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  Kein Wunschkind was nun?
   Rolliwoman
schrieb am 08.03.2017 19:30
Hallo Zusammen,

durch Zufall sind wir auf Eure Homepage gestoßen. Wir, Esther und Robert sind 42 und 43 Jahre alt und Kinderlos. Mein Mann Robert hat sich vor ca. 20 Jahren sterilisieren lassen. In der Hoffnung, dass die Krankenkasse die Kosten für die Revaterkisierung übernimmt wenn die richtige Partnerin kommt. Die Benutzung ines Kondoms war immer schwierig für meinen Mann weil er eine Körperbehinderung linksseitige Spastik hat und daher den linken Arm nicht benutzen kann. 2010 lernte ich meinen Mann Robert kennen. Ich sitze im Rollstuhl und bin auf Hilfe angwiesen. Zurück zum Thema: wie gesagt, wir lernten uns 2010 kennen. 2012 war unser Nest fertig und bereit für ein Kind. Wir telefonierten mit der Krankenkasse um die Kosten für die Revaterlisierung zu klären. Weit gefehlt. Das Gesetz hat sich geändert und die Krankenkassn zahlen seit 2004 die Revaterlisierung nicht mehr. Wir dachten über künstliche Befruchtung nach, verwarfen den Gedanken aber wieder nachdem wir in einem Kinderwunschzentrum waren und wir über Risiken für mich aufgeklärt wurden. Diese Risiken hätte ich auf mich genommen, aber es ist ja nicht klar ob es gleich beim ersten Mal klappt. Wir sind beide so traurig. Diese Traurigkeit zieht sich durch unser Leben. Wir geben uns Halt, aber wir sind so kraftlos. Es kommt auch hinzu, dass wir mit der Kinderlosigkeit unterschiedlich umgehen. Ich möchte reden. Robert schweigt das Thema lieber aus. Schon als kleines Mädchen habe ich mir viele Kinder gewünscht.
Wie können wir unserem gemeinsamen Leben einen Sinn nur zu zweit geben?

Traurige Grüsse
Esther und Robert Junghanns


  Re: Kein Wunschkind was nun?
   Chorus
Status:
schrieb am 09.03.2017 13:15
Ich weiß selber leider auch nicht, was denn wirklich der "Ersatzsinn" des Lebens sein sollte. Ganz ehrlich, ich habe vorher nie so richtig am Sinn des Lebens gezweifelt, damals als ich noch keine Kinder hatte und mein Kinderwunsch noch nicht so ausgeprägt. Ist sicher anders, wenn man schon als Kind so einen Traum hatte. Ich habe beruflich mit Teenagern zu tun, da kennt man auch andere Aspekte, nicht immer ist alles so rosig, das wird oft unter den Tisch fallen gelassen.

Diese Vorstellung das Leben wäre ohne Kinder sinnlos kam wirklich ganz konkret als es dann - total wider Erwarten - wir sind beide gesund, Nichtraucher, haben beide mehrere Geschwister etc - nicht klappte. Deshalb vermute ich mal, diese plötzliche Wandlung in Richtung "Lebenssinn" kommt eben bei vielen erst zu diesem Zeitpunkt.

Die Wahrheit ist, das Leben hat immer Sinn und der Zweck kann einfach nicht Reproduktion sein, denn dann gäbe es ja nur wieder Leben, dass sich wieder weiterreproduziert! Also hat das Leben schon an und für sich Sinn. Ich denke mir auch oft, ich habe ja keine Ahnung, wie und wo ich anderen schon geholfen habe, ich muss aber dazu sagen, dass ich nebenberuflich Lehrerin bin, da hab ich wenigstens schon beruflich mal was sinnstiftendes (so hoffe ich ;). Und, ganz nebenbei, ich denke es sollte nicht so sein, dass man mit 40 oder darüber plötzlich am Lebenssinn zweifelt.

Ansonsten kann man sich ja auch immer noch nach einer Beschäftigung mit Kindern umsehen, sei es in der Freizeit oder auch beruflich, man muss halt damit klarkommen, dass man halt selber nie welche haben wird. Bei mir hat sich insoweit was verändert, dass ich zumindest in meiner Freizeit mich nur noch auf meine Lieblingsbeschäftigungen - das ist eben der musische Bereich - konzentriere. Mir ist die Endlichkeit des Lebens erst so richtig bewusst geworden. Bei der Arbeit (habe 2 Jobs) nehme ich auch nichts mehr so wichtig wie früher.

Heute bat mich mein Chef zu einem Gespräch und ich muss sagen, ich bin da viel lockerer und selbstbewusster reingegangen als früher. Die langen erfolglosen Jahre des "es einfach versuchens", die ganzen erfolglosen IVFs, Eizellenspenden etc. haben wenigstens eins gebracht, ich sehe vieles nicht mehr so ernst. Niemand von denen hat eine Ahnung, was ich durchgemacht habe, aber es hat mich selbstbewusster, härter aber auch lockerer gemacht (hoffe dieser Widerspruch ist zu verstehen). Ich muss dann fast grinsen, wenn jemand mit einem vollkommen banalem Thema mit einer sauertöpfischen Miene daherkommt, wie das heute der Fall war. Kann ich einfach aus heutiger Sicht nicht mehr verstehen.

Mein Mann hat sich auch noch nebenberuflich selbständig gemacht, jetzt wo das Thema durch ist. Das ermöglicht uns schon noch eine zusätzliche finanzielle Freiheit. Wir planen immer schöne Urlaube, gehen etwas zum Wellness. Wie gesagt, ich bin wieder fast wie früher, muss ich sagen, das Leben ist immer ein Auf und Ab und anderen Leute passieren auch zeitweise schlimme Dinge. Niemand weiß den Grund dafür, dass jemand z.B. plötzlich Krebs bekommt, nahe Angehörige sterben oder was auch immer. Es gehört eben zu einer Art Lebensaufgabe, auch mit den negativen Seiten des eigenen Lebens zu leben. Und ganz ehrlich, ich glaube, es gibt schon noch schlimmere Schicksale als wir sie haben. Kinder sind ja immer da, ich hab zum Glück Nichten und Neffen. So lebt wenigsten ein Stückchen meines Erbes weiter - und ich habe jemanden zum Liebhaben - und später mal zu beerben.


  Re: Kein Wunschkind was nun?
   Chorus
Status:
schrieb am 12.03.2017 17:56
Hm, wäre ganz nett wenn man wieder mal was von den Threaderstellern hören würde....




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