 Jahren ein Paar, davon 9 Jahre verheiratet und haben fast 5 Jahre unerfüllten Kinderwunsch...Es ist manchmal sehr schmerzhaft zuzusehen, dass Menschen, die gerade mal 1-2 Jahre zusammen sind und keine stabilen Beziehungen führen "einfach so" Kinder in die Welt setzen.

Ich schließe mich Veroma an: man kann in so einer sch... Situation nur an der Einstellung arbeiten, denn die Situation bleibt dieselbe. Ich sage mir dann immer: Ich bin die Herrscherin über meine Gedanken und meine Gefühle (klappt natürlich bei Weitem nicht immer, aber Übung macht den Meister).


Liebe Grüsse


  Re: Diagnose - Ehemann ist unfruchtbar - und jetzt?
   HimbeerErdbeer
schrieb am 04.06.2017 10:45
Hallo Manuela,

es tut mir leid, dass du im Moment an so vielen Ecken und Enden Schwierigkeiten hast. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist schon schlimm genug. Hier im Forum wirst du bestimmt viel Unterstützung finden.
Ich denke, dass Beste, was man tun kann, ist sich zu informieren und dann eine bewusste Entscheidung zu treffen (nicht nur über IVF / ICSI, sondern auch über Adoption). Wie RoteBeete schon schrieb, bevor man betroffen ist, neigt man dazu, alles abzulehnen, weil "es ja unnatürlich ist" (so wie alle OPs... und alle Medikamente.... und das nehmen wir auch alle in Anspruch).
Man braucht definitiv auch Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen, in eine Kiwu-Klinik zu gehen oder zu adoptieren. Einfach ist das nicht, wir alle haben es uns anders vorgestellt.
Ich wünsche euch viel Erfolg auf eurem Weg!


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  Re: Diagnose - Ehemann ist unfruchtbar - und jetzt?
   Nicole_Flix
Status:
schrieb am 07.06.2017 20:54
Hallo,

blöde Situation.

Adoption ist in Eurer Lage eher keine realistische Option. Und für ein Pflegekind brauchst Du Kraft und innere Stabilität.

Warum ist eine IVF/ICSI keine Option? Bei Deinem Mann kann man bei einer TESE vielleicht Sperma finden und Deinen ES medikamentös auslösen. Macht das Gespräch und versucht es!




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