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  Rente für Mütter
   wunschkind-hope
schrieb am 25.11.2016 18:20
Hallo :-)

Mir geht gerade das Thema mehr Rente für Mütter durch den kopf und ich würde gerne eure Ansichten dazu wissen. Ich glaube hier passt der Gedankengang am besten rein.

In den Medien wird zur Zeit hoch diskutiert, dass Mütter zuwenig Rente bekommen im Vergleich zu den kinderlosen Frauen.

Jetzt möchte ich dazu meine sichtweise los werden.

1. Ich habe eine Ausbildung gemacht und mich weitergebildet, damit ich später gut geld verdiene und für meine Familie sorgen kann. Meine Sportlehrerin sagte immer zu uns: Mädels schaut, dass ihre später eure Familie auch ohne mann ernähren könnt.

2. Das ich keine kinder habe liegt wohl an meinem Körper. Ich liebe kinder und möcht welche bekommen. Aber es geht nicht so einfach bei mir. Vielleicht wird es ja nie was?

3. Mein Job ist manchmal stressig und falls ich kinder bekommen sollte, werde ich nach spätestens 1-2 Jahren wieder arbeiten gehen. Wir haben ein haus und möchte auch mal in Urlaub, da muss mein mann sich dämlich arbeiten.

Ich rackere mich mein leben lang ab, während (auch in meiner Familie) manche Frauen ohne ausbildung oder ohne job kinder bekommen. Die können ihren Kindern außer liebe nichts geben, bekommen nur hilfe von den Eltern. Meine Cousine bekommt alle 3 jahre ein kind und möchte natürlich für jedes kind zu hause bleiben *ironie*. Aber wenn kinder älter werden, kommen auch ansprüche und wünsche die man gerne erfüllen möchte.

Während fleisige Frauen arbeiten, alles organisieren bleiben viele auf ihren 5 Buchstaben sitzten.

Fazit: Ich finde in solcher Hinsicht haben diese frauen weniger rente verdient.

Warum soll ich mich die nächsten 45 jahre abrackern? Wenn diese Frauen, dann genauso viel wie ich rente bekommen? Was haben die den getan? Als kinderfabrik kinder gezeugt?

Frauen mit kindern, die hirn haben gehen arbeiten und organisieren sich mit dem mann, freunden und Familie. Die stellen sich die frage dann nicht nach mehr rente.

Kinderlosen Frauen wird oft Egoismus vorgeworfen. Aber leute bitte: was ist mit denen die ungewollt kinderlos sind!!!


  Re: Rente für Mütter
   pmami
schrieb am 25.11.2016 22:33
Zitat

Kinderlosen Frauen wird oft Egoismus vorgeworfen. Aber leute bitte: was ist mit denen die ungewollt kinderlos sind!!!

Liebe Wunschkind-hope,

dieser Vorwurf ist immer ungerecht. Eine Frau, die für sich feststellt, dass sie keine Mutter sein will und auch keine gute Mutter wäre, die handelt ja nicht egoistisch sondern handelt genau richtig, wenn sie auf das Kind, das ungewollt wäre, verzichtet.

Aber - ehrlich gesagt - komme ich mehr und mehr zu der Überzeugung, dass es vielleicht auch einige wenige Frauen gibt, die sich bewusst gegen das Mutter-Dasein entscheiden, dass aber die große Mehrheit aller, die kinderlos bleiben zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben dennoch einen Kinderwunsch hatten, der sich nicht erfüllt hat. Dabei muss es sich nicht immer um Frauen, wie hier im Forum handeln, die den Zyklus beobachten, in KiWu-Kliniken sind und zahlreiche jahrelange oft zermürbende und finanziell ruinierende Behandlungen hinter sich haben. Es kann sich auch um Frauen handeln, die einfach lange gewartet haben, immer mit dem Hintergedanken, dass kann noch ein paar Jahre warten, wenn es "besser passt" dann hat es auf natürlichem Weg nicht mehr geklappt und sie haben es dann hingenommen. Es kann sich um Frauen handeln, die zu dem Zeitpunkt, als sie sich ein Kind gewünscht haben, einfach nicht den passenden Partner oder gar keinen Partner hatten. Es kann sich auch um Frauen handeln, deren Partner kein Kind wollte, vielleicht, weil er schon Kinder aus früheren Beziehungen hat. Und so weiter und so fort.....

Ich würde gerne mal eine Studie zu der Frage sehen, wie viele Frauen, Ü50 tatsächlich nie einen Kinderwunsch hatten und sich bewusst und endgültig gegen Kinder entschieden hat. Wie gesagt, es gibt bestimmt einige. Aber ich glaube, dass die Zahl gering ist.....

Deshalb ist der Vorwurf des Egoismus doppelt ungerecht. Da gebe ich Dir völlig recht.

Trotzdem möchte ich noch etwas zu Deinen Gedankengängen bezüglich der Mütterrente sagen.

Ich habe auch eine gute Ausbildung gemacht. Ich arbeite auch gerne in meinem Beruf. Aber eine Kinder Betreuung mit zwei Vollzeitjobs ist sehr schwierig zu organisieren. Mal ganz abgesehen davon, dass ich das gar nicht möchte, weil ich gerne auch Zeit mit meinem Kind verbringen möchte, könnte ich eine 40 Stunden Woche nicht leisten, selbst wenn ich keine einzige Überstunde machen müsste und jedesmal den Stift fallen lassen würde, wenn "der Wecker klingelt!. Und das ist nicht nur während der Krippen- und Kindergartenzeit sondern auch während der Grundschulzeit so. Wenn Du von einem Acht-Stunden-Tag ausgehst, die halbe Stunde Mindestpause dazurechnest und dann eine Stunde für den Hin- und Rückweg KiTA/Arbeit-Arbeit/KiTA einrechnest, brauchst Du eine Betreuungszeit von 9 1/2 Stunden. Das bieten die wenigsten Einrichtungen an.

ich arbeite also Teilzeit. Dadurch verdiene ich weniger. Ich zahle weniger in die Rente ein. Und die (männlichen) Kollegen, die nicht für die Familie zurückstecken, ziehen karrieretechnisch an mir vorbei.

Mich stört das nicht. Im Gegenteil, ich möchte nicht mit denen tauschen. Aber ich arbeite auch hart. Mein Alltag ist auch stressig. Denn - ehrlich gesagt - ist die Doppelbelastung von Arbeit und Mutterdasein keine reine Wellnessoase. Ich finde nicht, dass ich deshalb MEHR Rente verdient habe, als eine Vollzeitberufstätige. Ich bekomme ja auch nicht mehr Rente als eine Vollzeitberufstätige. Ich bekomme WENIGER Rente. Trotz Mütterrente, die (ich habe es mir kürzlich von der DRV ausrechnen lassen) für mich etwa 80 Euro pro Monat und Kind ausmacht. Das ist viel Geld. Ja. Aber es reicht nicht, um davon alleine zu leben. Auch für Deine Cousine wird es nicht reichen. es sei denn, sie hat - na ja - sagen wir - zwölf Kinder. Oder 15 Kinder. Dann lohnt es sich vielleicht.

Ich finde es völlig okay, dass ich weniger Rente bekomme, denn ich habe mich dafür entschieden einen großen Teil meines Lebens weniger zu arbeiten und dafür mein Kind zu betreuen und ich erachte das als ein sehr großes Privileg. Ich bin dankbar, das erleben zu dürfen. Da aber auch meine Kinder (hoffentlich) später einmal in unser aller Rentenversicherung einzahlen werden und daraus Deine und meine Rente bezahlt werden wird, finde ich schon, dass ein kleiner Ausgleich nicht völlig ungerecht ist.

Und ganz allgemein sollten wir den Fokus viel weniger auf unsere Unterschiede (Mutter oder kinderlos, Vollzeit, Teilzeit oder gar nicht arbeitend) legen sondern mehr auf unsere Gemeinsamkeiten: Wir sind alle Frauen, die versuchen unsere Lebensträume zu erfüllen. Um einige müssen wir hart kämpfen. Und dabei sollten wir uns gegenseitig unterstützen.

In diesem Sinne: ich wünsche Dir von Herzen, dass Dein Wunsch nach einem (oder mehreren) Kind(ern) sich doch noch erfüllt.

Viele Grüße pmami


  Re: Rente für Mütter
   Libby1234
schrieb am 26.11.2016 19:28
Liebe wunschkind-hope,

ich glaube, dass die Politik da gar nicht nach Kriterien wie gerecht/ungerecht oder anerkennenswert/weniger anerkennenswert arbeitet, sondern einfach versucht, das Kinderbekommen für die Frauen finanziell attraktiver zu machen durch die zusätzliche Absicherung im Alter. Einzelne Politiker mögen vielleicht wirklich einmal in den oben genannten Kriterien denken, aber im Großen und Ganzen setzt sich sicherlich das durch, was in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll erscheint (unabhängig davon, ob es wirklich sinnvoll ist). Argumentiert wird dann aber natürlich (publikumswirksam) auf der emotionalen Ebene. Insofern finde ich, dass dieses Thema eigentlich keine emotionalen Investitionen verdient hat.

Mich hat zeitweise aber auch die immer mal wieder aufkommende Diskussion darüber geärgert, ob Kinderlosen die Rente gestrichen werden sollte. Bei diesem Unsinn fehlten mir einfach die Worte. Aber so richtig ernst genommen wurden diese Vorschläge ja Gott sei Dank nur von sehr wenigen.

Ich glaube außerdem, dass es einen generell sehr unglücklich macht, sich mit Anderen zu vergleichen. Ich versuche deshalb, gar nicht darauf zu achten, ob jemand Anderes zum Beispiel jetzt oder in Zukunft mehr oder weniger Geld hat als ich, oder genau so viel Geld wie ich trotz anscheinend unterschiedlicher Leistung... Solange ich genug habe, ist für mich auch wirklich alles in Ordnung. Meine Situation bleibt ja unverändert - außer, die allgemeine Kaufkraft und damit die Inflation steigen so stark, dass ich mir nichts mehr leisten kann. Aber so weit werden die Auswirkungen der Mütterrente bestimmt nicht gehen.

Gibt Dir Deine Arbeit denn im Moment nicht so viel? Ich meine, das aus Deinem Beitrag herauszulesen, aber ich kann es natürlich nicht wissen. Ich finde, dass Arbeit einem auch sehr gut tun kann und einem das Gefühl geben kann, etwas Sinnvolles zu tun, so dass man sie, auch weitgehend unabhängig vom finanziellen Aspekt, nicht missen möchte. Jedenfalls wenn man irgendwann die richtige Arbeit für sich gefunden hat. Ich fände es gar nicht erstrebenswert, komplett auf Arbeit zu verzichten, auch nicht, wenn meine Aufgabe dann in der Kindererziehung läge...

Zuletzt muss ich aber doch noch sagen, dass ich die Leistungen von Müttern auf jeden Fall anerkennenswert finde, auch wenn ich das nicht in Geldbeträgen bzw. Rentenbeträgen ausdrücken mag. Ich denke dann immer an meine eigene Mama. Wir Kinder wurden innerhalb von sechs Jahren geboren, und sie war oft mit den Nerven am Ende, hat es aber immer irgendwie hingekriegt. Das ging auch zu Lasten ihrer Gesundheit, sie ist heute nicht so gut dran. Obwohl ich denke, dass sie manche Dinge durch bessere Planung viel leichter hätte haben können (allein schon einen größeren Abstand zwischen uns Kindern) - sie hat ohne Frage viel geleistet.

Ich wünsche Dir auch, dass sich Dein Wunsch noch erfüllt, oder dass Du auf eine andere Art und Weise ein glückliches und zufriedenes Leben führst!

Liebe Grüße
Libby


  Re: Rente für Mütter
   RoteBeete
schrieb am 26.11.2016 21:51
Hallo Wunschkind,

Ich teile größtenteils die Gedanken von pmami und Libby. Und ich glaube aber auch, dass ich ganz genau weiß, was du meinst.

Mein Mann hat früher Sprüche gebracht, da habe ich mich extrem geärgert. Er hat nämlich gesagt, "manche Frauen wollen einfach nicht arbeiten, weil es zu Hause schöner ist und der Mann ja für sie rackert". Ich fand es unerhört, dass er "uns, Frauen" sowas unterstellt.

Aber jetzt sehe ich diese Frauen, und es ärgert mich. Die sind nicht Vollzeit-Mütter, weil es ihre Berufung ist, sondern, weil sie sich dem Leben außerhalb der Familie nicht stellen wollen. Sind auch einige in meinem Bekanntenkreis. Und oft ist es so, dass ein Baby gerade dann geplant wird, wenn die Frau das Gefühl hat im Beruf stagniert es, oder die erhoffte Beförderung kommt nicht, oder oder oder...
Und ich verurteile das nicht, wir sind aktiv unseren Kinderwunsch angegangen als es bei mir im Beruf so la la lief. Nur hat es da nicht geklappt und so musste ich mein Verhalten überdenken.

Und je länger ich diesen Weg gehe, desto mehr finde ich wie pmami, dass sehr wenige Frauen/Paare nie wirklich Kinder wollten. Die meisten wollten einmal welche.
Es ist tragisch, dass das bei den "anderen" als Egoismus ankommt. Deswegen versuche ich relativ offen mit meinem unerfüllten Kinderwunsch umzugehen. Wobei ich da manchmal auch verzweifle....


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  Re: Rente für Mütter
   wunschkind-hope
schrieb am 29.11.2016 17:07
Vielen Dank für eurer Statement.


  Re: Rente für Mütter
no avatar    Juna30
Status:
schrieb am 30.11.2016 15:24
Zitat
wunschkind-hope
Während fleisige Frauen arbeiten, alles organisieren bleiben viele auf ihren 5 Buchstaben sitzten.

Fazit: Ich finde in solcher Hinsicht haben diese frauen weniger rente verdient.

Warum soll ich mich die nächsten 45 jahre abrackern? Wenn diese Frauen, dann genauso viel wie ich rente bekommen? Was haben die den getan? Als kinderfabrik kinder gezeugt?

Frauen mit kindern, die hirn haben gehen arbeiten und organisieren sich mit dem mann, freunden und Familie. Die stellen sich die frage dann nicht nach mehr rente.

Da spricht für mich ziemlich viel Neid und Frust und es stehen mir echt die Haare zu Berge, wenn ich sowas lese.

Alle Frauen mit Kindern, die nicht nach 1-2 Jahren wieder arbeiten gehen sind also - im Gegensatz zu dir - faul. Interessant.

Dein Fazit finde ich lustig. Warum macht denn die Rente für andere deine Rente so schlecht? Man merkt ehrlich gesagt, dass du (noch) kinderlos bist, denn Kinder zu erziehen, den Haushalt zu schmeißen und ggf. einen Minijob zu machen ist alles andere als "keine Arbeit" und verdient deutlich mehr Wertschätzung als du es im Stande zu sein scheinst aufzubringen.

"Frauen die Hirn haben" gehen meiner Meinung nach nicht pauschal nach deinem persönlichen Gusto wieder arbeiten, sondern treffen für sich und ihre Familien wohlüberlegte Entscheidungen. Und das kann durchaus zu Gunsten der Familie und zu Ungunsten der eigenen Absicherung durch Arbeit und Renteneinzahlungen ausfallen, auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst.

LG
Juna (die Vollzeit arbeitet trotz EZ und dennoch vollstes Verständnis hat für jede Mutter, die 3 Jahre zu Hause bleibt - für jedes Kind!)

"If you want to change the world, go home and love your family." Mother Theresa


1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.16 15:25 von Juna30.


  Re: Rente für Mütter
   wunschkind-hope
schrieb am 30.11.2016 17:57
Hallo juna,

Danke für deine Antwort. Mit dem neid hast du sicher recht. Ein grausames gefühl :-(

Nein, alle Frauen schere ich nicht über einen kamm. Aber am Beispiel der Cousine ist es so, dass sie nicht arbeiten geht über ihre Verhältnisse lebt und einen schufa eintrag hat. Sie hat 3 kinder im abstand von 3 jahren. Ist aktuell mit dem 4 schwanger von einem anderen mann. Sie lässt ihre kinder während der schule bei ihrer Mutter, die selbst arbeitet, so dass die kinder nicht zur schule konnten und fährt mit dem neuen freund 3 wochen in Urlaub. Die oma musste dann schauen wo sie die kinder unterbringt.

Außerdem finde ich, dass du ziemlich gemein wirst, weil du nichts über mein Leben und meine Arbeit weist. Es gibt genug Frauen die nicht soweit sind für ein kind und es trotzdem bekobekommen.

Jeder soll seine Entscheidungen treffen und ich möchte hier sicher niemanden verletzten. Habe ledeglich meine Meinung geschrieben und habe dazu dementsprechend Feedback bekommen.

Ich denke die meisten haben es auch verstanden. Es gibt einfach viele die beides auf die reihe bekommen kind und job. Und um nochmal auf die rente zurück zu kommen: haben diese frauen auch mehr verdient finanziell zu bekommen, als die welche sich nur für das kind entscheiden.


2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.16 18:15 von wunschkind-hope.


  Re: Rente für Mütter
   wunschkind-hope
schrieb am 30.11.2016 18:21
Ach ja habe noch was übersehen.

Meine rente wird dadurch nicht schlecht.

Wenn aber eine kinderlose ihr Leben lang arbeitet, während eine andere "der kinder wegen" genauso viel Rente bekommt ist es meiner Meinung nach nicht gerecht. Siehe Beispiel oben. Aber ich möchte es natürlich nicht verallgemeinern.


  Re: Rente für Mütter
   ehemalsRheila
schrieb am 01.12.2016 10:18
Hallöchen,

ich möchte mich zu diesem brisanten Thema auch einmal zu Wort melden. In einem der obigen Beiträge wurde erwähnt, dass ja die Kinder, die jetzt groß gezogen werden, später auch die Rente von uns Kinderlosen bezahlen. Dieses Prinzip ist ja auch als Generationenvertrag bekannt. Meines Wissens nach ist das aber keine offizielle Bezeichnung.

Ich habe in der Zeit, in der unsere Kinderlosigkeit mich emotional sehr akut belastet hat, auch oft über die mir entgegen gebrachten Anschuldigungen anderer Menschen bezüglich Egoismus nachgedacht. Meiner Ansicht nach liegt hier ein Denkfehler vor. Ich arbeite Vollzeit und zahle monatlich ein hübsches Sümmchen in die Rentenversicherung ein. Damit erwerbe ich letztlich Anwartschaften, um später Rente beziehen zu können. Wenn ich also (ungewollt, aber das ist hier wurscht) keine Kinder habe, erarbeite ich mir dennoch das Recht, später Rente zu bekommen, denn ich habe ja dafür bezahlt. Umgekehrt erwirbt jemand, der nie gearbeitet hat, nicht durch viele Kinder ein Recht auf hohe Rente. Man zahlt nicht mit Kindern in die Rentenkasse ein. Niemand würde nur dafür Kinder bekommen. Es ist natürlich absolut notwendig, dass Kinder später für uns arbeiten, damit wir alle Rente beziehen, aber aus emotionaler Sicht leiste ich jetzt gerade alles mir Mögliche, um später Rente zu bekommen. Zudem ist nicht bei jedem Kind klar, ob es überhaupt in die Rentenkasse einbezahlen wird. Manche werden vielleicht Beamte, andere arbeitslos.

Zu dem Thema, ob Mütter eine höhere Mütterrente bekommen sollen, möchte ich Folgendes beitragen: Man sollte meiner Meinung nach die Zeit, in der die Mutter normalerweise arbeiten würde, es aber wegen mangelnder Kinderbetreuung nicht schafft, auf die tatsächliche Arbeitszeit aufaddieren und daraus die spätere Rente berechnen.

Kleines Rechenbeispiel: Eine Mutter geht 30 Stunden pro Woche arbeiten, den Rest der Tagesarbeitszeit kümmert sie sich um die Kinder, die nicht länger in Kita oder Schule betreut werden können.
In diesem Fall sollten ihr Rentenanwartschaften für 40 Stunden angerechnet werden.

Man sollte mal versuchen, das Ganze etwas weniger emotional zu betrachten. Wer Kinder betreut, leistet unbezahlte Arbeit, die letztlich der Gesellschaft (meistens) zu Gute kommt.
In dieser Zeit kann nicht (oder nur geringfügig) in die Rentenkasse einbezahlt werden. Wenn die Mutter später aufgrund der Kinderbetreuung nicht von ihrer Rente leben kann, muss die gesamte Gesellschaft dafür bezahlen.

Natürlich gibt es Mütter, die gar nicht vorhaben zu arbeiten und es auch vor der Geburt der Kinder nicht getan haben. Nach meinem Vorschlag würden diese Mütter dann eben die Rentenzusatzpunkte nicht bekommen.
Heutzutage können Kinder in den meisten Städten und Landkreisen zumindest für einige Stunden fremdbetreut werden. Wer das trotz vieler Anreize nicht wahrnehmen will (ich rede hier nicht vom ersten Jahr, sondern von langen Zeiträumen), der darf sich eben später nicht über seine geringe Rente wundern.
Man könnte beispielsweise so etwas wie Schutzzeiten definieren. Im ersten Jahr nach der Geburt "darf" das Kind ohne Rentenminderung zu Hause betreut werden, sofern vor der Geburt einer Arbeit nachgegangen wurde. Danach (sofern ein Kitaplatz nachweislich bereit stünde) sollte die Mutter sich um eine Teilzeitarbeit bemühen, die dann virtuell auf Vollzeit aufgestockt wird.

Jedem stünde frei, ob er lieber länger seine Kinder voll betreuen möchte, aber dann eben auch mit Inkaufnahme von weniger Rente. Ich denke, dass man die Arbeit, die Mütter zu Hause leisten, wenn sie ihre Kinder betreuen, nicht direkt vergüten sollte, aber ihnen später eben auch keine Nachteile für diese Zeit entstehen sollten.
Und dabei geht es lediglich um reale Arbeitszeiten von 8 Stunden pro Tag. Letztlich ist es doch wichtig, dass in einer Solidargemeinschaft möglichst wenig Menschen überhaupt Geld vom Staat nehmen sollten, damit das Grundprinzip funktioniert. Dafür sollte jeder (mit oder ohne Kinder) das leisten, wozu er im Stande ist.

Ich mache das täglich und wenn ich Egoismus von "Unwissenden" vorgeworfen bekomme, prallt das völlig an mir ab. Selbst wenn ich keine Kinder hätte bekommen wollen, würde ich doch durch meine Arbeit Elterngeld, Kindergeld, Kitas und Schulen finanzieren. Und das ist auch genau richtig. Aber dann "darf" ich eben später auch Rente bekommen, obwohl ich keine kleinen Rentenzahler beigesteuert habe.

Übrigens: der Neid auf Eltern/Mütter hört irgendwann auf. Und das ist dann ein wunderbares Gefühl. Denn dann funktioniert das Miteinander wieder.

Viele Grüße
Rheila


  Re: Rente für Mütter
   pmami
schrieb am 01.12.2016 10:47
Es gibt ganz vereinfacht gesagt zwei Modelle für unser Rentensystem.

1. Ich zahle in eine Rentenversicherung ein. Meine Einzahlung wird irgendwo gespart und wenn ich mal in Rente bin, wird mir das angesparte Geld monatlich als Rente wieder ausgezahlt. das ist ein kapitalbildendes System und so funktionieren zum Beispiel die Rentensysteme der berufsständischen Versorgungssysteme.

2. Ich gehe arbeiten und zahle jeden Monat einen Beitrag in die Rentenkasse ein. Dieser Beitrag wird sofort wieder ausgegeben, um die laufenden Renten derjenigen Menschen zu bezahlen, die sich aktuell gerade in Rente befinden. Ich hoffe (inständig), dass es, wenn ich in Rente gibt andere Menschen gibt, die auch in die Rentenkasse einzahlen, denn nur dann werde ich aus diesen zukünftigen Beiträgen meine eigene Rente bekommen. Das nennt sich Umlageverfahren und so arbeitet die gesetzliche Renteversicherung.

Nur wenn es heute Kinder gibt, die später einmal arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen, wird das System (wenn überhaupt) weiter funktionieren. Das ist kein Vorwurf an Kinderlose sondern schlicht und ergreifen das System, nach dem die gesetzliche Rentenversicherung funktioniert. Ob sie das weiterhin tun wird, sei mal dahin gestellt. Wer jetzt arbeitet erwirbt sich Anwartschaften. Aber das Geld, mit dem die Anwartschaften einmal erfüllt werden sollen, das erarbeiten spätere Generationen.

Zitat

Jedem stünde frei, ob er lieber länger seine Kinder voll betreuen möchte, aber dann eben auch mit Inkaufnahme von weniger Rente

Aber so läuft es doch. Wenn ich wegen der Kinderbetreuung lange Jahre nur noch Teilzeit arbeite, bekomme ich weniger Rente. Punkt.

Zitat
wunschkind-hope
Wenn aber eine kinderlose ihr Leben lang arbeitet, während eine andere "der kinder wegen" genauso viel Rente bekommt ist es meiner Meinung nach nicht gerecht.


Die Mütterrente schafft einen kleinen Ausgleich, aber doch nicht so, dass eine Mutter, die nie gearbeitet hat später genauso viel Rente bekommt, wie jemand, der 40 Jahre oder 45 Jahre Vollzeit gearbeitet hat. Und in diesem Thread hat sich keine der Mütter über die geringere Rente beschwert. Es wird den Müttern der Vorwurf gemacht, sie würde auch ohne zu arbeiten genauso viel Rente bekommen. Und an diesem Vorwurf sind schon die Fakten falsch.

Viele Grüße pmami


  Re: Rente für Mütter
   ehemalsRheila
schrieb am 01.12.2016 12:30
@pmami: Ich glaube du hast mich nicht richtig verstanden oder ich habe mich blöd ausgedrückt.

Natürlich weiß ich, dass unser Rentensystem darauf basiert, dass die nachfolgende Generation durch ihre Arbeitskraft unsere Rente finanziert. Aber ich kann nicht ändern, dass das System so ist und ich kann eben keinen kleinen Rentenzahler beisteuern (ich habe wahrlich alles in meiner Macht stehende versucht).
Meine Anführungen waren eher emotional gedacht. Und da ist es nunmal so, dass man nicht durch das In-die-Welt-setzen eines Kindes ein Anrecht auf Rente bekommt, sondern durch seine eigene Arbeitsleistung.
Ich würde es gerne anders handhaben und für meine Rente komplett alleine sorgen. Darüber habe ich aber nunmal keine Entscheidungsgewalt und ich werde quasi gezwungen, meinen Beitrag zu leisten.
Und somit habe ich auch ohne Kinder ein Recht darauf, aus dem Rententopf wieder etwas herauszunehmen (sofern das in 30 Jahren noch möglich ist). Nochmal: mir ist klar, dass die späteren Arbeitnehmer meine Rente finanzieren. Aber drehen wir das Ganze mal um: Wenn jemand nie arbeitet und 5 Kinder bekommt. Was hat er dann bis zu diesem Zeitpunkt für die Gesellschaft groß getan? Vielleicht geht später eines der Kinder oder sogar alle arbeiten. Aber bis zu diesem Tag hat diese Familie nur Kosten verursacht. Kosten, für die ich auch durch meine Steuern aufkomme. Deshalb ja mein Vorschlag (und nicht mehr war es), Müttern zu ermöglichen, trotz Kindererziehungszeiten volle Rentenanwartschaften zu erhalten. Im Normalfall ist die Zeit, in der man durch Kindererziehung nicht arbeiten kann, ja auch begrenzt. Ich sehe beispielsweise keinen Grund, länger als 2 Jahre gar nicht zu arbeiten, nur weil man ein Kind bekommen hat. Wenn das Kind dann in der Kita oder bei der Tagesmutter ist, kann man gut wieder Teilzeit arbeiten. Und an dieser Stelle würde dann mein Vorschlag greifen, die Kindererziehungszeit auf die Arbeitszeit aufzuaddieren. Aber eben nur dann. Man muss eben nicht zu Hause sitzen, während die Kinder in der Schule sind. Wenn man das gerne will, kann man das ja machen, aber ich sehe nicht ein, warum man dafür Rente bekommen sollte. Oft höre ich auch, dass es sich ja nicht lohnen würde, arbeiten zu gehen, weil die Betreuung des Kindes in der Kita so teuer ist. Es lohnt sich eben doch. Man zahlt in dieser Zeit in die Rentenkasse.

Mich nervt halt (auch jetzt noch), dass mir durch die Kinderlosigkeit ständig zum Vorwurf gemacht wird, dass ich niemanden in die Welt setze, der später meine Rente bezahlt. Und das gerne auch von Menschen, die in ihrem Leben noch nie Vollzeit gearbeitet haben. Und das stimmt eben nicht. Ich arbeite und deshalb habe ich ein Recht auf Rente (zumindest theoretisch). Ich zahle Steuern, die z.B. dazu genutzt werden, Elterngeld zu bezahlen, obwohl ich selber nie Elterngeld beziehen werde. Insofern wollte ich eben nur klar machen, dass sich die Rentenanwartschaften nach den gearbeiteten Zeiten berechnen und nicht nach der Anzahl der in die Welt gesetzten Kinder.


  Re: Rente für Mütter
   pmami
schrieb am 01.12.2016 13:05
Liebe Rheila,

ich denke wir reden aneinander vorbei. Der Ausgangspunkt dieses Threads ist doch nicht, dass Frauen (und auch Männer), die kinderlos bleiben und ihr ganzen Leben arbeiten keinen Anspruch auf Rente haben sollen oder weniger Anspruch auf Rente haben sollen, nur weil sie keine Kinder haben. Niemand (jedenfalls hier in diesem Thread) denkt in diese Richtung. Der Ausgangspunkt war doch gerade umgekehrt, nämlich, ob es gerecht ist, Müttern eine Mütterrente zuzugestehen, obwohl sie (für den Zeitraum der Kinderbetreuung) gar nicht eingezahlt haben. Noch einmal: Diese Mütter sollen nicht mehr Rente bekommen, als arbeitende Frauen. Die Frage ist nur, ob sie für die Zeit der Kinderbetreuung überhaupt eine Rente bekommen sollen. Und da ist doch überhaupt nicht die Rede von einer Rente für das zu Hause sitzen während das Kind zur Schule geht. Berücksichtig werden bei den Kinderbetreuungszeiten drei Jahre pro Kind. Punkt.

Und deshalb noch einmal: Keine Mutter, außer sie hat zehn oder mehr Kinder, wird in der Rente von der Mütterrente alleine leben können oder über den Sozialhilfesatz kommen. Für den Rest muss sie gearbeitet haben oder anderweitig vorsorgen.

Viele Grüße pmami


  Re: Rente für Mütter
   geheimnisvoll
Status:
schrieb am 06.12.2016 12:52
Zitat
pmami
Zitat
wunschkind-hope
Wenn aber eine kinderlose ihr Leben lang arbeitet, während eine andere "der kinder wegen" genauso viel Rente bekommt ist es meiner Meinung nach nicht gerecht.

Die Mütterrente schafft einen kleinen Ausgleich, aber doch nicht so, dass eine Mutter, die nie gearbeitet hat später genauso viel Rente bekommt, wie jemand, der 40 Jahre oder 45 Jahre Vollzeit gearbeitet hat. Und in diesem Thread hat sich keine der Mütter über die geringere Rente beschwert. Es wird den Müttern der Vorwurf gemacht, sie würde auch ohne zu arbeiten genauso viel Rente bekommen. Und an diesem Vorwurf sind schon die Fakten falsch.

Viele Grüße pmami

Genauso sieht es doch aus. Natürlich sind 80 EUR im Monat pro Kind nicht wenig, aber das führt doch nicht dazu, dass eine Frau / Mutter, die nie gearbeitet hat, eine Rente auf dem Niveau einer Frau / Mutter erhält, die 35 oder mehr Jahre Vollzeit gearbeitet hat.

Was mich wirklich etwas geschockt hat, ist dieser große Neid, der aus dir, wunschkind-hope, spricht. Und aus der Ferne betrachtet scheint es vor allem der Neid auf deine Cousine zu sein, die ohne Probleme Kinder bekommen kann und das - aus deiner Perspektive - nicht zu schätzen weiß.

Das Verhalten deiner Cousine ist jetzt wirklich nicht beispielhaft, aber auch kein Grund, so pauschal gegen die Mütterrente zu wettern, die im Grunde - so habe ich die politischen Diskussionen verstanden - weniger den Frauen "heute" dienen soll, sondern eher den Frauen, die in den Jahrzehnten unserer Mütter selbstverständlich zuhause geblieben sind und die jetzt - nachdem es vielleicht zu einer Scheidung kam oder sie verwitwet sind - finanziell wirklich schlecht dastehen. Und dabei doch ihr ganzes Leben nicht nur eine familiäre, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen haben, die nur weil sie nicht vergütet wurde, im Grunde nicht weniger wert ist als die typische Erwerbsarbeit, denen ihre Männer nachgegangen sind.


  Re: Rente für Mütter
   RoteBeete
schrieb am 06.12.2016 14:00
Zitat
geheimnisvoll
Das Verhalten deiner Cousine ist jetzt wirklich nicht beispielhaft, aber auch kein Grund, so pauschal gegen die Mütterrente zu wettern, die im Grunde - so habe ich die politischen Diskussionen verstanden - weniger den Frauen "heute" dienen soll, sondern eher den Frauen, die in den Jahrzehnten unserer Mütter selbstverständlich zuhause geblieben sind und die jetzt - nachdem es vielleicht zu einer Scheidung kam oder sie verwitwet sind - finanziell wirklich schlecht dastehen. Und dabei doch ihr ganzes Leben nicht nur eine familiäre, sondern auch eine gesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen haben, die nur weil sie nicht vergütet wurde, im Grunde nicht weniger wert ist als die typische Erwerbsarbeit, denen ihre Männer nachgegangen sind.

Ich glaube das trifft es ziemlich genau! Die Gesellschaft heute stellt andere Anforderungen an Frauen.

Was mich aber wiederum an den Antworten auf wunschkinds-hope Post trifft ist der Neidvorwurf. Ja, wir kinderlosen Frauen verspüren in gewissen Phasen extremen Neid auf die Mütter. Dieses Forum ist einer der wenigen Orte, wo wir alles sagen können was uns grad auf dem Herzen liegt...Und Wunschkind hatte vor kurzem erst eine Ausschabung.

Können wir hier nicht darauf verzichten Gefühle zu bewerten? Das sollte doch ein geschützter Raum sein.


  Re: Rente für Mütter
   Chorus
Status:
schrieb am 09.12.2016 11:24
Ich denke auch dieses Forum sollte klar ein Abschiedsforum sein, oder wenigstens für den "langsamen Abschied". Immer wieder verirren sich Frauen hier rein, die schwanger sind oder mehrere Kinder haben und den Kinderwunsch so abgeschlossen haben.

Das kann in manchen Fällen ganz okay sein, beispielsweise bei der Verabschiedung von anderen Frauen, die lange mitgekämpft haben. Aber selbst da gibt es User, die dann andere angreifen... will jetzt keine Namen nennen - aber normalerweise sollte das eben nicht so sein.

Wenn man Neid verspürt, verspürt man ihn eben. Ich denke auch ganz klar, dass Mütter älterer (!!!!) Kinder, die zuhause bleiben, es sicher gemütlicher haben als vollzeitarbeitende Frauen ohne Kinder. Man kann nicht alles haben, eine gemütliche Zeit mit den eigenen Kiddies zuhause im schönsten Alter und dann eine fette Rente am Lebensabend. Das geht sich leider normalerweise nicht aus (außer man heiratet eben einen Millionär). Deshalb gehe ich dann doch lieber arbeiten *autofahren*




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